Der INSM-Bildungsmonitor 2021

Mecklenburg-Vorpommern Platz 9

  • Gesamtranking (Bestand)

    Mecklenburg-Vorpommern verharrt auf Platz 9

    Berlin – Mecklenburg-Vorpommern bleibt im INSM-Bildungsmonitor 2021 auf Platz 9 der 16 Bundesländer. Die Vergleichsstudie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) im Auftrag der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM) bewertet anhand von insgesamt 93 Indikatoren in 12 Handlungsfeldern, inwieweit ein Bundesland Bildungsarmut reduziert, zur Fachkräftesicherung beiträgt und Wachstum fördert.

    Ausgewählte Ergebnisse INSM-Bildungsmonitor 2021

    Mecklenburg-Vorpommern weist in den Handlungsfeldern Integration, Förderinfrastruktur und berufliche Bildung Stärken auf:

    • Relativ viele ausländische Jugendliche erreichen das Abitur an allgemeinbildenden Schulen.
    • Es gibt relativ viele Ganztagsplätze an Kitas und in der Sekundarstufe 1.
    • Ausbildungsstellenangebot und der Anteil unversorgter Jugendlicher sind besser als im Bundesdurchschnitt.

    Verbesserungspotenzial besteht in Mecklenburg-Vorpommern in den Handlungsfeldern Zeiteffizienz, Inputeffizienz, Betreuungsbedingungen und Hochschule/MINT:

    • Ein hoher Anteil der Ausbildungsverträge wird vorzeitig aufgelöst.
    • Die Altersstruktur der Lehrer an allgemeinbildenden und beruflichen Schulen ist sehr unausgewogen.
    • In Kitas und beruflichen Vollzeitschulen sind die Betreuungsrelationen ungünstig.
    • Der Anteil des MINT-Personals am wissenschaftlichen Personal der Hochschulen ist gering.

    Neben den 12 Handlungsfeldern bewertet der Bildungsmonitor qualitativ auf Basis von Indikatoren die Digitalisierung. Mecklenburg-Vorpommern weist Schwächen bei der Digitalisierung auf, insbesondere bei Breitbandverfügbarkeit an Schulen, der Hochschul- und Berufsausbildung in den IT-Berufen sowie bei der Forschung. Gemessen an Digitalisierungspatenten ist Mecklenburg-Vorpommern hier schlechter als der Bundesdurchschnitt.

    Ausblick Corona

    Insgesamt gibt es Fortschritte bei der Digitalisierung an Schulen. Durch Corona bleiben aber im Ausblick wie in allen Bundesländern sehr große Herausforderungen im Bildungssystem, die sich in den kommenden Jahren bei der Bewertung der Handlungsfelder negativ auswirken dürften. Aufgrund der Bundesnotbremse waren die Landkreise in Mecklenburg-Vorpommern nicht von Schulschließungen ab Mitte April 2021 betroffen. Eine Befragung von Lehrkräften zeigt, dass diese bundesweit fast zur Hälfte gravierende Lernrückstände bei über der Hälfte der Schülerinnen und Schüler feststellen. Die Eltern waren einer Befragung zufolge in Mecklenburg-Vorpommern alles in allem in geringerem Maße als der Bundesdurchschnitt mit den Lernangeboten im Schuljahr 2020/2021 zufrieden. Im Ausbildungsjahr 2020/2021 verbesserte sich die Relation zwischen Ausbildungsstellenangebot und -nachfrage. An den Hochschulen ging die Anzahl der Studienanfänger im Studienjahr 2020 im Vergleich zum Vorjahr weniger stark als im Bundesdurchschnitt zurück.

    Handlungsempfehlungen

    Auf Basis von Vergleichsarbeiten sollten gezielte Förderprogramme zur Schließung der Lernlücken umgesetzt werden. Dazu ist eine hochwertige Förderinfrastruktur an Schulen zur nachhaltigen Verbesserung der Bildungschancen weiter aufzubauen (Ganztagsschulen, multiprofessionelle Teams) und die Digitalisierung der Schulen weiter voranzubringen.

    Stärken:

    Integration (BM 2021: 5. Platz): Bei den Tests zu den Bildungsstandards des IQB aus dem Jahr 2018 fiel in Mecklenburg-Vorpommern, verglichen mit den anderen Bundesländern, der Zusammenhang zwischen sozialer Herkunft und Bildungserfolg relativ gering und damit gut aus. Die Schulabbrecherquote unter den ausländischen Jugendlichen betrug dagegen im Jahr 2019 20,8 Prozent. Diese liegt oberhalb des bundesdeutschen Durchschnitts von 17,6 Prozent. Überdurchschnittlich schneidet Mecklenburg-Vorpommern jedoch wiederum bei der Studienberechtigtenquote von ausländischen Jugendlichen an allgemeinbildenden Schulen ab (Mecklenburg-Vorpommern: 10,6 Prozent; Bundesdurchschnitt: 9,2 Prozent).

    Förderinfrastruktur (BM 2021: 6. Platz): Der Anteil der drei- bis sechsjährigen Kinder mit einem Ganztags-KITA-Platz lag im Jahr 2020 mit 73 Prozent deutlich über dem Bundesdurchschnitt von 47,6 Prozent. Bei den Ganztagsangeboten der Sekundarstufe I wies Mecklenburg-Vorpommern im Jahr 2019 mit 74,6 Prozent den drittbesten Wert aller Bundesländer auf (Durchschnitt: 47,9 Prozent). Weiterhin zeichnet sich Mecklenburg-Vorpommern im Jahr 2020 durch einen relativ niedrigen Anteil an ungelernten Mitarbeitern (1,5 Prozent) im Elementarbereich aus (Bundesdurchschnitt: 2,2 Prozent). Im Gegenzug ist jedoch die Akademikerquote im Elementarbereich auch relativ gering.

    Berufliche Bildung (BM 2021: 7. Platz): Mit 65,6 Prozent lag die Ausbildungsstellenquote im Jahr 2020 über dem Bundesdurchschnitt von 63,1 Prozent. Zudem war der Anteil der unversorgten Bewerber in Mecklenburg-Vorpommern mit 8,1 Prozent geringer als im Bundesdurchschnitt (9,6 Prozent). Gleichzeitig fiel der Anteil der erfolgreichen Absolventen von beruflichen Vollzeitschulen im Jahr 2019 mit 93,9 Prozent sehr hoch aus (Bundesdurchschnitt: 80 Prozent). Bei dem Anteil der erfolgreichen Abschlussprüfungen an den Teilzeit-Berufsschulen schnitt Mecklenburg-Vorpommern jedoch unterdurchschnittlich ab.

    Potenziale:

    Zeiteffizienz (BM 2021: 15. Platz): Problematisch in Mecklenburg-Vorpommern ist, dass knapp 2.800 Ausbildungsverträge im Jahr 2019 vorzeitig aufgelöst (Wechsler und Abbruch) wurden. Gemessen an den knapp 7.900 neu abgeschlossenen Ausbildungsverträgen betrug die Quote 35,1 Prozent (Bundesdurchschnitt: 30 Prozent). Auch die Wiederholerquoten in den Grundschulen und in der Sekundarstufe I waren höher aus als im bundesdeutschen Durchschnitt. So betrug die Wiederholerquote in der Sekundarstufe I im Jahr 2019 in Mecklenburg-Vorpommern 3,7 Prozent und im Bundesdurchschnitt 2,6 Prozent.

    Inputeffizienz (BM 2021: 14. Platz): Im Handlungsfeld Inputeffizienz wird das negative Ergebnis vor allem durch die unausgewogene Altersstruktur der Lehrer bestimmt. An den allgemeinbildenden Schulen weist Mecklenburg-Vorpommern den drittschlechtesten Wert aller Bundesländer auf. Weiterhin war an den Hochschulen im Jahr 2019 der Anteil des wissenschaftlichen Personals am Gesamtpersonal geringer aus als im Bundesdurchschnitt (Mecklenburg-Vorpommern: 43,5 Prozent; Bundesdurchschnitt: 55,1 Prozent). Mecklenburg-Vorpommern erzielte hier den zweitschlechtesten Wert aller Bundesländer.

    Betreuungsbedingungen (BM 2021: 14. Platz): Die Betreuungsrelationen fallen in Mecklenburg-Vorpommern teilweise unterdurchschnittlich aus. So beträgt die Relation zwischen Kindern in Kindertageseinrichtungen ihren Betreuern in Mecklenburg-Vorpommern 8,7 und im Bundesdurchschnitt 5,8. Bei den beruflichen Vollzeitschulen weist Mecklenburg-Vorpommern bei der Schüler-Lehrer-Relation sogar den schlechtesten Wert aller Bundesländer auf (Mecklenburg-Vorpommern: 15,6; Bundesdurchschnitt: 13,2).

    Hochschule und MINT (BM 2021: 13. Platz): Im Jahr 2019 lag der Anteil der Ingenieure an allen Hochschulabsolventen in Mecklenburg-Vorpommern bei 11,3 Prozent (Bundesdurchschnitt: 18,6 Prozent). Beim Anteil der Absolventen in Mathematik und Naturwissenschaften wurde dagegen ein überdurchschnittlicher Anteil erreicht. Der Anteil der MINT-Wissenschaftler am wissenschaftlichen Personal ist der niedrigste Wert aller Bundesländer (Mecklenburg-Vorpommern: 26,2 Prozent; Bundesdurchschnitt: 34,3 Prozent).

    Das vollständige Profil als PDF-Download

    Hier finden Sie alle Informationen über Mecklenburg-Vorpommern. Laden Sie das komplette Profil und eine Tabelle mit allen Indikatoren und Vergleichswerten herunter.

    Das Profil von Mecklenburg-Vorpommern im Bildungsmonitor 2011 der INSM
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