Der INSM-Bildungsmonitor 2019

Bremen Platz 14

  • Gesamtranking (Bestand)

    Bremen verbessert sich auf Platz 14

    Berlin – Bremen weist im Vergleich mit dem Jahr 2013 leichte Verbesserungen auf und rangiert im INSM-Bildungsmonitor 2019 auf dem 14. Platz der 16 Bundesländer. Die Vergleichsstudie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) im Auftrag der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM) bewertet anhand von insgesamt 93 Indikatoren in 12 Handlungsfeldern, inwieweit ein Bundesland Bildungsarmut reduziert, zur Fachkräftesicherung beiträgt und Wachstum fördert.

    Ausgewählte Ergebnisse INSM-Bildungsmonitor 2019

    Bremen weist in den Handlungsfeldern Hochschule/MINT, Forschungsorientierung, Inputeffizienz und Berufliche Bildung Stärken auf:

    • In Bremen werden gemessen an der akademischen Wohnbevölkerung und am Bedarf von Wirtschaft und Wissenschaft viele Akademiker ausgebildet.
    • Die Drittmitteleinnahmen je Professor sind die höchsten in Deutschland.
    • Der Anteil der Wissenschaftler am Gesamtpersonal der Hochschulen ist sehr hoch.
    • Gemessen an der Einwohnerzahl ist das Ausbildungsstellenangebot hoch.

    Verbesserungspotenzial besteht in Bremen bei den Bildungsausgaben, der Schulqualität und der Bildungsarmut sowie im Bereich Internationalisierung:

    • Die Bildungsausgaben je Schüler sind vergleichsweise gering.
    • Im Durchschnitt erreichen die Schüler in den Kompetenztests schlechte Ergebnisse.
    • Die Schulabbrecherquote ist vergleichsweise hoch.
    • Die Schüler weisen unterdurchschnittliche Kompetenzen in Fremdsprachen auf.

    Handlungsempfehlungen

    Neben den genannten Verbesserungspotenzialen zeigt der Bildungsmonitor zu verschiedenen Schwerpunkten Handlungsempfehlungen für die Bildungspolitik in Deutschland auf.

    Integration: So sollten zur Stärkung der Integration und Durchlässigkeit des Bildungssystems die Bildungsausgaben stärker nach einem Sozialindex differenziert und Sprachförderung systematisch mit Beginn der Kita über die Bildungslaufbahn hinweg gestärkt werden.

    Digitalisierung: Zur Sicherung der digitalen Mündigkeit sollte der Digitalpakt an Schulen und Berufsschulen zügig umgesetzt, Lehrkonzepte entwickelt und Lehrkräfte geschult werden. Auch hier sollte ein Zugang zur IT-Ausstattung durch eine Differenzierung der öffentlichen Bildungsausgaben über einen Sozialindex für alle Schüler gesichert werden. Ferner sollten bundesweit die IT-Ausbildung in der beruflichen und akademischen Bildung und die Forschung im Bereich der Digitalisierung gestärkt werden. Bremen sollte bei der Forschung zusätzliche Impulse setzen. Positiv zu bewerten ist, dass bei der IT-Ausbildung an beruflichen Schulen und Hochschulen leichte Fortschritte erreicht werden konnten.

    Ökonomische Bildung: Der aktuelle Bildungsmonitor zeigt ebenso auf, dass bei der ökonomischen Grundbildung und der Berufsorientierung bundesweit ein hoher Einfluss der sozialen Herkunft auf Kenntnisse und Informationsstand der Jugendlichen besteht und diese wiederum soziale Auswirkungen im späteren Leben haben. Hier sollten die Schulen bundesweit durch Lehrkonzepte zur ökonomischen Bildung sowie eine entsprechende Ausweitung des Unterrichts und der Berufsorientierung bessere Grundlagen und Chancen für alle Jugendlichen schaffen.

    Stärken:

    Hochschule und MINT (BM 2019: 1. Platz): Im Jahr 2017 lebten 92.000 Akademiker im erwerbsfähigen Alter in Bremen. An den Bremer Hochschulen erreichten im selben Jahr knapp 6.459 Studenten einen Hochschulabschluss – das ergibt eine Ersatzrate von 7,0 Prozent, die weit über dem Bundesdurchschnitt von 4,9 Prozent liegt und den Bestwert aller Bundesländer markiert. Bremen ist auch für Studienanfänger aus anderen Bundesländern sehr attraktiv. Den Spitzenwert aller Bundesländer erzielte Bremen auch beim Anteil der MINT-Wissenschaftler am wissenschaftlichen Personal. Bremen erreichte hier im Jahr 2017 einen Wert von 47,6 Prozent, während der Bundesdurchschnitt nur 34,6 Prozent betrug.

    Forschungsorientierung (BM 2019: 1. Platz): Auch im Handlungsfeld Forschungsorientierung nimmt Bremen den ersten Platz von allen Bundesländern ein. Dies zeigt sich vor allem bei den eingeworbenen Drittmittel je Professor. Diese liegen in Bremen mit 246.900 Euro deutlich über dem bundesdeutschen Durchschnitt (144.000 Euro). Bremen nimmt hier den besten Wert aller Bundesländer ein. Zudem waren im Jahr 2017 5,9 Prozent aller Abschlüsse in Bremen Promotionen (Bundesdurchschnitt: 5,7 Prozent).

    Inputeffizienz (BM 2019: 3. Platz): In Bremen wurden die Mittel für die Bildungseinrichtungen relativ effizient eingesetzt. Weniger Lehrkräfte verließen die Schulen vorzeitig wegen Dienstunfähigkeit als im Durchschnitt über alle Bundesländer. Deutlich überdurchschnittlich schnitt Bremen auch beim Anteil des wissenschaftlichen Personals am Gesamtpersonal ab (Bremen: 70,6 Prozent; Bundesdurchschnitt: 56,0 Prozent). Bremen erreichte hier den besten Wert aller Bundesländer. In Bremen werden 32,1 Prozent der Hochschulausgaben durch Drittmittel gedeckt – bundesweiter Spitzenwert (Bundesdurchschnitt 21,3 Prozent).

    Berufliche Bildung (BM 2019: 4. Platz): Bremen hatte gemessen an der Einwohnerzahl im entsprechenden Alter im Jahr 2017 zusammen mit Bayern die höchste Zahl an verfügbaren betrieblichen Ausbildungsplätzen. Die Ausbildungsstellenquote lag mit 80,2 Prozent deutlich über dem Bundesdurchschnitt von 67,7 Prozent. Bei der Quote der unversorgten Bewerber schneidet Bremen jedoch unterdurchschnittlich ab. Bei der Fortbildungsintensität schnitt Bremen ebenfalls überdurchschnittlich ab. Von 1.000 Personen aus der Kohorte der 25- bis 40-jährigen Personen beendeten 9,4 im Jahr 2017 erfolgreich eine Fortbildungsprüfung (Durchschnitt: 6,7). Dies ist hinter Bayern der zweitbeste Wert aller Bundesländer.

    Potenziale:

    Ausgabenpriorisierung (BM 2019: 16. Platz): Die Bildungsausgaben pro Teilnehmer fallen im Vergleich zu den Gesamtausgaben der öffentlichen Haushalte je Einwohner vor allem an den Grundschulen, den sonstigen allgemeinbildenden Schulen und den Berufsschulen äußerst gering aus. Bremen weist hier jeweils den schlechtesten Wert aller Bundesländer auf.

    Schulqualität (BM 2019: 16. Platz): Bei der Überprüfung der Kompetenzen von Viertklässlern in Deutsch und Mathematik aus dem Jahr 2016 und bei früheren Überprüfungen zu Kompetenten wies Bremen den letzten Platz auf.

    Bildungsarmut (BM 2019: 16. Platz): Bei den Überprüfungen der Bildungsstandards im Bereich Lesen und in den anderen Kompetenzfeldern (Naturwissenschaften und Mathe) wies Bremen in den letzten Erhebungen der vergangenen Jahre jeweils die höchste Risikogruppe auf. Weiterhin fiel die Schulabbrecherquote in Bremen mit 8,3 Prozent im Jahr 2017 höher aus als im bundesweiten Durchschnitt (6,3 Prozent).

    Internationalisierung (BM 2019: 14. Platz): In Bremen wiesen die Schüler unterdurchschnittliche Kompetenzen im Hören und im Lesen der englischen Sprache auf. Weiterhin fiel der Anteil der Grundschüler in Bremen, die im Jahr 2017 in Fremdsprachen unterrichtet wurden, mit 42,0 Prozent deutlich geringer aus als der Durchschnitt über alle Bundesländer (65,7 Prozent).

    Das vollständige Profil als PDF-Download

    Hier finden Sie alle Informationen über Bremen. Laden Sie das komplette Profil und eine Tabelle mit allen Indikatoren und Vergleichswerten herunter.

    Das Profil von Bremen im Bildungsmonitor 2011 der INSM
    Download Factsheet

  • Legende

    schlechter

    besser