Der Bildungsmonitor 2009 - Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft
Bremen Platz 6
Bremen: Innerhalb von fünf Jahren von Platz 15 auf Platz 6
Köln.
Bremen kann sich seit dem Bildungsmonitor 2004 vom 15. auf den sechsten Platz im Jahr 2009 verbessern. Im Durchschnitt aller untersuchten Handlungsfelder kletterte Bremen um 5,1 Punkte im Vergleich zum Vorjahr. Die größten Verbesserungen sind in den Handlungsfeldern Integration (+16,9), Inputeffizienz (+12,0) und Akademisierung (+10,4) zu verzeichnen.
Das sind Ergebnisse des Bildungsmonitors 2009, einer seit 2004 vom Institut der deutschen Wirtschaft Köln (IW) im Auftrag der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM) erstellten Bildungsstudie. Die Analyse des föderalen deutschen Bildungssystems bewertet anhand von 13 Handlungsfeldern und mehr als 100 Indikatoren (Datenstand überwiegend 2007), inwieweit das Bildungssystem eines Bundeslandes einen Beitrag zu mehr Wachstum leistet.
Bremen schneidet in den 13 untersuchten Handlungsfeldern sehr unterschiedlich ab. Hervorragend punktet die Hansestadt bei der akademischen Bildung (Platz 1). Ebenfalls Platz 1 bei der Internationalisierung, Platz 2 bei der beruflichen Bildung sowie bei der Forschungsorientierung. Wie aus PISA bekannt hat Bremen bei der Schulqualität und bei der Bekämpfung der Bildungsarmut Nachholbedarf. Auch sind die Ausgaben pro Schüler relativ zu den sonstigen Ausgaben Bremens niedrig.
Hinter dem Gesamtspitzenreiter Sachsen kommen Thüringen und Baden-Württemberg auf die Plätze zwei und drei. Bayern und Niedersachsen bilden das Verfolgerduo. Im Hauptfeld liegen mit geringen Abständen voneinander Bremen, das Saarland, Rheinland-Pfalz, Sachsen-Anhalt, Mecklenburg-Vorpommern, Hessen, Brandenburg, Hamburg, Schleswig-Holstein, NRW und Berlin. Keines der Bundesländer liegt abgeschlagen zurück – seit 2004 haben sich alle im Durchschnitt der 13 Handlungsfelder verbessert. Die stärksten Veränderungen erreichen neben Sachsen, Thüringen und Sachsen-Anhalt der Stadtstaat Bremen. Die Hansestadt klettert vom 15. Platz im Jahr 2004 auf den sechsten Rang beim aktuellen Bildungsmonitor.
Zu einzelnen Handlungsfeldern im Bremen:
Akademisierung (BM 2009: erster Platz):
Bremen ist eine wichtige Akademikerschmiede Deutschlands. Im Jahr 2007 lebten 58.000 Akademiker im erwerbsfähigen Alter in Bremen. An den Hochschulen in Bremen erreichten im selben Jahr rund 4.400 einen Hochschulabschluss – eine Ersatzquote von 7,5 Prozent, weit vor dem zweiplatzierten Saarland mit einer Ersatzquote von 5,2 Prozent (Bundesdurchschnitt: 3,8 Prozent). Die Zahl der Absolventen stieg hier in den letzten Jahren bundesweit am stärksten: im Jahr 2003 waren es erst rund 2.500 Absolventen.
Internationalisierung (BM 2009:erster Platz):
Bremen hat eine internationale Hochschullandschaft. Der Anteil der Gastwissenschaftler am wissenschaftlichen Personal war im Jahr 2007 mit 27,1 Prozent bundesweit am höchsten (Bundesdurchschnitt: 14,5 Prozent). Auch der Anteil der Bildungsausländer an allen Studierenden war mit 14,4 Prozent sehr hoch – nur das Saarland wies dank der Nähe zu Frankreich mit 14,8 Prozent einen etwas höheren Anteil an Studierenden auf, die ihren Schulabschluss im Ausland gemacht hatten (Bundesdurchschnitt: 9,3 Prozent).
Forschungsorientierung (BM 2009: zweiter Platz):
Die Ausbildung des wissenschaftlichen Nachwuchses war im Jahr 2007 in Bremen gemessen an der Zahl der Habilitationen je 100 Professoren und an den Promotionen an allen Hochschulabsolventen leicht unterdurchschnittlich. Bremen war aber bei der Einwerbung von Drittmitteln sehr erfolgreich. Je Professor (ohne medizinische Einrichtungen) wurden im Jahr 2007 rund 137.500 Euro eingeworben – mit Abstand Platz 1 unter den Bundesländern (Bundesdurchschnitt: 83.400 Euro).
Berufliche Bildung (BM 2009: zweiter Platz):
Bremen hatte nicht nur gemessen an der Zahl der Einwohner im entsprechenden Alter die höchste Zahl an verfügbaren betrieblichen Ausbildungsplätzen im Jahr 2007. Auch die Erfolgsquote in der beruflichen Bildung war hoch. Der Anteil der erfolgreichen Abschlussprüfungen an den beruflichen Schulen des dualen Systems (87,7 Prozent) als auch an den Berufsfachschulen und Fachoberschulen (90,0 Prozent) war höher als im Bundesdurchschnitt (85,7 Prozent bzw. 79,5 Prozent).
Bekämpfung der Bildungsarmut (BM 2009: letzter Platz):
Bremen hat bundesweit die größte PISA-Risikogruppe. 27,4 Prozent der 15-jährigen Schüler hatten im Jahr 2006 Probleme beim Textverständnis. Eine Verbesserung gegenüber dem Jahr 2000, damals betrug die Risikogruppe noch 36 Prozent. Der Anteil der Schulabbrecher war im Jahr 2007 mit 7,4 Prozent nah am Bundesschnitt mit 7,3 Prozent.
Schulqualität (BM 2009: letzter Platz):
Bremen belegte beim PISA-Test 2006 den letzten Platz der Bundesländer. Mit dem durchschnittlichen Kompetenzwert in 2006 hätten die Schüler im Jahr 2000 einen Mittelfeldplatz unter den deutschen Bundesländern erreicht.
Hintergrund der Studie
In die Studie Bildungsmonitor 2009 werden 102 Indikatoren einbezogen – darunter zum Beispiel Ganztagsbetreuungskennzahlen, PISA-Ergebnisse, relative Bildungsabschlüsse von Ausländern, Schulabbrecher, Studienberechtigtenquoten, Ingenieurabsolventen (siehe Anhang). Die zu Grunde liegenden Daten beziehen sich zumeist auf das Jahr 2007: zum jetzigen Zeitpunkt liegen keine aktuelleren statistischen Daten in Deutschland vor. Neben einer Bestandsaufnahme zur Leistungsfähigkeit des Bildungssystems werden auch die Ergebnisse des Bildungsmonitor 2009 zu den Vorjahren verglichen. So gibt die Studie auch darüber Auskunft, welches Bundesland die größten Verbesserungen in seinem Bildungssystem erreicht hat.
Das vollständige Profil als PDF-Download
Hier finden Sie alle Informationen über Bremen. Laden Sie das komplette Profil und eine Tabelle mit allen Indikatoren und Vergleichswerten herunter.

