Der INSM-Bildungsmonitor 2019

Saarland Platz 4

  • Gesamtranking (Bestand)

    Saarland springt zwei Plätze nach vorn auf Platz 4

    Berlin – Das Saarland hat sich in den letzten sechs Jahren am stärksten verbessert und schafft es im INSM-Bildungsmonitor 2019 auf Platz 4 der 16 Bundesländer. Die Vergleichsstudie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) im Auftrag der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM) bewertet anhand von insgesamt 93 Indikatoren in 12 Handlungsfeldern, inwieweit ein Bundesland Bildungsarmut reduziert, zur Fachkräftesicherung beiträgt und Wachstum fördert.

    Ausgewählte Ergebnisse INSM-Bildungsmonitor 2019

    Das Saarland weist Stärken in den Handlungsfeldern Zeiteffizienz, Ausgabenpriorisierung, Betreuungsbedingungen, Forschungsorientierung und Integration auf:

    • Nur wenige Schüler wiederholen eine Klasse.
    • Die Bildungsausgaben je Grundschüler sind hoch, die sonstigen Gesamtausgaben des Landes vergleichsweise niedrig.
    • Die Grundschulen weisen eine gute Schüler-Lehrer-Relation auf.
    • Das Saarland weist eine hohe Habilitations- und Promotionsquote auf.
    • Der Einfluss der sozialen Herkunft der Schüler auf ihre Bildung ist gering.

    Verbesserungspotenzial besteht im Saarland vor allem bei Beruflicher Bildung, Förderinfrastruktur und Internationalisierung:

    • Die Fortbildungsquoten unter jungen Erwachsenen sind vergleichsweise niedrig.
    • Es gibt nur wenig hochqualifiziertes Personal an Kitas.
    • An beruflichen Schulen werden wenige Schüler in Fremdsprachen unterrichtet.

    Handlungsempfehlungen

    Neben den genannten Verbesserungspotenzialen zeigt der Bildungsmonitor zu verschiedenen Schwerpunkten Handlungsempfehlungen für die Bildungspolitik in Deutschland auf.

    Integration: So sollten zur Stärkung der Integration und Durchlässigkeit des Bildungssystems die Bildungsausgaben stärker nach einem Sozialindex differenziert und Sprachförderung systematisch mit Beginn der Kita über die Bildungslaufbahn hinweg gestärkt werden.

    Digitalisierung: Zur Sicherung der digitalen Mündigkeit sollte der Digitalpakt an Schulen und Berufsschulen zügig umgesetzt, Lehrkonzepte entwickelt und Lehrkräfte geschult werden. Auch hier sollte ein Zugang zur IT-Ausstattung durch eine Differenzierung der öffentlichen Bildungsausgaben über einen Sozialindex für alle Schüler gesichert werden. Ferner sollten bundesweit die IT-Ausbildung in der beruflichen und akademischen Bildung und die Forschung im Bereich der Digitalisierung gestärkt werden. Das Saarland hat im Bereich der Schulen Nachholbedarf bei der Digitalisierung und sollte bei der Forschung zusätzliche Impulse setzen. Positiv zu bewerten ist, dass bei der beruflichen IT-Ausbildung Fortschritte erreicht werden konnten.

    Ökonomische Bildung: Der aktuelle Bildungsmonitor zeigt ebenso auf, dass bei der ökonomischen Grundbildung und der Berufsorientierung bundesweit ein hoher Einfluss der sozialen Herkunft auf Kenntnisse und Informationsstand der Jugendlichen besteht und diese wiederum soziale Auswirkungen im späteren Leben haben. Hier sollten die Schulen bundesweit durch Lehrkonzepte zur ökonomischen Bildung sowie eine entsprechende Ausweitung des Unterrichts und der Berufsorientierung bessere Grundlagen und Chancen für alle Jugendlichen schaffen.

    Stärken:

    Zeiteffizienz (BM 2019: 2. Platz): Die Wiederholerquote in der Sekundarstufe I lag im Jahr 2017 im Saarland mit 1,9 Prozent unterhalb des Bundesdurchschnitts von 2,8 Prozent. Die Wiederholerquote bei den Grundschülern fiel mit 0,3 Prozent ebenfalls besser aus als im Bundesdurchschnitt (0,5 Prozent).

    Ausgabenpriorisierung (BM 2019: 3. Platz): Das Saarland weist Bildung im öffentlichen Ausgabeverhalten im Vergleich der Bundesländer die dritthöchste Priorität zu. Die Bildungsausgaben je Grundschüler lagen im Jahr 2016 mit 6.600 Euro über dem Bundesdurchschnitt von 6.200 Euro. Bei den öffentlichen Ausgaben insgesamt ist das Saarland hingegen sparsamer als andere Bundesländer.

    Betreuungsbedingungen (BM 2019: 4. Platz): Im Saarland werden in den Kindergärten, den Grundschulen, in der Sekundarstufe und an den Teilzeit-Berufsschulen bessere Betreuungsrelationen erreicht als im Bundesdurchschnitt. In den Grundschulen kommen im Saarland rechnerisch 13,3 Schüler auf einen Lehrer. Dies ist der zweitbeste Wert aller Bundesländer (Bundesdurchschnitt: 16,2). Verbesserungsbedarf gibt es allerdings hinsichtlich der Betreuungsrelationen an den beruflichen Vollzeit-Schulen und an den Hochschulen.

    Forschungsorientierung (BM 2019: 5. Platz): Im Jahr 2017 wurden 4,0 Habilitationsverfahren gemessen pro 100 Professoren abgeschlossen (Bundesdurchschnitt: 3,5). Dies ist nach Bayern der zweitbeste Wert aller Bundesländer. Bei der Promotionsquote erreichte das Saarland mit 7,1 Prozent ebenfalls den zweitbesten Wert (Bundesdurchschnitt: 5,7 Prozent). Leicht überdurchschnittlich schnitt das Saarland bei den eingeworbenen Drittmitteln je Professor ab (Saarland: 144.500 Euro; Bundesdurchschnitt: 144.000 Euro).

    Integration (BM 2019: 5. Platz): Bei früheren Tests zu den Bildungsstandards zeigte sich, dass der Einfluss des sozialen Hintergrunds der Eltern auf die Leseleistungen der Kinder geringer ausfiel als im Bundesdurchschnitt. Weiterhin erlangten im Jahr 2017 mit 9,0 Prozent relativ viele Jugendliche mit einer ausländischen Staatsangehörigkeit an beruflichen Schulen die Studienberechtigung (Bundesdurchschnitt: 6,6 Prozent). An allgemeinbildenden Schulen erreicht das Saarland sowohl bei der Studienberechtigtenquote unter Ausländern als auch bei den Abbrecherquoten jedoch vergleichsweise ungünstige Werte.

    Potenziale:

    Berufliche Bildung (BM 2019: 12. Platz): Gemessen an der Bevölkerung im entsprechenden Alter wurden im Jahr 2018 relativ viele betriebliche Ausbildungsplätze angeboten (Saarland 77,0; Bundesdurchschnitt: 67,7 Prozent). Zudem war die Quote an unversorgten Bewerbern mit 8,5 Prozent besser (Bundesdurchschnitt: 9,3 Prozent). Die Erfolgsquote bei den Prüfungen der dualen Ausbildung war im Jahr 2017 mit 87 Prozent jedoch niedriger als im Bundesdurchschnitt (90,3 Prozent). Schließlich fiel auch die Fortbildungsintensität im Saarland geringer aus als im bundesdeutschen Durchschnitt. Von 1.000 Personen aus der Kohorte der 25- bis 40-Jährigen beendeten 4,6 im Jahr 2017 erfolgreich eine Fortbildungsprüfung (Durchschnitt: 6,7).

    Förderinfrastruktur (BM 2019: 11. Platz): Überdurchschnittlich schnitt das Saarland mit 52,1 Prozent auch beim Anteil der ganztags betreuten Kinder im Alter zwischen drei und sechs Jahren ab (Bundesdurchschnitt: 45,9 Prozent). Den schlechtesten Wert aller Bundesländer erzielte das Saarland jedoch beim Anteil des hochqualifizierten Personals am Gesamtpersonal in Kindertageseinrichtungen. Im Jahr 2018 wies das Saarland hier einen Wert von 3,9 Prozent auf, während der Bundesdurchschnitt 7,1 Prozent betrug.

    Internationalisierung (BM 2019: 11. Platz): Im Saarland wurden im Jahr 2017 mit 46,1 Prozent relativ wenige Grundschüler in Fremdsprachen unterrichtet (Bundesdurchschnitt: 65,7 Prozent). Der Anteil der Berufsschüler mit Fremdsprachenunterricht fiel ebenfalls unterdurchschnittlich aus (Saarland: 28,8 Prozent; Bundesdurchschnitt: 35,3 Prozent). Der Anteil der Bildungsausländer an allen Studierenden fiel im Jahr 2017 mit 12,6 Prozent jedoch höher aus als im gesamtdeutschen Durchschnitt (10,3 Prozent).

    Das vollständige Profil als PDF-Download

    Hier finden Sie alle Informationen über Saarland. Laden Sie das komplette Profil und eine Tabelle mit allen Indikatoren und Vergleichswerten herunter.

    Das Profil von Saarland im Bildungsmonitor 2011 der INSM
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