Der INSM-Bildungsmonitor 2022

Mecklenburg-Vorpommern Platz 10

  • Gesamtranking (Bestand)

    Mecklenburg-Vorpommern belegt Gesamtplatz 10 und wird 14. im neuen Handlungsfeld Digitalisierung

    Berlin – Mecklenburg-Vorpommern erreicht im INSM-Bildungsmonitor 2022 Platz 10 der 16 Bundesländer und im neuen Handlungsfeld Digitalisierung Rang 14. Die Vergleichsstudie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) im Auftrag der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM) bewertet anhand von insgesamt 98 Indikatoren in 13 Handlungsfeldern, inwieweit ein Bundesland Bildungsarmut reduziert, zur Fachkräftesicherung beiträgt und Wachstum fördert.

    Ausgewählte Ergebnisse INSM-Bildungsmonitor 2022

    Mecklenburg-Vorpommern weist in den Handlungsfeldern Integration und berufliche Bildung Stärken auf:

    • An allgemeinbildenden Schulen erreichen relativ viele ausländische Jugendliche das Abitur.
    • Das Ausbildungsstellenangebot ist gemessen an der Zahl der jungen Menschen höher als im Bundesdurchschnitt. Nur wenige erhalten keinen Ausbildungsplatz.

    Verbesserungspotenzial besteht in Mecklenburg-Vorpommern in den Handlungsfeldern Zeiteffizienz, Betreuungsbedingungen, Ausgabenpriorisierung und Digitalisierung:

    • Viele Ausbildungsverträge werden vorzeitig aufgelöst.
    • In Kitas und in Teilen der Sekundarstufe 1 sind die Betreuungsrelationen ungünstig.
    • Die Bildungsausgaben je Kind bzw. Jugendlichem sind an den Schulen und Berufsschulen vergleichsweise niedrig.
    • Es werden wenige Digitalisierungspatente angemeldet und vergleichsweise wenige junge Menschen in Informatik ausgebildet.

    Bundesweite Herausforderungen für die Bildungspolitik

    Digitalisierung, Dekarbonisierung und der demografische Wandel führen bereits heute zu Fachkräfteengpässen in vielen Bereichen und dürften diese in den kommenden Jahren verschärfen. Besondere Bedarfe bestehen an digitalen Kompetenzen sowie an Menschen mit Ausbildung oder Studium in Informatik. Das aktuelle Fachkräfteangebot reicht nicht aus, die Bedarfe zu decken. Und der langfristige Ausblick ist düster: Aktuelle Ergebnisse zu ersten Vergleichstests nach den coronabedingten Schulschließungen zeigen, dass bundesweit die Kompetenzen von Grundschülerinnen und Grundschülern im Jahr 2021 im Vergleich zu 2016 in Mathematik und Lesen deutlich gesunken sind und die sozialen Ungleichheiten deutlich zugenommen haben. Auch für die kommenden Ergebnisse der Sekundarschüler sind Kompetenzeinbußen zu erwarten. Die individuelle Förderung der jungen Menschen wird erschwert: eigene Berechnungen zur Lehrkräfteverfügbarkeit ergeben zunehmende bundesweite Engpässe an Lehrkräften in den kommenden Jahren.

    Handlungsempfehlungen

    Auf Basis von Vergleichsarbeiten sollten bundesweit gezielte Förderprogramme in Mathematik und Lesen umgesetzt werden. Dazu ist eine hochwertige Förderinfrastruktur an Schulen zur nachhaltigen Verbesserung der Bildungschancen weiter aufzubauen (Ganztagsschulen, multiprofessionelle Teams). Die Digitalisierung sollte weiter vorangebracht werden, sowohl in der Ausstattung der Schulen als Lernort selbst als auch durch eine Ausweitung des Schulfachs Informatik.

    Stärken:

    Integration (BM 2022: 3. Platz): Im Jahr 2020 betrug die Schulabbrecherquote unter den ausländischen Jugendlichen 12,3 Prozent und liegt damit unterhalb des bundesdeutschen Durchschnitts von 14,6 Prozent. Gut schneidet Mecklenburg-Vorpommern auch bei der Studienberechtigtenquote von ausländischen Jugendlichen an allgemeinbildenden Schulen ab (Mecklenburg-Vorpommern: 17,1 Prozent; Bundesdurchschnitt: 10,5 Prozent). Bereits bei den Tests zu den Bildungsstandards des IQB aus dem Jahr 2018 fiel in Mecklenburg-Vorpommern, verglichen mit den anderen Bundesländern, der Zusammenhang zwischen sozialer Herkunft und Bildungserfolg relativ gering aus.

    Berufliche Bildung (BM 2022: 6. Platz): Das Ausbildungsstellenangebot in Mecklenburg-Vorpommern ist sehr gut. Mit 72,3 Prozent lag die Ausbildungsstellenquote im Jahr 2021 über dem Bundesdurchschnitt von 67,4 Prozent. Der Anteil der unversorgten Bewerber in Mecklenburg-Vorpommern war mit 6,6 Prozent geringer als im Bundesdurchschnitt (8,5 Prozent). Gleichzeitig fiel der Anteil der erfolgreichen Absolventen von beruflichen Vollzeitschulen im Jahr 2020 mit 95,4 Prozent sehr hoch aus (Bundesdurchschnitt: 83,3 Prozent). Bei dem Anteil der erfolgreichen Abschlussprüfungen an den Teilzeit-Berufsschulen schnitt Mecklenburg-Vorpommern jedoch unterdurchschnittlich ab.

    Potenziale:

    Zeiteffizienz (BM 2022: 16. Platz): Knapp 2.600 Ausbildungsverträge wurden im Jahr 2020 vorzeitig aufgelöst (Wechsler und Abbruch). Gemessen an den gut 7.400 neu abgeschlossenen Ausbildungsverträgen betrug die Quote 34,5 Prozent (Bundesdurchschnitt: 29,6 Prozent). Nachholbedarf bestand auch noch bei der Umsetzung der Bologna-Beschlüsse an den Hochschulen. Weiterhin fiel das Durchschnittsalter der Erstabsolventen in Mecklenburg-Vorpommern höher aus als im Bundesdurchschnitt (Mecklenburg-Vorpommern: 26,9; Bundesdurchschnitt: 25,9). Auch die Wiederholerquoten in den Grundschulen und in der Sekundarstufe I waren höher aus als im bundesdeutschen Durchschnitt.

    Betreuungsbedingungen (BM 2022: 15. Platz): Die Betreuungsrelationen zwischen Kindern in Kindertageseinrichtungen und ihren Betreuern betrug in Mecklenburg-Vorpommern 8,7 und im Bundesdurchschnitt 5,6. Bei den allgemeinbildenden Schulen aus dem Sekundarbereich I (ohne Gymnasien) weist Mecklenburg-Vorpommern bei der Schüler-Lehrer-Relation sogar den schlechtesten Wert aller Bundesländer auf (Mecklenburg-Vorpommern: 14; Bundesdurchschnitt: 13).

    Ausgabenpriorisierung (BM 2022: 14. Platz): In Mecklenburg-Vorpommern fallen die Bildungsausgaben pro Teilnehmer im Vergleich zu den Gesamtausgaben der öffentlichen Haushalte je Einwohner vor allem an den beruflichen Vollzeitschulen relativ gering aus. So. betragen im Jahr 2020 die Ausgaben je Vollzeitberufsschüler 7.100 Euro (Bundesdurchschnitt: 9.300 Euro). Auch bei den dualen Berufsschulen, Grundschulen und weiterführenden Schulen liegen die Bildungsausgaben je Kind bzw. Jugendlichen unter dem Bundesdurchschnitt.

    Digitalisierung (BM 2022: 14. Platz): Verbesserungspotenzial gibt es in Mecklenburg-Vorpommern vor allem im Bereich der digitalen Forschung. Bei der Anzahl von Digitalisierungspatenten je 100.000 Beschäftigte nimmt Mecklenburg-Vorpommern den letzten Platz aller Bundesländer ein. Geringer als in vielen anderen Bundesländer fällt zudem die IT-Ausbildungsleistung aus. Die Anzahl der neuen betrieblichen Ausbildungsverträge im IT-Bereich pro 100.000 Erwerbstätige fällt mit 18,8 deutlich geringer aus als im bundesdeutschen Durchschnitt (43,6). Die Anzahl der IT-Hochschulabsolventen pro 100.000 Erwerbstätige beträgt 39,9 (Bundesdurchschnitt: 69,5). Auch bei der Ausstattung mit schnellem W-LAN an den Schulen schneidet Mecklenburg-Vorpommern unterdurchschnittlich ab, ebenso wie beim täglichen Einsatz von digitalen Medien im Schulunterricht.

    Das vollständige Profil als PDF-Download

    Hier finden Sie alle Informationen über Mecklenburg-Vorpommern. Laden Sie das komplette Profil und eine Tabelle mit allen Indikatoren und Vergleichswerten herunter.

    Das Profil von Mecklenburg-Vorpommern im Bildungsmonitor 2011 der INSM
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