Der INSM-Bildungsmonitor 2021

Hamburg Platz 3

  • Gesamtranking (Bestand)

    Hamburg klettert auf Rang 3 - Stärken bei Digitalisierung

    Berlin – Hamburg klettert im INSM-Bildungsmonitor 2021 auf Platz 3 der 16 Bundesländer und erreicht die Spitzenplätze in den Bereichen Internationalisierung und Inputeffizienz. Die Vergleichsstudie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) im Auftrag der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM) bewertet anhand von 12 Handlungsfeldern, die insgesamt 93 Indikatoren umfassen, inwieweit ein Bundesland Bildungsarmut reduziert, zur Fachkräftesicherung beiträgt und Wachstum fördert.

    Ausgewählte Ergebnisse INSM-Bildungsmonitor 2021

    Hamburg weist in den Handlungsfeldern Internationalisierung, Inputeffizienz, Förderinfrastruktur, Zeiteffizienz und Berufliche Bildung Stärken auf:

    • Fast alle Grundschüler und viele Berufsschüler haben Fremdsprachenunterricht.
    • Die Sachausgaben an Schulen und Hochschulen sind relativ hoch.
    • Fast alle Grundschüler in Hamburg besuchen eine Ganztagseinrichtung.
    • Wenige Schüler wiederholen eine Klasse in der Sekundarstufe 1.
    • Das Ausbildungsstellenangebot ist hoch, und die Erfolgsquote in der dualen Ausbildung ist hoch.

    Verbesserungspotenzial besteht in Hamburg vor allem bei Schulqualität und Bildungsarmut:

    • Die durchschnittlichen Kompetenzen der Schüler in Naturwissenschaften sind vergleichsweise gering.
    • Viele Schüler erreichen nicht die Mindeststandards in Naturwissenschaften, Mathematik und Lesen. Es gab aber in den letzten Jahren große Fortschritte.

    Neben den 12 Handlungsfeldern bewertet der Bildungsmonitor qualitativ auf Basis von Indikatoren die Digitalisierung. Hamburg weist Stärken bei der Digitalisierung auf. Insbesondere bei der Breitband-Verfügbarkeit und dem Zugang zur Weiterbildung von Lehrkräften an Schulen sowie der Berufsausbildung in den IT-Berufen ist Hamburg deutlich besser als der Bundesdurchschnitt.

    Ausblick Corona

    Insgesamt gibt es Fortschritte bei der Digitalisierung an Schulen. Durch Corona bleiben aber im Ausblick wie in allen Bundesländern sehr große Herausforderungen im Bildungssystem, die sich in den kommenden Jahren bei der Bewertung der Handlungsfelder negativ auswirken dürften. Aufgrund der Bundesnotbremse war Hamburg nicht von Schulschließungen ab Mitte April 2021 betroffen. Eine Befragung von Lehrkräften zeigt, dass diese bundesweit fast zur Hälfte gravierende Lernrückstände bei über der Hälfte der Schülerinnen und Schüler feststellen. Die Eltern in Hamburg waren einer Befragung zufolge alles in allem in größerem Maße als der Bundesdurchschnitt mit den Lernangeboten im Schuljahr 2020/2021 zufrieden. Im Ausbildungsjahr 2020/2021 verbesserte sich die Relation zwischen Ausbildungsstellenangebot und -nachfrage. An den Hochschulen ging die Anzahl der Studienanfänger im Studienjahr 2020 im Vergleich zum Vorjahr weniger stark als im Bundesdurchschnitt zurück.

    Handlungsempfehlungen

    Auf Basis von Vergleichsarbeiten sollten gezielte Förderprogramme zur Schließung der Lernlücken umgesetzt werden. Dazu ist eine hochwertige Förderinfrastruktur an Schulen zur nachhaltigen Verbesserung der Bildungschancen aufzubauen (Ganztagsschulen, multiprofessionelle Teams) und die Digitalisierung der Schulen weiter voranzubringen.

    Stärken:

    Internationalisierung (BM 2021: 1. Platz): Fast alle Grundschüler in Hamburg (99 Prozent) wurden im Jahr 2019 in Fremdsprachen unterrichtet (Bundesdurchschnitt: 61,2 Prozent). Der Anteil der Berufsschüler mit Fremdsprachenunterricht betrug im Jahr 2019 in der Hansestadt 90,4 Prozent und fiel damit ebenfalls ausgesprochen hoch aus (Bundesdurchschnitt: 35,3 Prozent). Etwas unterdurchschnittlich fällt der Anteil der Bildungsausländer an allen Studierenden der Hamburger Hochschulen aus (Hamburg: 9,8 Prozent; Bundesdurchschnitt: 11,4 Prozent).

    Inputeffizienz (BM 2021: 1. Platz): Hamburg weist an den Schulen sehr hohe Sachausgaben relativ zu den Gesamtausgaben auf. Weiterhin betrug die Relation der Sachausgaben zu den Personalausgaben an den Hochschulen 55,4 Prozent und im Bundesdurchschnitt nur 41,7 Prozent. Hamburg erzielte hier den zweitbesten Wert aller Bundesländer. Weiterhin verließen weniger Lehrkräfte die Schulen vorzeitig wegen Dienstunfähigkeit als im Durchschnitt über alle Bundesländer.

    Förderinfrastruktur (BM 2021: 2. Platz): 98,4 Prozent der Hamburger Grundschüler lernten im Jahr 2019 an einer offenen oder gebundenen Ganztagsschule – im Bundesdurchschnitt sind es gerade einmal 47 Prozent. Damit steht Hamburg an der Spitze aller Bundesländer. Gleiches gilt für den Anteil der Schüler in der Sekundarstufe I, die ganztags betreut werden. Hier erreichte Hamburg einen Wert von 97,7 Prozent, der Durchschnitt liegt bei 47,9 Prozent. Zudem fiel der Anteil der drei- bis sechsjährigen Kinder, die sich in einer Ganztagsbetreuung befinden, in Hamburg leicht überdurchschnittlich aus. Weiterhin überstieg in Hamburg im Jahr 2020 der Anteil des Personals mit einem akademischen Abschluss in den Kindertagesstätten mit 11,9 Prozent den Durchschnittswert aller Bundesländer von 7,3 Prozent.

    Zeiteffizienz (BM 2021: 3. Platz): Hamburg schneidet bei den Wiederholerquoten in der Grundschule und in der Sekundarstufe I besser ab als der Durchschnitt aller Bundesländer. In der Sekundarstufe I erzielte Hamburg im Jahr 2019 mit 0,5 Prozent sogar den Bestwert aller Bundesländer (Bundesdurchschnitt: 2,6 Prozent). Weiterhin werden relativ wenige Kinder verspätet eingeschult.

    Berufliche Bildung (BM 2021: 4. Platz): In Hamburg ist das Angebot an Ausbildungsstellen relativ hoch. Mit 71,1 Prozent lag die Ausbildungsstellenquote im Jahr 2020 deutlich über dem Bundesdurchschnitt von 63,1 Prozent. Die Quote der Unversorgten fiel in Hamburg jedoch schlechter aus als im Bundesdurchschnitt (Hamburg: 13 Prozent; Bundesdurchschnitt: 9,6 Prozent). Gleichzeitig war die Erfolgsquote der Berufsschüler in der dualen Ausbildung in Hamburg im Jahr 2019 mit 92 Prozent sehr hoch (Bundesdurchschnitt: 90,5 Prozent). Zudem ist auch der Anteil der erfolgreichen Absolventen an Berufsfachschulen, Fachoberschulen und Fachschulen in Hamburg mit 92,9 Prozent höher als im Bundesdurchschnitt (80 Prozent).

    Potenziale:

    Schulqualität (BM 2021: 14. Platz): In der letzten Kompetenzerhebung für die Neuntklässler aus dem Jahr 2018 erreicht Hamburg in den Naturwissenschaften den vorletzten Platz. Etwas besser im Bundesländervergleich waren die Ergebnisse in Mathematik.

    Bildungsarmut (BM 2021: 13. Platz): Bei der Überprüfung der Bildungsstandards in den Naturwissenschaften für Neuntklässler erreichten 12,1 Prozent der Hamburger Schüler im Jahr 2018 nicht den Mindeststandard (Bundesdurchschnitt: 9,2 Prozent). Auch in Mathematik und im Lesen weist Hamburg überdurchschnittlich hohe Risikogruppen auf. Allerdings mussten in Hamburg weniger Schüler die Schule ohne Abschluss verlassen als in anderen Bundesländern (Hamburg: 5,9 Prozent; Bundesdurchschnitt: 6,6 Prozent). Der Anteil der erfolgreichen Absolventen an allen Abgängern eines Berufsvorbereitungsjahrs fiel im Jahr 2019 mit 64,3 Prozent ebenfalls besser aus als im Bundesdurchschnitt (54,5 Prozent).

    Das vollständige Profil als PDF-Download

    Hier finden Sie alle Informationen über Hamburg. Laden Sie das komplette Profil und eine Tabelle mit allen Indikatoren und Vergleichswerten herunter.

    Das Profil von Hamburg im Bildungsmonitor 2011 der INSM
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