Der INSM-Bildungsmonitor 2020

Saarland Platz 6

  • Gesamtranking (Bestand)

    Saarland rutscht ab auf Platz 6

    Berlin – Das Saarland schafft es im INSM-Bildungsmonitor 2020 nur noch auf Platz 6 der 16 Bundesländer (Vorjahr 4). Verglichen mit 2013 hat sich das Saarland aber weiterhin am stärksten verbessert. Die Vergleichsstudie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) im Auftrag der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM) bewertet anhand von insgesamt 93 Indikatoren in 12 Handlungsfeldern, inwieweit ein Bundesland Bildungsarmut reduziert, zur Fachkräftesicherung beiträgt und Wachstum fördert.

    Ausgewählte Ergebnisse INSM-Bildungsmonitor 2020

    Das Saarland weist Stärken in den Handlungsfeldern Ausgabenpriorisierung, Zeiteffizienz, Forschungsorientierung, Hochschule/MINT und Integration auf:

    • Die Bildungsausgaben je Grundschüler sind höher, die sonstigen Gesamtausgaben des Landes je Einwohner niedriger als im Bundesdurchschnitt.
    • Nur wenige Kinder werden verspätet eingeschult.
    • Im Saarland werden vergleichsweise viele Habilitationen abgeschlossen.
    • Gemessen an der Bevölkerungsgröße gibt es die meisten dualen Studierenden.
    • Die Studienberechtigtenquote von Ausländern an beruflichen Schulen ist hoch.

    Verbesserungspotenzial besteht im Saarland vor allem bei Bildungsarmut, Förderinfrastruktur und Internationalisierung:

    • Ein vergleichsweise hoher Anteil der Schüler erreicht in Mathematik nicht die Mindeststandards.
    • Es gibt nur wenig hochqualifiziertes Personal an Kitas.
    • An beruflichen Schulen werden wenige Schüler in Fremdsprachen unterrichtet.

    Handlungsempfehlungen

    Im Zuge der Corona-Krise entstehen bundesweit zusätzliche Herausforderungen, alle Schülerinnen und Schüler optimal zu fördern und eine Verschärfung ungleicher Bildungschancen zu vermeiden. Positiv: Für das kommende Schuljahr bereitet sich das Saarland auf verschiedene Szenarien vor, sowohl auf den Regelbetrieb in Präsenz als auch auf Fernunterricht. Der Digitalisierung an Schulen kommt dabei eine wichtige Bedeutung zu. Das Saarland weist unterschiedliche Voraussetzungen auf. Das Ausmaß an Bildungsarmut ist unter den Schülerinnen und Schülern relativ hoch. Positiv für die Planung des Regelbetriebs: Nur ein vergleichsweise geringer Anteil der Lehrkräfte ist über 60 Jahre.

    Die Ausstattung der Schulen und die Weitbildung der Lehrkräfte sind für die digitale Weiterentwicklung des Unterrichts sicherzustellen. Schülerinnen und Schüler ohne eigenes Equipment sollten leihweise mit digitalen Endgeräten ausgestattet werden. Positiv ist, dass hierfür für ganz Deutschland Mittel durch den Bund in Höhe von 500 Millionen Euro zur Verfügung stehen. Darüber hinaus sollten die Schulen als Arbeitgeber auch die Beschäftigten verstärkt mit dienstlichen Geräten ausstatten und Zeiten für zusätzliche Fort- und Weiterbildungsangebote für digitale Lernformate sicherstellen. In den Schulen sollten bundesweit rund 20.000 IT-Kräfte zur Administration eingestellt werden, um hierdurch die Lehrkräfte zu entlasten. Die im Konjunkturpaket durch den Bund vorgesehene Unterstützung für IT-Administration ist ein Schritt in die richtige Richtung. Langfristig sind bundesweit jährliche Zusatzausgaben für 20.000 IT-Kräfte im Umfang von etwa knapp 2 Mrd. Euro notwendig.

    Stärken:

    Ausgabenpriorisierung (BM 2020: 3. Platz): Das Saarland weist Bildung im öffentlichen Ausgabeverhalten im Vergleich der Bundesländer die dritthöchste Priorität zu. Die Relation der Bildungsausgaben pro Teilnehmer zu den Gesamtausgaben der öffentlichen Haushalte pro Einwohner fällt bei den Grundschulen, den sonstigen allgemeinbildenden Schulen und den Hochschulen besonders gut aus.

    Zeiteffizienz (BM 2020: 4. Platz): Die Wiederholerquote in der Sekundarstufe I lag im Jahr 2018 im Saarland mit 1,7 Prozent unterhalb des Bundesdurchschnitts von 2,7 Prozent. Die Wiederholerquote bei den Grundschülern fiel mit 0,3 Prozent ebenfalls besser aus als im Bundesdurchschnitt (0,5 Prozent). Auch werden relativ wenige Kinder verspätet eingeschult. Verbesserungsbedarf gibt es im Saarland noch bei dem Anteil der vorzeitig aufgelösten Ausbildungsverträge (Abbrecher und Wechsler)

    Forschungsorientierung (BM 2020: 5. Platz): Das Saarland zeichnet sich durch eine hohe Habilitationsquote aus. Bei der Promotionsquote erreichte das Saarland mit 5,9 Prozent ebenfalls einen leicht überdurchschnittlichen Wert (Bundesdurchschnitt: 5,6 Prozent). Besser als der Bundesdurchschnitt fiel auch der Wert bei den Forschungsausgaben je Forscher an den Hochschulen aus (Saarland: 127.300 Euro; Bundesdurchschnitt: 120.200 Euro). Unterdurchschnittlich schnitt das Saarland bei den Forschern an Hochschulen bezogen auf das BIP und bei den eingeworbenen Drittmitteln je Professor ab.

    Hochschule/MINT (BM 2020: 5. Platz): Gemessen an der akademischen Wohnbevölkerung bildet das Saarland nur unterdurchschnittlich viele Akademiker aus. Auch der Anteil der MINT-Absolventen an den Gesamtabsolventen ist im Saarland unterdurchschnittlich. Die Stärke des Saarlands ergibt sich bei den Studienanfängern in dualen Studiengängen. Gemessen an der Bevölkerungsgröße gibt es im Saarland in diesem Bereich die meisten Studienanfänger.

    Integration (BM 2020: 6. Platz): Bei den Tests zu den Bildungsstandards aus dem Jahr 2018 zeigte sich, dass der Einfluss des sozialen Hintergrunds der Eltern auf die Mathematikleistungen der Kinder geringer und damit besser ausfiel als im Bundesdurchschnitt. Weiterhin erlangten im Jahr 2018 mit 9,9 Prozent überdurchschnittlich viele Jugendliche mit einer ausländischen Staatsangehörigkeit an beruflichen Schulen die Studienberechtigung (Bundesdurchschnitt: 6,9 Prozent). Relativ schlecht war jedoch im Jahr 2018 der Anteil der ausländischen Schulabgänger ohne Abschluss (SL: 24,5 Prozent; D 18,2 Prozent).

    Potenziale:

    Bildungsarmut (BM 2020: 12. Platz): Bei der aktuellen IQB-Vergleichsstudie aus dem Jahr 2018 ließ sich für die Neuntklässler im Saarland in Mathematik und in den Naturwissenschaften eine überdurchschnittlich hohe Risikogruppe feststellen. Auch im Lesen fiel die Risikogruppe in einer früheren Erhebung höher aus als im bundesdeutschen Durchschnitt. Verbesserungspotenzial besteht im Jahr 2018 auch bei der Schulabbrecherquote (Saarland 7,1 Prozent, Bundesdurchschnitt 6,6 Prozent).

    Förderinfrastruktur (BM 2020: 10. Platz): Während im Bundesdurchschnitt 46,3 Prozent aller Kinder im Sekundarbereich I ganztags betreut werden, waren es 2018 im Saarland 26,1 Prozent. Beim Anteil der Grundschüler an öffentlichen Ganztagschulen ist das Saarland mit 51,7 Prozent jedoch überdurchschnittlich (D: 42 Prozent). Einen überdurchschnittlichen Wert wies das Saarland mit 54,5 Prozent auch beim Anteil der ganztags betreuten Kinder im Alter zwischen drei und sechs Jahren auf (D: 46,9 Prozent). Den schlechtesten Wert aller Bundesländer erzielte das Saarland im Jahr 2019 jedoch beim Anteil des hochqualifizierten Personals am Gesamtpersonal in Kindertageseinrichtungen (SL: 3,9 Prozent, D: 7,3 Prozent).

    Internationalisierung (BM 2020: 11. Platz): Im Saarland werden relativ wenige Grundschüler in Fremdsprachen unterrichtet. Im Jahr 2018 wurde hier ein Anteil von 44,9 Prozent erreicht, während er im Bundesdurchschnitt schon 63 Prozent betrug. Der Anteil der Berufsschüler mit Fremdsprachenunterricht fiel ebenfalls unterdurchschnittlich aus (Saarland: 30,2 Prozent; Bundesdurchschnitt: 35,1 Prozent). Der Anteil der Bildungsausländer an allen Studierenden fiel im Jahr 2018 mit 13,1 Prozent jedoch höher aus als im Bundesdurchschnitt (10,9 Prozent).

    Das vollständige Profil als PDF-Download

    Hier finden Sie alle Informationen über Saarland. Laden Sie das komplette Profil und eine Tabelle mit allen Indikatoren und Vergleichswerten herunter.

    Das Profil von Saarland im Bildungsmonitor 2011 der INSM
    Download Factsheet

  • Legende

    besser

    schlechter