Der INSM-Bildungsmonitor 2020

Schleswig-Holstein Platz 11

  • Gesamtranking (Bestand)

    Schleswig-Holstein liegt erneut auf Rang 11

    Berlin – Schleswig-Holstein rangiert im INSM-Bildungsmonitor 2020 auf Rang 11 der 16 Bundesländer und erreicht den bundesweiten Spitzenplatz im Handlungsfeld Zeiteffizienz. Die Vergleichsstudie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) im Auftrag der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM) bewertet anhand von insgesamt 93 Indikatoren in 12 Handlungsfeldern, inwieweit ein Bundesland Bildungsarmut reduziert, zur Fachkräftesicherung beiträgt und Wachstum fördert.

    Ausgewählte Ergebnisse INSM-Bildungsmonitor 2020

    Stärken weist Schleswig-Holstein in den Feldern Zeiteffizienz und Bildungsarmut auf:

    • Nur wenige Kinder werden verspätet eingeschult, nur wenige Schüler wiederholen eine Klasse.
    • Die Erfolgsquote im Berufsvorbereitungsjahr ist vergleichsweise hoch.

    Verbesserungspotenzial besteht in den Feldern Förderinfrastruktur, Hochschule/MINT, Betreuungsbedingungen und Forschungsorientierung:

    • In Kitas und in der Schule besuchen wenige Kinder Ganztagseinrichtungen.
    • Relativ zur akademischen Wohnbevölkerung gibt es wenige Hochschulabsolventen.
    • Vor allem in der Sekundarstufe II betreut ein Lehrer rechnerisch vergleichsweise viele Schüler.
    • Gemessen an der Wirtschaftskraft sind wenige Forscher im Land tätig. Die eingeworbenen Drittmittel je Professor sind niedrig.

    Handlungsempfehlungen

    Im Zuge der Corona-Krise entstehen bundesweit zusätzliche Herausforderungen, alle Schülerinnen und Schüler optimal zu fördern und eine Verschärfung ungleicher Bildungschancen zu vermeiden. Positiv: Für das neue Schuljahr 2020/21 bereitet sich Schleswig-Holstein auf verschiedene Szenarien vor, sowohl auf den Regelbetrieb in Präsenz als auch auf Fernunterricht. Der Digitalisierung an Schulen kommt dabei eine wichtige Bedeutung zu. Schleswig-Holstein weist im bundesweiten Vergleich durchschnittliche Voraussetzungen auf. Weder bei Bildungsarmut und Bildungsgerechtigkeit noch bei der Altersstruktur der Lehrkräfte oder dem Zugang zu schnellem Internet weichen die Indikatoren in Schleswig-Holstein stark vom Bundesdurchschnitt ab.

    Die Ausstattung der Schulen und die Weiterbildung der Lehrkräfte sind für die digitale Weiterentwicklung des Unterrichts sicherzustellen. Schülerinnen und Schüler ohne eigenes Equipment sollten leihweise mit digitalen Endgeräten ausgestattet werden. Positiv ist, dass hierfür für ganz Deutschland Mittel durch den Bund in Höhe von 500 Millionen Euro zur Verfügung stehen. Darüber hinaus sollten die Schulen als Arbeitgeber auch die Beschäftigten verstärkt mit dienstlichen Geräten ausstatten und Zeiten für zusätzliche Fort- und Weiterbildungsangebote für digitale Lernformate sicherstellen. In den Schulen sollten bundesweit rund 20.000 IT-Kräfte zur Administration eingestellt werden, um hierdurch die Lehrkräfte zu entlasten. Die im Konjunkturpaket durch den Bund vorgesehene Unterstützung für IT-Administration ist ein Schritt in die richtige Richtung. Langfristig sind für die Personalkosten bundesweit jährliche Zusatzausgaben für 20.000 IT-Kräfte im Umfang von etwa knapp 2 Mrd. Euro notwendig.

    Stärken:

    Zeiteffizienz (BM 2020: 1. Platz): Bei der Umsetzung des Bologna-Prozesses ist das Land relativ weit vorangekommen. Auch die Wiederholerquoten waren im Jahr 2018 in Schleswig-Holstein geringer als in den meisten anderen Bundesländern. An den Grundschulen lag sie bei 0,3 und im Bundesdurchschnitt bei 0,5 Prozent. Die Wiederholerquote in der Sekundarstufe I betrug 1,4 Prozent und im Bundesdurchschnitt 2,7 Prozent. Zudem wurden nur sehr wenige Kinder verspätet eingeschult.

    Bildungsarmut (BM 2020: 4. Platz): In der letzten Kompetenzerhebungen (IQB) von Kindern aus der 4. Klasse zählte in Schleswig-Holstein nur ein relativ geringer Anteil zur Risikogruppe. Bei den Neuntklässlern war dies im Fach Lesen ebenfalls der Fall, in Mathematik und in den Naturwissenschaften fiel die Risikogruppe höher aus. Zudem war die Absolventenquote des Berufsvorbereitungsjahres mit 70,4 Prozent im Jahr 2018 deutlich höher aus als im gesamtdeutschen Durchschnitt (53,4 Prozent). Der Anteil der Schulabgänger ohne Abschluss fiel jedoch mit 8,4 Prozent in Schleswig-Holstein schlechter aus als im bundesdeutschen Durchschnitt (6,6 Prozent).

    Potenziale:

    Förderinfrastruktur (BM 2020: 16. Platz): Bei den drei- bis sechsjährigen Kindern lag die Ganztagsquote in Schleswig-Holstein im Jahr 2019 mit 36,7 Prozent unterhalb des Bundesdurchschnitts von 46,9 Prozent. Deutlich unterdurchschnittlich war auch die Ganztagsquote bei den Grundschülern und den Schülern aus der Sekundarstufe I. Im Jahr 2018 betrug der Anteil 21,2 Prozent bzw. 30,7 Prozent (Bundesdurchschnitt: 42 bzw. 46,3 Prozent).

    Hochschule und MINT (BM 2020: 15. Platz): Im Jahr 2018 verließen Schleswig-Holstein mehr Studienanfänger als aus den anderen Ländern zuwanderten. In Relation zur Zahl der Schulabsolventen aus Schleswig-Holstein, die ein Studium in einem anderen Bundesland aufnehmen, zieht Schleswig-Holstein die wenigsten Studienanfänger aus anderen Bundesländern an. Daher war der Anteil der Studienabsolventen an der akademischen Bevölkerung im erwerbsfähigen Alter im Jahr 2018 auch der zweitgeringste in ganz Deutschland. Die Akademikerersatzquote betrug 3,5 Prozent (Bundesdurchschnitt: 4,8 Prozent). Mit 5,8 Prozent fiel der Anteil der Absolventen in den Ingenieurwissenschaften zu den sozialversicherungspflichtig beschäftigten Ingenieuren unterdurchschnittlich aus (Bundesdurchschnitt: 6,3 Prozent). Zudem war der MINT-Anteil am wissenschaftlichen Personal an den Hochschulen der niedrigste von allen Bundesländern.

    Betreuungsbedingungen (BM 2020: 14. Platz): Die Schüler-Lehrer-Relation fiel insbesonde-re in der Sekundarstufe II und an den Ganztags-Berufsschulen ungünstig aus. In der Sekundarstufe II kamen im Jahr 2018 rechnerisch auf eine Lehrkraft 15,5 Schüler. Dies ist die schlechteste Relation aller Bundesländer (Bundesdurchschnitt: 11,7). Eine unterdurchschnittliche Betreuungsrelation besteht weiterhin an den Hochschulen. Auf eine Lehrkraft (Professor, Dozent, Lehrbeauftragter) kamen im Jahr 2018 22 Studierende (Bundesdurchschnitt: 17,7).

    strong>Forschungsorientierung (BM 2020: 14. Platz): Schleswig-Holstein weist den schlechtesten Wert aller Bundesländer bei der Anzahl an Forschern an Hochschulen in Relation zum BIP auf (Schleswig-Holstein: 32,1; Bundesdurchschnitt: 44,3). Das Volumen der eingeworbenen Drittmittel lag im Jahr 2017 gemessen an der Anzahl der Professoren mit 96.200 Euro ebenfalls deutlich unter dem Bundesdurchschnitt (148.400 Euro). Schleswig-Holstein nimmt auch hier den letzten Platz aller Bundesländer ein. Zudem fiel die Promotionsquote in Schleswig-Holstein im Jahr 2018 unterdurchschnittlich aus (Schleswig-Holstein: 4,3 Prozent; Bundesdurchschnitt: 5,6 Prozent).

    Das vollständige Profil als PDF-Download

    Hier finden Sie alle Informationen über Schleswig-Holstein. Laden Sie das komplette Profil und eine Tabelle mit allen Indikatoren und Vergleichswerten herunter.

    Das Profil von Schleswig-Holstein im Bildungsmonitor 2011 der INSM
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