Der INSM-Bildungsmonitor 2019

Hamburg Platz 5

  • Gesamtranking (Bestand)

    Hamburg behauptet Rang 5

    Berlin – Hamburg hat sich seit 2013 am zweitstärksten verbessert und rangiert im INSM-Bildungsmonitor 2019 auf Platz 5 der 16 Bundesländer. Die Vergleichsstudie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) im Auftrag der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM) bewertet anhand von 12 Handlungsfeldern, die insgesamt 93 Indikatoren umfassen, inwieweit ein Bundesland Bildungsarmut reduziert, zur Fachkräftesicherung beiträgt und Wachstum fördert.

    Ausgewählte Ergebnisse INSM-Bildungsmonitor 2019

    Hamburg weist in den Handlungsfeldern Internationalisierung, Inputeffizienz, Förderinfrastruktur und Betreuungsbedingungen Stärken auf:

    • Fast alle Grundschüler und viele Berufsschüler haben Fremdsprachenunterricht.
    • Die Sachausgaben an Schulen und Hochschulen sind relativ hoch.
    • Ein vergleichsweise hoher Anteil der Beschäftigten an Kitas hat einen Hochschulabschluss; viele Schüler können in Hamburg eine Ganztagseinrichtung besuchen.
    • Rechnerisch kommen an Grundschulen auf jeden Lehrer relativ wenige Schüler.

    Deutliches Verbesserungspotenzial besteht in Hamburg vor allem bei der Bildungsarmut und Schulqualität sowie im Handlungsfeld Hochschule/MINT:

    • Viele Schüler erreichen nicht die Mindeststandards im Lesen. Es gab aber in den letzten Jahren große Fortschritte.
    • Gemessen an beschäftigten Forschern und Ingenieuren werden vergleichsweise wenige MINT-Akademiker an den Hochschulen ausgebildet.

    Handlungsempfehlungen

    Neben den genannten Verbesserungspotenzialen zeigt der Bildungsmonitor zu verschiedenen Schwerpunkten Handlungsempfehlungen für die Bildungspolitik in Deutschland auf.

    Integration: So sollten zur Stärkung der Integration und Durchlässigkeit des Bildungssystems die Bildungsausgaben stärker nach einem Sozialindex differenziert und Sprachförderung systematisch mit Beginn der Kita über die Bildungslaufbahn hinweg gestärkt werden.

    Digitalisierung: Zur Sicherung der digitalen Mündigkeit sollte der Digitalpakt an Schulen und Berufsschulen zügig umgesetzt, Lehrkonzepte entwickelt und Lehrkräfte geschult werden. Auch hier sollte ein Zugang zur IT-Ausstattung durch eine Differenzierung der öffentlichen Bildungsausgaben über einen Sozialindex für alle Schüler gesichert werden. Ferner sollten bundesweit die IT-Ausbildung in der beruflichen und akademischen Bildung und die Forschung im Bereich der Digitalisierung gestärkt werden. Hamburg sollte bei der akademischen IT-Ausbildung und der Forschung zusätzliche Impulse setzen. Positiv zu bewerten ist, dass bei der IT-Ausbildung an Hochschulen leichte Fortschritte erreicht werden konnten.

    Ökonomische Bildung: Der aktuelle Bildungsmonitor zeigt ebenso auf, dass bei der ökonomischen Grundbildung und der Berufsorientierung bundesweit ein hoher Einfluss der sozialen Herkunft auf Kenntnisse und Informationsstand der Jugendlichen besteht und diese wiederum soziale Auswirkungen im späteren Leben haben. Hier sollten die Schulen bundesweit durch Lehrkonzepte zur ökonomischen Bildung sowie eine entsprechende Ausweitung des Unterrichts und der Berufsorientierung bessere Grundlagen und Chancen für alle Jugendlichen schaffen.

    Stärken:

    Internationalisierung (BM 2019: 1. Platz): In Hamburg wurden fast alle Grundschüler und 83,3 Prozent der Berufsschüler im Jahr 2017 in Fremdsprachen unterrichtet (Bundesdurchschnitt: 65,7 Prozent Grundschulen; 35,3 Prozent Berufsschulen). Die Hamburger Schüler hatten in der englischen Sprache ein weit überdurchschnittliches Hörverständnis, beim Lesen lagen sie leicht über dem Bundesschnitt.

    Inputeffizienz (BM 2019: 1. Platz): Hamburg weist an den Schulen sehr hohe Sachausgaben relativ zu den Gesamtausgaben auf. Leicht überdurchschnittlich fällt auch der Anteil des wissenschaftlichen Personals am Gesamtpersonal an den Hamburger Hochschulen aus (Hamburg: 56,7 Prozent; Bundesdurchschnitt: 56,0 Prozent).

    Förderinfrastruktur (BM 2019: 2. Platz): 98,3 Prozent der Hamburger Grundschüler lernten im Jahr 2017 an einer offenen oder gebundenen Ganztagsschule – im Bundesdurchschnitt sind es gerade einmal 41,6 Prozent. Damit steht Hamburg an der Spitze aller Bundesländer. Gleiches gilt für den Anteil der Schüler in der Sekundarstufe I, die ganztags betreut werden. Hier erreichte Hamburg einen Wert von 96,8 Prozent, der Durchschnitt liegt bei 44,8 Prozent. Zudem fiel der Anteil der drei- bis sechsjährigen Kinder, die sich in einer Ganztagsbetreuung befinden, in Hamburg leicht überdurchschnittlich aus. Weiterhin überstieg in Hamburg im Jahr 2018 der Anteil des Personals mit einem akademischen Abschluss in den Kindertagesstätten mit 11,5 Prozent den Durchschnittswert aller Bundesländer von 7,1 Prozent. Allerdings schnitt Hamburg bei dem Anteil der Ungelernten am Personal in den Kindertageseinrichtungen mit 4,1 Prozent unterdurchschnittlich ab (Bundesdurchschnitt: 1,8 Prozent).

    Betreuungsbedingungen (BM 2019: 3. Platz): In Hamburg sind die Schüler-Lehrer-Relationen insbesondere an den Grundschulen besonders gut. Hamburg erzielt hier den besten Wert aller Bundesländer. Auf einen Lehrer an den Grundschulen kamen im Jahr 2017 in Hamburg rechnerisch 13,1 Kinder (Bundesdurchschnitt: 16,2). Im Sekundarbereich I ohne Gymnasien kamen in Hamburg 11,1 Kinder auf einen Lehrer und im Bundesdurchschnitt 13,2.

    Potenziale:

    Bildungsarmut und Schulqualität (BM 2019: jeweils 13. Platz): Bei der Überprüfung der Bildungsstandards im Lesen für Viertklässler erreichten 14,2 Prozent der Hamburger Schüler im Jahr 2016 nicht den Mindeststandard (Bundesdurchschnitt: 12,5 Prozent). Gegenüber der Erhebung aus dem Jahr 2011 konnte sich Hamburg aber deutlich verbessern. Auch bei den Neuntklässlern weist Hamburg in verschiedenen Fächern überdurchschnittlich hohe Risikogruppen aus. Allerdings mussten in Hamburg weniger Schüler die Schule ohne Abschluss verlassen als in anderen Bundesländern (Hamburg: 5,2 Prozent; Bundesdurchschnitt: 6,3 Prozent).

    Hochschule/MINT (BM 2019: 12. Platz): In Hamburg schlossen relativ wenige Studierende ihr Studium mit einem ingenieurwissenschaftlichen Abschluss ab. Der Anteil der Absolventen in den Ingenieurwissenschaften an allen Hochschulabsolventen betrug im Jahr 2017 in Hamburg 13,6 Prozent und im Bundesdurchschnitt 19,3 Prozent. Unterdurchschnittlich fiel auch der Anteil der Absolventen in Mathematik und Naturwissenschaften in Hamburg aus. Mit 8,7 Prozent belegt Hamburg hier den letzten Platz aller Bundesländer (Bundesdurchschnitt: 13,6 Prozent). In der Folge bildete Hamburg gemessen am FuE-Personal im Bundesland im Jahr 2017 ebenfalls unterdurchschnittlich viele MINT-Akademiker aus (Hamburg: 13,2 Prozent; Bundesdurchschnitt: 15,6 Prozent). Auch die Relation der Absolventen in den Ingenieurwissenschaften zu den sozialversicherungspflichtig beschäftigten Ingenieuren fiel in Hamburg mit 4,3 Prozent unterdurchschnittlich aus. Relativ gering fällt zudem der Anteil der MINT-Wissenschaftler am wissenschaftlichen Personal aus.

    Das vollständige Profil als PDF-Download

    Hier finden Sie alle Informationen über Hamburg. Laden Sie das komplette Profil und eine Tabelle mit allen Indikatoren und Vergleichswerten herunter.

    Das Profil von Hamburg im Bildungsmonitor 2011 der INSM
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