Der Bildungsmonitor 2016 - Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft

Bremen Platz 12

  • Gesamtranking (Bestand)

    Bremen auf Rang 12 im Bildungsvergleich der Bundesländer

    Bundesweiter Bestwert im Handlungsfeld Hochschule/MINT

    Berlin – Bremen belegt Rang 12 im Vergleich der Bildungssysteme der deutschen Bundesländer. Das geht aus dem Bildungsmonitor 2016 hervor. Die Vergleichsstudie des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln (IW) im Auftrag der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM) bewertet anhand von 12 Handlungsfeldern, die insgesamt 93 Indikatoren umfassen, inwieweit ein Bundesland Bildungsarmut reduziert, zur Fachkräftesicherung beiträgt und Wachstum fördert.

    Ausgewählte Ergebnisse Bildungsmonitor 2016

    Bremen weist in den Handlungsfeldern Hochschule/MINT, Zeiteffizienz und berufliche Bildung Stärken auf:

    • In Bremen werden gemessen an der akademischen Wohnbevölkerung und dem Bedarf von Wirtschaft und Wissenschaft viele Akademiker ausgebildet.
    • Wenige Kinder werden verspätet eingeschult; die Umstellung auf Bachelorstudiengänge ist weit vorangeschritten; wenige Ausbildungsverträge werden vorzeitig aufgelöst.
    • Das Ausbildungsstellenangebot ist gemessen an der Bevölkerung sehr hoch. Die Ausbildungsgänge werden häufig erfolgreich abgeschlossen.

    Deutliches Verbesserungspotenzial besteht in Bremen außer bei der Schulqualität vor allem bei den Bildungsausgaben, der Bildungsarmut und der Internationalisierung:

    • Gemessen an den sonstigen öffentlichen Ausgaben sind die Bildungsausgaben je Schüler vergleichsweise gering.
    • Wie die Schulvergleichstests zeigen, erreichen viele Schüler nicht die Mindeststandards.
    • Weniger Grundschüler als in den meisten anderen Bundesländern werden in Fremdsprachen unterrichtet; die Kompetenzen in Englisch sind unterdurchschnittlich.

    Exkurs: Sonderstudie Flüchtlinge

    Neben den 12 Handlungsfeldern untersucht der Bildungsmonitor 2016 in einer Sonderstudie zusätzlich erstmals die Herausforderung der Flüchtlingsmigration für die Bildungspolitik der Bundesländer. Bundesweit sind nach Berechnungen des IW für den zu erwartenden Bestand an Geflüchteten für das Jahr 2017 zusätzliche öffentliche Bildungsausgaben in Höhe von rund 3,5 Mrd. Euro notwendig – der entsprechende Anteil für Bremen beläuft sich auf rund 33 Mio. Euro. Vor allem zusätzliche Lehrkräfte an Schulen und Kapazitäten in der Ausbildungsvorbereitung werden benötigt.

    Problematisch ist in Bremen die gemessen an den offenen Ausbildungsstellen hohe Anzahl an arbeitssuchenden Flüchtlingen und die bereits aktuell bestehenden Probleme im Bildungssystem bei der Vermeidung von Bildungsarmut.

    Stärken in bildungspolitischen Handlungsfeldern in Bremen

    Hochschule und MINT (BM 2016: 1. Platz): Im Jahr 2014 lebten 67.000 Akademiker im erwerbsfähigen Alter in Bremen. An den Hochschulen in Bremen erreichten im selben Jahr knapp 6.200 Studenten einen Hochschulabschluss – eine Ersatzquote von 9,2 Prozent. Bremen erreicht hier den Bestwert aller Bundesländer. Bremen ist für Studienanfänger aus anderen Bundesländern sehr attraktiv. In Relation zur Zahl der Bremer Schulabsolventen, die ein Studium in einem anderen Bundesland aufnehmen, zieht Bremen hinter Sachsen die zweitmeisten Studienanfänger aus anderen Bundesländern an. Den Spitzenwert aller Bundesländer erzielte Bremen auch beim Anteil der MINT-Wissenschaftler am wissenschaftlichen Personal. Bremen erreicht hier im Jahr 2014 einen Wert von 47,6 Prozent, während der Bundesdurchschnitt nur 37,4 Prozent betrug. Gemessen am F&E-Personal im Bundesland bildete Bremen im Jahr 2014 überdurchschnittlich viele MINT-Akademiker aus (HB: 23,9 Prozent; Durchschnitt: 18,6 Prozent).

    Zeiteffizienz (BM 2016: 1. Platz): Bremen weist relativ wenig verspätet eingeschulte Kinder auf und ist bei der Umstellung der Studiengänge auf den Bachelorabschluss weit fortgeschritten. 83,2 Prozent aller Studienanfänger beginnen in einem Bachelorstudiengang und Bremen weist damit den besten Wert aller Bundesländer auf (Durchschnitt: 74,5 Prozent). Überdurchschnittlich schneidet Bremen auch bei dem Anteil vorzeitig aufgelöster Ausbildungsverträge an allen Ausbildungsverträgen ab (HB: 27,2 Prozent; Durchschnitt: 27,7 Prozent).

    Berufliche Bildung (BM 2016: 4. Platz): Bremen hatte gemessen an der Einwohnerzahl im entsprechenden Alter im Jahr 2015 die höchste Zahl an verfügbaren betrieblichen Ausbildungsplätzen. Die Ausbildungsstellenquote lag mit 86,9 Prozent deutlich über dem Bundesdurchschnitt von 66,1 Prozent. Bei der Quote der unversorgten Bewerber schneidet Bremen hingegen unterdurchschnittlich ab. Allerdings schlossen sowohl die Auszubildenden (HB: 89,8 Prozent; Bundesdurchschnitt: 90,1 Prozent) als auch die Absolventen von Berufsfachschulen, Fachoberschulen und Fachschulen (HB: 84,5 Prozent; Durchschnitt: 79,6 Prozent) ihre Ausbildungsgänge im Jahr 2014 relativ häufig erfolgreich ab.

    Potenziale in bildungspolitischen Handlungsfeldern in Bremen

    Ausgabenpriorisierung (BM 2016: 16. Platz): Bremen weist Bildung im öffentlichen Ausgabeverhalten die niedrigste Priorität zu. Die Relation der Bildungsausgaben pro Teilnehmer zu den Gesamtausgaben der öffentlichen Haushalte pro Einwohner fällt insbesondere im Bereich der Grundschulen, der allgemeinbildenden Schulen und der Teilzeitberufsschulen besonders gering aus. Bremen weist hier jeweils den schlechtesten Wert aller Bundesländer auf.

    Bildungsarmut (BM 2016: 15. Platz): Bei der Überprüfung der Bildungsstandards im Jahr 2012 verfehlte mit 38,5 Prozent der höchste Anteil an Schülern die Mindeststandards in Mathematik für einen mittleren Abschluss. Weiterhin fiel in Bremen die Schulabbrecherquote mit 5,9 Prozent im Jahr 2014 höher aus als im bundesweiten Durchschnitt (5,5 Prozent). Der Anteil erfolgreicher Absolventen an den Abgängern aus dem Berufsvorbereitungsjahr fiel in Bremen jedoch höher aus als im Bundesdurchschnitt.

    Internationalisierung (BM 2016: 13. Platz): In Bremen wiesen die Schüler unterdurchschnittliche Kompetenzen im Hörverständnis und im Lesen der englischen Sprache auf. Weiterhin fiel der Anteil der Grundschüler in Bremen, die im Jahr 2014 in Fremdsprachen unterrichtet wurden, mit 51,8 Prozent geringer aus als der Durchschnitt aller Bundesländer (67,5 Prozent). Der Anteil der Berufsschüler mit Fremdsprachenunterricht betrug im Jahr 2014 in Bremen 46,0 Prozent und fiel damit überdurchschnittlich aus (Bundesdurchschnitt: 32,8 Prozent).

    Das vollständige Profil als PDF-Download

    Hier finden Sie alle Informationen über Bremen. Laden Sie das komplette Profil und eine Tabelle mit allen Indikatoren und Vergleichswerten herunter.

    Das Profil von Bremen im Bildungsmonitor 2011 der INSM
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