Der INSM-Bildungsmonitor 2022

Sachsen Platz 1

  • Gesamtranking (Bestand)

    Sachsen wieder Spitzenreiter – Nur Platz 12 bei Digitalisierung

    Berlin – Sachsen hat 2022 den ersten Platz im INSM-Bildungsmonitor verteidigt. Im neuen Handlungsfeld Digitalisierung belegt Sachsen aber nur Platz 12. Die Vergleichsstudie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) im Auftrag der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM) bewertet anhand von insgesamt 98 Indikatoren in 13 Handlungsfeldern, inwieweit ein Bundesland Bildungsarmut reduziert, zur Fachkräftesicherung beiträgt und Wachstum fördert.

    Ausgewählte Ergebnisse INSM-Bildungsmonitor 2022

    Besondere Stärken weist Sachsen in den Handlungsfeldern Förderinfrastruktur, Schulqualität, Forschungsorientierung, Bildungsarmut und Internationalisierung auf:

    • In Kitas und Schulen nutzen Kinder und Jugendliche oft Ganztagsangebote.
    • In Mathematik und Naturwissenschaften erreichen sächsische Schüler Bestwerte.
    • Sächsische Professoren sind besonders stark bei der Einwerbung von Drittmitteln.
    • Nur wenige Jugendliche erreichen nicht die Mindeststandards im Lesen und in Mathe.
    • Der Anteil der Bildungsausländer an allen Studierenden ist der zweithöchste in Deutschland.

    Verbesserungspotenzial besteht in Sachsen bei Zeiteffizienz, Digitalisierung und Betreuungsbedingungen:

    • Die Wiederholerquoten in den Schulen sind vergleichsweise hoch.
    • Die Schulen sind vergleichsweise schlecht mit schnellem WLAN ausgestattet; digitale Endgeräte werden nur in wenigen Schulen täglich genutzt.
    • Die Betreuungsrelationen an Kitas und Grundschulen sind schlechter als im Bundesdurchschnitt.

    Bundesweite Herausforderungen für die Bildungspolitik

    Digitalisierung, Dekarbonisierung und der demografische Wandel führen bereits heute zu Fachkräfteengpässen in vielen Bereichen und dürften diese in den kommenden Jahren verschärfen. Besondere Bedarfe bestehen an digitalen Kompetenzen sowie an Menschen mit Ausbildung oder Studium in Informatik. Das aktuelle Fachkräfteangebot reicht nicht aus, die Bedarfe zu decken. Und der langfristige Ausblick ist düster: Aktuelle Ergebnisse zu ersten Vergleichstests nach den coronabedingten Schulschließungen zeigen, dass bundesweit die Kompetenzen von Grundschülerinnen und Grundschülern im Jahr 2021 im Vergleich zu 2016 in Mathematik und Lesen deutlich gesunken sind und die sozialen Ungleichheiten deutlich zugenommen haben. Auch für die kommenden Ergebnisse der Sekundarschüler sind Kompetenzeinbußen zu erwarten. Die individuelle Förderung der jungen Menschen wird erschwert: eigene Berechnungen zur Lehrkräfteverfügbarkeit ergeben zunehmende bundesweite Engpässe an Lehrkräften in den kommenden Jahren.

    Handlungsempfehlungen

    Auf Basis von Vergleichsarbeiten sollten bundesweit gezielte Förderprogramme in Mathematik und Lesen umgesetzt werden. Dazu ist eine hochwertige Förderinfrastruktur an Schulen zur nachhaltigen Verbesserung der Bildungschancen weiter aufzubauen (Ganztagsschulen, multiprofessionelle Teams). Die Digitalisierung sollte weiter vorangebracht werden, sowohl in der Ausstattung der Schulen als Lernort selbst als auch durch eine Ausweitung des Schulfachs Informatik.

    Stärken:

    Förderinfrastruktur (BM 2022: 1. Platz): Sachsen setzt stark auf Ganztag. So besuchten in Sachsen 89 Prozent der Grundschüler im Jahr 2020 eine offene oder gebundene Ganztagsschule (Bundesdurchschnitt: 46,3 Prozent). Deutlich überdurchschnittlich fiel mit 78,3 Prozent auch der Anteil der Schüler an Ganztagsschulen im Sekundarbereich I aus (Bundesdurchschnitt: 47,4 Prozent). Darüber hinaus wurden im Jahr 2021 von den Drei- bis Sechsjährigen 81,5 Prozent der Kinder in Sachsen ganztägig betreut (Bundesdurchschnitt: 47 Prozent). Im Jahr 2020 hatten außerdem 12 Prozent des Personals in Kindertageseinrichtungen einen Hochschulabschluss (Bundesdurchschnitt: 7,3 Prozent).

    Schulqualität (BM 2022: 1. Platz): Sachsen erreichte bei den letzten IQB-Schulleistungstests aus 2018 Platz 1 bei den durchschnittlichen Kompetenzen der Schülerinnen und Schüler.

    Forschungsorientierung (BM 2022 1. Platz): Die eingeworbenen Drittmittel je Professor waren im Jahr 2019 mit einem Wert von 270.800 Euro die höchsten aller Bundesländer (Bundesdurchschnitt: 161.800 Euro). Die Forschungsorientierung Sachsens wird auch an der Anzahl der Forscher an Hochschulen bezogen auf das BIP deutlich. Je eine Milliarde BIP waren 74,2 Forscher im Jahr 2019 tätig - ebenfalls Bestwert in Deutschland.

    Bildungsarmut (BM 2022: 2. Platz): Im Jahr 2018 erreichten unter den Neuntklässlern in den IQB-Vergleichsstudien relativ wenige Schülerinnen und Schüler nicht die Mindeststandards in Mathematik und in den Naturwissenschaften. Verbesserungspotenzial besteht jedoch noch bei der Schulabbrecherquote. Diese lag im Jahr 2020 in Sachsen bei 7,8 Prozent, während sie im Bundesdurchschnitt 5,8 Prozent betrug.

    Internationalisierung (BM 2022: 2. Platz): Sächsische Hochschulen sind internationale Leuchttürme. Im Jahr 2020 war der Anteil der Bildungsausländer an allen Studierenden mit 15,3 Prozent nach Berlin der zweithöchste (Bundesdurchschnitt: 11,4 Prozent). In Sachsen wurden im Jahr 2020 mit einem Anteil von 54,4 Prozent zwar unterdurchschnittlich viele Grundschüler in Fremdsprachen unterrichtet (Bundesdurchschnitt: 60,9 Prozent). Der Anteil der Berufsschüler mit Fremdsprachenunterricht fiel hingegen überdurchschnittlich aus. Sachsen erreichte hier einen Wert von 79,9 Prozent (Bundesdurchschnitt 34,8 Prozent).

    Potenziale:

    Zeiteffizienz (BM 2022: 14. Platz): In Sachsen wurde im Jahr 2020 nur ein relativ geringer Anteil der Studienanfänger in einem Bachelorstudiengang eingeschrieben (Sachsen: 51,6 Prozent; Bundesdurchschnitt: 72,8 Prozent). Darüber hinaus fielen die Wiederholerquoten in den Grundschulen sowie in der Sekundarstufe I leicht höher aus als im bundesweiten Durchschnitt.

    Digitalisierung (BM 2022: 12. Platz): Verbesserungspotenzial gibt es in Sachsen noch im Bereich der digitalen Forschung in Form von Digitalisierungspatenten. Unterschiedlich fällt die Ausbildungsleistung im IT-Bereich aus. Die Anzahl der neuen betrieblichen Ausbildungsverträge im IT-Bereich pro 100.000 Erwerbstätige ist mit 24,7 deutlich geringer als im bundesdeutschen Durchschnitt (43,6). Die Anzahl der IT-Hochschulabsolventen pro 100.000 Erwerbstätige beträgt 71,6 und fällt damit etwas überdurchschnittlich aus (Bundesdurchschnitt: 69,5). Unterdurchschnittlich schneidet Sachsen zudem bei der täglichen Nutzung von digitalen Medien im Schulunterricht ab. Bei der Ausstattung mit schnellem WLAN an den Schulen gibt es ebenfalls noch Verbesserungsbedarf.

    Betreuungsbedingungen (BM 2022: 11. Platz): Verbesserungsbedarf besteht vor allem bei der Betreuungsrelation in den Kindertagesstätten. Sachsen weist hier den schlechtesten Wert aller Bundesländer auf (Sachsen: 8,7; Bundesdurchschnitt: 5,6). Unterdurchschnittliche Betreuungsrelationen weist Sachsen darüber hinaus auch in den Grundschulen, in der Sekundarstufe I (ohne Gymnasien), in den beruflichen Vollzeitschulen und an den Hochschulen auf.

    Das vollständige Profil als PDF-Download

    Hier finden Sie alle Informationen über Sachsen. Laden Sie das komplette Profil und eine Tabelle mit allen Indikatoren und Vergleichswerten herunter.

    Das Profil von Sachsen im Bildungsmonitor 2011 der INSM
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