Der INSM-Bildungsmonitor 2021

Hessen Platz 7

  • Gesamtranking (Bestand)

    Hessen im oberen Mittelfeld auf Rang 7 behauptet

    Berlin – Hessen belegt im INSM-Bildungsmonitor 2021 wie im Vorjahr Platz 7 der 16 Bundesländer. Die Vergleichsstudie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) im Auftrag der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM) bewertet anhand von insgesamt 93 Indikatoren in 12 Handlungsfeldern, inwieweit ein Bundesland Bildungsarmut reduziert, zur Fachkräftesicherung beiträgt und Wachstum fördert.

    Ausgewählte Ergebnisse INSM-Bildungsmonitor 2021

    Hessen weist in den Handlungsfeldern Integration, Förderinfrastruktur und Bildungsarmut Stärken auf:

    • In Hessen verlässt der niedrigste Anteil ausländischer Jugendlicher die Schule ohne Abschluss.
    • An den Kitas ist der Anteil des Personals mit akademischem Abschluss relativ hoch.
    • Die Schulabbrecherquote ist die niedrigste in Deutschland.

    Deutliches Verbesserungspotenzial besteht in Hessen vor allem in den Handlungsfeldern Internationalisierung, Schulqualität und Forschungsorientierung:

    • Der Anteil der Bildungsausländer unter den Studierenden ist gering.
    • Die durchschnittlichen Kompetenzen der Schülerinnen und Schüler liegen unter dem Bundesdurchschnitt.
    • Gemessen an der Wirtschaftskraft des Landes sind vergleichsweise wenige Forscher im Bundesland tätig.

    Neben den 12 Handlungsfeldern bewertet der Bildungsmonitor qualitativ auf Basis von Indikatoren die Digitalisierung. Hessen weist bei der Digitalisierung durchschnittliche Bewertungen auf – dies zum Beispiel bei der Verfügbarkeit von Breitband in Schulen oder der Ausbildung von IT-Kräften an Berufsschulen und Hochschulen.

    Ausblick Corona

    Insgesamt gibt es Fortschritte bei der Digitalisierung an Schulen. Durch Corona bleiben aber im Ausblick wie in allen Bundesländern sehr große Herausforderungen im Bildungssystem, die sich in den kommenden Jahren bei der Bewertung der Handlungsfelder negativ auswirken dürften. Aufgrund der Bundesnotbremse waren die Landkreise in Hessen in durchschnittlichem Maße von Schulschließungen im Frühjahr 2021 betroffen. Eine Befragung von Lehrkräften zeigt, dass diese bundesweit fast zur Hälfte gravierende Lernrückstände bei über der Hälfte der Schülerinnen und Schüler feststellen. Eine Befragung von Lehrkräften zeigt, dass diese bundesweit fast zur Hälfte gravierende Lernrückstände bei über der Hälfte der Schülerinnen und Schüler feststellen. Die Eltern waren einer Befragung zufolge in Hessen alles in allem in ähnlichem Maße wie der Bundesdurchschnitt mit den Lernangeboten im Schuljahr 2020/2021 zufrieden. Im Ausbildungsjahr 2020/2021 verbesserte sich die Relation zwischen Ausbildungsstellenangebot und -nachfrage. An den Hochschulen ging die Anzahl der Studienanfänger im Studienjahr 2020 im Vergleich zum Vorjahr ähnlich stark wie im Bundesdurchschnitt zurück.

    Handlungsempfehlungen

    Auf Basis von Vergleichsarbeiten sollten gezielte Förderprogramme zur Schließung der Lernlücken umgesetzt werden. Dazu ist eine hochwertige Förderinfrastruktur an Schulen zur nachhaltigen Verbesserung der Bildungschancen aufzubauen (Ganztagsschulen, multiprofessionelle Teams) und die Digitalisierung der Schulen weiter voranzubringen.

    Stärken:

    Integration (BM 2021: 3. Platz): Besser als der Bundesdurchschnitt schnitt Hessen beim Anteil der ausländischen Schulabgänger ohne Abschluss ab. Mit 11,3 Prozent wies Hessen den besten Wert aller Bundesländer auf (Bundesdurchschnitt: 17,6 Prozent). Außerdem fiel die Studienberechtigtenquote von ausländischen Schülern an berufsbildenden Schulen mit 12,5 Prozent höher aus als im Bundesdurchschnitt (6,6 Prozent). Hessen erreichte hier wiederum den Bestwert aller Bundesländer. Ein leicht unterdurchschnittliches Ergebnis erzielte Hessen jedoch bei der Studienberechtigtenquote von ausländischen Jugendlichen an allgemeinbildenenden Schulen (Hessen: 8,9 Prozent; Bundesdurchschnitt: 9,2 Prozent).

    Förderinfrastruktur (BM 2021: 5. Platz): 42 Prozent der hessischen Grundschüler besuchten im Jahr 2019 ganztags die Schule (Bundesdurchschnitt: 47 Prozent). Bei dem Anteil der Schüler in der Sekundarstufe I, die ganztags betreut werden, erreichte Hessen jedoch ein überdurchschnittliches Ergebnis (Hessen: 67,3 Prozent; Bundesdurchschnitt: 47,9 Prozent). Überdurchschnittlich schnitt Hessen weiterhin beim Anteil der ganztags betreuten Kinder im Alter zwischen drei und sechs Jahren ab (Hessen: 54,3 Prozent; Bundesdurchschnitt: 47,6 Prozent). Zudem überstieg in Hessen der Anteil des Personals mit einem akademischen Abschluss in den Kindertagesstätten im Jahr 2020 mit 12,9 Prozent den Durchschnittswert aller Bundesländer von 7,3 Prozent. Hessen erzielte hier den besten Wert aller Bundesländer.

    Bildungsarmut (BM 2021: 6. Platz): Hessen erzielte im Jahr 2019 mit einem Wert von 5,1 Prozent die geringste Schulabbrecherquote aller Bundesländer (Bundesdurchschnitt: 6,6 Prozent). Beim Anteil erfolgreicher Absolventen an den Abgängern aus dem Berufsvorbereitungsjahr schnitt Hessen mit 69,2 Prozent ebenfalls deutlich überdurchschnittlich ab (Bundesdurchschnitt: 54,5 Prozent). Bei den Überprüfungen der Bildungsstandards zeigte sich, dass in Hessen unter den Neuntklässlern relativ viele zur Risikogruppe zu zählen sind.

    Potenziale:

    Internationalisierung (BM 2021: 16. Platz): Relativ wenige Grundschüler wurden in Hessen im Jahr 2019 in Fremdsprachen unterrichtet. Mit 48,8 Prozent lag Hessen unter dem Bundesdurchschnitt von 61,2 Prozent. Der Anteil der Berufsschüler mit Fremdsprachenunterricht betrug 30,8 Prozent und fiel damit ebenfalls unterdurchschnittlich aus (Bundesdurchschnitt: 35,3 Prozent). Auch beim Anteil der Bildungsausländer an den Studierenden befindet sich Hessen unter dem Durchschnitt der Bundesländer (Hessen: 9,8 Prozent, Bundesdurchschnitt: 11,4 Prozent).

    Schulqualität (BM 2021: 13. Platz): In der letzten Kompetenzerhebung für die Neuntklässler aus dem Jahr 2018 erreicht Hessen in den Naturwissenschaften im Durchschnitt der Schülerinnen und Schüler unterdurchschnittliche Kompetenzen. Besser im Bundesländervergleich waren die Ergebnisse in Mathematik. Betrachtet man die durchschnittlichen Ergebnisse an Gymnasien zeigen sich im Bundesländervergleich vor allem in den Naturwissenschaften größere Verbesserungspotenziale.

    Forschungsorientierung (BM 2021: 13. Platz): Verbesserungsbedarf in Hessen besteht vor allem bei der Anzahl der Forscher an Hochschulen in Relation zum BIP im Milliarden Euro. Hessen nimmt hier den vorletzten Platz aller Bundesländer ein (Hessen: 34,9; Bundesdurchschnitt: 43,8). Unterdurchschnittlich schneidet Hessen auch bei der Habilitationsquote ab. Die Promotionsquote fiel ebenfalls leicht unterdurchschnittlich aus (Hessen: 5,2 Prozent; Bundesdurchschnitt: 5,6 Prozent). Die eingeworbenen Drittmittel je Professor liegen in Hessen wiederum unter dem bundesdeutschen Durchschnitt. Sie betrugen im Jahr 2018 in Hessen 140.200 Euro, während im Bundesdurchschnitt 156.700 Euro erzielt wurden. Mit 130.000 Euro erreicht Hessen jedoch bei den Forschungsausgaben pro Forscher im Jahr 2018 einen überdurchschnittlichen Wert (Bundesdurchschnitt: 125.000 Euro).

    Das vollständige Profil als PDF-Download

    Hier finden Sie alle Informationen über Hessen. Laden Sie das komplette Profil und eine Tabelle mit allen Indikatoren und Vergleichswerten herunter.

    Das Profil von Hessen im Bildungsmonitor 2011 der INSM
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