Der INSM-Bildungsmonitor 2020

Sachsen Platz 1

  • Gesamtranking (Bestand)

    Sachsen behauptet knapp den ersten Platz

    Berlin – Sachsen hat 2020 den ersten Platz im INSM-Bildungsmonitor verteidigt. Die Vergleichsstudie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) im Auftrag der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM) bewertet anhand von insgesamt 93 Indikatoren in 12 Handlungsfeldern, inwieweit ein Bundesland Bildungsarmut reduziert, zur Fachkräftesicherung beiträgt und Wachstum fördert.

    Ausgewählte Ergebnisse INSM-Bildungsmonitor 2020

    Besondere Stärken weist Sachsen in den Handlungsfeldern Förderinfrastruktur, Schulqualität, Forschungsorientierung, Bildungsarmut und Internationalisierung auf:

    • Viele Kinder werden ganztags betreut. In den Kitas arbeiten viele Akademiker.
    • Die Schüler erreichen Bestwerte bei Kompetenzen in Mathe und Naturwissenschaften.
    • Gemessen an der Wirtschaftskraft sind in Sachsen sehr viele Forscher tätig.
    • Im Lesen und Mathe ist die Risikogruppe am geringsten.
    • Viele Berufsschüler lernen Fremdsprachen; viele Studierende sind für das Studium aus dem Ausland zugewandert.

    Verbesserungspotenzial besteht in Sachsen bei Zeiteffizienz und Berufliche Bildung:

    • Das Durchschnittsalter der Erstabsolventen von Hochschulen liegt höher als im Bundesdurchschnitt.
    • Gemessen an der Jahrgangsgröße ist das Ausbildungsstellenangebot leicht unterdurchschnittlich.

    Handlungsempfehlungen

    Im Zuge der Corona-Krise entstehen bundesweit zusätzliche Herausforderungen, alle Schülerinnen und Schüler optimal zu fördern und eine Verschärfung ungleicher Bildungschancen zu vermeiden. Positiv: Für das neue Schuljahr 2020/21 bereitet sich Sachsen auf verschiedene Szenarien vor, sowohl auf den Regelbetrieb in Präsenz als auch auf Fernunterricht. Der Digitalisierung an Schulen kommt dabei eine wichtige Bedeutung zu. Sachsen weist unterschiedliche Voraussetzungen auf. Einerseits ist das Ausmaß an Bildungsarmut unter den Schülerinnen und Schülern niedrig. Anderseits werden die Planungen des Präsenzunterrichts erschwert, da ein hoher Anteil der Lehrkräfte älter ist als 60 Jahre. Für den Fernunterricht besteht Ausbaubedarf in ländlichen Regionen beim Zugang zum schnellen Internet.

    Die Ausstattung der Schulen und die Weiterbildung der Lehrkräfte sind für die digitale Weiterentwicklung des Unterrichts sicherzustellen. Schülerinnen und Schüler ohne eigenes Equipment sollten leihweise mit digitalen Endgeräten ausgestattet werden. Positiv ist, dass hierfür für ganz Deutschland Mittel durch den Bund in Höhe von 500 Millionen Euro zur Verfügung stehen. Darüber hinaus sollten die Schulen als Arbeitgeber auch die Beschäftigten verstärkt mit dienstlichen Geräten ausstatten und Zeiten für zusätzliche Fort- und Weiterbildungsangebote für digitale Lernformate sicherstellen. In den Schulen sollten bundesweit rund 20.000 IT-Kräfte zur Administration eingestellt werden, um hierdurch die Lehrkräfte zu entlasten. Die im Konjunkturpaket durch den Bund vorgesehene Unterstützung für IT-Administration ist ein Schritt in die richtige Richtung. Langfristig sind bundesweit jährliche Zusatzausgaben für 20.000 IT-Kräfte im Umfang von etwa knapp 2 Mrd. Euro notwendig. Positiv sind die Pläne Sachsens zu bewerten, Schülerinnen und Schüler bei Bedarf leihweise mit digitalen Endgeräten auszustatten.

    Stärken:

    Förderinfrastruktur (BM 2020: 1. Platz): Sachsen weist hohe Ganztagsquoten in den Kindertageseinrichtungen und Grundschulen auf. So besuchten in Sachsen 87,4 Prozent der Grundschüler im Jahr 2018 eine offene oder gebundene Ganztagsschule (Bundesdurchschnitt: 42 Prozent). Deutlich überdurchschnittlich fiel mit 75,6 Prozent auch der Anteil der Schüler an Ganztagsschulen im Sekundarbereich I aus (Bundesdurchschnitt: 46,3 Prozent). Darüber hinaus wurden im Jahr 2019 von den Drei- bis Sechsjährigen 82,3 Prozent der Kinder ganztägig betreut (Bundesdurchschnitt: 46,9 Prozent). Im Jahr 2019 hatten außerdem 11,5 Prozent des Personals in Kindertageseinrichtungen einen Hochschulabschluss (Bundesdurchschnitt: 7,3 Prozent). Außerdem ist der Anteil der Ungelernten am Personal in den Kindertageseinrichtungen vergleichsweise niedrig.

    Schulqualität (BM 2020: 1. Platz): Aufgrund der sehr guten Ergebnisse bei den letzten IQB-Schulleistungstests erreicht Sachsen Platz 1 bei der Schulqualität. In der jüngsten Kompetenzerhebung für die Neuntklässler aus dem Jahr 2018 erreicht Sachsen in Mathematik und in den Naturwissenschaften jeweils den ersten Platz.

    Forschungsorientierung (BM 2020: 1. Platz): Bei den Drittmitteln je Professor erzielt Sachsen mit einem Wert von 231.100 Euro den zweitbesten Wert aller Bundesländer (Bundes-durchschnitt: 148.400 Euro). Die Forschungsorientierung Sachsens wird auch an der Anzahl der Forscher an Hochschulen bezogen auf das BIP deutlich. Hier belegt Sachsen sogar den ersten Platz. Die Habilitationsquote fällt in Sachsen überdurchschnittlich aus. Bei der Promotionsquote wird mit 6,9 Prozent der zweitbeste Wert aller Bundesländer erreicht (Bundesdurchschnitt: 5,6 Prozent).

    Bildungsarmut (BM 2020: 2. Platz): In den IQB-Vergleichsstudien zählten unter den Neuntklässler in Sachsen relativ wenige Schülerinnen und Schüler zur Risikogruppe. Im Lesen und in Mathematik erreichte Sachsen den besten Wert aller Bundesländer und in den Naturwissenschaften nach Bayern den zweitbesten Wert. Verbesserungspotenzial besteht jedoch noch bei der Schulabbrecherquote. Diese lag im Jahr 2018 in Sachsen bei 8,6 Prozent, während sie im Bundesdurchschnitt 6,6 Prozent betrug.

    Internationalisierung (BM 2020: 2. Platz): In Sachsen wurden im Jahr 2018 mit einem Anteil von 53,9 Prozent unterdurchschnittlich viele Grundschüler in Fremdsprachen unterrichtet (Bundesdurchschnitt: 63 Prozent). Der Anteil der Berufsschüler mit Fremdsprachenunterricht fiel dagegen mit 80,9 Prozent stark überdurchschnittlich aus (Bundesdurchschnitt 35,1 Prozent). Zudem weisen die sächsischen Hochschulen sehr viele Bildungsausländer auf. Sachsen erreichte hier im Jahr 2018 mit 15 Prozent nach Berlin den zweitbesten Wert aller Bundesländer (Bundesdurchschnitt: 10,9 Prozent).

    Potenziale:

    Zeiteffizienz (BM 2020: 13. Platz): Das Durchschnittsalter der Erstabsolventen lag in Sachsen leicht höher als im Bundesdurchschnitt (Sachsen: 26,2 Jahre; Bundesdurchschnitt: 26,0 Jahre). Weiterhin lösten gemessen an der Anzahl der Neuverträge im Jahr 2018 mit 30,6 Prozent mehr Jugendliche als im Bundesdurchschnitt vorzeitig ihren Ausbildungsvertrag auf (Abbrecher und Wechsler) (Bundesdurchschnitt: 29,1 Prozent). Die Umsetzung der Bologna-Reformen ist vergleichsweise zögerlich.

    Das vollständige Profil als PDF-Download

    Hier finden Sie alle Informationen über Sachsen. Laden Sie das komplette Profil und eine Tabelle mit allen Indikatoren und Vergleichswerten herunter.

    Das Profil von Sachsen im Bildungsmonitor 2011 der INSM
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