Der INSM-Bildungsmonitor 2022

Baden-Württemberg Platz 6

  • Gesamtranking (Bestand)

    Baden-Württemberg auf Gesamtrang 6 – Platz 3 bei Digitalisierung

    Berlin – Baden-Württemberg belegt im INSM-Bildungsmonitor wie im Vorjahr Platz 6 und schafft im neuen Handlungsfeld Digitalisierung Platz 3. Die Vergleichsstudie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) im Auftrag der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM) bewertet anhand von insgesamt 98 Indikatoren in 13 Handlungsfeldern, inwieweit ein Bundesland Bildungsarmut reduziert, zur Fachkräftesicherung beiträgt und Wachstum fördert.

    Ausgewählte Ergebnisse INSM-Bildungsmonitor 2022

    Stärken weist Baden-Württemberg in den Handlungsfeldern Berufliche Bildung, Digitalisierung und Hochschule/MINT auf:

    • Die Absolventen der dualen Ausbildung haben die höchste Erfolgsquote aller Bundesländer.
    • Es werden sehr viele Digitalisierungspatente angemeldet. Das Land trägt überdurchschnittlich zur Nachwuchssicherung an IT-Experten und -Fachkräften bei.
    • Der MINT-Anteil an den Hochschulabsolventen ist vergleichsweise hoch.

    Verbesserungspotenzial besteht in Baden-Württemberg bei der Internationalisierung und der Förderinfrastruktur:

    • An den Berufsschulen werden sehr wenige junge Menschen in Fremdsprachen unterrichtet. Hier ist Baden-Württemberg Vorletzter.
    • Der geringste Anteil an Kindern besucht eine Kita-Ganztageseinrichtung.

    Bundesweite Herausforderungen für die Bildungspolitik

    Digitalisierung, Dekarbonisierung und der demografische Wandel führen bereits heute zu Fachkräfteengpässen in vielen Bereichen und dürften diese in den kommenden Jahren verschärfen. Besondere Bedarfe bestehen an digitalen Kompetenzen sowie an Menschen mit Ausbildung oder Studium in Informatik. Das aktuelle Fachkräfteangebot reicht nicht aus, die Bedarfe zu decken. Und der langfristige Ausblick ist düster: Aktuelle Ergebnisse zu ersten Vergleichstests nach den coronabedingten Schulschließungen zeigen, dass bundesweit die Kompetenzen von Grundschülerinnen und Grundschülern im Jahr 2021 im Vergleich zu 2016 in Mathematik und Lesen deutlich gesunken sind und die sozialen Ungleichheiten deutlich zugenommen haben. Auch für die kommenden Ergebnisse der Sekundarschüler sind Kompetenzeinbußen zu erwarten. Die individuelle Förderung der jungen Menschen wird erschwert: eigene Berechnungen zur Lehrkräfteverfügbarkeit ergeben zunehmende bundesweite Engpässe an Lehrkräften in den kommenden Jahren.

    Handlungsempfehlungen

    Auf Basis von Vergleichsarbeiten sollten bundesweit gezielte Förderprogramme in Mathematik und Lesen umgesetzt werden. Dazu ist eine hochwertige Förderinfrastruktur an Schulen zur nachhaltigen Verbesserung der Bildungschancen weiter aufzubauen (Ganztagsschulen, multiprofessionelle Teams). Die Digitalisierung sollte weiter vorangebracht werden, sowohl in der Ausstattung der Schulen als Lernort selbst als auch durch eine Ausweitung des Schulfachs Informatik.

    Stärken:

    Berufliche Bildung (BM 2022: 3. Platz): Mit 93,6 Prozent erreichte Baden-Württemberg im Jahr 2020 die höchste Erfolgsquote bei den Abschlussprüfungen der dualen Ausbildung aller Bundesländer (Bundesdurchschnitt bei 89,6 Prozent). Das Stellenangebot an betrieblichen Ausbildungsplätzen in Relation zur Größe der jungen Bevölkerung lag zudem mit 67,9 Prozent etwas oberhalb des Bundesdurchschnitts (67,4 Prozent). Außerdem fiel die Quote der unversorgten Bewerber mit 6,8 Prozent geringer aus als im Bundesdurchschnitt (8,5 Prozent). Der Anteil der erfolgreichen Fortbildungsteilnehmer unter der Bevölkerung im Alter von 25 bis 40 war am dritthöchsten in Deutschland.

    Digitalisierung (BM 2022: 3. Platz): Baden-Württemberg schneidet vor allem im Bereich der Digitalisierungsforschung besonders gut ab. Mit 74 Digitalisierungspatenten im Jahr 2018 pro 100.000 Beschäftigten erreichte Baden-Württemberg den besten Wert aller Bundesländer. Auch die Ausbildungsleistung im IT-Bereich fällt in Baden-Württemberg überdurchschnittlich aus. Die Anzahl der neuen betrieblichen Ausbildungsverträge im IT-Bereich pro 100.000 Erwerbstätige fällt mit 45,4 höher aus als im bundesdeutschen Durchschnitt (43,6). Gleiches gilt auch für die Anzahl der IT-Hochschulabsolventen pro 100.000 Erwerbstätige (Baden-Württemberg: 103; Bundesdurchschnitt: 69,5). Weiterhin gehört Baden-Württemberg zu den Ländern, in denen schon relativ häufig täglich digitale Medien im Schulunterricht eingesetzt werden. Unterdurchschnittlich schneidet Baden-Württemberg jedoch bei der Verfügbarkeit von schnellem WLAN an den Schulen ab.

    Hochschule und MINT (BM 2022: 4. Platz): Im Jahr 2020 lebten 1,618 Millionen Akademiker im erwerbsfähigen Alter in Baden-Württemberg. An den Hochschulen in Baden-Württemberg erreichten im selben Jahr gut 75.400 Studenten einen Hochschulabschluss – eine Ersatzquote von 4,7 Prozent, die über dem Bundesdurchschnitt von 4,3 Prozent liegt. Weiterhin weist Baden-Württemberg gemessen an der 18- bis 20-jährigen Bevölkerung relativ viele Studien-anfänger in dualen Studiengängen auf. Baden-Württemberg erreicht hier den drittbesten Wert aller Bundesländer. Den zweitbesten Wert erzielt Baden-Württemberg beim Anteil der Absolventen in den Ingenieurwissenschaften an allen Hochschulabsolventen. Baden-Württemberg erreicht bei diesem Indikator einen Wert von 21,1 Prozent und liegt damit über dem Bundesdurchschnitt von 17,9 Prozent. Der Anteil der Absolventen in Mathematik und Naturwissenschaften an allen Hochschulabsolventen fällt ebenfalls überdurchschnittlich aus. Gemessen am sehr hohen FuE-Personal im Bundesland bildete Baden-Württemberg im Jahr 2020 jedoch relativ wenige MINT-Akademiker aus (Baden-Württemberg: 10,4 Prozent; Durchschnitt: 12,7 Prozent).

    Potenziale:

    Internationalisierung (BM 2022: 16. Platz): Der Anteil der Berufsschüler in Baden-Württemberg, die im Jahr 2020 in Fremdsprachen unterrichtet wurden, war mit 20,8 Prozent der zweitniedrigste Wert aller Bundesländer (Bundesdurchschnitt: 34,8 Prozent). Auch bei dem Anteil der Grundschüler mit Fremdsprachenunterricht wies Baden-Württemberg einen unterdurchschnittlichen Wert auf (Baden-Württemberg: 48,8 Prozent; Bundesdurchschnitt: 60,9 Prozent). Der Anteil der Bildungsausländer an allen Studierenden ist mit 9,9 Prozent ebenso geringer als im Bundesdurchschnitt (11,4 Prozent).

    Förderinfrastruktur (BM 2022: 14. Platz): Der Anteil der Kinder im Alter zwischen drei und sechs Jahren in einer Ganztagsbetreuung war im Jahr 2021 in Baden-Württemberg mit 24,3 Prozent der niedrigste Wert in ganz Deutschland (Bundesdurchschnitt: 47 Prozent). Ebenfalls geringer als im Bundesdurchschnitt war der Anteil des hochqualifizierten Personals am Gesamtpersonal in Kindertageseinrichtungen (Baden-Württemberg: 6,7 Prozent; Bundesdurchschnitt: 7,3 Prozent). Bei der Quote von Ganztagsschülern im Grundschulbereich erreicht Baden-Württemberg im Jahr 2020 mit 41,3 Prozent ebenfalls einen unterdurchschnittlichen Wert (Bundesdurchschnitt: 46,3 Prozent). Unterdurchschnittlich fiel mit 39,0 Prozent auch der Anteil der Schüler an Ganztagsschulen im Sekundarbereich I aus (Bundesdurchschnitt von 47,4 Prozent).

    Das vollständige Profil als PDF-Download

    Hier finden Sie alle Informationen über Baden-Württemberg. Laden Sie das komplette Profil und eine Tabelle mit allen Indikatoren und Vergleichswerten herunter.

    Das Profil von Baden-Württemberg im Bildungsmonitor 2011 der INSM
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