Der Bildungsmonitor 2017 - Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft

Bayern Platz 3

  • Gesamtranking (Bestand)

    Bayern erreicht im Bildungsmonitor den Bronzerang…

    … und ist top in der beruflichen Bildung, die Ganztagsplätze sind aber ausbaufähig

    Berlin - Bayern rangiert im Bildungsmonitor 2017 auf Platz 3 der 16 Bundesländer und ist unter anderem im Bereich der beruflichen Bildung Spitzenreiter. Die Vergleichsstudie des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln (IW) im Auftrag der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM) bewertet anhand von 12 Handlungsfeldern, die insgesamt 93 Indikatoren umfassen, inwieweit ein Bundesland Bildungsarmut reduziert, zur Fachkräftesicherung beiträgt und Wachstum fördert.

    Ausgewählte Ergebnisse Bildungsmonitor 2017

    Bayern weist in den Handlungsfeldern Berufliche Bildung (Platz 1), Inputeffizienz (Platz 1), Bildungsarmut (Platz 2) und Ausgabenpriorisierung (Platz 2) besondere Stärken auf:

    • Das Ausbildungsstellenangebot ist groß, der Anteil unversorgter Jugendlicher sehr niedrig, und es nehmen bundesweit die meisten Erwachsenen an Fortbildungen teil.
    • Die Altersstruktur der Lehrer ist ausgewogen; die Investitionsquoten an allgemeinen und beruflichen Schulen und Hochschulen sind sehr hoch.
    • Nur wenige Schüler haben geringe Kompetenzen und nur wenige verlassen die Schule ohne Abschluss; die Erfolgsquoten in der Berufsvorbereitung sind hoch.
    • Die Bildungsausgaben je Grundschüler sind sehr hoch.

    Verbesserungspotenzial besteht in Bayern vor allem bei der Förderinfrastruktur:

    • Der Anteil der Schüler, die an Grund- und weiterführenden Schulen Ganztageseinrichtungen nutzen, ist im bundesweiten Vergleich trotz jüngster Fortschritte niedrig.

    Exkurs: Bildungsagenda

    Der Bildungsmonitor 2017 zeigt, dass die Herausforderungen für das Bildungssystem durch Integration, Digitalisierung und demografischen Wandel größer geworden sind. Bundesweit fallen die Fortschritte im Bildungsmonitor jedoch immer kleiner aus, teilweise macht das Bildungssystem sogar Rückschritte. Deshalb hat das IW Köln für den Bildungsmonitor 2017 eine Reformagenda entwickelt, die einen Mehrbedarf an Bildungsausgaben von 12 Milliarden Euro jährlich aufdeckt. Dieses Geld ist zielgerichtet in jenen Bereichen einzusetzen, die für die Integration der Zuwanderer sowie für die Gestaltung der Digitalisierung und des demografischen Wandels besonders wichtig sind. Konkret bedeutet dies für ganz Deutschland zusätzliche jährliche Bildungsausgaben von:

    • 3,5 Milliarden Euro für Integration,
    • 5,0 Milliarden Euro für mehr Qualität und Plätze in der frühkindlichen Bildung,
    • 2,7 Milliarden Euro für Ganztagsschulen und
    • 0,8 Milliarden Euro für Studierende aus dem Ausland an deutschen Hochschulen.

    Das Augenmerk sollte dabei nicht auf Strukturdebatten gerichtet sein, sondern auf Maßnahmen, die die Bildungsqualität der Schulen stärken. Es gilt, die Kräfte auf die Umsetzung der Digitalisierung durch Lehrkonzepte und Lehrerfortbildung sowie auf eine besseren Berufs- und Studienorientierung zu konzentrieren. Untersuchungen zeigen, dass sich gezielt eingesetzte zusätzliche Bildungsausgaben volkswirtschaftlich langfristig auszahlen.

    Stärken in bildungspolitischen Handlungsfeldern in Bayern:

    Berufliche Bildung (BM 2017: 1. Platz): Der Übergang von der Schule in den Beruf gelingt in Bayern sehr gut. Das Angebot an Ausbildungsstellen ist generell sehr hoch. Mit 74,3 Prozent lag die Ausbildungsstellenquote im Jahr 2016 über dem Bundesdurchschnitt von 64,2 Prozent. Der Anteil der unversorgten Bewerber war in Bayern mit 5,7 Prozent am zweitniedrigsten (Bundesdurchschnitt: 9,5 Prozent). Die Erfolgsquote der Berufsschüler in der dualen Ausbildung war in Bayern im Jahr 2015 mit 91,2 Prozent sehr hoch (Bundesdurchschnitt: 90,0 Prozent). Fortbildung wird nirgendwo in Deutschland so intensiv betrieben wie in Bayern. Von 1.000 Personen aus der Alterskohorte der 25- bis 40-Jährigen haben 9,5 im Jahr 2015 eine Fortbildungsprüfung bestanden (Durchschnitt: 6,0).

    Inputeffizienz (BM 2017: 1. Platz): In Bayern wurden die Mittel für die Schulen relativ effizient eingesetzt. Die Lehrerschaft an allgemeinbildenden und beruflichen Schulen hatte im Jahr 2015 eine relativ ausgewogene Altersstruktur. In beiden Bereichen erreichte der Freistaat jeweils den besten Wert aller Bundesländer. Im Hochschulbereich zeichnete sich Bayern 2015 durch einen überdurchschnittlichen Anteil der Investitionen an den Gesamtausgaben aus (Bayern: 13,1 Prozent; Durchschnitt: 10,8 Prozent). Der Anteil der Wissenschaftler am Gesamtpersonal der Hochschulen fiel mit 42,8 Prozent ebenfalls überdurchschnittlich hoch aus (Durchschnitt: 40,8 Prozent).

    Bildungsarmut (BM 2017: 2. Platz): Das Vermeiden von Bildungsarmut ist eine weitere Stärke Bayerns. In verschiedenen Kompetenzerhebungen (IQB) zählen sowohl in der 4. Klasse als auch in der 9. Klasse nur wenige Kinder zur Risikogruppe. Der Anteil der Schulabsolventen ohne Abschluss war im Jahr 2015 mit 4,6 Prozent in Bayern der zweitniedrigste in ganz Deutschland (Bundesdurchschnitt: 5,6 Prozent) – und mit 94,8 Prozent erfolgreichen Absolventen des Berufsvorbereitungsjahres erzielte Bayern den besten Wert aller Bundesländer (Bundesdurchschnitt: 57,9 Prozent).

    Ausgabenpriorisierung (BM 2017: 2. Platz): Bildung genießt einen hohen Stellenwert in den öffentlichen Ausgaben. Setzt man die Bildungsausgaben je Teilnehmer ins Verhältnis zu den Gesamtausgaben der öffentlichen Haushalte pro Einwohner, zeigt sich: Bayern nimmt insbesondere für Grundschulen, sonstige allgemeinbildende Schulen und Vollzeitberufsschulen relativ viel Geld pro Schüler in die Hand. Der Freistaat weist hier jeweils den zweitbesten Wert aller Bundesländer auf.

    Potenziale in bildungspolitischen Handlungsfeldern in Bayern:

    Förderinfrastruktur (BM 2017: 14. Platz): Verbesserungsbedarf gibt es in Bayern weiterhin bei der Förderinfrastruktur. Der Anteil der ganztags betreuten Kinder im Alter zwischen drei und sechs Jahren lag in Bayern 2016 bei 34,6 Prozent, während im Bundesdurchschnitt schon 44,5 Prozent aller Kinder dieser Altersgruppe ganztags betreut wurden. Darüber hinaus wies Bayern im Jahr 2015 mit 11,1 Prozent die drittniedrigste Quote von Ganztagsschülern im Grundschulbereich auf (Bundesdurchschnitt: 34,4 Prozent). Der Anteil der Schüler an Ganztagschulen im Sekundarbereich I war in Bayern mit 17,2 Prozent sogar bundesweit am niedrigsten (Durchschnitt: 41,5 Prozent). Im Vergleich zum Vorjahr haben sich die Betreuungsquoten im Ganztagsbereich jedoch leicht verbessert. Auch der Anteil des hochqualifizierten Personals am Gesamtpersonal der bayerischen Kindertageseinrichtungen lag 2016 unter dem Bundesdurchschnitt (Bayern: 5,5 Prozent; Durchschnitt: 6,4 Prozent).

    Das vollständige Profil als PDF-Download

    Hier finden Sie alle Informationen über Bayern. Laden Sie das komplette Profil und eine Tabelle mit allen Indikatoren und Vergleichswerten herunter.

    Das Profil von Bayern im Bildungsmonitor 2011 der INSM
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