Der INSM-Bildungsmonitor 2019

Brandenburg Platz 15

  • Gesamtranking (Bestand)

    Brandenburg ist Vorletzter

    Berlin – Brandenburg hat sich verglichen zu 2013 am drittmeisten verschlechtert und rangiert im INSM-Bildungsmonitor 2019 auf Platz 15 der 16 Bundesländer. Die Vergleichsstudie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) im Auftrag der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM) bewertet anhand von insgesamt 93 Indikatoren in 12 Handlungsfeldern, inwieweit ein Bundesland Bildungsarmut reduziert, zur Fachkräftesicherung beiträgt und Wachstum fördert.

    Ausgewählte Ergebnisse INSM-Bildungsmonitor 2019

    Brandenburg hat Stärken in den Handlungsfeldern Bildungsarmut und Internationalisierung:

    • Nur wenige Schüler haben in den Vergleichstests ein geringes Kompetenzniveau.
    • Viele Berufsschüler lernen Englisch; der Anteil der Bildungsausländer unter den Studierenden ist hoch.

    Deutliches Verbesserungspotenzial besteht in Brandenburg vor allem bei der Forschungsorientierung sowie in den Bereichen Hochschule/MINT und berufliche Bildung:

    • Die Professoren der Hochschulen tragen in relativ geringem Maß zur Ausbildung des wissenschaftlichen Nachwuchses bei.
    • Die Zahl der Studienabsolventen ist gemessen an der akademischen Wohnbevölkerung sehr niedrig.
    • Gemessen an der Zahl der Bevölkerung werden vergleichsweise wenige Ausbildungsplätze angeboten; die Erfolgsquote in den Abschlussprüfungen in der dualen Ausbildung ist relativ niedrig.

    Handlungsempfehlungen

    Neben den genannten Verbesserungspotenzialen zeigt der Bildungsmonitor zu verschiedenen Schwerpunkten Handlungsempfehlungen für die Bildungspolitik in Deutschland auf.

    Integration: So sollten zur Stärkung der Integration und Durchlässigkeit des Bildungssystems die Bildungsausgaben stärker nach einem Sozialindex differenziert und Sprachförderung systematisch mit Beginn der Kita über die Bildungslaufbahn hinweg gestärkt werden.

    Digitalisierung: Zur Sicherung der digitalen Mündigkeit sollte der Digitalpakt an Schulen und Berufsschulen zügig umgesetzt, Lehrkonzepte entwickelt und Lehrkräfte geschult werden. Auch hier sollte ein Zugang zur IT-Ausstattung durch eine Differenzierung der öffentlichen Bildungsausgaben über einen Sozialindex für alle Schüler gesichert werden. Ferner sollten bundesweit die IT-Ausbildung in der beruflichen und akademischen Bildung und die Forschung im Bereich der Digitalisierung gestärkt werden. Brandenburg hat im Bereich der Schulen Nachholbedarf bei der Digitalisierung und sollte auch bei der beruflichen und akademischen IT-Ausbildung und der Forschung zusätzliche Impulse setzen.

    Ökonomische Bildung: Der aktuelle Bildungsmonitor zeigt ebenso auf, dass bei der ökonomischen Grundbildung und der Berufsorientierung bundesweit ein hoher Einfluss der sozialen Herkunft auf Kenntnisse und Informationsstand der Jugendlichen besteht und diese wiederum soziale Auswirkungen im späteren Leben haben. Hier sollten die Schulen bundesweit durch Lehrkonzepte zur ökonomischen Bildung sowie eine entsprechende Ausweitung des Unterrichts und der Berufsorientierung bessere Grundlagen und Chancen für alle Jugendlichen schaffen.

    Stärken:

    Bildungsarmut (BM 2019: 3. Platz): Überdurchschnittlich schneidet Brandenburg bei der Vermeidung von Bildungsarmut ab. In verschiedenen Kompetenzerhebungen zählen in Brandenburg ein geringerer Anteil der Neuntklässler in den Naturwissenschaften, in Mathematik und im Lesen zur Risikogruppe. Die Risikogruppen der Viertklässler fielen bei der IQB-Erhebung aus dem Jahr 2016 insgesamt ebenfalls leicht besser als im Bundesdurchschnitt aus. Der Anteil der Schulabgänger ohne Abschluss war im Jahr 2017 mit 7,3 Prozent jedoch höher als im Bundesdurchschnitt (6,3 Prozent).

    Internationalisierung (BM 2019: 4. Platz): Fast alle Berufsschüler in Brandenburg (95,1 Prozent) wurden im Jahr 2017 in Fremdsprachen unterrichtet. Damit erreicht Brandenburg den zweitbesten Wert aller Bundesländer (Bundesdurchschnitt: 35,3 Prozent). Dagegen wies Brandenburg bei den Grundschulen mit 50,6 Prozent einen unterdurchschnittlichen Anteil an Schülern mit Fremdsprachenunterricht auf (Bundesdurchschnitt: 65,7 Prozent). Der Anteil der Bildungsausländer an allen Studierenden war im Jahr 2017 mit 13,6 Prozent jedoch wiederum überdurchschnittlich (Bundesdurchschnitt: 10,3 Prozent).

    Potenziale:

    Forschungsorientierung (BM 2019: 16. Platz): Der Nachholbedarf Brandenburgs zeigt sich unter anderem bei der Habilitations- und Promotionsquote. Je 100 Professoren wurden in Brandenburg die geringste Zahl an neuen Habilitationsverfahren abgeschlossen. Bei der Promotionsquote schneidet Brandenburg ebenfalls unterdurchschnittlich ab. 5,1 Prozent aller Abschlüsse an Hochschulen waren im Jahr 2017 Promotionen (Bundesdurchschnitt: 5,7 Prozent). Mit 95.900 Euro fallen auch die Forschungsausgaben pro Forscher im Jahr 2016 niedriger aus als im Bundesdurchschnitt (117.400 Euro). Brandenburg nimmt hier den letzten Platz aller Bundesländer ein. Die eingeworbenen Drittmittel je Professor liegen in Brandenburg mit 120.800 Euro ebenfalls unter dem bundesdeutschen Durchschnitt (144.000 Euro).

    Hochschule und MINT (BM 2019: 16. Platz): Im Jahr 2017 lebten rund 250.000 Akademiker im erwerbsfähigen Alter in Brandenburg. An den Hochschulen dieses Bundeslandes erreichten im selben Jahr knapp 8.700 Studenten einen Hochschulabschluss – eine Ersatzquote von 3,5 Prozent. Brandenburg erreicht hiermit zusammen mit Schleswig-Holstein den schlechtesten Wert aller Bundesländer (Bundesdurchschnitt: 4,9 Prozent). Weiterhin schneidet Brandenburg beim Anteil der Absolventen in Ingenieurwissenschaften an allen Hochschulabsolventen sowie beim Anteil der Absolventen in Mathematik und Naturwissenschaften unterdurchschnittlich ab. Gemessen am FuE-Personal im Bundesland bildete Brandenburg im Jahr 2017 ebenfalls unterdurchschnittlich viele MINT-Akademiker aus (Brandenburg: 11,2 Prozent; Bundesdurchschnitt: 15,6 Prozent). Schließlich fiel der Anteil der Absolventen in Ingenieurwissenschaften an den sozialversicherungspflichtigen Ingenieuren in Brandenburg mit 4,0 Prozent wiederum geringer aus als im bundesweiten Durchschnitt (6,8 Prozent). Die Position Brandenburgs in diesem Handlungsfeld ist vor dem Hintergrund der guten Bewertung Berlins einzuordnen.

    Berufliche Bildung (BM 2019: 15. Platz): Gemessen an der Bevölkerung im entsprechenden Alter wurden im Jahr 2018 relativ wenige betriebliche Ausbildungsplätze angeboten. Brandenburg verzeichnete mit 58,7 Prozent die zweitniedrigste Quote in Deutschland (Bundesdurchschnitt: 67,7 Prozent). Die Quote der unversorgten Bewerber fällt in Brandenburg mit 9,6 Prozent leicht schlechter als im Durchschnitt aus (Bundesdurchschnitt: 9,3 Prozent). Zudem war die Erfolgsquote bei den Prüfungen der dualen Ausbildung im Jahr 2017 mit 84,8 Prozent niedriger als im Bundesdurchschnitt (90,3 Prozent). Etwas besser als der Bundesdurchschnitt schnitt Brandenburg bei dem Anteil erfolgreicher Absolventen an den Berufsfachschulen, Fachoberschulen und Fachschulen ab. Bei der Fortbildungsintensität schnitt Brandenburg hingegen wieder schlechter ab. Von 1.000 Personen aus der Kohorte der 25- bis 40-Jährigen beendeten 3,9 im Jahr 2017 erfolgreich eine Fortbildungsprüfung (Bundesdurchschnitt: 6,7).

    Das vollständige Profil als PDF-Download

    Hier finden Sie alle Informationen über Brandenburg. Laden Sie das komplette Profil und eine Tabelle mit allen Indikatoren und Vergleichswerten herunter.

    Das Profil von Brandenburg im Bildungsmonitor 2011 der INSM
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