Der INSM-Bildungsmonitor 2022

Saarland Platz 5

  • Gesamtranking (Bestand)

    Saarland verteidigt Gesamtplatz 5 – Platz 5 auch bei Digitalisierung

    Berlin – Das Saarland schafft es im INSM-Bildungsmonitor 2022 erneut auf Platz 5 der 16 Bundesländer. Im neuen Handlungsfeld Digitalisierung erreicht das Saarland ebenso Platz 5. Die Vergleichsstudie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) im Auftrag der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM) bewertet anhand von insgesamt 98 Indikatoren in 13 Handlungsfeldern, inwieweit ein Bundesland Bildungsarmut reduziert, zur Fachkräftesicherung beiträgt und Wachstum fördert.

    Ausgewählte Ergebnisse INSM-Bildungsmonitor 2022

    Das Saarland weist Stärken in den Handlungsfeldern Zeiteffizienz, Ausgabenpriorisierung, Hochschule/MINT, Integration und Digitalisierung auf:

    • Nur wenige Kinder wiederholen eine Klasse.
    • Die Bildungsausgaben je Grundschüler sind 300 Euro höher als im Bundesschnitt.
    • Gemessen an der Bevölkerungsgröße gibt es die meisten dualen Studierenden.
    • Ein hoher Anteil der Ausländer erreicht eine Studienberechtigung.
    • Das Saarland trägt überdurchschnittlich zum Nachwuchs an Informatikern bei.

    Verbesserungspotenzial besteht im Saarland vor allem bei der Internationalisierung und Bildungsarmut:

    • An Grundschulen und Berufsschulen wird weniger Fremdsprachunterricht erteilt als im Bundesdurchschnitt.
    • Die Schulabbrecherquote liegt leicht über dem Bundesdurchschnitt.

    Bundesweite Herausforderungen für die Bildungspolitik

    Digitalisierung, Dekarbonisierung und der demografische Wandel führen bereits heute zu Fachkräfteengpässen in vielen Bereichen und dürften diese in den kommenden Jahren verschärfen. Besondere Bedarfe bestehen an digitalen Kompetenzen sowie an Menschen mit Ausbildung oder Studium in Informatik. Das aktuelle Fachkräfteangebot reicht nicht aus, die Bedarfe zu decken. Und der langfristige Ausblick ist düster: Aktuelle Ergebnisse zu ersten Vergleichstests nach den coronabedingten Schulschließungen zeigen, dass bundesweit die Kompetenzen von Grundschülerinnen und Grundschülern im Jahr 2021 im Vergleich zu 2016 in Mathematik und Lesen deutlich gesunken sind und die sozialen Ungleichheiten deutlich zugenommen haben. Auch für die kommenden Ergebnisse der Sekundarschüler sind Kompetenzeinbußen zu erwarten. Die individuelle Förderung der jungen Menschen wird erschwert: eigene Berechnungen zur Lehrkräfteverfügbarkeit ergeben zunehmende bundesweite Engpässe an Lehrkräften in den kommenden Jahren.

    Handlungsempfehlungen

    Auf Basis von Vergleichsarbeiten sollten bundesweit gezielte Förderprogramme in Mathematik und Lesen umgesetzt werden. Dazu ist eine hochwertige Förderinfrastruktur an Schulen zur nachhaltigen Verbesserung der Bildungschancen weiter aufzubauen (Ganztagsschulen, multiprofessionelle Teams). Die Digitalisierung sollte weiter vorangebracht werden, sowohl in der Ausstattung der Schulen als Lernort selbst als auch durch eine Ausweitung des Schulfachs Informatik.

    Stärken:

    Zeiteffizienz (BM 2022: 2. Platz): Im Saarland müssen vergleichsweise wenige Kinder und Jugendliche ein Jahr wiederholen. Die Wiederholerquote war im Jahr 2020 im Saarland in der Sekundarstufe I mit 1,1 Prozent (Bundesdurchschnitt 1,6 Prozent) und in den Grundschulen mit 0,2 Prozent (Bundesdurchschnitt 0,4 Prozent) gering. Auch werden relativ wenige Kinder verspätet eingeschult. Beim Durchschnittsalter der Erstabsolventen schnitt das Saarland vergleichsweise gut ab (Saarland: 25,6 Jahre; Bundesdurchschnitt: 25,9 Jahre). Verbesserungsbedarf gibt es im Saarland aber beim relativ hohen Anteil vorzeitig aufgelöster Ausbildungsverträge.

    Ausgabenpriorisierung (BM 2022: 3. Platz): Die Ausgaben pro Schüler an den Grundschulen sind im Saarland mit 7.700 höher als im Bundesdurchschnitt (7.400 Euro), obwohl das Saarland insgesamt je Einwohner weniger an öffentlichen Gesamtausgaben tätigt. Überdurchschnittliche Werte erzielt das Saarland auch bei den sonstigen allgemeinbildenden Schulen und bei den beruflichen Teilzeitschulen.

    Hochschule/MINT (BM 2022: 3. Platz): Die Stärke des Saarlands ergibt sich in diesem Feld vor allem bei den Studienanfängern in dualen Studiengängen. Gemessen an der Bevölkerungsgröße im Alter von 18 bis 20 gibt es im Saarland in diesem Bereich die meisten Studienanfänger (Saarland: 74,9; Bundesdurchschnitt: 12,2). Auch gemessen an der akademischen Wohnbevölkerung bildet das Saarland überdurchschnittlich viele Akademiker aus (Saarland: 5,5 Prozent; Bundesdurchschnitt: 4,3 Prozent). Der Anteil der MINT-Absolventen an den Gesamtabsolventen fällt im Saarland jedoch unterdurchschnittlich aus.

    Integration (BM 2022: 5. Platz): Im Jahr 2020 erlangten überdurchschnittlich viele ausländische Jugendliche die Studienberechtigung an beruflichen Schulen (Saarland: 11,8 Prozent, Bundesdurchschnitt: 7,3 Prozent) und an allgemeinbildenden Schulen (Saarland: 11,8 Prozent, Bundesdurchschnitt: 10,5 Prozent). Die Abbrecherquote unter ausländischen Schulabgängern ist mit 18,1 Prozent jedoch höher als im Bundesdurchschnitt (14,6 Prozent). Bei den Tests zu den Bildungsstandards aus dem Jahr 2018 zeigte sich, dass der Einfluss des sozialen Hintergrunds der Eltern auf die Mathematikleistungen der Kinder geringer ausfiel als im Bundesdurchschnitt.

    Digitalisierung (BM 2022: 5 Platz): Relativ gut schneidet das Saarland bei der täglichen Nutzung von digitalen Medien im Schulunterricht ab und erreicht den viertbesten Wert aller Bundesländer. Überdurchschnittlich fällt auch die Ausbildungsleistung im IT-Bereich aus. Die Anzahl der neuen betrieblichen IT-Ausbildungsverträge pro 100.000 Erwerbstätige ist mit 51,5 höher aus als im Bundesdurchschnitt (43,6). Die Anzahl der IT-Hochschulabsolventen pro 100.000 Erwerbstätige ist mit 82,9 ebenfalls überdurchschnittlich (Bundesdurchschnitt: 69,5). Bei der Ausstattung mit schnellem WLAN an den Schulen schneidet das Saarland wiederum überdurchschnittlich ab. Unterdurchschnittlich schneidet das Saarland hingegen bei der Anmeldung von Digitalisierungspatenten ab.

    Potenziale:

    Internationalisierung (BM 2022: 13. Platz): Im Saarland werden relativ wenige Grundschüler in Fremdsprachen unterrichtet. Im Jahr 2020 wurde hier ein Anteil von 43,3 Prozent erreicht, während er im Bundesdurchschnitt 60,9 Prozent betrug. Der Anteil der Berufsschüler mit Fremdsprachenunterricht fiel ebenfalls unterdurchschnittlich aus (Saarland: 23,1 Prozent; Bundesdurchschnitt: 34,8 Prozent). Der Anteil der Bildungsausländer an allen Studierenden fiel im Jahr 2020 mit 13,8 Prozent jedoch höher aus als im gesamtdeutschen Durchschnitt (11,4

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    Bildungsarmut (BM 2022: 10. Platz): Verbesserungspotenzial besteht bei der Schulabbrecherquote. Diese lag im Jahr 2020 im Saarland bei 6,2 Prozent, während sie im Bundesdurchschnitt 5,8 Prozent betrug. Bereits bei der IQB-Vergleichsstudie aus dem Jahr 2018 ließ sich für die Neuntklässler im Saarland in Mathematik und in den Naturwissenschaften eine überdurchschnittlich hohe Risikogruppe feststellen.

    Das vollständige Profil als PDF-Download

    Hier finden Sie alle Informationen über Saarland. Laden Sie das komplette Profil und eine Tabelle mit allen Indikatoren und Vergleichswerten herunter.

    Das Profil von Saarland im Bildungsmonitor 2011 der INSM
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