Der INSM-Bildungsmonitor 2019

Niedersachsen Platz 9

  • Gesamtranking (Bestand)

    Niedersachsen auf Platz 9

    Berlin – Niedersachsen rangiert im INSM-Bildungsmonitor 2019 auf Platz 9 der 16 Bundesländer, hat sich verglichen zu 2013 aber am fünftstärksten verbessert. Die Vergleichsstudie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) im Auftrag der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM) bewertet anhand von insgesamt 93 Indikatoren in 12 Handlungsfeldern, inwieweit ein Bundesland Bildungsarmut reduziert, zur Fachkräftesicherung beiträgt und Wachstum fördert.

    Ausgewählte Ergebnisse INSM-Bildungsmonitor 2019

    Niedersachsen weist bei Integration und Ausgabenpriorisierung Stärken auf:

    • Der Zusammenhang zwischen sozialer Herkunft und den Bildungserfolgen eines Schülers ist im Vergleich zu anderen Bundesländern gering.
    • Die Bildungsausgaben je Grundschüler oder Studierenden sind relativ hoch.

    Deutliches Verbesserungspotenzial besteht in Niedersachsen vor allem bei der Internationalisierung, in den Handlungsfeldern Hochschule/MINT, Bildungsarmut und Förderinfrastruktur:

    • Der Anteil der Bildungsausländer an den Studierenden ist gering.
    • Gemessen an der akademischen Wohnbevölkerung und den Studienberechtigten bildet Niedersachsen relativ wenig Akademiker aus.
    • Der Anteil erfolgreicher Absolventen im Berufsvorbereitungsjahr ist niedrig.
    • Wenige Kinder besuchen eine Ganztagskita; der Akademikeranteil unter den Beschäftigten an Kitas ist vergleichsweise gering.

    Handlungsempfehlungen

    Neben den genannten Verbesserungspotenzialen zeigt der Bildungsmonitor zu verschiedenen Schwerpunkten Handlungsempfehlungen für die Bildungspolitik in Deutschland auf.

    Integration: So sollten zur Stärkung der Integration und Durchlässigkeit des Bildungssystems die Bildungsausgaben stärker nach einem Sozialindex differenziert und Sprachförderung systematisch mit Beginn der Kita über die Bildungslaufbahn hinweg gestärkt werden.

    Digitalisierung: Zur Sicherung der digitalen Mündigkeit sollte der Digitalpakt an Schulen und Berufsschulen zügig umgesetzt, Lehrkonzepte entwickelt und Lehrkräfte geschult werden. Auch hier sollte ein Zugang zur IT-Ausstattung durch eine Differenzierung der öffentlichen Bildungsausgaben über einen Sozialindex für alle Schüler gesichert werden. Ferner sollten bundesweit die IT-Ausbildung in der beruflichen und akademischen Bildung und die Forschung im Bereich der Digitalisierung gestärkt werden. Niedersachsen sollte bei der akademischen IT-Ausbildung zusätzliche Impulse setzen. Positiv zu bewerten ist, dass bei der IT-Ausbildung an Hochschulen leichte Fortschritte erreicht werden konnten.

    Ökonomische Bildung: Der aktuelle Bildungsmonitor zeigt ebenso auf, dass bei der ökonomischen Grundbildung und der Berufsorientierung bundesweit ein hoher Einfluss der sozialen Herkunft auf Kenntnisse und Informationsstand der Jugendlichen besteht und diese wiederum soziale Auswirkungen im späteren Leben haben. Hier sollten die Schulen bundesweit durch Lehrkonzepte zur ökonomischen Bildung sowie eine entsprechende Ausweitung des Unterrichts und der Berufsorientierung bessere Grundlagen und Chancen für alle Jugendlichen schaffen.

    Stärken:

    Integration (BM 2019: 5. Platz): Bei früheren Tests zu den Bildungsstandards im Lesen wies Niedersachsen im Vergleich zu den anderen Bundesländern einen relativ geringen Zusammenhang zwischen sozialer Herkunft und Bildungserfolg auf. Etwas schlechter als der Bundesdurchschnitt schnitt das Land beim Anteil ausländischer Schulabgänger ohne Abschluss ab (Niedersachsen: 22,9 Prozent, Bundesdurchschnitt: 18,1 Prozent).

    Ausgabenpriorisierung (BM 2019: 6. Platz): Niedersachsen weist Bildung im öffentlichen Ausgabenverhalten die sechsthöchste Priorität aller Bundesländer zu. So liegen die öffentlichen Gesamtausgaben je Einwohner in Niedersachsen unter dem Bundesdurchschnitt. Die Bildungsausgaben je Grundschüler lagen im Jahr 2016 mit 6.400 Euro hingegen über dem Bundesdurchschnitt von 6.200 Euro. Auch die Ausgaben je Studierenden liegen in Niedersachsen über dem Bundesdurchschnitt.

    Potenziale:

    Internationalisierung (BM 2019: 15. Platz): Bei den meisten Indikatoren des Handlungsfelds schneidet Niedersachsen unterdurchschnittlich ab. Das galt im Jahr 2017 unter anderem für den Anteil der Grundschüler mit Fremdsprachenunterricht, der mit 49,7 Prozent geringer ausfiel als im Bundesdurchschnitt (65,7 Prozent). Der Anteil der Berufsschüler mit Fremdsprachenunterricht war dagegen leicht überdurchschnittlich. Der Anteil der Bildungsausländer an allen Studierenden fiel im Jahr 2017 mit 8,6 Prozent wiederum geringer aus als im gesamtdeutschen Durchschnitt (10,3 Prozent). Die Englischkompetenzen der niedersächsischen Schüler waren ebenfalls leicht unterdurchschnittlich.

    Hochschule und MINT (BM 2019: 14. Platz): In Relation zur Zahl seiner Schulabsolventen, die ein Studium in einem anderen Bundesland aufnehmen, zieht Niedersachsen die zweitwenigsten Studienanfänger aus anderen Bundesländern an. Ebenfalls unterdurchschnittlich fielen auch die Ingenieurersatzquote sowie die Ersatzquote in der Forschung und Entwicklung aus. So kamen auf 100 sozialversicherungspflichtig beschäftigte Ingenieure nur 6,1 Absolventen eines ingenieurwissenschaftlichen Studiums (Bundesdurchschnitt: 6,8 Prozent). Die entsprechenden Quoten für den Anteil der MINT-Absolventen am F&E-Personal betrug 14,7 (Bundesdurchschnitt: 15,6 Prozent).

    Bildungsarmut (BM 2019: 12. Platz): Bei den Viertklässlern gehörten im Jahr 2016 im Lesen und in Mathematik überdurchschnittlich viele Schüler zur Risikogruppe. Weiterhin hatten in Niedersachsen 5,9 Prozent der Schulabsolventen des Jahres 2017 keinen Schulabschluss. Damit erzielte Niedersachsen bei diesem Indikator einen leicht besseren Wert als im Bundesdurchschnitt (6,3 Prozent). Der Anteil der erfolgreichen Absolventen an den Abgängern aus dem Berufsvorbereitungsjahr fiel im Jahr 2017 in Niedersachsen jedoch mit 25,0 Prozent deutlich geringer aus als der Bundesdurchschnitt (50,0 Prozent). Niedersachen wies hier den schlechtesten Wert aller Bundesländer auf.

    Förderinfrastruktur (BM 2019: 12. Platz): Der Anteil der drei- bis sechsjährigen Kinder mit einem Ganztags-Kita-Platz lag im Jahr 2018 mit 31,6 Prozent deutlich unter dem Bundesdurchschnitt von 45,9 Prozent. Die Akademikerquote im Elementarbereich fiel mit 5,2 Prozent ebenso unterdurchschnittlich aus (Bundesdurchschnitt: 7,1 Prozent). Schließlich weist Niedersachsen im Jahr 2018 auch einen relativ hohen Anteil an ungelernten Mitarbeitern (2,5 Prozent) im Elementarbereich auf (Bundesdurchschnitt: 1,8 Prozent). Niedersachsen wies hier den zweitschlechtesten Wert aller Bundesländer auf. Unterdurchschnittlich schnitt Niedersachsen auch bei dem Anteil der Grundschüler mit einer Ganztagsbetreuung ab (Niedersachsen: 36,1 Prozent; Bundesdurchschnitt: 41,6 Prozent). Bei den Ganztagsangeboten der Sekundarstufe I wies Niedersachsen im Jahr 2017 mit 61,8 Prozent jedoch den viertbesten Wert aller Bundesländer auf (Durchschnitt: 44,8 Prozent).

    Das vollständige Profil als PDF-Download

    Hier finden Sie alle Informationen über Niedersachsen. Laden Sie das komplette Profil und eine Tabelle mit allen Indikatoren und Vergleichswerten herunter.

    Das Profil von Niedersachsen im Bildungsmonitor 2011 der INSM
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