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Politik-Check Schule

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INSM-Politik-Check Schule: Die Einzelkriterien

Die Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft präsentiert

Hamburg sichert vorbildlich die Qualität und schwächelt bei Angeboten für Lernschwache

INSM-IW-Politik-Check Schule: Das Länderprofil von Hamburg

Der INSM-IW-Politik-Check Schule bewertet erstmals die schulpolitischen Weichenstellungen, die die Landesregierungen nach dem PISA-Schock getroffen haben, um in Zukunft bessere Schulbildung zu ermöglichen. Die Studie bewertet, wie weit die jeweiligen Landesregierungen mit der gesetzgeberischen und politischen Umsetzung eines von Bildungsexperten entworfenen Reformkataloges vorangekommen sind. Die Zielerreichung wird durch Schulnoten bewertet.

Das Land Hamburg erreicht im Durchschnitt aller 5 untersuchten Reformbereiche eine 2

Hamburg gehört zur Spitzengruppe der Bundesländer Berlin, Hessen, Nordrhein-Westfalen und Mecklenburg-Vorpommern. Das gilt beinahe uneingeschränkt für sämtliche Qualitätsbereiche. Handlungsbedarf gibt es vor allem im Qualitätsbereich „Schulkultur“ – mit der klaren Empfehlung, die verpflichtenden Ganztagsangebote zu erhöhen. Das Schulpolitikzeugnis für Hamburg im Einzelnen:

Bildungspolitische Ziele: Note 2+

Das Land hat in diesem Qualitätsbereich seine Hausaufgaben vorbildlich erledigt und fast alle bildungspolitisch bedeutsamen Ziele eindeutig im Schulgesetz geregelt. Hamburg hat beste Voraussetzungen für die Qualitätssicherung und die Autonomie von Schulen geschaffen. Auch beim Umgang mit Zeitressourcen punktet der Stadtstaat. Er sorgt für frühe und flexible Einschulung und hat auch die gymnasiale Schulzeit auf acht Jahre verkürzt. Nach-holbedarf hat Hamburg aber bei der Vermeidung von Klassenwiederholungen.

Qualitätssicherung: Note 1-

Bei Strategien und Instrumenten der Qualitätssicherung hat Hamburg in ähnlicher Weise qualitativ hohe formale Standards geschaffen wie Berlin und Nordrhein-Westfalen. Einzelschulen werden in der Hansestadt in Zukunft regelmäßig ihre Qualität durch interne Evaluationen messen müssen; dazu werden auch externe Schulinspektionen gehören. Für Qualität sorgen auch obligatorische Vergleichsarbeiten, die in allen Schulen gleichzeitig stattfinden, Lernstandserhebungen und zentrale (Abschluss-) Prüfungen. Systematisch testet Hamburg auch die Sprachkompetenz von Kindern im Vorschulalter und bietet gezielte Sprachförderung an. Die Maßnahmen zur Qualitätssicherung sind systemisch und systematisch angelegt und auf qualitätswirksame Effekte ausgerichtet.

Systemmanagement: Note 2

Im Qualitätsbereich Systemmanagement hat Hamburg den Einzelschulen die nötigen Entscheidungskompetenzen übertragen, die diese als eigenverantwortliche Einheiten brauchen. Schulleiter in der Hansestadt sind als Führungskräfte verantwortlich für das Gelingen der pädagogischen und erzieherischen Arbeit. Sie verfügen dafür über die erforderlichen Führungsmittel – einschließlich Personalrekrutierung, Budgetbefugnisse und Personalentwicklung. Handlungsbedarf gibt es bei der Einführung des Führungsinstruments „Zielvereinbarungen“. Die Senatsbehörde hat dieses Manko aber bereits erkannt und plant die Einführung von Zielvereinbarungen.

Schulkultur: Note 3

Schulen in Hamburg sind wie fast überall in Deutschland aufgefordert, ihre pädagogische Praxis an einem Schulprogramm zu orientieren und zu überprüfen. Im Schulalltag ist das aber noch nicht flächendeckend angekommen. Auch das Hamburger Ganztagsschul-Programm – insbesondere mit verpflichtenden Unterrichtsangeboten – sollte weiter ausgebaut werden; dies ist auch nötig, weil vor allem Kinder aus bildungsärmeren Schichten von einer ganztägigen Betreuung in besonderer Weise profitieren.

Lehren und Lernen: Note 2-

Mit einer Vielzahl von Maßnahmen und Programmen, die an unterschiedliche Zielgruppen (zum Beispiel lernschwache und hochbegabte Schüler, aber auch durch integrative sonderpädagogische Förderung) gerichtet sind, kümmert sich das Land – programmatisch gesehen – vorbildlich um adressatenspezifische Bedürfnisse. Stark ist Hamburg in der Sprachförderung sowie auch bei der integrativen sonderpädagogischen Förderung. In vielen Fällen lernen behinderte Kinder in Regelklassen. Schwächen hat Hamburg noch bei speziellen Angeboten für Hochbegabte. Dass die Intensität einzelner Angebote verbessert werden kann, schmälert nicht die Tatsache, dass Hamburg in diesem untersuchten Qualitätsbereich überdurchschnittlich gut aufgestellt ist.

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Carsten Seim,
INSM-Projektleitung Politik-Check Schule
Telefon: 0221- 4981 403
seim@insm.de

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