Der INSM-Bildungsmonitor 2022

Hessen Platz 7

  • Gesamtranking (Bestand)

    Hessen auf Gesamtrang 7 – Platz 7 auch bei Digitalisierung

    Berlin – Hessen belegt im INSM-Bildungsmonitor 2022 wie im Vorjahr Platz 7 der 16 Bundesländer und auch im neuen Handlungsfeld Digitalisierung wird das Land Siebter. Die Vergleichsstudie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) im Auftrag der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM) bewertet anhand von insgesamt 98 Indikatoren in 13 Handlungsfeldern, inwieweit ein Bundesland Bildungsarmut reduziert, zur Fachkräftesicherung beiträgt und Wachstum fördert.

    Ausgewählte Ergebnisse INSM-Bildungsmonitor 2022

    Hessen weist in den Handlungsfeldern Integration, Förderinfrastruktur, Bildungsarmut und Digitalisierung Stärken auf:

    • In Hessen verlässt der drittniedrigste Anteil ausländischer Jugendlicher die Schule ohne Abschluss.
    • An den Kitas ist der Anteil des Personals mit akademischem Abschluss der dritthöchste in Deutschland.
    • Die Schulabbrecherquote ist die niedrigste in Deutschland.
    • Gemessen an der Größe der Erwerbsbevölkerung werden vergleichsweise viele Informatiker an Hochschulen oder in Betrieben ausgebildet.

    Deutliches Verbesserungspotenzial besteht in Hessen vor allem in den Handlungsfeldern Internationalisierung, Schulqualität und Forschungsorientierung:

    • Der Anteil der Grundschüler mit Fremdsprachenunterricht ist gering.
    • Die durchschnittlichen Kompetenzen der Schülerinnen und Schüler liegen unter dem Bundesdurchschnitt.
    • Gemessen an der Wirtschaftskraft des Landes sind die zweitwenigsten Forscher an Hochschulen im Bundesland beschäftigt.

    Bundesweite Herausforderungen für die Bildungspolitik

    Digitalisierung, Dekarbonisierung und der demografische Wandel führen bereits heute zu Fachkräfteengpässen in vielen Bereichen und dürften diese in den kommenden Jahren verschärfen. Besondere Bedarfe bestehen an digitalen Kompetenzen sowie an Menschen mit Ausbildung oder Studium in Informatik. Das aktuelle Fachkräfteangebot reicht nicht aus, die Bedarfe zu decken. Und der langfristige Ausblick ist düster: Aktuelle Ergebnisse zu ersten Vergleichstests nach den coronabedingten Schulschließungen zeigen, dass bundesweit die Kompetenzen von Grundschülerinnen und Grundschülern im Jahr 2021 im Vergleich zu 2016 in Mathematik und Lesen deutlich gesunken sind und die sozialen Ungleichheiten deutlich zugenommen haben. Auch für die kommenden Ergebnisse der Sekundarschüler sind Kompetenzeinbußen zu erwarten. Die individuelle Förderung der jungen Menschen wird erschwert: eigene Berechnungen zur Lehrkräfteverfügbarkeit ergeben zunehmende bundesweite Engpässe an Lehrkräften in den kommenden Jahren.

    Handlungsempfehlungen

    Auf Basis von Vergleichsarbeiten sollten bundesweit gezielte Förderprogramme in Mathematik und Lesen umgesetzt werden. Dazu ist eine hochwertige Förderinfrastruktur an Schulen zur nachhaltigen Verbesserung der Bildungschancen weiter aufzubauen (Ganztagsschulen, multiprofessionelle Teams). Die Digitalisierung sollte weiter vorangebracht werden, sowohl in der Ausstattung der Schulen als Lernort selbst als auch durch eine Ausweitung des Schulfachs Informatik.

    Stärken:

    Integration (BM 2022: 4. Platz): Den drittbesten Wert erreichte Hessen mit 9,6 Prozent beim Anteil der ausländischen Schulabgänger ohne Abschluss ab (Bundesdurchschnitt: 14,6 Prozent). Außerdem erreichte Hessen mit 12,6 Prozent den Bestwert bei der Studienberechtigtenquote von ausländischen Schülern an berufsbildenden Schulen (Bundesdurchschnitt: 7,3 Prozent). Ein leicht unterdurchschnittliches Ergebnis erzielte Hessen jedoch bei der Studienberechtigtenquote von ausländischen Jugendlichen an allgemeinbildenden Schulen (Hessen: 9,9 Prozent; Bundesdurchschnitt: 10,5 Prozent).

    Förderinfrastruktur (BM 2022: 5. Platz): Überdurchschnittlich schnitt Hessen im Jahr 2020 beim Anteil der ganztags betreuten Kinder im Alter zwischen drei und sechs Jahren ab (Hessen: 52,2 Prozent; Bundesdurchschnitt: 47 Prozent). Zudem erreichte Hessen im Jahr 2021 beim Anteil des Personals mit einem akademischen Abschluss in den Kindertagesstätten mit 11,3 Prozent den dritthöchsten Wert aller Bundesländer (Bundesdurchschnitt: 7,3 Prozent). 44,3 Prozent der hessischen Grundschüler besuchten im Jahr 2020 ganztags die Schule (Bundesdurchschnitt: 46,3 Prozent). Bei dem Anteil der Schüler in der Sekundarstufe I, die ganztags betreut werden, erreichte Hessen jedoch ein überdurchschnittliches Ergebnis (Hessen: 71,4 Prozent; Bundesdurchschnitt: 47,4 Prozent).

    Bildungsarmut (BM 2022: 6. Platz): Hessen erzielte mit 4,3 Prozent die geringste Schulabbrecherquote aller Bundesländer (Bundesdurchschnitt: 5,8 Prozent). Beim Anteil erfolgreicher Absolventen an den Abgängern aus dem Berufsvorbereitungsjahr schnitt Hessen mit 74,6 Prozent ebenfalls gut ab (Bundesdurchschnitt: 58,3 Prozent). Bei den Überprüfungen der Bildungsstandards im Jahr 2018 zeigte sich, dass in Hessen unter den Neuntklässlern jedoch relativ viele Jugendliche die Mindeststandards nicht erreichen.

    Digitalisierung (BM 2022: 7. Platz): Hessen befindet sich bei der Ausstattung mit schnellem WLAN an den Schulen im Mittelfeld der Bundesländer. Gleiches gilt für die Anzahl der Digitalisierungspatente pro 100.000 Beschäftigte. Bei dem täglichen Einsatz von digitalen Medien im Schulunterricht schneidet Hessen leicht unterdurchschnittlich ab. Bei der Ausbildungsleistung im IT-Bereich erreicht Hessen jedoch überdurchschnittliche Werte. Die Anzahl der neuen betrieblichen Ausbildungsverträge im IT-Bereich pro 100.000 Erwerbstätige fällt mit 45,2 etwas höher aus als im bundesdeutschen Durchschnitt (43,6). Die Anzahl der IT-Hochschulabsolventen pro 100.000 Erwerbstätige beträgt 77,6 (Bundesdurchschnitt: 69,5).

    Potenziale:

    Internationalisierung (BM 2022: 15. Platz): Mit 48,7 Prozent aller Schülerinnen und Schüler lag Hessen im Jahr 2020 beim Fremdsprachenunterricht an Grundschulen unter dem Bundesdurchschnitt von 60,9 Prozent. Der Anteil der Berufsschüler mit Fremdsprachenunterricht war mit 29,7 Prozent ebenfalls unterdurchschnittlich (Bundesdurchschnitt: 34,8 Prozent). Auch beim Anteil der Bildungsausländer an den Studierenden befindet sich Hessen mit 10,0 Prozent unter dem Bundesdurchschnitt von 11,4 Prozent.

    Schulqualität (BM 2022: 13. Platz): In der letzten Kompetenzerhebung für die Neuntklässler aus dem Jahr 2018 erreicht Hessen in den Naturwissenschaften im Durchschnitt der Schülerinnen und Schüler unterdurchschnittliche Kompetenzen. Besser im Bundesländervergleich waren die Ergebnisse in Mathematik.

    Forschungsorientierung (BM 2022: 13. Platz): Den vorletzten Platz aller Bundesländer erzielte Hessen im Jahr 2019 bei der Anzahl der Forscher an Hochschulen in Relation zum BIP in Mrd. Euro (Hessen: 33,9; Bundesdurchschnitt: 42,4). Gemessen an der Wirtschaftskraft des Landes werden damit wenige Forscher beschäftigt. Unterdurchschnittlich schneidet Hessen auch bei der Habilitationsquote ab. Die Promotionsquote fiel ebenfalls leicht unterdurchschnittlich aus (Hessen: 5,4 Prozent; Bundesdurchschnitt: 5,5 Prozent). Die eingeworbenen Drittmittel je Professor lagen im Jahr 2019 in Hessen mit 142.900 Euro wiederum unter dem bundesdeutschen Durchschnitt (161.800).

    Das vollständige Profil als PDF-Download

    Hier finden Sie alle Informationen über Hessen. Laden Sie das komplette Profil und eine Tabelle mit allen Indikatoren und Vergleichswerten herunter.

    Das Profil von Hessen im Bildungsmonitor 2011 der INSM
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