Der Bildungsmonitor 2007 - Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft
Niedersachsen Platz 6
Das Land ist stark bei der Internationalisierung und der Effizienz - verschlechtert sich jedoch bei den Betreuungsrelationen
Niedersachsen
belegt mit
57,1 Punkten Platz 6
in der wissenschaftlichen Bildungsstudie “Bildungsmonitor 2007”, die vom Institut der deutschen Wirtschaft Köln (IW) im Auftrag der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM) 2007 zum vierten Mal erstellt wurde. Diese umfassende Analyse des föderalen Bildungssystems in Deutschland bewertet anhand von 13 Handlungsfeldern und mehr als 100 Indikatoren (Datenstand 2005), inwieweit das Bildungssystem eines Bundeslandes einen Beitrag zu mehr Wachstum leistet.
Niedersachsen schneidet bei den meisten der 13 Handlungsfelder im Vergleich zum durchschnittlichen Ergebnis im Bildungsmonitor 2004 positiv ab. Stärken im niedersächsischen Bildungssystem sind eine hohe Zeiteffizienz sowie ein hoher Internationalisierungsgrad. Negativ zu bewerten sind die im nationalen Vergleich ungünstigen Betreuungsbedingungen, die ungleichen Bildungschancen sowie der relativ geringe Beitrag der Hochschulen zur Forschungsförderung.
Gegenüber dem Bildungsmonitor 2006 konnte sich Niedersachsen um gut 3 Punkte verbessern. Die größten Sprünge wurden bei den Handlungsfeldern Zeiteffizienz (+26,1 Punkte) und Förderinfrastruktur (+13,3) erreicht. Insgesamt rangiert das Land im Verfolgerfeld des Bildungsmonitors 2007. Sachsen, Baden-Württemberg, Thüringen und Bayern bilden das Führungsquartett im Leistungsfähigkeitstest der Bildungssysteme. Eine breite Verfolgergruppe um das Saarland, Niedersachsen, Berlin, Hamburg, Rheinland-Pfalz, Hessen und Schleswig-Holstein sowie Brandenburg, Bremen, Sachsen-Anhalt und NRW liegt bereits oberhalb des Bundesdurchschnitts aus dem Jahr 2004. Somit zeigt sich insgesamt ein klarer Verbesserungs-Trend über alle Bundesländer hinweg. Mecklenburg-Vorpommern bildet beim Bildungsmonitor 2007 das Schlusslicht.
Einzelne Handlungsfelder im Überblick
Zeiteffizienz:
Beim Handlungsfeld Zeiteffizienz profitiert Niedersachsen von der relativ weit vorangeschrittenen Umsetzung des Bologna-Prozesses. Im Jahr 2005 waren bereits 43 Prozent der Studienanfänger in Bachelor-Studiengängen eingeschrieben — der zweithöchste Wert in Deutschland. Im Bundesdurchschnitt sind dies im Jahr 2005 erst 26 Prozent.
Internationalisierung:
Beim Fremdsprachenunterricht an Grundschulen und beruflichen Schulen liegt Niedersachsen etwa auf Bundesdurchschnitt. An den Hochschulen geht es sehr international zu. Der Anteil der Bildungsausländer an den Studierenden konnte deutlich gesteigert werden und beträgt im Jahr 2005 9,6 Prozent — Niedersachsen konnte damit in den letzten Jahren auf den Bundesdurchschnitt von 9,7 Prozent fast aufschließen. Die Zahl der internationalen Hochschulkooperationen je Hochschule ist nach Berlin die zweithöchste in Deutschland. Und auch der Anteil der Gastwissenschaftler liegt mit 16,1 Prozent über dem Bundesdurchschnitt von 14 Prozent.
Integration:
Wie ein Blick auf die PISA-Untersuchung zeigt, ist in Niedersachsen der Zusammenhang von sozialer Herkunft und Bildungsergebnissen etwas stärker als im Bundesdurchschnitt. Probleme zeigen sich besonders bei den Bildungsabschlüssen von Ausländern. Von 6.400 ausländischen Schulabsolventen im Jahr 2005 erreichten 1.600 keinen Abschluss. 25 Prozent beträgt damit die Schulabbrecherquote unter ausländischen Jugendlichen. Nur Sachsen-Anhalt weist einen schlechteren Wert auf.
Betreuungsbedingungen:
Insbesondere an niedersächsischen Gymnasien hat sich die Schüler-Lehrer-Relation in den letzten Jahren dramatisch verschlechtert. Betrug die Schüler-Lehrer-Relation in der Sekundarstufe 1 vor dem Abschaffen der Orientierungsstufe noch 17 Schüler je Lehrer, so ist die Relation in 2004 auf 18,6 gestiegen. Eine weitere Zunahme ist in 2005 zu beobachten. Auf 1 Lehrer kommen rechnerisch 19 Schüler. Die Zunahme an Schülern wurde folglich nicht in gleichem Umfang durch eine Erhöhung der Lehrerzahl begleitet. An Haupt- und Realschulen liegen die Betreuungsrelationen inzwischen günstiger als im Bundesdurchschnitt. Insbesondere an den Hauptschulen ist die Schülerzahl von 2004 auf 2005 deutlich gesunken, was zu einer Verbesserung der Betreuungsrelationen führte.
Das vollständige Profil als PDF-Download
Hier finden Sie alle Informationen über Niedersachsen. Laden Sie das komplette Profil und eine Tabelle mit allen Indikatoren und Vergleichswerten herunter.


