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Politik-Check Schule

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INSM-Politik-Check Schule: Die Einzelkriterien

Die Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft präsentiert

Berlin punktet mit Förderangeboten, braucht aber mehr Ganztagsschulen

INSM-IW-Politik-Check Schule: Das Länderprofil von Berlin

Der INSM-IW-Politik-Check Schule bewertet erstmals die schulpolitischen Weichenstellungen, die die Landesregierungen nach dem PISA-Schock getroffen haben, um in Zukunft bessere Schulbildung zu ermöglichen. Die Studie bewertet, wie weit die jeweiligen Landesregierungen mit der gesetzgeberischen und politischen Umsetzung eines von Bildungsexperten entworfenen Reformkataloges vorangekommen sind. Die Zielerreichung wird durch Schulnoten bewertet.

Berlin erreicht im Durchschnitt aller 5 untersuchten Reformbereiche eine 2

Berlin punktet durch eine weit überdurchschnittliche Reform- und Innovationstätigkeit im Schulsystem und gehört zu einer Spitzengruppe der Bundesländer Hamburg, Hessen, Nordrhein-Westfalen und Mecklenburg-Vorpommern. Die Schulpolitiker im Senat haben die Reformagenda der Bildungsexperten vollständig bearbeitet. Handlungsbedarf gibt es in Berlin vor allem noch auf der Ebene des Systemmanagements: Die Berliner Schulen haben noch nicht genug Eigenständigkeit. Ein Berliner Manko ist auch der noch vorhandene Mangel an flächendeckender Ganztagsbetreuung.

Bildungspolitische Ziele: Note 1

Das Land hat in diesem Qualitätsbereich seine Hausaufgaben vorbildlich erledigt und alle bildungspolitisch bedeutsamen Ziele eindeutig in Gesetze gefasst. Auch beim Umgang mit Zeitressourcen (hier geht es um die Vermeidung von Sitzenbleiben, frühe und flexible Einschulung, Verkürzung der gymnasialen Schulzeit) hat der Senat die gesetzgeberischen Weichen für eine zukünftig bessere Schulbildung gestellt.

Qualitätssicherung: Note 1-

Berlin hat ähnlich hohe Standards bei der Qualitätssicherung wie Nordrhein-Westfalen. Einzelschulen müssen regelmäßig ihre Qualität durch interne Evaluationen messen. Sie werden darüber hinaus auch durch externe Schulinspektionen kontrolliert. Für Qualität sorgen auch obligatorische Vergleichsarbeiten, Lernstandserhebungen und zentrale (Abschluss-) Prüfungen. Systematisch testet Berlin auch die Sprachkompetenz von Kindern im Vorschulalter und bietet gezielte Sprachförderung an. Die Maßnahmen zur Qualitätssicherung sind systemisch und systematisch angelegt und auf qualitätswirksame Effekte ausgerichtet.

Systemmanagement: Note 3

Eine bessere Bewertung in diesem Feld verhindert die Tatsache, dass Schulleiter in Berlin keine disziplinarischen Kompetenzen haben. Diese brauchen sie aber, um verantwortlich für das Gelingen der pädagogischen und erzieherischen Arbeit an ihren Schulen sorgen zu können. Schulleiter dürfen zwar mitentscheiden, wenn Lehrer eingestellt werden, und sie haben auch einen gewissen Etat für Vertretungslehrer. Die Führungsverantwortung gesteht ihnen die Politik aber nur halbherzig zu. Aktuell wird in Berlin die Einführung von Zielvereinbarungen als Führungsinstrument für Schulleiter diskutiert. Aber nach bisherigem Stand wird all das unverbindlich bleiben, weil die Schulleiter voraussichtlich keine Möglichkeit haben, besonders engagierte Lehrer zum Beispiel durch einen finanziellen Bonus zu belohnen. Sie haben in Berlin bislang auch nicht die Möglichkeit, über einen eigenen Etat Fortbildungen ihres Kollegiums finanzieren zu können.

Schulkultur: Note 3

Schulen in Berlin müssen sich selber ein Schulprogramm geben, in dem beispielsweise ihre pädagogische Praxis definiert wird. Dieses Programm ist regelmäßig zu überprüfen und fortzuschreiben. Flächendeckend gibt es in Berlin noch keine verpflichtenden Ganztagsschulen, die vor allem für Kinder aus bildungsärmeren Schichten im Interesse einer optimalen Förderung von großer Bedeutung sind. Nur die integrierten Gesamtschulen sind voll-gebundene Ganztagsschulen. Fazit: Die Berliner Schulpolitik muss vollzeitschulische Ganztagsbetreuung auf die Agenda setzen, denn gerade in der Bundeshauptstadt mit ihren sozialen und ethnischen Brüchen sollte Bildung auch unter integrativen Gesichtspunkten betrachtet werden.

Lehren und Lernen: Note 2-

Berlin punktet bei der Förderung von Hochbegabten, aber auch in der Sprachförderung sowie der integrativen sonderpädagogischen Förderung. Kinder mit Lern- oder Körperbehinderungen werden hier vielfach in Regelklassen unterrichtet. Berlin bietet hier eine Vielzahl von Maßnahmen und Programmen an, die sich an unterschiedliche Zielgruppen richten – zum Beispiel lernschwache und hochbegabte Schüler. Zwar könnte hier auch in der Bundeshauptstadt noch einiges besser sein, aber insgesamt ist sie bei adressatenspezifischen Förderangeboten gut aufgestellt.

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Carsten Seim,
INSM-Projektleitung Politik-Check Schule
Telefon: 0221- 4981 403
seim@insm.de

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