Der Bildungsmonitor 2016 - Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft

Bayern Platz 3

  • Gesamtranking (Bestand)

    Bayern: Rang 3 im Bildungsmonitor

    Bestwert bei beruflicher Bildung, Handlungsbedarf bei Ausbau von Ganztagsplätzen

    Berlin – Bayern belegt Rang 3 im Vergleich der Bildungssysteme der deutschen Bundesländer und ist im Bereich der beruflichen Bildung Spitzenreiter. Das geht aus dem Bildungsmonitor 2016 hervor. Die Vergleichsstudie des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln (IW) im Auftrag der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM) bewertet anhand von 12 Handlungsfeldern, die insgesamt 93 Indikatoren umfassen, inwieweit ein Bundesland Bildungsarmut reduziert, zur Fachkräftesicherung beiträgt und Wachstum fördert.

    Ausgewählte Ergebnisse Bildungsmonitor 2016

    Bayern weist in den Handlungsfeldern berufliche Bildung, Inputeffizienz und Bildungsarmut besondere Stärken auf:

    • Das Ausbildungsstellenangebot ist sehr hoch, der Anteil unversorgter Jugendlicher der niedrigste und die Fortbildungsbeteiligung Erwachsener hat den höchsten Wert in Deutschland.
    • Die Altersstruktur der Lehrer ist die gleichmäßigste in Deutschland; die Investitionsquoten an Schulen und Hochschulen sind sehr hoch.
    • Der Anteil an Schülern mit niedrigen Kompetenzen ist sehr gering; nur wenige Schüler verlassen die Schule ohne Abschluss; die Erfolgsquoten in der Berufsvorbereitung sind hoch.

    Deutliches Verbesserungspotenzial besteht in Bayern vor allem bei der Förderinfrastruktur:

    • Der Anteil der Kindergarten- und Grundschulkinder in Ganztagseinrichtungen ist im bundesweiten Vergleich sehr niedrig.

    Exkurs: Sonderstudie Flüchtlinge

    Neben den 12 Handlungsfeldern untersucht der Bildungsmonitor 2016 in einer Sonderstudie zusätzlich erstmals die Herausforderung der Flüchtlingsmigration für die Bildungspolitik der Bundesländer. Bundesweit sind nach Berechnungen des IW für den zu erwartenden Bestand an Geflüchteten für das Jahr 2017 zusätzliche öffentliche Bildungsausgaben in Höhe von rund 3,5 Mrd. Euro notwendig – der entsprechende Anteil für Bayern beläuft sich auf rund 535 Mio. Euro. Vor allem zusätzliche Lehrkräfte an Schulen und Kapazitäten in der Ausbildungsvorbereitung werden benötigt. Positiv zu bewerten sind viele Initiativen, die den Übergang in eine Ausbildung und Beschäftigung fördern. Die gemeinsame Initiative der Bayerischen Staatsregierung mit den Spitzenorganisationen der bayerischen Wirtschaft und der Regionaldirektion Bayern der Bundesagentur für Arbeit „Vereinbarung Integration durch Ausbildung und Arbeit“ stellt hierbei bundesweit ein herausragendes Beispiel dar.

    Aus bildungspolitischer Sicht bietet die beschlossene Wohnsitzauflage für Flüchtlinge die Perspektive, ein besseres Matching zwischen Bildungschancen und Wohnort zu erreichen. So leben pro 10.000 Einwohner bisher in den Städten Hof und Aschaffenburg sowie im Landkreis Kelheim vergleichsweise viele arbeitssuchende Flüchtlinge, während in den Städten Regensburg und Passau sowie im Landkreis Neumarkt in der Oberpfalz gemessen an der Bevölkerung viele Ausbildungsstellen unbesetzt sind.

    Stärken in bildungspolitischen Handlungsfeldern in Bayern

    Berufliche Bildung (BM 2016: 1. Platz): Der Übergang von der Schule in den Beruf gelingt in Bayern sehr gut. Das Ausbildungsstellenangebot ist generell sehr hoch. Mit 74,2 Prozent lag die Ausbildungsquote im Jahr 2015 über dem Bundesdurchschnitt von 66,1 Prozent. Bei der Quote der unversorgten Bewerber lag Bayern mit 5,6 Prozent an der Spitze aller Bundesländer (Bundesdurchschnitt: 9,8 Prozent). Die Erfolgsquote der Berufsschüler in der dualen Ausbildung war in Bayern im Jahr 2014 mit 91,5 Prozent ebenfalls sehr hoch (Bundesdurchschnitt: 90,1 Prozent). Bei der Fortbildungsintensität erreichte Bayern wiederum den besten Wert aller Bundesländer. Von 1.000 Personen aus der Kohorte der 25- bis 40-jährigen Personen beendeten 9,4 im Jahr 2014 erfolgreich eine Fortbildungsprüfung (Durchschnitt: 6,2).

    Inputeffizienz (BM 2016: 1. Platz): In Bayern wurden die Mittel für die Schulen relativ effizient eingesetzt. Die Lehrerschaft an allgemeinbildenden und beruflichen Schulen hatte im Jahr 2014 eine relativ ausgewogene Altersstruktur. In beiden Bereichen erreichte Bayern jeweils den besten Wert aller Bundesländer. Im Bereich der Hochschulen zeichnete sich Bayern im Jahr 2014 durch einen überdurchschnittlichen Anteil der Investitionen an den Gesamtausgaben aus (Bayern: 12,5 Prozent; Durchschnitt: 9,9 Prozent). Der Anteil des wissenschaftlichen Personals am Gesamtpersonal an den Hochschulen fiel in Bayern mit 42,8 Prozent ebenfalls überdurchschnittlich aus (Durchschnitt: 40,8 Prozent). Auch an den allgemeinbildenden Schulen waren die Investitionen in Relation zu den gesamten Ausgaben mit 15,7 Prozent deutlich höher als im Durchschnitt aller Bundesländer (9,0 Prozent). Hier wurde sogar der Bestwert aller Bundesländer erzielt. Ebenfalls sehr gute Ergebnisse wies Bayern bei der Investitionsquote für die beruflichen Schulen auf.

    Bildungsarmut (BM 2016: 1. Platz): Die Vermeidung von Bildungsarmut ist eine weitere Stärke in Bayern. In verschiedenen Kompetenzerhebungen (IQB) ist sowohl bei den Kindern aus der 4. Klasse als auch bei denen aus der 9. Klasse nur ein relativ geringer Anteil zur Risikogruppe zu zählen. Der Anteil der Schulabsolventen ohne Abschluss war im Jahr 2014 mit 4,3 Prozent in Bayern der zweitniedrigste in ganz Deutschland (Bundesdurchschnitt: 5,5 Prozent). Bei dem Anteil der erfolgreichen Absolventen des Berufsvorbereitungsjahrs erzielte Bayern mit 73,0 Prozent ebenfalls einen deutlich überdurchschnittlichen Wert (Bundesdurchschnitt: 56,7 Prozent).

    Potenziale in bildungspolitischen Handlungsfeldern in Bayern

    Förderinfrastruktur (BM 2016: 14. Platz): Verbesserungsbedarf gibt es in Bayern weiterhin bei der Förderinfrastruktur. Beim Anteil der ganztags betreuten Kinder im Alter zwischen 3 und 6 Jahren erreichte Bayern im Jahr 2015 einen Wert von 33,9 Prozent, während im Bundesdurchschnitt schon 43,7 Prozent aller Kinder dieser Altersgruppe ganztags betreut werden. Darüber hinaus wies Bayern im Jahr 2014 mit 9,9 Prozent die drittniedrigste Quote von Ganztagsschülern im Grundschulbereich auf (Bundesdurchschnitt: 32,9 Prozent). Bei dem Anteil der Schüler an Ganztagsschulen im Sekundarbereich I erzielte Bayern mit 16,2 Prozent sogar den schlechtesten Wert aller Bundesländer (Bundesdurchschnitt: 39,6 Prozent). Im Vergleich zum Vorjahr konnten jedoch bei den Betreuungsquoten im Ganztagsbereich leichte Verbesserungen erzielt werden. Auch der Anteil des hochqualifizierten Personals am Gesamtpersonal in Kindertageseinrichtungen war im Jahr 2015 geringer als im Bundesdurchschnitt (BY: 5,9 Prozent; Bundesdurchschnitt: 6,8 Prozent).

    Das vollständige Profil als PDF-Download

    Hier finden Sie alle Informationen über Bayern. Laden Sie das komplette Profil und eine Tabelle mit allen Indikatoren und Vergleichswerten herunter.

    Das Profil von Bayern im Bildungsmonitor 2011 der INSM
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