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Politik-Check Schule

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INSM-Politik-Check Schule: Die Einzelkriterien

Die Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft präsentiert

Der kleine Nachzügler kommt in Reformfahrt, müsste aber noch mehr für Lehrerfortbildung tun

INSM-IW-Politik-Check Schule: Das Länderprofil von Saarland

Der INSM-IW-Politik-Check Schule bewertet erstmals die schulpolitischen Weichenstellungen, die die Landesregierungen nach dem PISA-Schock getroffen haben, um in Zukunft bessere Schulbildung zu ermöglichen. Die Studie bewertet, wie weit die jeweiligen Landesregierungen mit der gesetzgeberischen und politischen Umsetzung eines von Bildungsexperten entworfenen Reformkataloges vorangekommen sind. Die Zielerreichung wird durch Schulnoten bewertet.

Das Saarland erreicht im Durchschnitt aller 5 untersuchten Reformbereiche eine 3

Das Saarland hat vor allem in den zurückliegenden zwei Jahren seine Reformaktivitäten intensiviert. Mit dem Modellversuch „Selbstständige Schule“ sind viele Weichen gut gestellt – auch wenn es weiteren Handlungsbedarf bei der Qualitätssicherung und im Systemmanagement gibt. Dem Land ist zu empfehlen, die mit der „Selbstständigen Schule“ verknüpften Ziele für alle Schulen verbindlich zu formulieren und innerhalb eines vorzugebenden Fahrplans flächendeckend einzuführen. Das Schulpolitikzeugnis des Saarlandes im Einzelnen:

Bildungspolitische Ziele: Note 3

Die Schulpolitik im Saarland hat eine stattliche Reformagenda bearbeitet. Danach wird im Erziehungs- und Bildungsauftrag festgelegt, dass die Schule die Grundlage einer Berufsausbildung schaffen muss. Grundsätzlich hat sich die Politik im Saarland wie in den meisten anderen Ländern auch für eine Dezentralisierung von Entscheidungskompetenzen in den Schulen entschieden. Das bedeutet beispielsweise, dass Schulen selbstständiger werden und Schulleiter mehr Kompetenzen erhalten sollen. Maßnahmen zur Verbesserung der Zeiteffizienz sind ebenfalls grundsätzlich beschlossen. Zum Beispiel wurde die gymnasiale Schulzeit auf acht Jahre verkürzt. Außerdem können Kinder bei Schulreife flexibler eingeschult werden – dies allerdings nur auf freiwilliger Basis. Im Gegensatz zur großen Mehrheit der anderen Bundesländer hat das Saarland die individuelle Förderung aller Schüler nicht festgeschrieben. Allerdings fehlen konkrete Regelungen zur Vermeidung von Sitzenbleiben. Der Gesetzgeber müsste die Schulen auffordern, die Versetzung im Regelfall anzustreben und gefährdete Schüler besonders zu fördern.

Qualitätssicherung: Note 3

Externe Schulinspektionen gibt es zurzeit im Saarland nur als Pilotprojekt auf Basis einer freiwilligen Teilnahme. Darüber hinaus sind nur Schulen, die am Modellversuch „Selbstständige Schule“ teilnehmen, dazu verpflichtet, einen internen Rechenschaftsbericht über ihre Arbeit anzufertigen. Flächendeckend findet beides noch nicht statt. Auf der Haben-Seite ist festzustellen, dass das Saarland Instrumente zur Qualitätssicherung von Schülerleistungen hat: Dies sind landesweite Vergleichsarbeiten in allen Schulen, Lernstandserhebungen und zentrale Abiturprüfungen. Defizite gibt es bei der Eingangsdiagnostik. Wünschenswert sind hier beispielsweise mehr Sprachtests bei Vorschulkindern.

Systemmanagement: Note 3

Im Saarland sind die Ansätze zur Dezentralisierung von Entscheidungsstrukturen in Richtung Schulautonomie nicht zu übersehen, doch sind diese nicht konsequent übersetzt. Schulen erhalten bisher lediglich im Rahmen von Schulversuchen die Kompetenz, Personal bei schulspezifischen Ausschreibungen (das heißt: Es wird eine bestimmte Fächerkombination gesucht) zu rekrutieren. Ansonsten werden Personalentscheidungen vom Schulministerium getroffen. Die Schulleiter haben hier bislang nur ein Anhörungsrecht. Sie dürfen bisher immerhin Sachmittel bewirtschaften, haben aber bislang im Regelfall noch keine ausdrückliche Kompetenz für das Personalbudget. Die Einführung von Zielvereinbarungen als Personalführungsinstrument für Schulleiter wird diskutiert. Darüber hinaus erhalten sie auch nur geringe Geldmittel, um Lehrer fortbilden zu können. Dies ist allerdings in allen Bundesländern ein Problem.

Schulkultur: Note 3-

Schulen im Saarland müssen ihre pädagogische Praxis bisher nicht an einem eigenen Schulprogramm orientieren und überprüfen. Damit fällt das Saarland hinter den Stand fast aller Bundesländer zurück. Allerdings wird die Einführung von Schulprogrammen zurzeit in Schulversuchen erprobt. Auch das Ganztagsschul-Programm – insbesondere mit verpflichtenden Unterrichtsangeboten – sollte weiter ausgebaut werden. Die Ganztagsbetreuung nützt vor allem auch Kindern aus bildungsarmen Schichten, die zuhause möglicherweise keine optimale Förderung erfahren. Sie ist zudem ein Instrument, um Schulzeiten zu verkürzen, weil es so gelingt, schneller mehr Bildung zu transportieren.

Lehren und Lernen: Note 3

Die Umsetzung von Bildungsstandards in Kernlehrpläne ist im Gange. Kernlehrpläne definieren verbindliche Lern- und Bildungsziele: Zu einem bestimmten Zeitpunkt müssen Schüler über bestimmte Kompetenzen verfügen. Das Saarland erprobt solche Kernlehrpläne bisher nur versuchsweise für den Hauptschulabschluss und den mittleren Bildungsabschluss. Die Politik im Saarland hat eine Vielzahl von Maßnahmen und Programmen zur Förderung unterschiedlicher Zielgruppen (z. B. lernschwache und hochbegabte Schüler) beschlossen. Eine integrative sonderpädagogische Förderung von behinderten Kindern, die nach Möglichkeit in Regelklassen mit betreut werden sollten, ist vom Gesetzgeber gewünscht, aber als Forderung bislang noch zu unverbindlich formuliert. Allerdings sind Angebotsstruktur und Intensität – etwa bei der Förderung von lernschwachen und hochbegabten Schülern – steigerungsfähig.

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Carsten Seim,
INSM-Projektleitung Politik-Check Schule
Telefon: 0221- 4981 403
seim@insm.de

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