Der INSM-Bildungsmonitor 2018

Berlin Platz 13

  • Gesamtranking (Bestand)

    Berlin verbessert sich auf den 13. Platz und ist bei Digitalisierung unterdurchschnittlich

    Berlin – Berlin verbessert sich im INSM-Bildungsmonitor 2018 auf Platz 13 der 16 Bundesländer. Im Fünfjahresvergleich erreicht Berlin damit die drittstärkste Verbesserung der Bundesländer. Die Vergleichsstudie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) im Auftrag der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM) bewertet anhand von insgesamt 93 Indikatoren in 12 Handlungsfeldern, inwieweit ein Bundesland Bildungsarmut reduziert, zur Fachkräftesicherung beiträgt und Wachstum fördert. Im zusätzlich erstmals qualitativ erfassten Bereich Digitalisierung schneidet Berlin im Vergleich der Bundesländer unterdurchschnittlich ab.

    Ausgewählte Ergebnisse INSM-Bildungsmonitor 2018

    Berlin weist in den Handlungsfeldern Forschungsorientierung, Betreuungsbedingungen und Förderinfrastruktur Stärken auf:

    • Die Professoren an Berliner Hochschulen werben viele Drittmittel ein und tragen in hohem Maß zur Ausbildung des wissenschaftlichen Nachwuchses bei.
    • Die Schulen bieten gute Betreuungsrelationen zwischen Lehrern und Schülern.
    • Viele Schüler nehmen Ganztagsschulangebote wahr.

    Verbesserungspotenzial besteht in den Handlungsfeldern Integration, Zeiteffizienz und Berufliche Bildung:

    • Ein hoher Anteil ausländischer Schüler verlässt die Schule ohne Abschluss; die soziale Herkunft wirkt sich besonders stark auf das Bildungsergebnis aus.
    • Viele Ausbildungsverträge werden vorzeitig abgebrochen.
    • Das Ausbildungsstellenangebot ist gering, der Anteil unversorgter Jugendlicher relativ hoch, und es nehmen bundesweit die wenigsten Erwachsenen an Fortbildungen teil.

    Digitalisierung

    Der INSM-Bildungsmonitor 2018 analysiert erstmals zusätzlich die Situation im Bereich Bildung und Digitalisierung. Hierzu werden insgesamt sieben Indikatoren qualitativ eingeordnet und bewertet. Die Indikatoren bilden die IT-Ausstattung der Schulen, die Einschätzung zu Kompetenzen der Lehrkräfte, die Förderung von IT-Kompetenzen der Schüler und die Nutzung von Computern im Unterricht ab. Dazu werden das IT-Ausbildungs-engagement an beruflichen Schulen und Hochschulen sowie Anmeldungen zu Digitalisie-rungspatenten bewertet.

    Wie beim INSM-Bildungsmonitor 2018 insgesamt ist Berlin auch bei der Digitalisierung im Bundesländervergleich unterdurchschnittlich. Berlin überzeugt aber durch

    • eine vergleichsweise quantitativ hohe IT-Ausbildung an Hochschulen.

    Verbesserungsbedarf gibt es in Berlin allerdings bei den

    • medienbezogenen Kompetenzen der Lehrkräfte, der Förderung der Schüler-kompetenzen und der Nutzung digitaler Medien an Schulen sowie
    • bei der Forschung im Bereich Digitalisierung.

    Um die neue Herausforderung Digitalisierung anzunehmen, sollte der Digitalpakt der Bundesregierung zügig umgesetzt und durch Investitionen der Länder sowie durch die Entwicklung von Lehrkonzepten begleitet werden. Um zielgenau investieren und das Bildungs-system effizient steuern zu können, sollten dringend die amtliche Datenlage zum Thema Digitalisierung und Bildung aufgebaut und Vergleichsarbeiten auf Basis entsprechender Standards bundesweit umgesetzt werden.

    Stärken:

    Forschungsorientierung (BM 2018: 2. Platz): Bei der Promotionsquote erzielte Berlin im Jahr 2016 den zweitbesten Wert aller Bundesländer (BE: 7,7 Prozent; Bundesdurchschnitt: 6,0 Prozent). Weiterhin betrugen im Jahr 2015 die eingeworbenen Drittmittel je Professor in Berlin 162.100 Euro, während es im Bundesdurchschnitt nur 144.100 Euro waren. Die Forschungsorientierung Berlins wird außerdem an der Anzahl der Forscher an Hochschulen bezogen auf das BIP deutlich: Hier belegt Berlin sogar den ersten Platz aller Bundesländer.

    Betreuungsbedingungen (BM 2018: 2. Platz): Bei den Unterrichtsstunden je Klasse erreicht Berlin im Jahr 2016 in der Sekundarstufe I der Gymnasien den besten Wert aller Bundesländer und in der sonstigen Sekundarstufe I den zweitbesten Wert. Weiterhin kamen im Jahr 2016 in Berlin 13,5 Schüler der Sekundarstufe I (Gymnasium) auf einen Lehrer (Bundesdurchschnitt: 14,9). An der Sekundarstufe I der übrigen Schulen war die Schüler-Lehrer-Relation in Berlin ebenfalls relativ gut.

    Förderinfrastruktur (BM 2018: 4. Platz): Viele Berliner Grundschüler besuchten im Jahr 2016 eine offene oder gebundene Ganztagsschule (Berlin: 78,0 Prozent; Bundesdurchschnitt: 40,8 Prozent). Ebenso fiel der Anteil der Ganztagsschüler im Sekundarbereich I in Berlin mit 60,0 Prozent deutlich höher aus als im bundesdeutschen Durchschnitt (43,4 Prozent). Im frühkindlichen Bereich besuchten 59,4 Prozent der drei- bis sechsjährigen Kinder im Jahr 2017 ganztags einen Kindergarten (Bundesdurchschnitt: 45,3 Prozent).

    Potenziale:

    Integration (BM 2018: 16. Platz): Berlin weist bei den Neuntklässlern einen relativ engen Zusammenhang zwischen sozialer Herkunft und Lesekompetenzen auf. Weiterhin hatte Berlin im Jahr 2016 eine überdurchschnittliche Schulabbrecherquote unter den ausländischen Jugendlichen in Höhe von 19 Prozent (Bundesdurchschnitt: 14,2 Prozent). Unterdurchschnittlich schneidet Berlin zudem bei der Studienberechtigtenquote von ausländischen Jugendlichen an berufsbildenden Schulen ab (Berlin: 4,3 Prozent; Bundesdurchschnitt: 7,0 Prozent).

    Zeiteffizienz (BM 2018: 15. Platz): Ein großes Problem stellt in Berlin der mit 39,7 Prozent hohe Anteil vorzeitig abgebrochener Ausbildungsverträge an allen Ausbildungsverträgen dar. Berlin ist im Jahr 2016 Schlusslicht in Deutschland (Bundesdurchschnitt: 28,7 Prozent). Zudem hatten die Erstabsolventen im Jahr 2016 mit 27,5 Jahren das höchste Durchschnittsalter – das bundesweite Mittel lag bei 26,1 Jahren.

    Berufliche Bildung (BM 2018: 15. Platz): Gemessen an der Bevölkerung im entsprechenden Alter wurden im Jahr 2017 relativ wenige betriebliche Ausbildungsplätze angeboten. Berlin verzeichnete mit 54,0 Prozent die niedrigste Quote in Deutschland (Durchschnitt: 64,8 Prozent), konnte sich aber in den vergangenen Jahren deutlich verbessern (zum Vergleich 2003: 38,7 Prozent). Unterdurchschnittlich war Berlin auch bei der Quote der unversorgten Bewerber - mit 10,2 Prozent fiel dieser Wert im Jahr 2017 höher aus als im Bundesdurchschnitt (9,3 Prozent). Bei der Fortbildungsintensität war Berlin sogar Schlusslicht der Bundesländer.

    Digitalisierung: Bewertung „Unterdurchschnittlich“ (-)

    Nach Untersuchungen der Telekom-Stiftung im Jahr 2017 weist Berlin relativ zu den anderen Bundesländern Schwächen bei den medienbezogenen Kompetenzen der Lehrkräfte, bei der Förderung der Schülerkompetenzen und bei der Nutzung der digitalen Medien im Unterricht an Schulen auf. Die Zahl der IT-Absolventen von Hochschulen je 100.000 Erwerbstätige ist aber nach IW-Berechnungen vergleichsweise hoch (Berlin: 84,3; Bundesdurchschnitt: 73,1). Unterdurchschnittlich schneidet Berlin wiederum bei Digitalisierungspatenten ab. Pro 100.000 sozialversicherungspflichtig beschäftigten Personen wurden im Jahr 2015 in Berlin 8,6 Digitalisierungspatente angemeldet (Bundesdurchschnitt: 13,3).

    Das vollständige Profil als PDF-Download

    Hier finden Sie alle Informationen über Berlin. Laden Sie das komplette Profil und eine Tabelle mit allen Indikatoren und Vergleichswerten herunter.

    Das Profil von Berlin im Bildungsmonitor 2011 der INSM
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