Der INSM-Bildungsmonitor 2021

Baden-Württemberg Platz 6

  • Gesamtranking (Bestand)

    Baden-Württemberg rutscht auf Platz 6 - Stärken bei Digitalisierung

    Berlin – Baden-Württemberg ist im INSM-Bildungsmonitor trotz leichter Verbesserungen verglichen zum Vorjahr auf Platz 6 abgerutscht. Die Vergleichsstudie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) im Auftrag der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM) bewertet anhand von insgesamt 93 Indikatoren in 12 Handlungsfeldern, inwieweit ein Bundesland Bildungsarmut reduziert, zur Fachkräftesicherung beiträgt und Wachstum fördert.

    Ausgewählte Ergebnisse INSM-Bildungsmonitor 2021

    Stärken weist Baden-Württemberg in den Handlungsfeldern Berufliche Bildung, Zeiteffizienz und Hochschule/MINT auf:

    • Die Absolventen der dualen Ausbildung haben die höchste Erfolgsquote aller Bundesländer. Die Fortbildungsintensität ist hoch.
    • Die Abbrecherquote unter Auszubildenden ist die geringste in Deutschland. Das Durchschnittsalter der Erstabsolventen von Hochschulen ist gering.
    • Es gibt viele Hochschulabsolventen und dual Studierende.

    Verbesserungspotenzial besteht in Baden-Württemberg bei der Internationalisierung und der Förderinfrastruktur:

    • An den Berufsschulen werden wenige junge Menschen in Fremdsprachen unterrichtet.
    • Wenige Kindergarten- und Grundschulkinder besuchen Ganztageseinrichtungen.

    Neben den 12 Handlungsfeldern bewertet der Bildungsmonitor qualitativ auf Basis von Indikatoren die Digitalisierung. Baden-Württemberg weist Stärken bei der Digitalisierung auf, insbesondere bei der Hochschulausbildung in den IT-Berufen sowie bei der Forschung gemessen an Digitalisierungspatenten ist Baden-Württemberg deutlich besser als der Bundesdurchschnitt.

    Ausblick Corona

    Insgesamt gibt es Fortschritte bei der Digitalisierung an Schulen. Durch Corona bleiben aber im Ausblick wie in allen Bundesländern sehr große Herausforderungen im Bildungssystem, die sich in den kommenden Jahren bei der Bewertung der Handlungsfelder negativ auswirken dürften. Aufgrund der Bundesnotbremse waren die Landkreise in Baden-Württemberg in hohem Maße von Schulschließungen auch im Frühjahr 2021 betroffen. Eine Befragung von Lehrkräften zeigt, dass diese bundesweit fast zur Hälfte gravierende Lernrückstände bei über der Hälfte der Schülerinnen und Schüler feststellen. Die Eltern waren einer Befragung zufolge in Baden-Württemberg alles in allem in ähnlichem Maße wie der Bundesdurchschnitt mit den Lernangeboten im Schuljahr 2020/2021 zufrieden. Im Ausbildungsjahr 2020/2021 blieb die gute Relation zwischen Ausbildungsstellenangebot und -nachfrage im Vergleich zum Vorjahr nahezu unverändert. An den Hochschulen ging die Anzahl der Studienanfänger im Studienjahr 2020 im Vergleich zum Vorjahr jedoch stärker als im Bundesdurchschnitt zurück.

    Handlungsempfehlungen

    Auf Basis von Vergleichsarbeiten sollten bundesweit gezielte Förderprogramme zur Schließung der Lernlücken umgesetzt werden. Dazu ist eine hochwertige Förderinfrastruktur an Schulen zur nachhaltigen Verbesserung der Bildungschancen weiter aufzubauen (Ganztagsschulen, multiprofessionelle Teams) und die Digitalisierung der Schulen weiter voranzubringen.

    Stärken:

    Berufliche Bildung (BM 2021: 2. Platz): Die Erfolgsquote bei den Abschlussprüfungen der dualen Ausbildung lag im Jahr 2019 im Bundesdurchschnitt bei 90,5 Prozent. Baden-Württemberg erreichte hier mit einer Quote von 94,1 Prozent den besten Wert aller Bundesländer. Das Stellenangebot an betrieblichen Ausbildungsplätzen in Relation zur Größe der jungen Bevölkerung lag zudem mit 63,5 Prozent etwas oberhalb des Bundesdurchschnitts (63,1 Prozent). Außerdem fiel die Quote der unversorgten Bewerber mit 7,5 Prozent geringer aus als im Bundesdurchschnitt (9,6 Prozent). Auch bei der Fortbildungsintensität schnitt Baden-Württemberg überdurchschnittlich ab. Von 1.000 Personen aus der Kohorte der 25- bis 40-jährigen Personen beendeten 6,9 im Jahr 2019 erfolgreich eine Fortbildungsprüfung (Bundesdurchschnitt: 5,4). Baden-Württemberg erreichte hier den zweitbesten Wert aller Bundesländer.

    Zeiteffizienz (BM 2021: 4. Platz): Baden-Württemberg gelingt es insbesondere, die Quote vorzeitig aufgelöster Ausbildungsverträge gering zu halten. Mit 26,2 Prozent belegt Baden-Württemberg hier den besten Platz aller Bundesländer (Bundesdurchschnitt: 30 Prozent). Ebenfalls Spitzenreiter ist Baden-Württemberg beim Durchschnittsalter der Erstabsolventen. Mit durchschnittlich 25,1 Jahren sind die Erstabsolventen eines Hochschulstudiums in Baden-Württemberg jünger als im Bundesdurchschnitt (25,9 Jahre). Zudem fiel die Wiederholerquote in der Sekundarstufe I mit 1,7 Prozent geringer aus als im Bundesdurchschnitt mit 2,6 Prozent.

    Hochschule und MINT (BM 2021: 4. Platz): Im Jahr 2019 lebten 1,573 Millionen Akademiker im erwerbsfähigen Alter in Baden-Württemberg. An den Hochschulen in Baden-Württemberg erreichten im selben Jahr knapp 85.500 Studenten einen Hochschulabschluss – eine Ersatzquote von 5,4 Prozent, die über dem Bundesdurchschnitt von 4,8 Prozent liegt. Weiterhin weist Baden-Württemberg gemessen an der 18 bis 20-jährigen Bevölkerung relativ viele Studienanfänger in dualen Studiengängen auf. Baden-Württemberg erreicht hier den drittbesten Wert aller Bundesländer. Gemessen am sehr hohen FuE-Personal im Bundesland bildete Baden-Württemberg im Jahr 2019 jedoch relativ wenige MINT-Akademiker aus (Baden-Württemberg: 11,1 Prozent; Durchschnitt: 14,3 Prozent).

    Potenziale:

    Internationalisierung (BM 2021: 14. Platz): Der Anteil der Bildungsausländer an allen Studierenden ist mit 10,9 Prozent geringer als im Bundesdurchschnitt (11,4 Prozent). Wei-terhin fiel der Anteil der Berufsschüler in Baden-Württemberg, die im Jahr 2019 in Fremdsprachen unterrichtet wurden, mit 21,2 Prozent geringer aus als der Durchschnitt über alle Bundesländer (35,3 Prozent). Auch bei dem Anteil der Grundschüler mit Fremdsprachenunterricht wies Baden-Württemberg einen unterdurchschnittlichen Wert auf (Baden-Württemberg: 49 Prozent; Bundesdurchschnitt: 61,2 Prozent).

    Förderinfrastruktur (BM 2021: 12. Platz): Verbesserungsbedarf besteht in Baden-Württemberg bei der Förderinfrastruktur. Das Land konnte sich aber im Vergleich zum Vorjahr in diesem Handlungsfeld um drei Plätze verbessern. Der Anteil der Kinder im Alter zwischen drei und sechs Jahren in einer Ganztagsbetreuung war im Jahr 2020 in Baden-Württemberg mit 25,2 Prozent der niedrigste Wert in ganz Deutschland (Bundesdurchschnitt: 47,6 Prozent). Unterdurchschnittlich fiel auch der Anteil der Schüler an Ganztagsschulen im Sekundarbereich I aus. Baden-Württemberg erzielte hier im Jahr 2019 einen Wert von 42,7 Prozent und lag damit unter dem Bundesdurchschnitt von 47,9 Prozent. Ebenfalls geringer als im Bundesdurchschnitt war der Anteil des hochqualifizierten Personals am Gesamtpersonal in Kindertageseinrichtungen (Baden-Württemberg: 6,8 Prozent; Bundesdurchschnitt: 7,3 Prozent). Bei der Quote von Ganztagsschülern im Grundschulbereich erreicht Baden-Württemberg im Jahr 2019 mit 46,2 Prozent fast den Wert des Bundesdurchschnitts von 47 Prozent.

    Das vollständige Profil als PDF-Download

    Hier finden Sie alle Informationen über Baden-Württemberg. Laden Sie das komplette Profil und eine Tabelle mit allen Indikatoren und Vergleichswerten herunter.

    Das Profil von Baden-Württemberg im Bildungsmonitor 2011 der INSM
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