Der INSM-Bildungsmonitor 2019

Sachsen Platz 1

  • Gesamtranking (Bestand)

    Sachsen wieder Klassenbester

    Berlin – Sachsen hat 2019 den ersten Platz im INSM-Bildungsmonitor verteidigt. Die Vergleichsstudie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) im Auftrag der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM) bewertet anhand von insgesamt 93 Indikatoren in 12 Handlungsfeldern, inwieweit ein Bundesland Bildungsarmut reduziert, zur Fachkräftesicherung beiträgt und Wachstum fördert.

    Ausgewählte Ergebnisse INSM-Bildungsmonitor 2019

    Besondere Stärken weist Sachsen in den Handlungsfeldern Förderinfrastruktur, Bildungsarmut, Schulqualität, Forschungsorientierung, Hochschule/MINT und Internationalisierung auf:

    • Viele Kinder werden in Kindergärten und Grundschulen ganztags betreut.
    • Nur wenige Schüler erreichen nicht die Mindeststandards in Mathe oder Lesen.
    • Die Schüler verfügen über hohe Kompetenzen.
    • Die eingeworbenen Drittmittel je Professor sind die zweithöchsten in Deutschland.
    • Relativ zu den beschäftigten Ingenieuren oder Forschern werden viele Ingenieure und sonstige MINT-Akademiker an Hochschulen ausgebildet.
    • Viele Berufsschüler lernen Fremdsprachen; viele Studierende sind für das Studium aus dem Ausland zugewandert.

    Verbesserungspotenzial besteht in Sachsen bei Zeiteffizienz und Inputeffizienz:

    • Relativ viele Ausbildungsverträge werden vorzeitig gelöst; der Bologna-Prozess wird nur zögerlich umgesetzt und die Altersstruktur der Lehrer an allgemeinbildenden Schulen ist unausgewogen.

    Handlungsempfehlungen

    Neben den genannten Verbesserungspotenzialen zeigt der Bildungsmonitor zu verschiedenen Schwerpunkten Handlungsempfehlungen für die Bildungspolitik in Deutschland auf.

    Integration: So sollten zur Stärkung der Integration und Durchlässigkeit des Bildungssystems die Bildungsausgaben stärker nach einem Sozialindex differenziert und Sprachförderung systematisch mit Beginn der KITA über die Bildungslaufbahn hinweg gestärkt werden.

    Digitalisierung: Zur Sicherung der digitalen Mündigkeit sollte der Digitalpakt an Schulen und Berufsschulen zügig umgesetzt, Lehrkonzepte entwickelt und Lehrkräfte geschult werden. Auch hier sollte ein Zugang zur IT-Ausstattung durch eine Differenzierung der öffentlichen Bildungsausgaben über einen Sozialindex für alle Schüler gesichert werden. Ferner sollten bundesweit die IT-Ausbildung in der beruflichen und akademischen Bildung und die Forschung im Bereich der Digitalisierung gestärkt werden. Sachsen hat im Bereich der Schulen Nachholbedarf bei der Digitalisierung und sollte auch bei der beruflichen und akademischen IT-Ausbildung und der Forschung zusätzliche Impulse setzen. Positiv zu bewerten ist, dass bei der IT-Ausbildung an Hochschulen leichte Fortschritte erreicht werden konnten.

    Ökonomische Bildung: Der aktuelle Bildungsmonitor zeigt ebenso auf, dass bei der ökonomischen Grundbildung und der Berufsorientierung bundesweit ein hoher Einfluss der sozialen Herkunft auf Kenntnisse und Informationsstand der Jugendlichen besteht und diese wiederum soziale Auswirkungen im späteren Leben haben. Hier sollten die Schulen bundesweit durch Lehrkonzepte zur ökonomischen Bildung sowie eine entsprechende Ausweitung des Unterrichts und der Berufsorientierung bessere Grundlagen und Chancen für alle Jugendlichen schaffen.

    Stärken:

    Förderinfrastruktur (BM 2019: 1. Platz): Sachsen weist hohe Ganztagsquoten in den Kindertageseinrichtungen und Grundschulen auf. So besuchten in Sachsen 87,3 Prozent der Grundschüler im Jahr 2017 eine offene oder gebundene Ganztagsschule (Bundesdurchschnitt: 41,6 Prozent). Dies ist die zweithöchste Quote aller Bundesländer. Deutlich überdurchschnittlich fiel mit 73,8 Prozent auch der Anteil der Schüler an Ganztagsschulen im Sekundarbereich I aus (Bundesdurchschnitt: 44,8 Prozent). Darüber hinaus wurden im Jahr 2018 von den Drei- bis Sechsjährigen 82,1 Prozent der Kinder in Sachsen ganztägig betreut (Bundesdurchschnitt: 45,9 Prozent). Im Jahr 2018 hatten außerdem 11 Prozent des Personals in Kindertageseinrichtungen einen Hochschulabschluss (Bundesdurchschnitt: 7,1 Prozent).

    Bildungsarmut (BM 2019: 1. Platz): Die guten Bedingungen zur Verbesserung der sozialen Teilhabe machen sich beim Ziel der Vermeidung von Bildungsarmut bezahlt. Bei früheren IQB-Vergleichsstudien waren die Risikogruppen im Lesen und in Mathematik in Sachsen besonders gering. Verbesserungspotenzial besteht jedoch noch bei der Schulabbrecherquote. Dieser steht aber eine sehr hohe Erfolgsquote bei der Berufsvorbereitung gegenüber.

    Schulqualität (BM 2019: 1. Platz): Aufgrund der sehr guten Ergebnisse bei den letzten IQB-Schulleistungstests erreicht Sachsen den Spitzenplatz. Die nächsten Ergebnisse von Vergleichsstudien erscheinen Ende dieses Jahres.

    Forschungsorientierung (BM 2019: 2. Platz): Sachsen trägt in hohem Maße zur Ausbildung des Forschernachwuchses bei. Auch bei den eingeworbenen Drittmitteln je Professor ist Sachsen sehr erfolgreich. Mit 218.300 Euro erzielt Sachsen den zweitbesten Wert aller Bundesländer (Bundesdurchschnitt: 144.000 Euro).

    Hochschule und MINT (BM 2019: 2. Platz): Auf 100 sozialversicherungspflichtig beschäftigte Ingenieure in Sachsen kamen im Jahr 2017 rund 9,2 neue Ingenieurabsolventen – im Bundesdurchschnitt betrug die Ersatzquote nur 6,8 Prozent. Sachsen erreicht hier den besten Wert aller Bundesländer. Auch bei der Relation der MINT-Absolventen zu den F&E-Beschäftigten schnitt Sachsen mit 18,7 Prozent überdurchschnittlich ab (Bundesdurchschnitt: 15,6 Prozent). Beim Anteil der MINT-Wissenschaftler am wissenschaftlichen Personal war Sachsen hingegen deutlich überdurchschnittlich.

    Internationalisierung (BM 2019: 2. Platz): In Sachsen wurden im Jahr 2017 mit einem Anteil von 53,9 Prozent unterdurchschnittlich viele Grundschüler in Fremdsprachen unterrichtet (Bundesdurchschnitt: 65,7 Prozent). Der Anteil der Berufsschüler mit Fremdsprachenunterricht fiel dagegen überdurchschnittlich aus. Sachsen erreichte hier einen Wert von 79,0 Prozent, während der Bundesdurchschnitt 35,3 Prozent betrug. Zudem weisen die sächsischen Hochschulen sehr viele Bildungsausländer auf. Sachsen erreichte hier im Jahr 2017 mit 13,9 Prozent nach Berlin den zweitbesten Wert aller Bundesländer (Bundesdurchschnitt: 10,3 Prozent).

    Potenziale:

    Inputeffizienz (BM 2019: 9. Platz): Verbesserungsbedarf besteht in Sachsen bei der Inputeffizienz. Die Altersstruktur der Lehrer an den allgemeinbildenden Schulen blieb relativ unausgewogen. Sachsen wies hier die fünfthöchste Heterogenität auf. Auch bei der Altersstruktur an den beruflichen Schulen besteht weiterhin Verbesserungsbedarf. In der Konsequenz greift Sachsen vergleichsweise stark auf Seiteneinsteiger zurück.

    Zeiteffizienz (BM 2019: 12. Platz): Das relativ schlechte Abschneiden Sachsens in diesem Handlungsfeld lässt sich auf den geringen Anteil der Studienanfänger in einem Bachelorstudiengang zurückführen. Mit einem Anteil von 52,0 Prozent im Jahr 2017 weist Sachsen hier klar den schlechtesten Wert aller Bundesländer auf (Bundesdurchschnitt: 72,5 Prozent). Weiterhin lösten gemessen an der Anzahl der Neuverträge im Jahr 2017 mit 30,3 Prozent mehr Jugendliche als im Bundesdurchschnitt vorzeitig ihren Ausbildungsvertrag auf (Bundesdurchschnitt: 28,3 Prozent).

    Das vollständige Profil als PDF-Download

    Hier finden Sie alle Informationen über Sachsen. Laden Sie das komplette Profil und eine Tabelle mit allen Indikatoren und Vergleichswerten herunter.

    Das Profil von Sachsen im Bildungsmonitor 2011 der INSM
    Download Factsheet

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