Der INSM-Bildungsmonitor 2018

Hamburg Platz 5

  • Gesamtranking (Bestand)

    Hamburg liegt auf Rang 5 und erreicht eine durchschnittliche Bewertung bei Digitalisierung

    Berlin – Hamburg rangiert im INSM-Bildungsmonitor 2018 auf Platz 5 der 16 Bundesländer und hat sich in den letzten fünf Jahren am zweitstärksten verbessert. Die Vergleichsstudie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) im Auftrag der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM) bewertet anhand von 12 Handlungsfeldern, die insgesamt 93 Indikatoren umfassen, inwieweit ein Bundesland Bildungsarmut reduziert, zur Fachkräftesicherung beiträgt und Wachstum fördert. Im zusätzlich erstmals qualitativ erfassten Bereich Digitalisierung weist Hamburg eine im Vergleich der Bundesländer durchschnittliche Bewertung auf.

    Ausgewählte Ergebnisse INSM-Bildungsmonitor 2018

    Hamburg weist in den Handlungsfeldern Internationalisierung, Inputeffizienz, Betreuungsbedingungen und Förderinfrastruktur Stärken auf:

    • Die Grundschüler beginnen in Klasse 1 mit Fremdsprachenunterricht. Die durchschnittlichen Kompetenzen der Schüler in Englisch sind vergleichsweise hoch.
    • Die Sachausgaben an Schulen und Hochschulen sind relativ hoch.
    • Rechnerisch kommen an Grundschulen und in der Sekundarstufe I (ohne Gymnasien) auf jeden Lehrer relativ wenige Schüler.
    • Viele Schüler können in Hamburg eine Ganztagseinrichtung besuchen.

    Deutliches Verbesserungspotenzial besteht in Hamburg vor allem bei der Bildungsarmut und der Integration:

    • Viele Schüler erreichen nicht die Mindeststandards im Lesen.
    • Der Einfluss der sozialen Herkunft auf den Bildungserfolg der Kinder ist groß.

    Digitalisierung

    Der INSM-Bildungsmonitor 2018 analysiert erstmals zusätzlich die Situation im Bereich Bildung und Digitalisierung. Hierzu werden insgesamt sieben Indikatoren qualitativ eingeordnet und bewertet. Die Indikatoren bilden die IT-Ausstattung der Schulen, die Einschätzung zu Kompetenzen der Lehrkräfte, die Förderung von IT-Kompetenzen der Schüler und die Nutzung von Computern im Unterricht ab. Dazu werden das IT-Ausbildungsengagement an beruflichen Schulen und Hochschulen sowie Anmeldungen zu Digitalisierungspatenten bewertet.

    Hamburg gehört bei der Digitalisierung zu den durchschnittlichen Bundesländern mit

    • einer vergleichsweise durchschnittlichen Ausgangslage an den Schulen,
    • einer quantitativ guten IT-Ausbildung in der beruflichen Bildung sowie
    • einer unterdurchschnittlichen Stärke bei der quantitativen IT-Ausbildung an Hochschulen und in der Forschung im Bereich Digitalisierung.

    Um die neue Herausforderung Digitalisierung anzunehmen, sollte der Digitalpakt der Bundesregierung zügig umgesetzt und durch Investitionen der Länder sowie durch die Entwicklung von Lehrkonzepten begleitet werden. Um zielgenau investieren und das Bildungssystem effizient steuern zu können, sollten dringend die amtliche Datenlage zum Thema Digitalisierung und Bildung aufgebaut und Vergleichsarbeiten auf Basis entsprechender Standards bundesweit umgesetzt werden.

    Stärken:

    Internationalisierung (BM 2018: 1. Platz): In Hamburg wird viel Wert auf Fremdsprachenunterricht gelegt: 99,0 Prozent der Grundschüler (Bundesdurchschnitt: 67,0 Prozent) und 64,9 Prozent der Berufsschüler (Bundesdurchschnitt: 34,1 Prozent) wurden im Jahr 2016 in Fremdsprachen unterrichtet. Auch bei den Englisch-Kompetenzen schneiden die Schüler gut ab: Hamburger Schüler erreichten in der englischen Sprache ein weit überdurchschnittliches Hörverständnis, beim Lesen lagen sie leicht über dem Bundesschnitt. Relativ niedrig ist der Anteil der Bildungsausländer an allen Studierenden der Hamburger Hochschulen.

    Inputeffizienz (BM 2018: 1. Platz): Hamburg weist sehr hohe Sachausgaben relativ zu den Gesamtausgaben auf. Dies betrifft die Schulen und Hochschulen des Landes. Leicht überdurchschnittlich fällt auch der Anteil des wissenschaftlichen Personals am Gesamtpersonal an den Hamburger Hochschulen aus (HH: 56,6 Prozent; Durchschnitt: 56,0 Prozent).

    Förderinfrastruktur (BM 2018: 3. Platz): Hamburg überzeugt durch ein ausgebautes Ganztagsangebot. 98,2 Prozent der Hamburger Grundschüler lernten im Jahr 2016 an einer offenen oder gebundenen Ganztagsschule (Bundesdurchschnitt: 40,8 Prozent). In der Sekundarstufe I besuchen in Hamburg 96,8 Prozent eine Ganztagseinrichtung (Bundesdurchschnitt: 43,4 Prozent). Beides sind Bundesbestwerte. In der Hansestadt haben 11,9 Prozent des Kita-Personals einen akademischen Abschluss, im Durchschnitt der Bundesländer nur 6,9 Prozent. Ein Wermutstropfen: Auch der Anteil der Ungelernten an den Kita-Beschäftigten ist in Hamburg mit 5,6 Prozent höher als im Bundesdurchschnitt (2,0 Prozent).

    Potenziale:

    Bildungsarmut (BM 2018: 13. Platz): Bei der Überprüfung der Bildungsstandards im Lesen für Viertklässler erreichten 14,2 Prozent der Hamburger Schüler im Jahr 2016 nicht den Mindeststandard (Bundesdurchschnitt: 12,5 Prozent). Gegenüber der Erhebung aus 2011 konnte sich Hamburg aber deutlich verbessern. In Hamburg mussten 5,9 Prozent der Schulabgänger des Jahres 2016 die Schule ohne Abschluss verlassen – das war ein etwas schlechterer Wert als im Bundesdurchschnitt (5,7 Prozent). Der Anteil der erfolgreichen Absolventen an allen Abgängern eines Berufsvorbereitungsjahrs fiel im Jahr 2016 mit 59,6 Prozent jedoch besser aus als im Bundesdurchschnitt (48,1 Prozent).

    Integration (BM 2018: 13. Platz): Tests zu den Bildungsstandards im Lesen zeigen für Hamburg einen sehr engen Zusammenhang zwischen sozialer Herkunft und Bildungserfolg auf – Bildungsarmut wird entsprechend zu oft vererbt. Ein uneinheitliches Bild gibt es bei der Studienberechtigung von Ausländern: An den berufsbildenden Schulen im Jahr 2016 schneidet Hamburg schlecht ab (Hamburg: 4,6 Prozent; Bundesdurchschnitt: 7,0 Prozent), an den allgemeinbildenden Schulen erreicht Hamburg den Bestwert (Hamburg: 21,9 Prozent; Durchschnitt: 9,1 Prozent).

    Digitalisierung: Bewertung „Durchschnittlich“ (o)

    Nach Untersuchungen der Telekom-Stiftung im Jahr 2017 weist Hamburg relativ zu den anderen Bundesländern durchschnittliche Ergebnisse bei der IT-Ausstattung der Schulen, medienbezogenen Kompetenzen der Lehrkräfte und Nutzung digitaler Medien auf, bei der Förderung der Schülerkompetenzen schneidet Hamburg unterdurchschnittlich ab. Gemessen an der durchschnittlichen Jahrgangsstärke der 20- bis 24-Jährigen haben nach IW-Berechnungen 3,3 Prozent der Jugendlichen einen neuen IT-Ausbildungsvertrag abgeschlossen (Bundesdurchschnitt: 1,8 Prozent). Unterdurchschnittlich ist Hamburg bei der Anzahl der IT-Absolventen an Hochschulen. Nachholbedarf gibt es auch bei der Forschung: Pro 100.000 sozialversicherungspflichtig beschäftigten Personen wurden im Jahr 2015 in Hamburg 6,1 Digitalisierungspatente angemeldet (Bundesdurchschnitt: 13,3).

    Das vollständige Profil als PDF-Download

    Hier finden Sie alle Informationen über Hamburg. Laden Sie das komplette Profil und eine Tabelle mit allen Indikatoren und Vergleichswerten herunter.

    Das Profil von Hamburg im Bildungsmonitor 2011 der INSM
    Download Factsheet

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