Der INSM-Bildungsmonitor 2021

Schleswig-Holstein Platz 11

  • Gesamtranking (Bestand)

    Schleswig-Holstein liegt erneut auf Rang 11

    Berlin – Schleswig-Holstein rangiert im INSM-Bildungsmonitor 2021 auf Rang 11 der 16 Bundesländer. Die Vergleichsstudie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) im Auftrag der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM) bewertet anhand von insgesamt 93 Indikatoren in 12 Handlungsfeldern, inwieweit ein Bundesland Bildungsarmut reduziert, zur Fachkräftesicherung beiträgt und Wachstum fördert.

    Ausgewählte Ergebnisse INSM-Bildungsmonitor 2021:

    Stärken weist Schleswig-Holstein in den Feldern Zeiteffizienz und Bildungsarmut auf:

    • Nur wenige Kinder werden verspätet eingeschult, nur wenige Schüler wiederholen eine Klasse.
    • Die Erfolgsquote im Berufsvorbereitungsjahr ist vergleichsweise hoch.

    Verbesserungspotenzial besteht in den Feldern Förderinfrastruktur, Hochschule/MINT, Integration und Forschungsorientierung:

    • In Kitas und in der Schule besuchen wenige Kinder Ganztagseinrichtungen.
    • Relativ zur akademischen Wohnbevölkerung gibt es wenige Hochschulabsolventen.
    • Ein hoher Anteil ausländischer Schulabsolventen erreicht keinen Abschluss.
    • Gemessen an der Wirtschaftskraft sind wenige Forscher im Land tätig. Die eingeworbenen Drittmittel je Professor sind niedrig.

    Neben den 12 Handlungsfeldern bewertet der Bildungsmonitor qualitativ auf Basis von Indikatoren die Digitalisierung. Schleswig-Holstein weist eine durchschnittliche Bewertung bei der Digitalisierung auf. Stärken bestehen bei der Verfügbarkeit von Breitband und dem Zugang zur Weiterbildung an Schulen, Nachholbedarf besteht vor allem bei der IT-Ausbildung an Hochschulen und der Forschung gemessen durch Digitalisierungspatente.

    Ausblick Corona

    Insgesamt gibt es Fortschritte bei der Digitalisierung an Schulen. Durch Corona bleiben aber im Ausblick wie in allen Bundesländern sehr große Herausforderungen im Bildungssystem, die sich in den kommenden Jahren bei der Bewertung der Handlungsfelder negativ auswirken dürften. Aufgrund der Bundesnotbremse waren die Landkreise in Schleswig-Holstein nicht von Schulschließungen im Frühjahr 2021 betroffen. Eine Befragung von Lehrkräften zeigt, dass diese bundesweit fast zur Hälfte gravierende Lernrückstände bei über der Hälfte der Schülerinnen und Schüler feststellen. Eine Befragung von Lehrkräften zeigt, dass diese bundesweit fast zur Hälfte gravierende Lernrückstände bei über der Hälfte der Schülerinnen und Schüler feststellen. Die Eltern waren einer Befragung zufolge in Schleswig-Holstein alles in allem in größerem Maße als der Bundesdurchschnitt mit den Lernangeboten im Schuljahr 2020/2021 zufrieden. Im Ausbildungsjahr 2020/2021 verbesserte sich die Relation zwischen Ausbildungsstellenangebot und -nachfrage. An den Hochschulen ging die Anzahl der Studienanfänger im Studienjahr 2020 im Vergleich zum Vorjahr nicht zurück.

    Handlungsempfehlungen

    Auf Basis von Vergleichsarbeiten sollten gezielte Förderprogramme zur Schließung der Lernlücken umgesetzt werden. Dazu ist eine hochwertige Förderinfrastruktur an Schulen zur nachhaltigen Verbesserung der Bildungschancen weiter aufzubauen (Ganztagsschulen, multiprofessionelle Teams) und die Digitalisierung der Schulen weiter voranzubringen.

    Stärken:

    Zeiteffizienz (BM 2021: 2. Platz): Bei der Umsetzung des Bologna-Prozesses ist das Land relativ weit vorangekommen. Auch die Wiederholerquoten waren im Jahr 2019 in Schleswig-Holstein geringer als in den meisten anderen Bundesländern. An den Grundschulen lag sie bei 0,3 und im Bundesdurchschnitt bei 0,5 Prozent. Die Wiederholerquote in der Sekundarstufe I betrug 1,4 Prozent und im Bundesdurchschnitt 2,6 Prozent. Zudem wurden nur sehr wenige Kinder verspätet eingeschult.

    Bildungsarmut (BM 2021: 4. Platz): In der letzten Kompetenzerhebungen (IQB) von Neuntklässlern war die Risikogruppe im Fach Lesen vergleichsweise gering, in Mathematik und in den Naturwissenschaften fiel die Risikogruppe höher aus. Zudem war die Absolventenquote des Berufsvorbereitungsjahres mit 71,4 Prozent im Jahr 2019 deutlich höher aus als im gesamtdeutschen Durchschnitt (54,5 Prozent). Der Anteil der Schulabgänger ohne Abschluss fiel jedoch mit 9,2 Prozent in Schleswig-Holstein schlechter aus als im bundesdeutschen Durchschnitt (6,6 Prozent).

    Potenziale:

    Förderinfrastruktur (BM 2021: 16. Platz): Bei den drei- bis sechsjährigen Kindern lag die Ganztagsquote in Schleswig-Holstein im Jahr 2020 mit 37,2 Prozent unterhalb des Bundesdurchschnitts von 47,6 Prozent. Deutlich unterdurchschnittlich war auch die Ganztagsquote bei den Grundschülern und den Schülern aus der Sekundarstufe I. Im Jahr 2019 betrug der Anteil 22 Prozent bzw. 30,8 Prozent (Bundesdurchschnitt: 47 bzw. 47,9 Prozent). Darüber hinaus fällt der Anteil der Akademiker am Kita-Personal in Schleswig-Holstein unterdurchschnittlich aus und der Anteil der Ungelernten am gesamten Kita-Personal ist in Schleswig-Holstein im Jahr 2020 mit 2,9 Prozent etwas höher als der Bundesdurchschnitt mit 2,2 Prozent.

    Hochschule und MINT (BM 2021: 15. Platz): In Relation zur Zahl der Schulabsolventen aus Schleswig-Holstein, die ein Studium in einem anderen Bundesland aufnehmen, zieht Schleswig-Holstein die wenigsten Studienanfänger aus anderen Bundesländern an. Daher war die Relation der Studienabsolventen an der akademischen Bevölkerung im erwerbsfähigen Alter im Jahr 2019 auch der zweitgeringste in ganz Deutschland. Die Akademikerersatzquote betrug 3,4 Prozent (Bundesdurchschnitt: 4,8 Prozent). Mit 4,9 Prozent fiel die Relation der Absolventen in den Ingenieurwissenschaften zu den sozialversicherungspflichtig beschäftigten Ingenieuren auch unterdurchschnittlich aus (Bundesdurchschnitt: 6 Prozent). Zudem war der MINT-Anteil am wissenschaftlich-künstlerischen Personal an den Hochschulen der zweitniedrigste von allen Bundesländern (Schleswig-Holstein: 26,6 Prozent; Bundesdurchschnitt: 34,3 Prozent).

    Integration (BM 2021: 15. Platz): Im Jahr 2019 erlangten mit 4,9 Prozent unterdurchschnittlich viele Jugendliche mit einer ausländischen Staatsangehörigkeit an beruflichen Schulen die Studienberechtigung (Bundesdurchschnitt: 6,6 Prozent). Die Studienberechtigtenquote von ausländischen Jugendlichen an allgemeinbildenden Schulen fiel ebenfalls unterdurchschnittlich aus. Im Jahr 2019 betrug diese in Schleswig-Holstein 6,5 Prozent und im Durchschnitt aller Bundesländer 9,2 Prozent. Zudem erreichten im Jahr 2019 in Schleswig-Holstein 25,7 Prozent der ausländischen Schulabsolventen keinen Abschluss (Bundesdurchschnitt: 17,6 Prozent).

    Forschungsorientierung (BM 2021: 14. Platz): Schleswig-Holstein weist den schlechtesten Wert aller Bundesländer bei der Anzahl an Forschern an Hochschulen in Relation zum BIP in Milliarden Euro auf (Schleswig-Holstein: 32,4; Bundesdurchschnitt: 43,8). Das Volumen der eingeworbenen Drittmittel lag im Jahr 2018 gemessen an der Anzahl der Professoren mit 101.800 Euro ebenfalls deutlich unter dem Bundesdurchschnitt (156.700 Euro). Schleswig-Holstein nimmt auch hier den letzten Platz aller Bundesländer ein. Zudem fiel die Promotionsquote in Schleswig-Holstein im Jahr 2019 unterdurchschnittlich aus (Schleswig-Holstein: 5,3 Prozent; Bundesdurchschnitt: 5,6 Prozent).

    Das vollständige Profil als PDF-Download

    Hier finden Sie alle Informationen über Schleswig-Holstein. Laden Sie das komplette Profil und eine Tabelle mit allen Indikatoren und Vergleichswerten herunter.

    Das Profil von Schleswig-Holstein im Bildungsmonitor 2011 der INSM
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