Der INSM-Bildungsmonitor 2021

Niedersachsen Platz 8

  • Gesamtranking (Bestand)

    Niedersachsen erneut auf Platz 8 - Durchschnitt bei Digitalisierung

    Berlin – Niedersachsen rangiert im INSM-Bildungsmonitor 2021 wie im Vorjahr auf Platz 8 der 16 Bundesländer. Die Vergleichsstudie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) im Auftrag der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM) bewertet anhand von insgesamt 93 Indikatoren in 12 Handlungsfeldern, inwieweit ein Bundesland Bildungsarmut reduziert, zur Fachkräftesicherung beiträgt und Wachstum fördert.

    Ausgewählte Ergebnisse INSM-Bildungsmonitor 2021

    Niedersachsen weist bei Integration, Zeiteffizienz und Forschungsorientierung Stärken auf:

    • Der Zusammenhang zwischen sozialer Herkunft und den Kompetenzen der Schüler in Mathematik ist im Vergleich zu anderen Bundesländern gering.
    • Das Durchschnittsalter der Erstabsolventen von Hochschulen ist niedriger als im Bundesdurchschnitt.
    • Die eingeworbenen Drittmittel je Hochschulprofessor liegen über dem Bundesdurchschnitt.

    Verbesserungspotenzial besteht in Niedersachsen vor allem bei der Internationalisierung, in den Handlungsfeldern Hochschule/MINT und Förderinfrastruktur:

    • Der Anteil der Bildungsausländer an den Studierenden ist niedrig.
    • Gemessen an den erwerbstätigen Ingenieuren werden wenige Ingenieure an den Hochschulen ausgebildet.
    • In den Kitas besuchen relativ wenige Kinder eine Ganztagseinrichtung.

    Neben den 12 Handlungsfeldern bewertet der Bildungsmonitor qualitativ auf Basis von Indikatoren die Digitalisierung. Niedersachsen weist bei der Digitalisierung ein durchschnittliches Ergebnis auf und liegt bei der Verfügbarkeit von Breitband an Schulen, dem Zugang zur Weiterbildung der Lehrkräfte, der IT-Ausbildung und der Forschung gemessen an Digitalisierungspatenten nah am Bundesdurchschnitt.

    Ausblick Corona

    Insgesamt gibt es Fortschritte bei der Digitalisierung an Schulen. Durch Corona bleiben aber im Ausblick wie in allen Bundesländern sehr große Herausforderungen im Bildungssystem, die sich in den kommenden Jahren bei der Bewertung der Handlungsfelder negativ auswirken dürften. Aufgrund der Bundesnotbremse waren die Landkreise in Niedersachsen kaum von Schulschließungen ab Mitte April 2021 betroffen. Eine Befragung von Lehrkräften zeigt, dass diese bundesweit fast zur Hälfte gravierende Lernrückstände bei über der Hälfte der Schülerinnen und Schüler feststellen. Die Eltern in Niedersachsen waren einer Befragung zufolge alles in allem in höherem Maße als der Bundesdurchschnitt mit den Lernangeboten im Schuljahr 2020/2021 zufrieden. Im Ausbildungsjahr 2020/2021 verbesserte sich die Relation zwischen Ausbildungsstellenangebot und -nachfrage. An den Hochschulen ging die Anzahl der Studienanfänger im Studienjahr 2020 im Vergleich zum Vorjahr jedoch vor allem durch den fehlenden Abiturjahrgang stärker als im Bundesdurchschnitt zurück.

    Handlungsempfehlungen

    Auf Basis von Vergleichsarbeiten sollten gezielte Förderprogramme zur Schließung der Lernlücken umgesetzt werden. Dazu ist eine hochwertige Förderinfrastruktur an Schulen zur nachhaltigen Verbesserung der Bildungschancen weiter aufzubauen (Ganztagsschulen, multiprofessionelle Teams) und die Digitalisierung der Schulen weiter voranzubringen.

    Stärken:

    Integration (BM 2021: 6. Platz): Bei den IQB-Tests zu den Bildungsstandards in Mathematik wies Niedersachsen im Vergleich zu den anderen Bundesländern einen positiv zu bewertenden geringeren Zusammenhang zwischen sozialer Herkunft und Bildungserfolg auf. Etwas schlechter als der Bundesdurchschnitt schnitt das Land beim Anteil ausländischer Schulabgänger ohne Abschluss ab (Niedersachsen: 23,1 Prozent, Bundesdurchschnitt: 17,6 Prozent). Auch die Studienberechtigtenquoten von ausländischen Schülern fielen an den allgemeinbilden und an den berufsbildenden Schulen leicht unterdurchschnittlich aus.

    Zeiteffizienz (BM 2021: 7. Platz): Niedersachsen ist bezüglich der Umsetzung der Bologna-Ziele sehr weit fortgeschritten. Im Studienjahr 2019 waren bereits 78,4 Prozent aller Studienanfänger in Bachelorstudiengängen eingeschrieben (Bundesdurchschnitt: 71,2 Prozent). Nur in Bremen war der Umsetzungsprozess weiter vorangeschritten. Das Durchschnittsalter der Erstabsolventen fiel in Niedersachsen mit 25,6 Jahren etwas niedriger aus als im Bundesdurchschnitt (25,9 Jahre). Der Anteil der vorzeitig aufgelösten Ausbildungsverträge in Relation zu den Neuverträgen betrug in Niedersachsen im Jahr 2019 31,5 Prozent und lag damit etwas über dem Durchschnittswert von 30 Prozent. Die Wiederholerquoten an den Grundschulen und in der Sekundarstufe I fallen in Niedersachsen durchschnittlich bzw. leicht besser als der Durchschnitt aus.

    Forschungsorientierung (BM 2021: 7. Platz): Die eingeworbenen Drittmittel je Professor fielen in Niedersachsen mit 162.000 Euro überdurchschnittlich aus (Bundesdurchschnitt: 156.700 Euro). Auch bei den Forschungsausgaben je Forscher an Hochschulen erzielte Niedersachsen ein überdurchschnittliches Ergebnis (Niedersachsen: 127.700 Euro; Bundesdurchschnitt: 125.000 Euro). Bei der Habilitations- und Promotionsquote schnitt Niedersachsen durchschnittlich ab.

    Potenziale:

    Internationalisierung (BM 2021: 15. Platz): Bei den meisten Indikatoren des Handlungsfelds schneidet Niedersachsen unterdurchschnittlich ab. Das galt im Jahr 2019 unter anderem für den Anteil der Grundschüler mit Fremdsprachenunterricht, der mit 50,5 Prozent geringer ausfiel als im Bundesdurchschnitt (61,2 Prozent). Der Anteil der Berufsschüler mit Fremdsprachenunterricht war dagegen leicht überdurchschnittlich. Der Anteil der Bildungsausländer an allen Studierenden fiel im Jahr 2019 mit 9,7 Prozent wiederum geringer aus als im gesamtdeutschen Durchschnitt (11,4 Prozent).

    Hochschule und MINT (BM 2021: 12. Platz): Gemessen am Anteil der akademischen Bevölkerung im erwerbsfähigen Alter lag die Zahl der Hochschulabsolventen im Jahr 2019 mit 4,7 Prozent etwas unter dem Bundesdurchschnitt von 4,8 Prozent. Ebenfalls unter dem Bundesdurchschnitt lag die Ingenieurersatzquote. So kamen auf 100 sozialversicherungspflichtig beschäftigte Ingenieure nur 5,7 Absolventen eines ingenieurwissenschaftlichen Studiums (Bundesdurchschnitt: 6 Prozent). Mit 19,5 Prozent fiel der Anteil der Absolventen in Ingenieurwissenschaften an allen Hochschulabsolventen jedoch leicht überdurchschnittlich aus (Bundesdurchschnitt: 18,6 Prozent). Schließlich weist Niedersachsen im Vergleich zu vielen anderen Bundesländern weniger Anfänger in dualen Studiengängen auf.

    Förderinfrastruktur (BM 2021: 11. Platz): Der Anteil der drei- bis sechsjährigen Kinder mit einem Ganztags-Kita-Platz lag im Jahr 2020 mit 37,3 Prozent deutlich unter dem Bundesdurchschnitt von 47,6 Prozent. Unterdurchschnittlich schnitt Niedersachsen auch bei dem Anteil der Grundschüler mit einer Ganztagsbetreuung ab (Niedersachsen: 40,2 Prozent; Bundesdurchschnitt: 47 Prozent). Niedersachsen stellt jedoch zusätzliche Betreuungsangebote für diese Alterskohorte in Horten bereit. Bei den Ganztagsangeboten der Sekundarstufe I wies Niedersachsen im Jahr 2019 mit 64,4 Prozent jedoch einen überdurchschnittlichen Wert auf (Bundesdurchschnitt: 47,9 Prozent). Die Akademikerquote im Elementarbereich fiel im Jahr 2020 mit 5,1 Prozent wiederum unterdurchschnittlich aus (Bundesdurchschnitt: 7,3 Prozent).

    Das vollständige Profil als PDF-Download

    Hier finden Sie alle Informationen über Niedersachsen. Laden Sie das komplette Profil und eine Tabelle mit allen Indikatoren und Vergleichswerten herunter.

    Das Profil von Niedersachsen im Bildungsmonitor 2011 der INSM
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