Der INSM-Bildungsmonitor 2021

Berlin Platz 13

  • Gesamtranking (Bestand)

    Berlin hält 13. Platz - Stärken bei Digitalisierung

    Berlin – Berlin belegt im INSM-Bildungsmonitor 2021 wie im Vorjahr den 13. Platz der Bundesländer. Die Vergleichsstudie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) im Auftrag der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM) bewertet anhand von insgesamt 93 Indikatoren in 12 Handlungsfeldern, inwieweit ein Bundesland Bildungsarmut reduziert, zur Fachkräftesicherung beiträgt und Wachstum fördert.

    Ausgewählte Ergebnisse INSM-Bildungsmonitor 2021

    Berlin weist in den Handlungsfeldern Betreuungsbedingungen, Förderinfrastruktur, Forschungsorientierung und Internationalisierung Stärken auf:

    • Die Anzahl der Unterrichtsstunden ist in Berlin sehr hoch.
    • Viele Kinder nehmen Ganztagsangebote in Kitas und Schulen wahr.
    • Gemessen an der Wirtschaftskraft sind viele Forscher in Berlin tätig.
    • In Berlin gibt es den höchsten Anteil an Bildungsausländern unter den Studierenden.

    Verbesserungspotenzial besteht in den Handlungsfeldern Berufliche Bildung, Bildungsarmut, Schulqualität und Integration:

    • Der Anteil unversorgter Jugendlicher hoch. Trotz großer Fortschritte ist das betriebliche Ausbildungsstellenangebot gemessen an der Bevölkerung gering.
    • Viele Jugendliche erreichen nicht die Mindeststandards an Kompetenzen. Die Schulabbrecherquote ist relativ hoch.
    • Die durchschnittlichen Kompetenzen in Mathe und Naturwissenschaften sind niedrig.
    • Die Schulabbrecherquote unter Ausländern ist hoch.

    Neben den 12 Handlungsfeldern bewertet der Bildungsmonitor qualitativ auf Basis von Indikatoren die Digitalisierung. Berlin weist Stärken bei der Digitalisierung auf, insbesondere bei der Verfügbarkeit von Breitband an Schulen, dem Zugang der Lehrkräfte zur Weiterbildung sowie der Ausbildung von IT-Kräften an Berufsschulen und Hochschulen.

    Ausblick Corona

    Insgesamt gibt es Fortschritte bei der Digitalisierung an Schulen. Durch Corona bleiben aber im Ausblick wie in allen Bundesländern sehr große Herausforderungen im Bildungssystem, die sich in den kommenden Jahren bei der Bewertung der Handlungsfelder negativ auswirken dürften. Aufgrund der Bundesnotbremse war Berlin ab Mitte April nicht mehr von Schulschließungen betroffen, hielt aber vergleichsweise lange am Wechselunterricht fest. Eine Befragung von Lehrkräften zeigt, dass diese bundesweit fast zur Hälfte gravierende Lernrückstände bei über der Hälfte der Schülerinnen und Schüler feststellen. Die Eltern waren einer Befragung zufolge in Berlin alles in allem in ähnlichem Maße wie der Bundesdurchschnitt mit den Lernangeboten im Schuljahr 2020/2021 zufrieden. Im Ausbildungsjahr 2020/2021 blieb die Relation zwischen Ausbildungsstellenangebot und -nachfrage nahezu unverändert. An den Hochschulen ging die Anzahl der Studienanfänger im Studienjahr 2020 im Vergleich zum Vorjahr jedoch stärker als im Bundesdurchschnitt zurück.

    Handlungsempfehlungen

    Auf Basis von Vergleichsarbeiten sollten gezielte Förderprogramme zur Schließung der Lernlücken umgesetzt werden. Dazu ist eine hochwertige Förderinfrastruktur an Schulen zur nachhaltigen Verbesserung der Bildungschancen weiter aufzubauen (Ganztagsschulen, multiprofessionelle Teams) und die Digitalisierung der Schulen weiter voranzubringen.

    Stärken:

    Betreuungsbedingungen (BM 2021: 1. Platz): Hier weist Berlin vor allem Stärken bei der Zahl der Unterrichtsstunden auf. Berlin erreicht im Jahr 2019 bei den Unterrichtsstunden in der Grundschule und in der Sekundarstufe I der Gymnasien den besten Wert aller Bundesländer. Bei den Unterrichtsstunden an den übrigen Schulen der Sekundarstufe I und den beruflichen Schulen ist Berlin ebenfalls weit vorne. Weiterhin kamen im Jahr 2019 in Berlin 13,4 Schüler der Sekundarstufe I (Gymnasium) auf einen Lehrer (Bundesdurchschnitt: 14,8. Dies ist wiederum der beste Wert aller Bundesländer. Auch in den Kindertageseinrichtungen fielen die Betreuungsrelationen mit 5,1 besser aus als im Durchschnitt (5,8).

    Förderinfrastruktur (BM 2021: 4. Platz): 79,8 Prozent der Berliner Grundschüler lernten im Jahr 2019 an einer offenen oder gebundenen Ganztagsschule (Bundesdurchschnitt: 47 Prozent). Berlin belegt damit den vierten Platz aller Bundesländer. Ebenso fiel der Anteil der Ganztagsschüler im Sekundarbereich I in Berlin mit 63,9 Prozent deutlich höher aus als im bundesdeutschen Durchschnitt von 47,9 Prozent. Auch im frühkindlichen Bereich standen sehr viele Ganztagsangebote zur Verfügung.

    Forschungsorientierung (BM 2021: 4. Platz): Die eingeworbenen Drittmittel je Professor betrugen in Berlin im Jahr 2018 rund 164.500 Euro, während im Bundesdurchschnitt nur 156.700 Euro erzielt wurden. Die Forschungsorientierung Berlins wird außerdem an der Anzahl der Forscher an Hochschulen bezogen auf das BIP deutlich. Hier belegt Berlin den zweiten Platz aller Bundesländer.

    Internationalisierung (BM 2021: 4. Platz): In Berlin wiesen die Schüler unterdurchschnittliche Kompetenzen im Hören und im Lesen der englischen Sprache auf. Der Anteil der Bildungsausländer an allen Studierenden ist jedoch sehr hoch. Mit einem Wert von 19,4 Prozent weist Berlin hier den besten Wert aller Bundesländer auf (Bundesdurchschnitt: 11,4 Prozent).

    Potenziale:

    Berufliche Bildung (BM 2021: 16. Platz): Gemessen an der Bevölkerung im entsprechenden Alter wurden im Jahr 2020 weiterhin relativ wenige betriebliche Ausbildungsplätze angeboten. Berlin verzeichnete mit 47 Prozent die niedrigste Quote in Deutschland (Bundesdurchschnitt: 63,1 Prozent). Den letzten Platz nimmt Berlin auch bei der Quote der unversorgten Bewerber ein. Mit 14,5 Prozent fiel dieser Wert im Jahr 2020 höher aus als im Bundesdurchschnitt (9,6 Prozent).

    Bildungsarmut (BM 2021: 15. Platz): In Berlin erreichte bei den Schülervergleichsarbeiten des IQB ein relativ hoher Anteil der Schüler nicht die Mindeststandards. Außerdem betrug im Jahr 2019 die Schulabbrecherquote 8,6 Prozent und lag damit über dem Bundesdurchschnitt von 6,6 Prozent.

    Schulqualität (BM 2021: 15. Platz): Bei den letzten IQB-Schulleistungstests für die Neuntklässler in Mathematik und Naturwissenschaften aus dem Jahr 2018 belegte Berlin einen der letzten Plätze.

    Integration (BM 2021: 13. Platz): Bei der Integration von Ausländern in das Bildungssystem besteht ebenfalls weiterhin Handlungsbedarf: Von 3.991 ausländischen Schulabgängern im Jahr 2019 blieben 754 ohne Abschluss. Dies ergibt eine Schulabbrecherquote unter den ausländischen Jugendlichen von 18,9 Prozent. Diese liegt höher und ist damit schlechter als der bundesdeutsche Durchschnitt von 17,6 Prozent. Unterdurchschnittlich schneidet Berlin zudem bei der Studienberechtigtenquote von ausländischen Jugendlichen an berufsbildenden Schulen ab (Berlin: 3,8 Prozent; Bundesdurchschnitt: 6,6 Prozent). Bei der Studienberechtigtenquote von ausländischen Jugendlichen an allgemeinbildenden Schulen erreicht Berlin jedoch einen überdurchschnittlichen Wert (Berlin: 15,2 Prozent; Bundesdurchschnitt: 9,2 Prozent). Berlin weist hier den drittbesten Wert aller Bundesländer auf.

    Das vollständige Profil als PDF-Download

    Hier finden Sie alle Informationen über Berlin. Laden Sie das komplette Profil und eine Tabelle mit allen Indikatoren und Vergleichswerten herunter.

    Das Profil von Berlin im Bildungsmonitor 2011 der INSM
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