Der Bildungsmonitor 2007 - Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft
Berlin Platz 7
Die Hauptstadt verbessert sich von Platz 13 auf Platz 7
Berlin
belegt mit
56,2 Punkten Platz 7
in der wissenschaftlichen Bildungsstudie “Bildungsmonitor 2007”, die vom Institut der deutschen Wirtschaft Köln (IW) im Auftrag der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM) 2007 zum vierten Mal erstellt wurde. Diese umfassende Analyse des föderalen Bildungssystems in Deutschland bewertet anhand von 13 Handlungsfeldern und mehr als 100 Indikatoren (Datenstand 2005), inwieweit das Bildungssystem eines Bundeslandes einen Beitrag zu mehr Wachstum leistet.
Die Hauptstadt überzeugt im nationalen Vergleich in fünf von 13 Handlungsfeldern: das Bildungssystem weist einen hohen Internationalisierungsgrad auf, die Ganztagsinfrastruktur ist relativ weit entwickelt, die Betreuungsrelationen sind gut, die Hochschulen bilden im hohen Maße den akademischen Nachwuchs aus und haben eine große Bedeutung für die Forschung in der Region. Auf der anderen Seite weist der Stadtstaat allerdings auch erhebliche Mängel auf: Betroffen sind die Handlungsfelder Bildungsarmut, die Priorität der Bildungsausgaben, Inputeffizienz, berufliche Bildung und MINT.
Insgesamt ist es Berlin gelungen, sich im Vergleich zum Bildungsmonitor 2004 über alle Handlungsfelder hinweg deutlich zu verbessern. Im Vergleich zu 2006 legt das Land sechs Punkte zu. Besonders hoch waren die Verbesserungen in den Handlungsfeldern Forschung (+25,8), Zeiteffizienz (+21,1) und Förderinfrastruktur (+14,8). Berlin zählt somit im Unterschied zu den Vorjahren beim Vergleich der Bildungssysteme zur Verfolgergruppe. Das Führungsquartett im Leistungsfähigkeitstest der Bildungssysteme bilden Sachsen, Baden-Württemberg, Thüringen und Bayern. Eine breite Verfolgergruppe um das Saarland, Niedersachsen, Berlin, Hamburg, Rheinland-Pfalz, Hessen und Schleswig-Holstein sowie Brandenburg, Bremen, Sachsen-Anhalt und NRW liegt bereits oberhalb des Bundesdurchschnitts aus dem Jahr 2004. Somit zeigt sich insgesamt ein klarer Verbesserungs-Trend über alle Bundesländer hinweg. Mecklenburg-Vorpommern bildet beim Bildungsmonitor 2007 das Schlusslicht.
Einzelne Handlungsfelder im Überblick
Internationalisierung:
Mit einem Anteil der Studierenden aus dem Ausland (Bildungsausländer) von 12,2 Prozent an allen Studierenden hat Berlin im Jahr 2005 nach dem Saarland und Bremen den höchsten Anteil in Deutschland (Bundesdurchschnitt: 9,7 Prozent). Die Hochschulen zeichnen sich dabei durch eine starke internationale Vernetzung aus. Im Durchschnitt verfügt jede Hochschule über rund 87 internationale Hochschulkooperationen (Durchschnitt der Länder: 55,6).
Forschungsorientierung:
Im Bereich der Forschung zeichnen sich die Berliner Hochschulen in vielen Kennzahlen als leistungsstark aus. Hinter Bremen und Baden-Württemberg werden mit 76.000 Euro je Professor die drittmeisten Drittmittel eingeworben (Daten ohne medizinische Einrichtungen). Der Bundesdurchschnitt beträgt 69.400 Euro). Die Zahl der Habilitationen je 100 Professoren ist mit 8,1 im Jahr 2005 die höchste in Deutschland. Auch bei dem Anteil der Promotionen an allen Abschlüssen liegt Berlin im Jahr 2005 an der Spitze.
Förderinfrastruktur:
Mit 50,8 Prozent hat Berlin im Jahr 2005 nach Thüringen und Sachsen den höchsten Anteil an Grundschülern an öffentlichen Ganztagsschulen (Bundesdurchschnitt: 9,5). Auch bei unter 6-Jährigen ist das Angebot an Ganztagsbetreuungsplätzen deutlich besser als im Bundesdurchschnitt. Im Sekundarbereich I ist das Angebot an gebundenen Ganztagsschulen mit knapp 22 Prozent das höchste in Deutschland. Berlin erreicht dadurch insgesamt trotz aller Probleme relativ gute Kennzahlen beim Zugang zu gleichen Bildungschancen. Der Zusammenhang von sozialer Herkunft und Bildungserfolg ist laut PISA etwa im Bereich des Bundesdurchschnitts.
Berufliche Bildung:
Die berufliche Bildung ist eines der Sorgenkinder in Berlin. Die Zahl der Absolventen von Fortbildungsprüfungen pro 1000 Einwohner ist die niedrigste in Deutschland, das Ausbildungsstellenangebot ist gering. Dennoch liegt der Anteil der nicht erfolgreichen Abschlussprüfungen im Jahr 2005 bei über 20 Prozent (nur in Mecklenburg-Vorpommern und in Sachsen-Anhalt ist die Misserfolgsquote höher).
Bildungsarmut:
Die PISA-Risikogruppen sind in Berlin größer als im Bundesdurchschnitt (keine neuen Daten beim Monitor 2007). Der Anteil der Schulabgänger ohne Abschluss ist in Berlin mit 9,4 Prozent weiterhin höher als im Bundesdurchschnitt, auch wenn Berlin bei dieser Kennzahl in den letzten Jahren die größten Verbesserungen aller Bundesländer aufweist.
Das vollständige Profil als PDF-Download
Hier finden Sie alle Informationen über Berlin. Laden Sie das komplette Profil und eine Tabelle mit allen Indikatoren und Vergleichswerten herunter.


