Der Bildungsmonitor 2009 - Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft
Bremen Platz 6
Bremen auf Rang 6 im Bildungsvergleich der Bundesländer
Fortschritte auf dem Weg zu mehr Wachstum und Bildungsgerechtigkeit +++ Stärken: Akademisierung, MINT und berufliche Bildung +++ Trotz Verbesserungen in den letzten Jahren bleiben die Schwächen Bildungsarmut und Schulqualität
Berlin
. Bremen belegt Rang 6 im Vergleich der Bildungssysteme der deutschen Bundesländer. Das geht aus dem Bildungsmonitor 2011 hervor. Die Vergleichsstudie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) Köln im Auftrag der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM) bewertet anhand von 13 Handlungsfeldern und mehr als 100 Indikatoren, inwieweit das Bildungssystem eines Bundeslandes Fortschritte auf dem Weg zu mehr Wachstum und Bildungsgerechtigkeit erzielt.
Bremen ist das Bundesland der Extreme. Stärken weist das Bundesland mit Platz 1 bei der Akademisierung, der MINT-Orientierung und in der beruflichen Bildung auf. Ein zweiter Platz wird beim Handlungsfeld Internationalisierung erreicht. Verbesserungsbedarf besteht weiterhin bei der Ausgabenpriorisierung, bei der Bekämpfung von Bildungsarmut und der Sicherung der Schulqualität, obwohl sich die Hansestadt in diesen Handlungsfeldern in den vergangenen Jahren schon überdurchschnittlich verbessert hat.
Auf dem Weg zu mehr Bildungsgerechtigkeit sind Fortschritte in Bremen erzielt worden. Im Jahr 2000 standen pro Schüler weniger Ganztagsplätze und Lehrer an Grundschulen zur Verfügung als heute. Der Anteil der Schulabbrecher war im Jahr 2000 höher, ebenso der Anteil der Jugendlichen ohne Ausbildungsreife. Bei den Abschlussprüfungen der Berufsausbildung scheiterte in 2000 ein höherer Anteil an jungen Menschen als heute und ein geringerer Anteil erreichte an beruflichen Schulen eine Zugangsberechtigung zu den Hochschulen. Die Verbesserungen der Quoten führen bezogen auf heutige Schülerzahlen zu folgenden rechnerischen Effekten: ein Plus von 4.400 Ganztagsplätzen und 200 Lehrern an Grundschulen, zusätzlich 600 Jugendliche mit Ausbildungsreife und 250 Schüler mit einem Schulabschluss und zusätzlich 300 erfolgreiche Prüfungen in der dualen Ausbildung und 100 Abiturienten an beruflichen Schulen.
Fortschritte im Bildungssystem haben in den letzten Jahren auch zu einer Stärkung der Wachstumskräfte im Land beigetragen. Seit dem Jahr 2000 haben rund 8.800 Jungakademiker mehr die Hochschulen in Bremen verlassen, als unter der damaligen Absolventenquote zu erwarten gewesen wäre. Die zusätzliche Ausbildungsleistung der Hochschulen geht mit einem jährlichen Wachstumsbeitrag von rund 140 Millionen Euro einher.
Sachsen, Thüringen und Baden-Württemberg bilden das Spitzentrio im Bildungsmonitor 2011. Dahinter folgen Bayern und Rheinland-Pfalz. Die übrigen 11 Bundesländer liegen eng beieinander. Gegenüber dem Bildungsmonitor 2010 haben sich Mecklenburg-Vorpommern (+5,4 Punkte), Thüringen (+4,1), Berlin (+3,7), Rheinland-Pfalz (+3,2), NRW (+3,1) und Hessen (+3,0) besonders stark verbessert. Trotz aller Fortschritte bleibt die weitere Reduzierung von Bildungsarmut die zentrale Aufgabe für die Politik. Bildung entscheidet stärker denn je über Perspektiven in einer Gesellschaft und die Förderung jedes einzelnen Talents ist wichtig, um die Herausforderungen des demografischen Wandels zu meistern.
Zu einzelnen bildungspolitischen Handlungsfeldern in Bremen:
Berufliche Bildung (BM 2011: 1. Platz):
Trotz der Probleme in den Schulen sind die Voraussetzungen für den erfolgreichen Übergang von der Schule in den Beruf in Bremen relativ günstig. Das Land hatte gemessen an der Einwohnerzahl im entsprechenden Alter im Jahr 2009 die höchste Zahl an verfügbaren betrieblichen Ausbildungsplätzen. Sowohl die Auszubildenden (HB: 91,4 Prozent; Bundesdurchschnitt: 90,2 Prozent) als auch die Berufsfachschüler (HB: 87,1 Prozent; Durchschnitt: 80,3 Prozent) schlossen, verglichen mit anderen Ländern, ihre Ausbildungsgänge relativ häufig erfolgreich ab.
Akademisierung (BM 2011: 1. Platz):
Bremen ist eine wichtige Akademikerschmiede Deutschlands. Im Jahr 2009 lebten 71.000 Akademiker im erwerbsfähigen Alter in Bremen. An den Hochschulen in Bremen erreichten im selben Jahr rund 5.587 Studenten einen Hochschulabschluss – eine Ersatzquote von 7,9 Prozent, weit über dem Bundesdurchschnitt von 4,2 Prozent. Die Zahl der Absolventen stieg hier in den letzten Jahren bundesweit am stärksten an. Damit hat Bremen in großem Umfang zur Verringerung aktueller und künftiger Fachkräfteengpässe beigetragen.
MINT (BM 2011: 1. Platz):
Bremen trägt zur Stärkung der Hochtechnologiebranchen in Deutschland bei. Mit 21,2 Prozent hatte im Jahr 2009 kein anderes Bundesland einen solch hohen Anteil an Hochschulabsolventen in Mathematik/Informatik/Naturwissenschaften (MIN). Auch das Ingenieurangebot (T) ist hoch und relativ zu den in Bremen beschäftigten Ingenieuren überdurchschnittlich. Gemessen am FuE-Personal im Bundesland bildete Bremen am zweitmeisten MINT-Akademiker aus (HB: 31,8 Prozent; Durchschnitt: 18,2 Prozent).
Internationalisierung (BM 2011: 2. Platz):
Bremen besitzt eine international ausgerichtete Hochschullandschaft. Der Anteil der Bildungsausländer an allen Studierenden war im Jahr 2009 mit 12,9 Prozent sehr hoch – nur das Saarland und Berlin wiesen einen etwas höheren Anteil an Studierenden auf, die ihre Hochschulzugangsberechtigung im Ausland erworben hatten (Bundesdurchschnitt: 8,8 Prozent). Besonders hoch ist in Bremen auch der Anteil der Gastwissenschaftler an den wissenschaftlichen Mitarbeitern.
Schulqualität (BM 2011: Letzter Platz):
Bei der Überprüfung der Bildungsstandards im Jahr 2009 im Lesen lag Bremen auf dem letzten Platz. Damit bestätigten sich die Schlussplatzierungen bei früheren PISA-Tests. Immerhin konnte beim Englisch-Hörtest und unter den Gymnasien ein besserer als der letzte Platz erreicht werden.
Bildungsarmut (BM 2011: Letzter Platz):
Bei der Überprüfung der Bildungsstandards im Jahr 2009 verfehlten 14,2 Prozent der Schüler die Mindeststandards im Lesen. Zusammen mit Berlin war dies der schlechteste Wert. Damit bestätigten sich die schlechten Ergebnisse früherer PISA-Untersuchungen. Bei der Schulabbrecherquote konnte sich Bremen deutlich verbessern. Während im Jahr 2000 noch 8,9 Prozent der Schulabgänger ohne Abschluss blieben, sank die Abbrecherquote auf 5,8 Prozent im Jahr 2009 und war damit besser als der Bundesdurchschnitt (6,5 Prozent).
Das vollständige Profil als PDF-Download
Hier finden Sie alle Informationen über Bremen. Laden Sie das komplette Profil und eine Tabelle mit allen Indikatoren und Vergleichswerten herunter.

