Der INSM-Bildungsmonitor 2020

Brandenburg Platz 14

  • Gesamtranking (Bestand)

    Brandenburg verbessert sich auf Platz 14

    Berlin – Brandenburg rangiert im INSM-Bildungsmonitor 2020 auf Platz 14 der 16 Bundesländer. Die Vergleichsstudie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) im Auftrag der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM) bewertet anhand von insgesamt 93 Indikatoren in 12 Handlungsfeldern, inwieweit ein Bundesland Bildungsarmut reduziert, zur Fachkräftesicherung beiträgt und Wachstum fördert.

    Ausgewählte Ergebnisse INSM-Bildungsmonitor 2020

    Brandenburg hat Stärken in den Handlungsfeldern Internationalisierung, Integration und bei der Vermeidung von Bildungsarmut:

    • Viele Berufsschüler werden in Fremdsprachen unterrichtet; der Anteil der Bildungsausländer an allen Studierenden ist der dritthöchste in Deutschland.
    • Der Zusammenhang zwischen sozialer Herkunft und Bildungserfolg ist gering.
    • Vergleichsweise viele Schüler erreichen die Mindeststandards in den Bereichen Lesen, Mathematik und Naturwissenschaften.

    Deutliches Verbesserungspotenzial besteht in Brandenburg vor allem bei der Forschungsorientierung sowie in den Bereichen Hochschule/MINT, berufliche Bildung und Zeiteffizienz:

    • Vergleichsweise wenige Habilitationen werden abgeschlossen.
    • Gemessen an der Anzahl der Forscher ist die Anzahl der MINT-Absolventen niedrig.
    • Die Erfolgsquote in den Abschlussprüfungen der dualen Ausbildung ist die geringste in Deutschland.
    • Viele Grundschüler werden verspätet eingeschult. Der Anteil vorzeitig abgebrochener Ausbildungsverträge ist hoch.

    Handlungsempfehlungen

    Im Zuge der Corona-Krise entstehen bundesweit zusätzliche Herausforderungen, alle Schülerinnen und Schüler optimal zu fördern und eine Verschärfung ungleicher Bildungschancen zu vermeiden. Positiv: Für das neue Schuljahr 2020/21 bereitet sich Brandenburg auf verschiedene Szenarien vor, sowohl auf den Regelbetrieb in Präsenz als auch auf Fernunterricht. Der Digitalisierung an Schulen kommt dabei eine wichtige Bedeutung zu. Brandenburg weist ungünstige Voraussetzungen auf. Ein vergleichsweise hoher Anteil älterer Lehrkräfte (über 60) erschwert die Planungen für den Regelbetrieb. Großer Ausbaubedarf besteht für den Fernunterricht in ländlichen Regionen beim Zugang zum schnellen Internet. Die Ausstattung der Schulen und die Weiterbildung der Lehrkräfte sind für die digitale Weiterentwicklung des Unterrichts sicherzustellen. Schülerinnen und Schüler ohne eigenes Equipment sollten leihweise mit digitalen Endgeräten ausgestattet werden. Positiv ist, dass hierfür für ganz Deutschland Mittel durch den Bund in Höhe von 500 Millionen Euro zur Verfügung stehen. Darüber hinaus sollten die Schulen als Arbeitgeber auch die Beschäftigten verstärkt mit dienstlichen Geräten ausstatten und Zeiten für zusätzliche Fort- und Weiterbildungsangebote für digitale Lernformate sicherstellen. In den Schulen sollten bundesweit rund 20.000 IT-Kräfte zur Administration eingestellt werden, um hierdurch die Lehrkräfte zu entlasten. Die im Konjunkturpaket durch den Bund vorgesehene Unterstützung für IT-Administration ist ein Schritt in die richtige Richtung. Langfristig sind bundesweit jährliche Zusatzausgaben für 20.000 IT-Kräfte im Umfang von etwa knapp 2 Mrd. Euro notwendig.

    Stärken:

    Internationalisierung (BM 2020: 3. Platz): Fast alle Berufsschüler in Brandenburg (95,1 Prozent) wurden im Jahr 2018 in Fremdsprachen unterrichtet. Damit erreicht Brandenburg den zweitbesten Wert aller Bundesländer (Bundesdurchschnitt: 35,1 Prozent). Dagegen wies Brandenburg bei den Grundschulen mit 50,6 Prozent einen unterdurchschnittlichen Anteil an Schülern mit Fremdsprachenunterricht auf (Bundesdurchschnitt: 63 Prozent). Der Anteil der Bildungsausländer an allen Studierenden war im Jahr 2018 mit 14,4 Prozent jedoch wiederum überdurchschnittlich (Bundesdurchschnitt: 10,9 Prozent).

    Integration (BM 2020: 3. Platz): Bei den Tests zu den Bildungsstandards des IQB aus dem Jahr 2018 fiel in Brandenburg verglichen mit den anderen Bundesländern der Zusammenhang zwischen sozialer Herkunft und Bildungserfolg relativ gering aus. Die Schulabbrecherquote unter den ausländischen Jugendlichen betrug dagegen im Jahr 2018 19 Prozent. Diese liegt leicht oberhalb des bundesdeutschen Durchschnitts von 18,2 Prozent.

    Bildungsarmut (BM 2020: 5. Platz): Überdurchschnittlich schneidet Brandenburg bei der Vermeidung von Bildungsarmut ab. In verschiedenen Kompetenzerhebungen zählen in Brandenburg unterdurchschnittlich viele Neuntklässler in den Naturwissenschaften, in Mathematik und im Lesen zur Risikogruppe. Der Anteil der Schulabgänger ohne Abschluss war im Jahr 2018 mit 7,5 Prozent jedoch höher als im Bundesdurchschnitt (6,6 Prozent).

    Potenziale:

    Forschungsorientierung (BM 2020: 16. Platz): Der Nachholbedarf Brandenburgs zeigt sich unter anderem bei der Habilitations- und Promotionsquote. Brandenburg nimmt bei der Habilitationsquote den letzten Platz aller Bundesländer ein. Bei der Promotionsquote schneidet Brandenburg ebenfalls unterdurchschnittlich ab. 4,4 Prozent aller Abschlüsse an Hochschulen waren im Jahr 2018 Promotionen (Bundesdurchschnitt: 5,6 Prozent). Mit 102.200 Euro fallen auch die Forschungsausgaben pro Forscher im Jahr 2017 niedriger aus als im Bundesdurchschnitt (120.200 Euro). Brandenburg nimmt hier den vorletzten Platz aller Bundesländer ein.

    Hochschule und MINT (BM 2020: 16. Platz): Im Jahr 2018 lebten rund 264.000 Akademiker im erwerbsfähigen Alter in Brandenburg. An den Hochschulen dieses Bundeslandes erreichten im selben Jahr 8.600 Studenten einen Hochschulabschluss – eine Ersatzquote von 3,3 Prozent. Brandenburg erreicht hiermit den schlechtesten Wert aller Bundesländer (Bundesdurchschnitt: 4,8 Prozent). Weiterhin schneidet Brandenburg beim Anteil der Absolventen in Ingenieurwissenschaften an allen Hochschulabsolventen sowie beim Anteil der Absolventen in Mathematik und Naturwissenschaften unterdurchschnittlich ab. Gemessen am FuE-Personal im Bundesland bildete Brandenburg im Jahr 2018 ebenfalls unterdurchschnittlich viele MINT-Akademiker aus (Brandenburg: 9,9 Prozent; Bundesdurchschnitt: 14,5 Prozent). Die Position Brandenburgs in diesem Handlungsfeld ist vor dem Hintergrund der guten Bewertung Berlins einzuordnen.

    Berufliche Bildung (BM 2020: 15. Platz): Gemessen an der Bevölkerung im entsprechenden Alter wurden im Jahr 2019 relativ wenige betriebliche Ausbildungsplätze angeboten. Brandenburg verzeichnete mit 57,5 Prozent die zweitniedrigste Quote in Deutschland (Bundesdurchschnitt: 68,1 Prozent). Die Quote der unversorgten Bewerber fällt in Brandenburg mit 10,0 Prozent ebenfalls schlechter als im Bundesdurchschnitt aus (Bundesdurchschnitt: 8,9 Prozent). Zudem war die Erfolgsquote bei den Prüfungen der dualen Ausbildung im Jahr 2018 mit 83,5 Prozent niedriger als im Bundesdurchschnitt (90,3 Prozent). Etwas besser als der Bundesdurchschnitt schnitt Brandenburg bei dem Anteil erfolgreicher Absolventen an den Berufsfachschulen, Fachoberschulen und Fachschulen ab.

    Zeiteffizienz (BM 2020: 15. Platz). In Brandenburg werden 16,5 Prozent der Kinder verspätet eingeschult (Bundesdurchschnitt: 7,2 Prozent). Deutlich unterdurchschnittlich schnitt Brandenburg auch bei dem Anteil vorzeitig aufgelöster Ausbildungsverträge an allen Ausbildungsverträgen ab. Brandenburg erreichte hier einen Wert von 36,2 Prozent, während der Anteil im Bundesdurchschnitt 29,1 Prozent betrug. Zudem weist Brandenburg im Jahr 2018 mit 26,6 ein relativ hohes Durchschnittsalter der Erstabsolventen auf (Bundesdurchschnitt: 26,0 Jahre).

    Das vollständige Profil als PDF-Download

    Hier finden Sie alle Informationen über Brandenburg. Laden Sie das komplette Profil und eine Tabelle mit allen Indikatoren und Vergleichswerten herunter.

    Das Profil von Brandenburg im Bildungsmonitor 2011 der INSM
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