Der Bildungsmonitor 2009 - Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft
Hessen Platz 11
Hessen erreicht beim Bildungsmonitor Platz 11
Stärken bei Inputeffizienz und Integration +++ Schwächen bei Betreuungsrelationen und Internationalisierung
Köln. Hessen klettert beim Bildungsmonitor 2009 um einen Platz nach oben und erreicht Rang 11. Das Bundesland kann sich gegenüber 2008 im Durchschnitt der Handlungsfelder um 3,5 Punkte verbessern. Die größten Veränderungen sind in den Handlungsfeldern Zeiteffizienz (+17,0) und Inputeffizienz (+11,9) zu verbuchen.
Das sind Ergebnisse des Bildungsmonitors 2009, einer seit 2004 vom Institut der deutschen Wirtschaft Köln (IW) im Auftrag der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM) erstellten Bildungsstudie. Die Analyse des föderalen deutschen Bildungssystems bewertet anhand von 13 Handlungsfeldern und mehr als 100 Indikatoren (Datenstand überwiegend 2007), inwieweit das Bildungssystem eines Bundeslandes einen Beitrag zu mehr Wachstum leistet.
Hessen schneidet in den 13 untersuchten Handlungsfeldern unterschiedlich ab. Ein dritter Platz bei der Effizienz der eingesetzten Mittel (Inputeffizienz) mit der stärksten Verbesserung aller Bundesländer in den letzten fünf Jahren sowie Platz 4 bei der Integration sind klare Stärken des Bundeslandes. Platz 14 bei den Betreuungsrelationen und Platz 15 bei der Internationalisierung markieren die Schwächen.
Hinter dem Gesamtspitzenreiter Sachsen kommen Thüringen und Baden-Württemberg auf die Plätze zwei und drei. Bayern und Niedersachsen bilden das Verfolgerduo. Im Hauptfeld liegen mit geringen Abständen voneinander Bremen, das Saarland, Rheinland-Pfalz, Sachsen-Anhalt, Mecklenburg-Vorpommern, Hessen, Brandenburg, Hamburg, Schleswig-Holstein, NRW und Berlin. Keines der Bundesländer liegt abgeschlagen zurück – seit 2004 haben sich alle im Durchschnitt der 13 Handlungsfelder verbessert. Die stärksten Veränderungen erreichen neben Sachsen, Thüringen und Sachsen-Anhalt der Stadtstaat Bremen. Die Hansestadt klettert vom 15. Platz im Jahr 2004 auf den sechsten Rang beim aktuellen Bildungsmonitor.
Zu einzelnen Handlungsfeldern in Hessen:
Inputeffizienz (BM 2009: dritter Platz):
Die Altersstruktur der Lehrer an Schulen wurde in den letzten Jahren in Hessen deutlich ausgeglichener. Nur in Bayern, Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz verteilten sich die Lehrer im Jahr 2007 gleichmäßiger über verschiedene Altersgruppen. Die Investitionsquoten an allgemeinbildenden und beruflichen Schulen waren im Jahr 2006 deutlich über dem Bundesschnitt und verbesserten sich gegenüber den Vorjahren deutlich. Eine positive Tendenz zeigten die vorzeitigen Pensionierungen wegen Dienstunfähigkeit. Waren im Jahr 2002 noch 66 Prozent der Neuzugänge in den Ruhestand vorzeitige Pensionierungen wegen Dienstunfähigkeit, so sank diese Quote auf 22,5 Prozent im Jahr 2007. Damit musste das Land weniger Doppelausgaben für Frühpensionierungen und Ersatzlehrer stemmen.
Integration (BM 2009: vierter Platz):
Wie die PISA-Untersuchung von 2006 für die Naturwissenschaften zeigt, war der Zusammenhang zwischen sozialem Hintergrund des Elternhauses und den Kompetenzen der Jugendlichen stärker als im Bundesdurchschnitt. Die Entkopplung des Bildungserfolges von der Bildungsherkunft gelang folglich weniger gut. Sehr gut waren in Hessen im nationalen Vergleich die Integrationsleistungen bei Ausländern. Dort erreichten 13,3 Prozent der ausländischen Jugendlichen im Jahr 2006 eine Studienberechtigung an allgemeinbildenden Schulen (Bundesdurchschnitt 2006: 9,2 Prozent). Weitere 11,4 Prozent der ausländischen Jugendlichen erreichten ihre Hochschulreife an beruflichen Schulen – der Spitzenwert in Deutschland (Bundesdurchschnitt 7,6 Prozent). In Hessen stand damit einem im nationalen Vergleich hohen Anteil von Ausländern der Weg an die Hochschulen offen.
Betreuungsrelationen (BM 2009: 14. Platz):
Die Betreuungsrelationen gehören seit Jahren zu den im Bundesvergleich eher ungünstigen. Besonders hoch waren im Jahr 2007 die Schülerzahlen pro Lehrer an den Grundschulen. Rechnerisch müssen sich rund 21,9 Schüler eine Lehrkraft teilen (Bundesdurchschnitt: 19,0). Auch im Sekundarbereich 1 an Gymnasien war die Relation mit 20,4 die schlechteste in Deutschland (Bundesdurchschnitt: 17,5). An Kindergärten und an Hochschulen wurden hingegen Betreuungsrelationen erreicht, die leicht besser als im Bundesdurchschnitt waren.
Internationalisierung (15. Platz):
Der Anteil der Grundschüler mit Fremdsprachenunterricht war im Jahr 2007 unterdurchschnittlich (Hessen: 52,5 Prozent; Bundesdurchschnitt: 63,1 Prozent). Der Anteil des Fremdsprachenunterrichts an Berufsschulen war mit 17,3 Prozent der niedrigste in Deutschland (Bundesdurchschnitt: 30,1 Prozent). Der Anteil der Studierenden, die zum Studium aus dem Ausland nach Hessen kamen, lag mit 8,4 Prozent an allen Studierenden in Hessen unter dem Bundesdurchschnitt von 9,3 Prozent.
Hintergrund der Studie
In die Studie Bildungsmonitor 2009 werden 102 Indikatoren einbezogen – darunter zum Beispiel Ganztagsbetreuungskennzahlen, PISA-Ergebnisse, relative Bildungsabschlüsse von Ausländern, Schulabbrecher, Studienberechtigtenquoten, Ingenieurabsolventen (siehe Anhang). Die zu Grunde liegenden Daten beziehen sich zumeist auf das Jahr 2007: zum jetzigen Zeitpunkt liegen keine aktuelleren statistischen Daten in Deutschland vor. Neben einer Bestandsaufnahme zur Leistungsfähigkeit des Bildungssystems werden auch die Ergebnisse des Bildungsmonitor 2009 zu den Vorjahren verglichen. So gibt die Studie auch darüber Auskunft, welches Bundesland die größten Verbesserungen in seinem Bildungssystem erreicht hat.
Das vollständige Profil als PDF-Download
Hier finden Sie alle Informationen über Hessen. Laden Sie das komplette Profil und eine Tabelle mit allen Indikatoren und Vergleichswerten herunter.

