Der Bildungsmonitor 2016 - Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft

Sachsen-Anhalt Platz 7

  • Gesamtranking (Bestand)

    Sachsen-Anhalt auf Rang 7 im Bildungsvergleich der Länder

    Handlungsbedarf bei Integration

    Berlin – Sachsen-Anhalt belegt Rang 7 im Vergleich der Bildungssysteme der deutschen Bundesländer, besonderer Handlungsbedarf besteht aber bei der Integration. Das geht aus dem Bildungsmonitor 2016 hervor. Die Vergleichsstudie des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln (IW) im Auftrag der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM) bewertet anhand von 12 Handlungsfeldern, die insgesamt 93 Indikatoren umfassen, inwieweit ein Bundesland Bildungsarmut reduziert, zur Fachkräftesicherung beiträgt und Wachstum fördert.

    Ausgewählte Ergebnisse Bildungsmonitor 2016

    Sachsen-Anhalt weist außer in der Schulqualität Stärken in den Handlungsfeldern Ausgabenpriorisierung und Betreuungsbedingungen auf:

    • Die Bildungsausgaben je Grundschüler, Schüler an allgemeinbildenden Schulen und Studierenden sind relativ hoch.
    • Die Betreuungsrelationen an Grundschulen und in der Sekundarstufe I sind sehr gut; auf 1 Lehrkraft kommen relativ wenige Schüler.

    Verbesserungspotenzial besteht in Sachsen-Anhalt vor allem bei der Inputeffizienz und der Integration:

    • Die Altersstruktur der Lehrkräfte ist sehr unausgewogen und erschwert eine gute Personalpolitik an Schulen; der Anteil des wissenschaftlichen Personals am Gesamtpersonal der Hochschulen ist vergleichsweise gering.
    • Die soziale Herkunft der Kinder wirkt sich stark auf ihren Bildungserfolg aus; unter ausländischen Schülern erreichen wenige ein Abitur und sehr viele verlassen die Schule ohne Abschluss.

    Exkurs: Sonderstudie Flüchtlinge

    Neben den 12 Handlungsfeldern untersucht der Bildungsmonitor 2016 in einer Sonderstudie zusätzlich erstmals die Herausforderung der Flüchtlingsmigration für die Bildungspolitik der Bundesländer. Bundesweit sind nach Berechnungen des IW für den zu erwartenden Bestand an Geflüchteten für das Jahr 2017 zusätzliche öffentliche Bildungsausgaben in Höhe von rund 3,5 Mrd. Euro notwendig – der entsprechende Anteil für Sachsen-Anhalt beläuft sich auf rund 96 Mio. Euro. Vor allem zusätzliche Lehrkräfte an Schulen sowie Kapazitäten in der Ausbildungsvorbereitung werden benötigt. Problematisch ist das bisher eher schlechte Ergebnis im Handlungsfeld Integration.
    br> Aus bildungspolitischer Sicht bietet die beschlossene Wohnsitzauflage für Flüchtlinge die Perspektive, ein besseres Matching zwischen Bildungschancen und Wohnort zu erreichen. So leben pro 10.000 Einwohner bisher in den Städten Halle, Magdeburg und Dessau-Roßlau vergleichsweise viele arbeitssuchende Flüchtlinge, während in den ländlichen Kreisen Wittenberg, Salzlandkreis und Börde gemessen an der Bevölkerung viele Ausbildungsstellen unbesetzt sind.

    Stärken in bildungspolitischen Handlungsfeldern in Sachsen-Anhalt

    Ausgabenpriorisierung (BM 2016: 4 Platz): Sachsen-Anhalt weist Bildung im öffentlichen Ausgabeverhalten im Vergleich zu anderen Bundesländern eine eher hohe Priorität zu. Die Relation der Bildungsausgaben pro Teilnehmer zu den Gesamtausgaben der öffentlichen Haushalte pro Einwohner fällt im Bereich der Grundschulen und bei den allgemeinbildenden Schulen besonders hoch aus. Sachsen-Anhalt erreicht hier den 3. bzw. 2. Platz aller Bundesländer. Überdurchschnittliche Werte werden auch bei den Teilzeit-Berufsschulen erzielt. Unterdurchschnittliche Werte weist Sachsen-Anhalt bei den beruflichen Vollzeitschulen und bei den Hochschulen auf.

    Betreuungsbedingungen (BM 2016: 5. Platz): Im Jahr 2014 kamen in Sachsen-Anhalt 14,2 Grundschüler auf 1 Lehrer. Dies ist die zweitbeste Betreuungsrelation in Deutschland (Bundesdurchschnitt: 16,3). An der Sekundarstufe I (ohne Gymnasium) war die Schüler-Lehrer-Relation in Sachsen-Anhalt ebenfalls sehr gut. Sachsen-Anhalt wies hier mit 10,7 ebenfalls einen deutlich besseren Wert auf als der Bundesdurchschnitt (13,6). Auch in anderen Bildungsstufen wurden in Sachsen-Anhalt bessere Werte als im Bundesdurchschnitt erreicht, so in der Sekundarstufe I an den Gymnasien sowie an den Teilzeit-Berufsschulen und den Ganztags-Berufsschulen. In den Kindertageseinrichtungen und an den Universitäten fielen die Betreuungsrelationen dagegen schlechter aus als im Durchschnitt. Die guten Werte sind jedoch vor dem Hintergrund der Altersstruktur der Lehrer und entsprechender Probleme bei der Besetzung freier Stellen zu relativieren (siehe Inputeffizienz).

    Potenziale in bildungspolitischen Handlungsfeldern in Sachsen-Anhalt

    Inputeffizienz (BM 2016: 16. Platz): Im Handlungsfeld Inputeffizienz wird das negative Ergebnis in Sachsen-Anhalt vor allem von der unausgewogenen Altersstruktur der Lehrer insbesondere an allgemeinbildenden Schulen getragen. Sachsen-Anhalt bildet hier das Schlusslicht aller Bundesländer. Auch bei den beruflichen Schulen ist die Altersstruktur der Lehrer relativ unausgeglichen. Weiterhin war der Anteil des wissenschaftlichen Personals am Gesamtpersonal der Hochschulen im Jahr 2014 mit 34,8 Prozent geringer als im Durchschnitt der Bundesländer (40,8 Prozent). Unterdurchschnittlich fielen auch die Investitionsausgaben an den Gesamtausgaben (Investitionsquote) für die Hochschulen, für die allgemeinbildenden und für die beruflichen Schulen aus. Darüber hinaus war die Sachmittelausstattung gemessen am Personal geringer als bei den meisten anderen Ländern. Bei den allgemeinbildenden Schulen war Sachsen-Anhalt das Schlusslicht aller Bundesländer. An den Hochschulen betrug die Relation von Sachausgaben zu Personalausgaben in Sachsen-Anhalt 34,7 Prozent und im Bundesdurchschnitt 43,6 Prozent.

    Integration (BM 2016: 14. Platz): Der Zusammenhang zwischen Bildungserfolg und sozialer Herkunft der Schüler ist enger als in den meisten anderen Bundesländern. So erlangten im Jahr 2014 mit 2,8 Prozent unterdurchschnittlich viele Jugendliche mit einer ausländischen Staatsangehörigkeit an beruflichen Schulen die Studienberechtigung (Bundesdurchschnitt: 9,5 Prozent). Die Studienberechtigtenquote von ausländischen Jugendlichen an allgemeinbildenden Schulen war sogar die schlechteste aller Bundesländer. Im Jahr 2014 betrug diese in Sachsen-Anhalt 3,7 Prozent und im Durchschnitt aller Bundesländer 12,4 Prozent. Zudem erreichten im Jahr 2014 in Sachsen-Anhalt 20,4 Prozent der ausländischen Schulabsolventen keinen Abschluss (Bundesdurchschnitt: 11,9 Prozent). Bei den Tests zu den Bildungsstandards im Jahr 2012 zeigte sich jedoch, dass der Einfluss des sozialen Hintergrunds der Eltern auf die Mathematikleistungen der Kinder geringer und damit leicht besser als im Bundesdurchschnitt war.

    Das vollständige Profil als PDF-Download

    Hier finden Sie alle Informationen über Sachsen-Anhalt. Laden Sie das komplette Profil und eine Tabelle mit allen Indikatoren und Vergleichswerten herunter.

    Das Profil von Sachsen-Anhalt im Bildungsmonitor 2011 der INSM
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