Der INSM-Bildungsmonitor 2020

Hessen Platz 7

  • Gesamtranking (Bestand)

    Hessen verbessert sich auf Rang 7 nach 10 im Vorjahr

    Berlin – Hessen hat es im INSM-Bildungsmonitor 2020 auf Platz 7 der 16 Bundesländer geschafft und belegt im Handlungsfeld Integration sogar den zweiten Platz. Die Vergleichsstudie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) im Auftrag der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM) bewertet anhand von insgesamt 93 Indikatoren in 12 Handlungsfeldern, inwieweit ein Bundesland Bildungsarmut reduziert, zur Fachkräftesicherung beiträgt und Wachstum fördert.

    Ausgewählte Ergebnisse INSM-Bildungsmonitor 2020

    Hessen weist in den Handlungsfeldern Integration, Förderinfrastruktur und Vermeidung von Bildungsarmut Stärken auf:

    • Im Vergleich zu anderen Bundesländern verlässt der niedrigste Anteil ausländischer Jugendlicher die Schule ohne Abschluss.
    • An den Kitas ist der Anteil des Personals mit akademischem Abschluss relativ hoch.
    • Die Schulabbrecherquote ist die niedrigste in Deutschland.

    Deutliches Verbesserungspotenzial besteht in Hessen vor allem bei der Internationalisierung, der Ausgabenpriorisierung und der Schulqualität:

    • Relativ wenige Schüler an Grundschulen und an beruflichen Schulen werden in Fremdsprachen unterrichtet.
    • Die Bildungsausgaben je Schüler an Grundschulen und weiterführenden Schulen sind vergleichsweise gering.
    • Verbesserungspotenziale bestehen bei den naturwissenschaftlichen Kompetenzen der Schülerinnen und Schüler.

    Handlungsempfehlungen

    Im Zuge der Corona-Krise entstehen bundesweit zusätzliche Herausforderungen, alle Schülerinnen und Schüler optimal zu fördern und eine Verschärfung ungleicher Bildungschancen zu vermeiden. Positiv: Für das neue Schuljahr 2020/21 bereitet sich Hessen auf verschiedene Szenarien vor, sowohl auf den Regelbetrieb in Präsenz als auch auf Fernunterricht. Der Digitalisierung an Schulen kommt dabei eine wichtige Bedeutung zu. Hessen weist hier durchschnittliche Voraussetzungen auf. Weder beim Ausmaß von Bildungsarmut und Bildungschancen noch bei der Verfügbarkeit schnellen Internets oder der Altersstruktur der Lehrkräfte weicht Hessen stark vom Bundesdurchschnitt ab.

    Die Ausstattung der Schulen und die Weiterbildung der Lehrkräfte sind für die digitale Weiterentwicklung des Unterrichts sicherzustellen. Schülerinnen und Schüler ohne eigenes Equipment sollten leihweise mit digitalen Endgeräten ausgestattet werden. Positiv ist, dass hierfür für ganz Deutschland Mittel durch den Bund in Höhe von 500 Millionen Euro zur Verfügung stehen. Darüber hinaus sollten die Schulen als Arbeitgeber auch die Beschäftigten verstärkt mit dienstlichen Geräten ausstatten und Zeiten für zusätzliche Fort- und Weiterbildungsangebote für digitale Lernformate sicherstellen. In den Schulen sollten bundesweit rund 20.000 IT-Kräfte zur Administration eingestellt werden, um hierdurch die Lehrkräfte zu entlasten. Die im Konjunkturpaket durch den Bund vorgesehene Unterstützung für IT-Administration ist ein Schritt in die richtige Richtung. Langfristig sind bundesweit jährliche Zusatzausgaben für 20.000 IT-Kräfte im Umfang von etwa knapp 2 Mrd. Euro notwendig.

    Stärken:

    Integration (BM 2020: 2. Platz): Besser als der Bundesdurchschnitt schnitt Hessen beim Anteil der ausländischen Schulabgänger ohne Abschluss ab. Mit 10,3 Prozent wies Hessen den besten Wert aller Bundesländer auf (Bundesdurchschnitt: 18,2 Prozent). Außerdem fiel die Studienberechtigtenquote von ausländischen Schülern an allgemeinbildenden Schulen mit 10,1 Prozent höher aus als im Bundesdurchschnitt (9,2 Prozent). Deutlich überdurchschnittlich war mit 12,3 Prozent die Studienberechtigtenquote von ausländischen Jugendlichen an berufsbildenden Schulen (Bundesdurchschnitt 6,9 Prozent). Hessen wies hier wiederum den besten Wert aller Bundesländer auf.

    Förderinfrastruktur (BM 2020: 6. Platz): 39,3 Prozent der hessischen Grundschüler lernten im Jahr 2018 an einer offenen oder gebundenen Ganztagsschule (Bundesdurchschnitt: 42 Prozent). Damit schnitt Hessen bei diesem Indikator zwar unterdurchschnittlich ab. Bei dem Anteil der Schüler in der Sekundarstufe I, die ganztags betreut werden, erreichte Hessen jedoch ein überdurchschnittliches Ergebnis (Hessen: 67,1 Prozent; Bundesdurchschnitt: 46,3 Prozent). Überdurchschnittlich schnitt Hessen weiterhin beim Anteil der ganztags betreuten Kinder im Alter zwischen drei und sechs Jahren ab (Hessen: 53,5 Prozent; Bundesdurchschnitt: 46,9 Prozent). Zudem überstieg in Hessen der Anteil des Personals mit einem akademischen Abschluss in den Kindertagesstätten im Jahr 2019 mit 13 Prozent den Durchschnittswert aller Bundesländer von 7,3 Prozent. Hessen erzielte hier den besten Wert aller Bundesländer.

    Bildungsarmut (BM 2020: 6. Platz): Hessen erzielte mit einem Wert von 4,9 Prozent die geringste Schulabbrecherquote aller Bundesländer (Bundesdurchschnitt: 6,6 Prozent). Beim Anteil erfolgreicher Absolventen an den Abgängern aus dem Berufsvorbereitungsjahr schnitt Hessen mit 71,9 Prozent ebenfalls deutlich überdurchschnittlich ab (Bundesdurchschnitt: 53,4 Prozent). Bei den Überprüfungen der Bildungsstandards im Jahr 2018 zeigte sich jedoch, dass in Hessen unter den Neuntklässlern relativ viele zur Risikogruppe zu zählen sind.

    Potenziale:

    Internationalisierung (BM 2020: 16. Platz): Relativ wenige Grundschüler wurden in Hessen im Jahr 2018 in Fremdsprachen unterrichtet. Mit 48,5 Prozent lag Hessen unter dem Bundesdurchschnitt von 63 Prozent. Der Anteil der Berufsschüler mit Fremdsprachenunterricht betrug 28,6 Prozent und fiel damit ebenfalls unterdurchschnittlich aus (Bundesdurchschnitt: 35,1 Prozent). Auch beim Anteil der Bildungsausländer an den Studierenden befindet sich Hessen unter dem Durchschnitt der Bundesländer (Hessen: 9,4 Prozent, Bundesdurchschnitt: 10,9 Prozent). Gleichzeitig wiesen die Schüler insgesamt durchschnittliche Kompetenzen im Hören und Lesen der englischen Sprache auf, die hessischen Gymnasiasten schnitten beim Lesen und Hören der englischen Sprache leicht unterdurchschnittlich ab.<

    Ausgabenpriorisierung (BM 2020: 14. Platz): Hessen weist Bildung im öffentlichen Ausgabenverhalten die drittniedrigste Priorität aller Bundesländer zu. Die Relation der Bildungsausgaben pro Teilnehmer zu den Gesamtausgaben der öffentlichen Haushalte pro Einwohner fällt bei den Grundschulen, den sonstigen allgemeinbildenden Schulen und den Hochschulen unterdurchschnittlich aus.

    Schulqualität (BM 2020: 13. Platz): In der jüngsten Kompetenzerhebung für die Neuntklässler aus dem Jahr 2018 erreichten die Schülerinnen und Schüler in Hessen in den Naturwissenschaften unterdurchschnittliche Kompetenzen. Besser im Bundesländervergleich waren die Ergebnisse in Mathematik. Betrachtet man die durchschnittlichen Ergebnisse an Gymnasien zeigen sich im Bundesländervergleich vor allem in den Naturwissenschaften größere Verbesserungspotenziale.

    Das vollständige Profil als PDF-Download

    Hier finden Sie alle Informationen über Hessen. Laden Sie das komplette Profil und eine Tabelle mit allen Indikatoren und Vergleichswerten herunter.

    Das Profil von Hessen im Bildungsmonitor 2011 der INSM
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