Der INSM-Bildungsmonitor 2018

Brandenburg Platz 14

  • Gesamtranking (Bestand)

    Brandenburg belegt Rang 14 und weist deutliche Schwächen bei der Digitalisierung auf

    Berlin – Brandenburg rangiert im INSM-Bildungsmonitor 2018 auf Platz 14 der 16 Bundesländer und hat sich im Fünfjahresvergleich am zweitmeisten verschlechtert. Die Vergleichsstudie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) im Auftrag der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM) bewertet anhand von insgesamt 93 Indikatoren in 12 Handlungsfeldern, inwieweit ein Bundesland Bildungsarmut reduziert, zur Fachkräftesicherung beiträgt und Wachstum fördert. Im zusätzlich erstmals qualitativ erfassten Bereich Digitalisierung weist Brandenburg ebenso eine im Vergleich der Bundesländer unterdurchschnittliche Bewertung auf.

    Ausgewählte Ergebnisse INSM-Bildungsmonitor 2018

    Brandenburg hat Stärken in den Handlungsfeldern Bildungsarmut und Internationalisierung:

    • Nur wenige Schüler haben in den Vergleichstests ein geringes Kompetenzniveau.
    • Viele Berufsschüler lernen Englisch; der Anteil der Bildungsausländer unter den Studierenden ist hoch.

    Deutliches Verbesserungspotenzial besteht in Brandenburg vor allem bei der Forschungsorientierung sowie in den Bereichen Hochschule/MINT und Zeiteffizienz:

    • Die Professoren der Hochschulen tragen in relativ geringem Maß zur Ausbildung des wissenschaftlichen Nachwuchses bei.
    • Die Zahl der Studienabsolventen ist gemessen an der akademischen Wohnbevölkerung sehr niedrig.
    • Der Zusammenhang zwischen sozialer Herkunft und Bildungserfolg ist relativ eng und die Schulabbrecherquote unter ausländischen Jugendlichen ist relativ hoch.

    Digitalisierung

    Der INSM-Bildungsmonitor 2018 analysiert erstmals zusätzlich die Situation im Bereich Bildung und Digitalisierung. Hierzu werden insgesamt sieben Indikatoren qualitativ eingeordnet und bewertet. Die Indikatoren bilden die IT-Ausstattung der Schulen, die Einschätzung zu Kompetenzen der Lehrkräfte, die Förderung von IT-Kompetenzen der Schüler und die Nutzung von Computern im Unterricht ab. Dazu werden das IT-Ausbildungsengagement an beruflichen Schulen und Hochschulen sowie Anmeldungen zu Digitalisierungspatenten bewertet.

    Wie beim INSM-Bildungsmonitor 2018 insgesamt erreicht Brandenburg bei der Digitalisierung nur eine unterdurchschnittliche Bewertung. Brandenburg weist Verbesserungsbedarf auf bei der

    • IT-Ausstattung an Schulen,
    • quantitativen IT-Ausbildung in der beruflichen Bildung und an den Hochschulen sowie
    • bei der Forschung im Bereich Digitalisierung.

    Um die neue Herausforderung Digitalisierung anzunehmen, sollte der Digitalpakt der Bundesregierung zügig umgesetzt und durch Investitionen der Länder sowie durch die Entwicklung von Lehrkonzepten begleitet werden. Um zielgenau investieren und das Bildungssystem effizient steuern zu können, sollten dringend die amtliche Datenlage zum Thema Digitalisierung und Bildung aufgebaut und Vergleichsarbeiten auf Basis entsprechender Standards bundesweit umgesetzt werden.

    Stärken:

    Bildungsarmut (BM 2018: 4. Platz): In Brandenburg ist das Ausmaß an Bildungsarmut vergleichsweise gering. Nur wenige Schüler erreichten im Jahr 2015 geringe Kompetenzen im Lesen. Schon im Jahr 2012 hatte Brandenburg die geringste Risikogruppe unter den Neuntklässlern in den Naturwissenschaften und auch relativ wenige Schüler mit großen Problemen in Mathematik. Der Anteil der Schulabgänger ohne Abschluss war im Jahr 2016 mit 7,3 Prozent jedoch deutlich höher als im Bundesdurchschnitt (5,7 Prozent).

    Internationalisierung (BM 2018: 4. Platz): Eine Stärke in Brandenburg ist der Fremdsprachenunterricht an Berufsschulen: 93,4 Prozent der Berufsschüler wurden im Jahr 2016 in Fremdsprachen unterrichtet (Bundesdurchschnitt: 34,1 Prozent). Dagegen wies Brandenburg bei den Grundschulen mit 50,3 Prozent einen unterdurchschnittlichen Anteil an Schülern mit Fremdsprachenunterricht auf (Bundesdurchschnitt: 67,0 Prozent). Bei den Englisch-Kompetenzen der Schüler besteht in Brandenburg Nachholbedarf – sie sind der IQB-Bildungsstudie zufolge geringer als im Bundesdurchschnitt. Bei der Internationalisierung an Hochschulen gibt es Erfolge: Der Anteil der Bildungsausländer an allen Studierenden war im Jahr 2016 mit 13,4 Prozent überdurchschnittlich (Bundesdurchschnitt: 9,9 Prozent).

    Potenziale:

    Forschungsorientierung (BM 2018: 16. Platz): Bei der Ausbildung des Forschernachwuchses gibt es in Brandenburg Nachholbedarf. Im Jahr 2016 wurden pro 100 Professoren 1,8 Habilitationsverfahren abgeschlossen (Bundesdurchschnitt: 3,5). Nur 4,3 Prozent aller Abschlüsse an Hochschulen waren im Jahr 2016 Promotionen (Bundesdurchschnitt: 6,0 Prozent). Brandenburg nimmt damit jeweils den letzten Platz aller Bundesländer ein. Mit 100.400 Euro fallen schließlich auch die Forschungsausgaben pro Forscher im Jahr 2015 niedriger aus als im Bundesdurchschnitt (114.500 Euro).

    Hochschule und MINT (BM 2018: 15. Platz): Brandenburg erreicht bei der Akademiker-Ersatzquote den zweitschlechtesten Wert aller Bundesländer (BB: 3,5 Prozent; Bundesdurchschnitt: 4,9 Prozent). Gemessen am FuE-Personal im Bundesland bildete Brandenburg im Jahr 2016 ebenfalls unterdurchschnittlich viele MINT-Akademiker aus (BB: 14,4 Prozent; Durchschnitt: 16,7 Prozent). Auch der Anteil der Absolventen in Ingenieurwissenschaften an den sozialversicherungspflichtigen Ingenieuren fiel in Brandenburg mit 5,2 Prozent geringer aus als im bundesweiten Durchschnitt (7,3 Prozent).

    Integration (BM 2018: 14. Platz): Bei den Tests zu den Bildungsstandards im Lesen aus dem Jahr 2015 für die Neuntklässler wies Brandenburg einen relativ engen Zusammenhang zwischen sozialer Herkunft und Bildungserfolg auf. Weiterhin wies Brandenburg im Jahr 2016 eine Schulabbrecherquote unter den ausländischen Jugendlichen von 17,3 Prozent auf (Bundesdurchschnitt: 14,2 Prozent). Unterdurchschnittlich schneidet Brandenburg zudem bei der Studienberechtigtenquote von ausländischen Jugendlichen an berufsbildenden Schulen ab (BB: 1,3 Prozent; Bundesdurchschnitt: 7,0 Prozent).

    Digitalisierung: Bewertung „Unterdurchschnittlich“ (-)

    Nach Untersuchungen der Telekom-Stiftung im Jahr 2017 weist Brandenburg relativ zu den anderen Bundesländern Schwächen bei der IT-Ausstattung an Schulen auf. Gemessen an der durchschnittlichen Jahrgangsstärke der 20- bis 24-Jährigen haben nach IW-Berechnungen nur 0,6 Prozent der Jugendlichen einen neuen IT-Ausbildungsvertrag abgeschlossen (Bundesdurchschnitt: 1,8 Prozent). Die Zahl der IT-Absolventen von Hochschulen ist relativ zur Zahl der Erwerbstätigen die niedrigste in Deutschland. Unterdurchschnittlich schneidet Brandenburg auch bei Digitalisierungspatenten ab. Pro 100.000 sozialversicherungspflichtig beschäftigten Personen wurden im Jahr 2015 in Brandenburg 2,7 Digitalisierungspatente angemeldet (Bundesdurchschnitt: 13,3).

    Das vollständige Profil als PDF-Download

    Hier finden Sie alle Informationen über Brandenburg. Laden Sie das komplette Profil und eine Tabelle mit allen Indikatoren und Vergleichswerten herunter.

    Das Profil von Brandenburg im Bildungsmonitor 2011 der INSM
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