Der Bildungsmonitor 2016 - Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft

Hamburg Platz 5

  • Gesamtranking (Bestand)

    Hamburg auf Rang 5 im Bildungsvergleich der Bundesländer

    Bundesweiter Bestwert bei Internationalisierung

    Berlin – Hamburg belegt Rang 5 im Vergleich der Bildungssysteme der deutschen Bundesländer. Das geht aus dem Bildungsmonitor 2016 hervor. Die Vergleichsstudie des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln (IW) im Auftrag der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM) bewertet anhand von 12 Handlungsfeldern, die insgesamt 93 Indikatoren umfassen, inwieweit ein Bundesland Bildungsarmut reduziert, zur Fachkräftesicherung beiträgt und Wachstum fördert.

    Ausgewählte Ergebnisse Bildungsmonitor 2016

    Hamburg weist in den Handlungsfeldern Internationalisierung, Förderinfrastruktur und Forschungsorientierung Stärken auf:

    • Die Grundschüler beginnen in Klasse 1 mit Fremdsprachenunterricht; ein hoher Anteil der Berufsschüler wird in Fremdsprachen geschult.
    • Viele Grundschüler und Schüler in weiterführenden Schulen können in Hamburg eine Ganztagseinrichtung besuchen.
    • Die Forschungsausgaben an Hochschulen sind hoch; die Professoren bilden in hohem Maße wissenschaftlichen Nachwuchs aus.

    Deutliches Verbesserungspotenzial besteht in Hamburg vor allem bei der Bildungsarmut:

    • Viele Schüler erreichen nicht die Mindeststandards in Mathematik; nur vergleichsweise wenige Teilnehmer der Berufsvorbereitung schließen diese erfolgreich ab.

    Exkurs: Sonderstudie Flüchtlinge

    Neben den 12 Handlungsfeldern untersucht der Bildungsmonitor 2016 in einer Sonderstudie zusätzlich erstmals die Herausforderung der Flüchtlingsmigration für die Bildungspolitik der Bundesländer. Bundesweit sind nach Berechnungen des IW für den zu erwartenden Bestand an Geflüchteten für das Jahr 2017 zusätzliche öffentliche Bildungsausgaben in Höhe von rund 3,5 Mrd. Euro notwendig – der entsprechende Anteil für Hamburg beläuft sich auf rund 88 Mio. Euro. Vor allem zusätzliche Lehrkräfte an Schulen und Kapazitäten in der Ausbildungsvorbereitung werden benötigt. Positiv zu bewerten sind viele Initiativen, die den Übergang in eine Ausbildung und Beschäftigung fördern – zum Beispiel das Projekt Nordchance von Nordmetall.

    Positiv ist auch das Hamburger Modell zur Integration von Flüchtlingskindern in die Schulen zu bewerten, das 4 Stufen umfasst: 1) Vorbereitung auf den Schulbesuch in kleinen Lerngruppen bereits wenige Tage nach Ankunft in den Erstaufnahmeeinrichtungen, 2) Basisklassen zur Alphabetisierung, 3) internationale Vorbereitungsklassen und 4) Regelklassen mit zusätzlicher Sprachvorbereitung.

    Trotz allem ist die Integration der Flüchtlinge in Bildung und Arbeit schwierig, denn gemessen an der Anzahl der arbeitssuchenden Flüchtlinge in Hamburg stehen vergleichsweise wenige offene Ausbildungsstellen zur Verfügung. Ebenso benötigen die Stadtteilschulen mehr Unterstützung, um die Herausforderung von Inklusion und Integration zu meistern.

    Stärken in bildungspolitischen Handlungsfeldern in Hamburg

    Internationalisierung (BM 2016: 1. Platz): Fast alle Grundschüler in Hamburg (99,6 Prozent) wurden im Jahr 2014 in Fremdsprachen unterrichtet. Damit liegt Hamburg nur knapp hinter Rheinland-Pfalz auf dem 2. Platz (Bundesdurchschnitt: 67,5 Prozent). Der Anteil der Berufsschüler mit Fremdsprachenunterricht betrug im Jahr 2014 in Hamburg 85,8 Prozent und fiel damit ebenfalls deutlich überdurchschnittlich aus (Bundesdurchschnitt: 32,8 Prozent). Gleichzeitig wiesen die Schüler überdurchschnittliche Kompetenzen beim Hörverstehen in der englischen Sprache auf, beim Lesen in der englischen Sprache schnitt Hamburg jedoch unterdurchschnittlich ab.

    Förderinfrastruktur (BM 2016: 2. Platz): 96,8 Prozent der Hamburger Grundschüler lernten im Jahr 2014 an einer offenen oder gebundenen Ganztagsschule (Bundesdurchschnitt: 32,9 Prozent). Damit steht Hamburg an der Spitze aller Bundesländer. Gleiches gilt für den Anteil der Schüler in der Sekundarstufe I, die ganztags betreut werden. Hier erreichte Hamburg 89,8 Prozent (Bundesdurchschnitt: 39,6 Prozent). Weiterhin überstieg in Hamburg im Jahr 2015 der Anteil des Personals mit einem akademischen Abschluss in den Kindertagesstätten mit 11,4 Prozent den Durchschnittswert aller Bundesländer von 6,8 Prozent. Bei dem Anteil der Ungelernten am Personal in den Kindertageseinrichtungen schnitt Hamburg mit 4,3 Prozent jedoch unterdurchschnittlich ab (Bundesdurchschnitt: 2,0 Prozent). Der Anteil der 3- bis 6-jährigen Kinder, die sich in einer Ganztagsbetreuung befinden, fiel in Hamburg leicht überdurchschnittlich aus.

    Forschungsorientierung (BM 2016: 3. Platz): Die relativ gute Platzierung Hamburgs zeigt sich unter anderem an den Forschungsausgaben pro Forscher an Hochschulen. Im Jahr 2013 erreicht Hamburg mit 123.300 Euro den besten Wert aller Bundesländer (Bundesdurchschnitt: 109.900 Euro). Weiterhin zeichnet sich Hamburg durch eine überdurchschnittliche Habilitations- und Promotionsquote aus. Die Habilitationsquote betrug im Jahr 2014 in Hamburg 4,9 Prozent (Bundesdurchschnitt: 3,7 Prozent) und die Promotionsquote 6,6 Prozent (Bundesdurchschnitt: 6,1 Prozent).

    Potenziale in bildungspolitischen Handlungsfeldern in Hamburg

    Bildungsarmut (BM 2016: 14. Platz): Bei der Überprüfung der Bildungsstandards in Mathematik im Jahr 2012 verfehlten 28,3 Prozent der Schüler in Hamburg die KMK-Mindeststandards für einen mittleren Abschluss. Nur in Bremen, Berlin und Nordrhein-Westfalen war der Anteil an Risikoschülern noch höher. Zudem fiel der Anteil der erfolgreichen Absolventen an den Abgängern aus dem Berufsvorbereitungsjahr im Jahr 2014 in Hamburg mit 56,4 Prozent leicht unterdurchschnittlich aus (Bundesdurchschnitt: 56,7 Prozent). Weiterhin hatten in Hamburg 4,8 Prozent der Schulabgänger des Jahres 2014 keinen Schulabschluss. Damit erzielte Hamburg bei diesem Indikator einen besseren Wert als der Bundesdurchschnitt (5,5 Prozent).

    Das vollständige Profil als PDF-Download

    Hier finden Sie alle Informationen über Hamburg. Laden Sie das komplette Profil und eine Tabelle mit allen Indikatoren und Vergleichswerten herunter.

    Das Profil von Hamburg im Bildungsmonitor 2011 der INSM
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