Der INSM-Bildungsmonitor 2021

Brandenburg Platz 15

  • Gesamtranking (Bestand)

    Brandenburg rutscht auf Platz 15 - Schwächen bei Digitalisierung

    Berlin – Brandenburg ist im INSM-Bildungsmonitor 2021 auf den vorletzten Platz gerutscht. Die Vergleichsstudie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) im Auftrag der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM) bewertet anhand von insgesamt 93 Indikatoren in 12 Handlungsfeldern, inwieweit ein Bundesland Bildungsarmut reduziert, zur Fachkräftesicherung beiträgt und Wachstum fördert.

    Ausgewählte Ergebnisse INSM-Bildungsmonitor 2021

    Brandenburg hat Stärken in den Handlungsfeldern Integration, Internationalisierung und Bildungsarmut:

    • Der Zusammenhang zwischen sozialer Herkunft und Bildungserfolg ist gering.
    • Viele Berufsschüler werden in Fremdsprachen unterrichtet.
    • Vergleichsweise viele Schüler erreichen in Kompetenztests die Mindeststandards.

    Deutliches Verbesserungspotenzial besteht in Brandenburg vor allem bei der Forschungsorientierung sowie in den Bereichen Hochschule/MINT, Zeiteffizienz und berufliche Bildung:

    • Vergleichsweise wenige Habilitationen werden abgeschlossen.
    • Gemessen an der Anzahl der in Brandenburg lebenden Akademiker ist die Anzahl der Hochschulabsolventen niedrig.
    • Die Erfolgsquote in den Abschlussprüfungen der dualen Ausbildung ist sehr niedrig.
    • Viele Grundschüler werden verspätet eingeschult. Der Anteil vorzeitig abgebrochener Ausbildungsverträge ist hoch.

    Neben den 12 Handlungsfeldern bewertet der Bildungsmonitor qualitativ auf Basis von Indikatoren die Digitalisierung. Brandenburg weist Schwächen auf, die Verfügbarkeit von Breitband an Schulen ist gering, ebenso unterdurchschnittlich ist der Zugang zu Weiterbildung der Lehrkräfte, die IT-Ausbildung an Berufsschulen und Hochschulen und die Forschung gemessen anhand von Digitalisierungspatenten.

    Ausblick Corona

    Insgesamt gibt es Fortschritte bei der Digitalisierung an Schulen. Durch Corona bleiben aber im Ausblick wie in allen Bundesländern sehr große Herausforderungen im Bildungssystem, die sich in den kommenden Jahren bei der Bewertung der Handlungsfelder negativ auswirken dürften. Aufgrund der Bundesnotbremse waren die Landkreise in Brandenburg kaum von Schulschließungen im Frühjahr 2021 betroffen. Eine Befragung von Lehrkräften zeigt, dass diese bundesweit fast zur Hälfte gravierende Lernrückstände bei über der Hälfte der Schülerinnen und Schüler feststellen. Die Eltern waren einer Befragung zufolge alles in allem in Brandenburg in geringerem Maße als der Bundesdurchschnitt mit den Lernangeboten im Schuljahr 2020/2021 zufrieden. Im Ausbildungsjahr 2020/2021 verbesserte sich die Relation zwischen Ausbildungsstellenangebot und -nachfrage. An den Hochschulen ging die Anzahl der Studienanfänger im Studienjahr 2020 im Vergleich zum Vorjahr weniger stark als im Bundesdurchschnitt zurück.

    Handlungsempfehlungen

    Auf Basis von Vergleichsarbeiten sollten gezielte Förderprogramme zur Schließung der Lernlücken umgesetzt werden. Dazu ist eine hochwertige Förderinfrastruktur an Schulen zur nachhaltigen Verbesserung der Bildungschancen weiter aufzubauen (Ganztagsschulen, multiprofessionelle Teams) und die Digitalisierung der Schulen weiter voranzubringen.

    Stärken:

    Integration (BM 2021: 2. Platz): Bei den Tests zu den Bildungsstandards des IQB aus dem Jahr 2018 fiel in Brandenburg verglichen mit den anderen Bundesländern der Zusammenhang zwischen sozialer Herkunft und Bildungserfolg relativ gering und damit gut aus. Darüber hinaus betrug die Schulabbrecherquote im Jahr 2019 unter den ausländischen Jugendlichen 16,1 Prozent. Diese liegt damit unterhalb des bundesdeutschen Durchschnitts von 17,6 Prozent.

    Internationalisierung (BM 2021: 3. Platz): Fast alle Berufsschüler in Brandenburg (96,4 Prozent) wurden im Jahr 2019 in Fremdsprachen unterrichtet. Damit erreicht Brandenburg den zweitbesten Wert aller Bundesländer (Bundesdurchschnitt: 35,3 Prozent). Dagegen wies Brandenburg bei den Grundschulen mit 51 Prozent einen unterdurchschnittlichen Anteil an Schülern mit Fremdsprachenunterricht auf (Bundesdurchschnitt: 61,2 Prozent). Der Anteil der Bildungsausländer an allen Studierenden fiel im Jahr 2019 mit 15,2 Prozent relativ hoch aus (Bundesdurchschnitt: 11,4 Prozent).

    Bildungsarmut (BM 2021: 4. Platz): Überdurchschnittlich schneidet Brandenburg bei der Vermeidung von Bildungsarmut ab. In verschiedenen Kompetenzerhebungen zählen in Brandenburg weniger Neuntklässler als im Durchschnitt der anderen Bundesländer in den Naturwissenschaften, in Mathematik und im Lesen zur Risikogruppe. Der Anteil der Schulabgänger ohne Abschluss war im Jahr 2019 mit 7,5 Prozent jedoch höher als im Bundesdurchschnitt (6,6 Prozent).

    Potenziale:

    Forschungsorientierung (BM 2021: 16. Platz): Brandenburg weist bei der Habilitations-quote den vorletzten Platz aller Bundesländer ein. Bei der Promotionsquote schneidet Brandenburg ebenfalls unterdurchschnittlich ab. 4,7 Prozent aller Abschlüsse an Hochschulen waren im Jahr 2019 Promotionen (Bundesdurchschnitt: 5,6 Prozent). Mit 107.000 Euro fallen auch die Forschungsausgaben pro Forscher im Jahr 2018 niedriger aus als im Bundesdurchschnitt (125.000 Euro). Die eingeworbenen Drittmittel je Professor liegen in Brandenburg mit 152.200 Euro ebenfalls unter dem bundesdeutschen Durchschnitt (156.700 Euro).

    Hochschule und MINT (BM 2021: 16. Platz): Im Jahr 2019 lebten rund 269.000 Akademiker im erwerbsfähigen Alter in Brandenburg. An den Hochschulen dieses Bundeslandes erreichten im selben Jahr knapp 8.600 Studenten einen Hochschulabschluss – eine Ersatzquote von 3,2 Prozent. Brandenburg erreicht hiermit den schlechtesten Wert aller Bundesländer (Bundesdurchschnitt: 4,8 Prozent). Gemessen am FuE-Personal im Bundesland bildete Brandenburg im Jahr 2019 ebenfalls unterdurchschnittlich viele MINT-Akademiker aus (Brandenburg: 9 Prozent; Bundesdurchschnitt: 14,3 Prozent).

    Zeiteffizienz (BM 2021: 16. Platz): In Brandenburg werden 17,4 Prozent der Kinder verspätet eingeschult (Bundesdurchschnitt: 7,6 Prozent). Deutlich unterdurchschnittlich schnitt Brandenburg auch bei dem Anteil vorzeitig aufgelöster Ausbildungsverträge (Wechsler und Abbrecher) an allen Ausbildungsverträgen ab. Brandenburg erreichte hier einen Wert von 35,8 Prozent, während der Anteil im Bundesdurchschnitt 30 Prozent betrug.

    Bildung (BM 2021: 15. Platz): Gemessen an der Bevölkerung im entsprechenden Alter wurden im Jahr 2020 relativ wenige betriebliche Ausbildungsplätze angeboten. Brandenburg verzeichnete mit 55,3 Prozent die zweitniedrigste Quote in Deutschland (Bundesdurchschnitt: 63,1 Prozent). Die Quote der unversorgten Bewerber fällt in Brandenburg mit 11,8 Prozent ebenfalls schlechter aus als im Bundesdurchschnitt (9,6 Prozent). Zudem war die Erfolgsquote bei den Prüfungen der dualen Ausbildung im Jahr 2019 mit 84,1 Prozent niedriger als im Bundesdurchschnitt (90,5 Prozent). Brandenburg nimmt hier den letzten Platz aller Bundesländer ein.

    Das vollständige Profil als PDF-Download

    Hier finden Sie alle Informationen über Brandenburg. Laden Sie das komplette Profil und eine Tabelle mit allen Indikatoren und Vergleichswerten herunter.

    Das Profil von Brandenburg im Bildungsmonitor 2011 der INSM
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