Der INSM-Bildungsmonitor 2020

Bremen Platz 15

  • Gesamtranking (Bestand)

    Bremen rutscht auf Platz 15

    Berlin – Bremen rangiert im INSM-Bildungsmonitor 2020 auf dem 15. Platz der 16 Bundesländer. Die Vergleichsstudie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) im Auftrag der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM) bewertet anhand von insgesamt 93 Indikatoren in 12 Handlungsfeldern, inwieweit ein Bundesland Bildungsarmut reduziert, zur Fachkräftesicherung beiträgt und Wachstum fördert.

    Ausgewählte Ergebnisse INSM-Bildungsmonitor 2020

    Bremen weist in den Handlungsfeldern Hochschule/MINT, Forschungsorientierung, Inputeffizienz und Berufliche Bildung Stärken auf:

    • In Bremen werden gemessen an der akademischen Wohnbevölkerung die meisten Akademiker ausgebildet.
    • Die Drittmitteleinnahmen je Professor sind die höchsten in Deutschland.
    • Der Anteil der Wissenschaftler am Gesamtpersonal der Hochschulen ist der höchste in Deutschland.
    • Gemessen an der Einwohnerzahl ist das Ausbildungsstellenangebot hoch.

    Verbesserungspotenzial besteht in Bremen bei den Bildungsausgaben, der Bildungsarmut und der Schulqualität sowie in den Bereichen Internationalisierung und Integration:

    • Die Bildungsausgaben je Schüler sind verglichen zu den Gesamtausgaben je Einwohner gering.
    • Die Risikogruppe unter den Schülern ist die höchste in Deutschland.
    • Im Durchschnitt erreichen die Schüler in den Kompetenztests schlechte Ergebnisse.
    • Die Schüler weisen unterdurchschnittliche Kompetenzen in Fremdsprachen auf.
    • Der Zusammenhang zwischen sozialer Herkunft und Bildungserfolg ist eng.

    Handlungsempfehlungen

    Im Zuge der Corona-Krise entstehen bundesweit zusätzliche Herausforderungen, alle Schülerinnen und Schüler optimal zu fördern und eine Verschärfung ungleicher Bildungschancen zu vermeiden. Positiv: Für das neue Schuljahr 2020/21 bereitet sich Bremen auf verschiedene Szenarien vor, sowohl auf den Regelbetrieb in Präsenz als auch auf Fernunterricht. Der Digitalisierung an Schulen kommt dabei eine wichtige Bedeutung zu. Bremen weist unterschiedliche Voraussetzungen auf. Einerseits sind das Ausmaß an Bildungsarmut und die Ungleichheit der Bildungschancen bereits vor der Corona-Krise hoch. Andererseits sind die Planungen für den Präsenzunterricht im Vergleich zu anderen Bundesländern besser möglich, da nur ein vergleichsweise geringer Anteil der Lehrkräfte über 60 Jahre alt ist.

    Die Ausstattung der Schulen und die Weiterbildung der Lehrkräfte sind für die digitale Weiterentwicklung des Unterrichts sicherzustellen. Schülerinnen und Schüler ohne eigenes Equipment sollten leihweise mit digitalen Endgeräten ausgestattet werden. Positiv ist, dass hierfür für ganz Deutschland Mittel durch den Bund in Höhe von 500 Millionen Euro zur Verfügung stehen. Darüber hinaus sollten die Schulen als Arbeitgeber auch die Beschäftigten verstärkt mit dienstlichen Geräten ausstatten und Zeiten für zusätzliche Fort- und Weiterbildungsangebote für digitale Lernformate sicherstellen. In den Schulen sollten bundesweit rund 20.000 IT-Kräfte zur Administration eingestellt werden, um hierdurch die Lehrkräfte zu entlasten. Die im Konjunkturpaket durch den Bund vorgesehene Unterstützung für IT-Administration ist ein Schritt in die richtige Richtung. Langfristig sind für die Personalkosten bundesweit jährliche Zusatzausgaben für 20.000 IT-Kräfte im Umfang von etwa knapp 2 Mrd. Euro notwendig.

    Stärken:

    Hochschule und MINT (BM 2020: 1. Platz): Im Jahr 2018 lebten 95.000 Akademiker im erwerbsfähigen Alter in Bremen. An den Bremer Hochschulen erreichten im selben Jahr knapp 6.500 Studenten einen Hochschulabschluss – das ergibt eine Ersatzrate von 6,8 Prozent, die den Bestwert aller Bundesländer markiert. Den Spitzenwert aller Bundesländer erzielte Bremen auch beim Anteil der MINT-Wissenschaftler am wissenschaftlichen Personal. Gemessen am FuE-Personal im Bundesland bildete Bremen im Jahr 2018 ebenfalls überdurchschnittlich viele MINT-Akademiker aus (Bremen: 18,9 Prozent; Bundesdurchschnitt: 14,5 Prozent).

    Forschungsorientierung (BM 2020: 2. Platz): Die Drittmittel je Professor liegen in Bremen mit 247.500 Euro deutlich über dem bundesdeutschen Durchschnitt (148.400 Euro). Bremen nimmt hier den besten Wert aller Bundesländer ein. Ebenfalls höher als im Durchschnitt (44,3) sind mit 65,3 die Forscher an Hochschulen je BIP in Mrd. Euro. Die Forschungsausgaben pro Forscher fallen dagegen leicht unterdurchschnittlich aus.

    Inputeffizienz (BM 2020: 3. Platz): Die Relation der Sachausgaben zu den Personalausgaben an den allgemeinbildenden Schulen lag im Jahr 2017 in Bremen bei 20 Prozent und im Bundesdurchschnitt nur bei 15,4 Prozent. Weiterhin verließen weniger Lehrkräfte die Schulen vorzeitig wegen Dienstunfähigkeit als im Durchschnitt über alle Bundesländer. Den Bestwert erreicht Bremen beim Anteil des wissenschaftlichen Personals am Gesamtpersonal ab (Bremen: 70,3 Prozent; Bundesdurchschnitt: 55,9 Prozent).

    Berufliche Bildung (BM 2020: 3. Platz): Bremen hatte gemessen an der Einwohnerzahl im entsprechenden Alter im Jahr 2018 die höchste Zahl an verfügbaren betrieblichen Ausbildungsplätzen. Die Ausbildungsstellenquote lag mit 80,2 Prozent (Bundesdurchschnitt 68,1 Prozent). Bei der Quote der unversorgten Bewerber schneidet Bremen jedoch unterdurchschnittlich ab. Bei der Fortbildungsintensität schnitt Bremen ebenfalls überdurchschnittlich ab.

    Potenziale:

    Ausgabenpriorisierung (BM 2020: 16. Platz): In keinem Bundesland hat die Bildung bei den öffentlichen Ausgaben einen so niedrigen Stellenwert wie in Bremen. Die Bildungsausgaben pro Teilnehmer fallen im Vergleich zu den Gesamtausgaben der öffentlichen Haushalte je Einwohner vor allem an den Grundschulen, den sonstigen allgemeinbildenden Schulen und den Berufsschulen äußerst gering aus.

    Bildungsarmut (BM 2020: 16. Platz): Bei den Überprüfungen der Bildungsstandards im Bereich Lesen und in Mathematik wies Bremen in den letzten Erhebungen unter den Neuntklässlern jeweils die höchste Risikogruppe auf. In den Naturwissenschaften entfiel die zweithöchste Risikogruppe auf Bremen. Weiterhin fiel die Schulabbrecherquote in Bremen mit 7,9 Prozent im Jahr 2018 höher aus als im bundesweiten Durchschnitt (6,6 Prozent).

    Schulqualität (BM 2020: 16. Platz): Bremen nimmt bei der Schulqualität den letzten Platz aller Bundesländer ein. Bei den IQB-Vergleichstests der Neuntklässler ist Bremen sowohl in Mathematik, in den Naturwissenschaften als auch im Lesen jeweils das Schlusslicht.

    Internationalisierung (BM 2020: 14. Platz): In Bremen wiesen die Schüler unterdurchschnittliche Kompetenzen im Hören und Lesen der englischen Sprache auf. Weiterhin fiel der Anteil der Grundschüler in Bremen, die im Jahr 2018 in Fremdsprachen unterrichtet wurden, mit 42,2 Prozent deutlich geringer aus als der Durchschnitt über alle Bundesländer (63 Prozent). Der Anteil der Berufsschüler mit Fremdsprachenunterricht betrug im Jahr 2018 in Bremen jedoch 49,1 Prozent und ist damit überdurchschnittlich (Bundesdurchschnitt: 35,1 Prozent).

    Integration (BM 2020: 14. Platz): Im Jahr 2018 erlangten mit 3,1 Prozent unterdurchschnittlich viele Jugendliche mit einer ausländischen Staatsangehörigkeit an beruflichen Schulen die Studienberechtigung (Bundesdurchschnitt: 6,9 Prozent). Die Studienberechtigtenquote von ausländischen Jugendlichen an allgemeinbildenden Schulen fiel durchschnittlich aus. Zudem erreichten im Jahr 2018 in Bremen 20,3 Prozent der ausländischen Schulabsolventen keinen Abschluss (Bundesdurchschnitt: 18,2 Prozent). Schließlich ist der Zusammenhang zwischen sozioökonomischer Herkunft und Bildungserfolg in Bremen relativ groß.

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    Das Profil von Bremen im Bildungsmonitor 2011 der INSM
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