Der Bildungsmonitor 2007 - Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft
Sachsen-Anhalt – Verbesserung um 15,1 Punkte (2004 - 2007)
Das Land ist stark bei Betreuungsbedingungen und MINT
Sachsen-Anhalt
verbessert sich zwischen 2004 und 2007 um
15,1 Punkte
und belegt damit den
Dynamik-Platz 3
in der wissenschaftlichen Bildungsstudie “Bildungsmonitor 2007”, die vom Institut der deutschen Wirtschaft Köln (IW) im Auftrag der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM) 2007 zum vierten Mal erstellt wurde. Diese umfassende Analyse des föderalen Bildungssystems in Deutschland bewertet anhand von 13 Handlungsfeldern und mehr als 100 Indikatoren (Datenstand 2005), inwieweit das Bildungssystem eines Bundeslandes einen Beitrag zu mehr Wachstum leistet.
Sachsen-Anhalt zeigt im Vergleich zum Bundesdurchschnitt 2004 ein sehr heterogenes Stärken-Schwächen-Profil. Stärken: eine hohe Zeiteffizienz, gute Betreuungsbedingungen, eine gute Förderinfrastruktur und eine hohe Zahl an MINT-Absolventen. Relative Schwächen bestehen bei der Inputeffizienz, der Integration (gleiche Bildungschancen) und bei der Arbeitsmarktorientierung der beruflichen Bildung.
Insgesamt ist es Sachsen-Anhalt gelungen, das durchschnittliche Ergebnis in den 13 Handlungsfeldern deutlich zu verbessern. Im Vergleich zu 2006 legt das Land fast 4 Punkte zu. Besonders hoch waren die Verbesserungen in den Handlungsfeldern Zeiteffizienz (+27,9) und MINT (+5,6). Das Führungsquartett im Leistungsfähigkeitstest der Bildungssysteme bilden Sachsen, Baden-Württemberg, Thüringen und Bayern. Eine breite Verfolgergruppe um das Saarland, Niedersachsen, Berlin, Hamburg, Rheinland-Pfalz, Hessen und Schleswig-Holstein sowie Brandenburg, Bremen, Sachsen-Anhalt und NRW liegt bereits oberhalb des Bundesdurchschnitts aus dem Jahr 2004. Somit zeigt sich insgesamt ein klarer Verbesserungs-Trend über alle Bundesländer hinweg. Mecklenburg-Vorpommern bildet beim Bildungsmonitor 2007 das Schlusslicht.
Einzelne Handlungsfelder im Überblick
Zeiteffizienz:
In weiten Teilen des Bildungssystems ist die Zeiteffizienz hoch. Der Anteil verspätet eingeschulter Grundschüler beträgt im Jahr 2005 3,6 Prozent und liegt unter dem Bundesdurchschnitt von 4,8 Prozent, die Wiederholerquote an Grundschulen ist gering. An den Hochschulen wird die relativ weit vorangeschrittene Umsetzung des Bologna-Prozesses positiv bewertet. Im Jahr 2005 waren 39 Prozent der Studienanfänger in Bachelor-Studiengängen eingeschrieben (der dritthöchste Wert in Deutschland; Bundesdurchschnitt: 26 Prozent). Beim Anteil der vorzeitig aufgelösten Ausbildungsverträge an allen Auszubildenden liegt Sachsen-Anhalt jedoch weiterhin schlechter als der Bundesdurchschnitt.
MINT:
Die MINT-Wissenschaften haben im Bildungssystem in Sachsen-Anhalt ein hohes Gewicht. Der Anteil der MINT-Wissenschaftler am wissenschaftlichen Personal der Hochschulen ist höher als im Bundesdurchschnitt, ebenso ist bezogen auf das F&E-Personal im Bundesland die Zahl der aktuellen MINT-Absolventen hoch. Auch in den beruflichen Fortbildungsprüfungen zeigt sich das hohe Gewicht der technischen Ausbildungsgänge. Mit 63,5 Prozent ist der Anteil technischer Fortbildungsprüfungen an allen erfolgreichen Fortbildungsprüfungen im Jahr 2005 der höchste in ganz Deutschland (Bundesdurchschnitt: 46,2 Prozent).
Betreuungsbedingungen:
Die Schüler-Lehrer-Relation hat sich in fast allen Bildungsbereichen aufgrund der gesunkenen Schülerzahlen deutlich verbessert und liegt damit im Spitzenfeld der Bundesländer. So kommen beispielsweise rechnerisch im Jahr 2005 auf einen Lehrer in der Grundschule 14,3 Schüler (Bestwert; Bundesdurchschnitt: 19,9). Lediglich im Bereich der beruflichen Schulen sind die Betreuungsrelationen schlechter als im Bundesdurchschnitt.
Inputeffizienz:
Die Investitionsquoten im Bildungssystem in Sachsen-Anhalt gehören im Jahr 2004 zu den niedrigsten in ganz Deutschland. Auch die Sachmittelausstattung der Schulen ist relativ niedrig. Pro Euro für Lehrergehälter gibt Sachsen-Anhalt etwa an den allgemein bildenden Schulen im Jahr 2004 nur rund 8 Cent aus (Bundesdurchschnitt: 15,2 Cent). Ebenso zeigt sich, dass die Altersstruktur der Lehrkräfte sehr unausgewogen ist. Dies ist aus ökonomischer Sicht ungünstig für eine nachhaltige Personalpolitik an Schulen.
Berufliche Bildung / Arbeitsmarktorientierung:
Das Ausbildungsstellenangebot ist bezogen auf die Zahl der Jugendlichen in Sachsen-Anhalt sehr niedrig. Dennoch weist Sachsen-Anhalt eine der höchsten Quoten an nicht erfolgreichen Abschlussprüfungen im dualen Ausbildungssystem auf. 16.200 Jugendliche haben im Jahr 2005 ihre Abschlussprüfung bestanden. Eine Quote von rund 79 Prozent. Bei einer Erfolgsquote wie im Bundesdurchschnitt von rund 86 Prozent hätten rund 1.400 Jugendliche mehr erfolgreich abschließen und damit einen leichteren Übergang in den Arbeitsmarkt finden können.
Das vollständige Profil als PDF-Download
Hier finden Sie alle Informationen über Sachsen-Anhalt. Laden Sie das komplette Profil und eine Tabelle mit allen Indikatoren und Vergleichswerten herunter.


