Der INSM-Bildungsmonitor 2020

Hamburg Platz 4

  • Gesamtranking (Bestand)

    Hamburg verbessert sich auf Rang 4 von 5 im Vorjahr

    Berlin – Hamburg klettert im INSM-Bildungsmonitor 2020 auf Platz 4 der 16 Bundesländer und erreicht die Spitzenplätze in den Bereichen Internationalisierung und Inputeffizienz. Die Vergleichsstudie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) im Auftrag der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM) bewertet anhand von 12 Handlungsfeldern, die insgesamt 93 Indikatoren umfassen, inwieweit ein Bundesland Bildungsarmut reduziert, zur Fachkräftesicherung beiträgt und Wachstum fördert.

    Ausgewählte Ergebnisse INSM-Bildungsmonitor 2020

    Hamburg weist in den Handlungsfeldern Internationalisierung, Inputeffizienz, Förderinfrastruktur und Betreuungsbedingungen Stärken auf:

    • Fast alle Grundschüler und viele Berufsschüler haben Fremdsprachenunterricht.
    • Die Sachausgaben an Schulen und Hochschulen sind relativ hoch.
    • Fast alle Grundschüler in Hamburg besuchen eine Ganztagseinrichtung.
    • Rechnerisch kommen an Grundschulen auf eine Lehrkraft die wenigsten Schüler in Deutschland.

    Verbesserungspotenzial besteht in Hamburg vor allem bei der Schulqualität und Bildungsarmut sowie im Handlungsfeld Hochschule/MINT:

    • Die durchschnittlichen Kompetenzen der Schüler in Naturwissenschaften sind vergleichsweise gering.
    • Viele Schüler erreichen nicht die Mindeststandards in Naturwissenschaften, Mathematik und Lesen. Es gab aber in den letzten Jahren große Fortschritte.
    • Der MINT-Anteil an allen Hochschulabsolventen ist vergleichsweise gering.

    Handlungsempfehlungen

    Im Zuge der Corona-Krise entstehen bundesweit zusätzliche Herausforderungen, alle Schülerinnen und Schüler optimal zu fördern und eine Verschärfung ungleicher Bildungschancen zu vermeiden. Positiv: Für das neue Schuljahr 2020/21 bereitet sich Hamburg auf verschiedene Szenarien vor, sowohl auf den Regelbetrieb in Präsenz als auch auf Fernunterricht. Der Digitalisierung an Schulen kommt dabei eine wichtige Bedeutung zu. Hamburg weist unterschiedliche Voraussetzungen auf. Einerseits sind das Ausmaß an Bildungsarmut und die Ungleichheit der Bildungschancen trotz Verbesserungen weiterhin relativ hoch. Die Planungen für den Präsenzunterricht sind aber im Vergleich zu anderen Bundesländern besser möglich, da nur ein vergleichsweise geringer Anteil der Lehrkräfte über 60 Jahre alt ist. Positiv für den Fernunterricht: für die Haushalte besteht Zugang zum schnellen Internet.

    Die Ausstattung der Schulen und die Weiterbildung der Lehrkräfte sind für die digitale Weiterentwicklung des Unterrichts sicherzustellen. Schülerinnen und Schüler ohne eigenes Equipment sollten leihweise mit digitalen Endgeräten ausgestattet werden. Positiv ist, dass hierfür für ganz Deutschland Mittel durch den Bund in Höhe von 500 Millionen Euro zur Verfügung stehen. Darüber hinaus sollten die Schulen als Arbeitgeber auch die Beschäftigten verstärkt mit dienstlichen Geräten ausstatten und Zeiten für zusätzliche Fort- und Weiterbildungsangebote für digitale Lernformate sicherstellen. In den Schulen sollten bundesweit rund 20.000 IT-Kräfte zur Administration eingestellt werden, um hierdurch die Lehrkräfte zu entlasten. Die im Konjunkturpaket durch den Bund vorgesehene Unterstützung für IT-Administration ist ein Schritt in die richtige Richtung. Langfristig sind für die Personalkosten bundesweit jährliche Zusatzausgaben für 20.000 IT-Kräfte im Umfang von etwa knapp 2 Mrd. Euro notwendig.

    Stärken:

    Internationalisierung (BM 2020: 1. Platz): Fast alle Grundschüler in Hamburg (97,4 Prozent) wurden im Jahr 2018 in Fremdsprachen unterrichtet. Damit liegt Hamburg deutlich über dem Bundesdurchschnitt und wird nur von Rheinland-Pfalz knapp übertroffen (Bundesdurchschnitt: 63 Prozent). Der Anteil der Berufsschüler mit Fremdsprachenunterricht betrug im Jahr 2018 in der Hansestadt 91,2 Prozent und fiel damit ebenfalls ausgesprochen hoch aus (Bundesdurchschnitt: 35,1 Prozent). Etwas unterdurchschnittlich fällt der Anteil der Bildungsausländer an allen Studierenden der Hamburger Hochschulen aus (Hamburg: 9,5 Prozent; Bundesdurchschnitt: 10,9 Prozent).

    Inputeffizienz (BM 2020: 1. Platz): In Hamburg wurden die Mittel für die Schulen relativ effizient eingesetzt. Hamburg weist an den Schulen sehr hohe Sachausgaben relativ zu den Gesamtausgaben auf. Leicht überdurchschnittlich fällt auch der Anteil des wissenschaftlichen Personals am Gesamtpersonal an den Hamburger Hochschulen aus (Hamburg: 57,2 Prozent; Bundesdurchschnitt: 55,9 Prozent).

    Förderinfrastruktur (BM 2020: 3. Platz): 98,4 Prozent der Hamburger Grundschüler lernten im Jahr 2018 an einer offenen oder gebundenen Ganztagsschule – im Bundesdurchschnitt sind es gerade einmal 42 Prozent. Damit steht Hamburg an der Spitze aller Bundesländer. Gleiches gilt für den Anteil der Schüler in der Sekundarstufe I, die ganztags betreut werden. Hier erreichte Hamburg einen Wert von 97,6 Prozent, der Durchschnitt liegt bei 46,3 Prozent. Zudem fiel der Anteil der drei- bis sechsjährigen Kinder, die sich in einer Ganztagsbetreuung befinden, in Hamburg leicht überdurchschnittlich aus. Weiterhin überstieg in Hamburg im Jahr 2019 der Anteil des Personals mit einem akademischen Abschluss in den Kindertagesstätten mit 11,4 Prozent den Durchschnittswert aller Bundesländer von 7,3 Prozent. Allerdings hat Hamburg beim Anteil der Ungelernten am Personal in den Kindertageseinrichtungen mit 4,6 Prozent einen doppelt so hohen Anteil wie der Bundesdurchschnitt (2,2 Prozent).

    Betreuungsbedingungen (BM 2020: 3. Platz): In Hamburg sind die Schüler-Lehrer-Relationen insbesondere an den Grundschulen besonders gut. Hamburg erzielt hier den besten Wert aller Bundesländer. Auf einen Lehrer an den Grundschulen kamen im Jahr 2018 in Hamburg rechnerisch 13,1 Kinder (Bundesdurchschnitt: 15,9). Im Sekundarbereich I ohne Gymnasien kamen in Hamburg 11 Kinder auf einen Lehrer und im Bundesdurchschnitt 13,4.

    Potenziale:

    Schulqualität (BM 2020: 14. Platz): In der jüngsten Kompetenzerhebung für die Neuntklässler aus dem Jahr 2018 erreicht Hamburg in den Naturwissenschaften den vorletzten Platz. Etwas besser im Bundesländervergleich waren die Ergebnisse in Mathematik.

    Bildungsarmut (BM 2020: 13. Platz): Bei der Überprüfung der Bildungsstandards in den Naturwissenschaften für Neuntklässler erreichten 12,1 Prozent der Hamburger Schüler im Jahr 2018 nicht den Mindeststandard (Bundesdurchschnitt: 9,2 Prozent). Auch in Mathematik und im Lesen weist Hamburg überdurchschnittlich hohe Risikogruppen auf. Dasselbe ist auch bei den Viertklässlern der Fall. Allerdings mussten in Hamburg weniger Schüler die Schule ohne Abschluss verlassen als in anderen Bundesländern (Hamburg: 6,3 Prozent; Bundesdurchschnitt: 6,6 Prozent). Der Anteil der erfolgreichen Absolventen an allen Abgängern eines Berufsvorbereitungsjahrs fiel im Jahr 2018 mit 61,9 Prozent ebenfalls besser aus als im Bundesdurchschnitt (53,4 Prozent).

    Hochschule und MINT (BM 2020: 11. Platz): In Hamburg schlossen relativ wenige Studierende ihr Studium mit einem ingenieurwissenschaftlichen Abschluss ab. Der Anteil der Absolventen in den Ingenieurwissenschaften an allen Hochschulabsolventen betrug im Jahr 2018 in Hamburg 13,9 Prozent und im Bundesdurchschnitt 19 Prozent. Unterdurchschnittlich fiel auch der Anteil der Absolventen in Mathematik und Naturwissenschaften in Hamburg aus. Mit 8,7 Prozent belegt Hamburg hier den letzten Platz aller Bundesländer (Bundesdurchschnitt: 13,8 Prozent).

    Das vollständige Profil als PDF-Download

    Hier finden Sie alle Informationen über Hamburg. Laden Sie das komplette Profil und eine Tabelle mit allen Indikatoren und Vergleichswerten herunter.

    Das Profil von Hamburg im Bildungsmonitor 2011 der INSM
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