Der Bildungsmonitor 2009 - Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft
Brandenburg Platz 12
Brandenburg belegt Platz 12 beim Bildungsmonitor
Köln. Brandenburg erreicht beim Bildungsmonitor 2009 den zwölften Platz. Die nach Berlin zweitschlechteste Platzierung bei der beruflichen Bildung und ein geringer Beitrag zur akademischen Bildung verhindern eine bessere Platzierung. Gegenüber 2008 hat sich das Land im Durchschnitt der Handlungsfelder um 3,5 Punkte verbessert. Die größten Veränderungen konnten in den Handlungsfeldern MINT (+7,0) und Akademisierung (+6,7) erreicht werden.
Das sind Ergebnisse des Bildungsmonitors 2009, einer seit 2004 vom Institut der deutschen Wirtschaft Köln (IW) im Auftrag der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM) erstellten Bildungsstudie. Die Analyse des föderalen deutschen Bildungssystems bewertet anhand von 13 Handlungsfeldern und mehr als 100 Indikatoren (Datenstand überwiegend 2007), inwieweit das Bildungssystem eines Bundeslandes einen Beitrag zu mehr Wachstum leistet.
Brandenburg schneidet in den 13 untersuchten Handlungsfeldern unterschiedlich ab. Ein zweiter Platz bei der Internationalisierung, Platz 3 bei der Integration und Platz 4 bei der Förderinfrastruktur (Ganztagseinrichtungen) sind Stärken. Vorletzte Plätze bei der beruflichen Bildung, der Akademisierung und der Forschungsorientierung schlagen negativ zu Buche. In den beiden letztgenannten Handlungsfeldern konnte sich Brandenburg in den vergangenen fünf Jahren jedoch deutlich steigern.
Hinter dem Gesamtspitzenreiter Sachsen kommen Thüringen und Baden-Württemberg auf die Plätze zwei und drei. Bayern und Niedersachsen bilden das Verfolgerduo. Im Hauptfeld liegen mit geringen Abständen voneinander Bremen, das Saarland, Rheinland-Pfalz, Sachsen-Anhalt, Mecklenburg-Vorpommern, Hessen, Brandenburg, Hamburg, Schleswig-Holstein, NRW und Berlin. Keines der Bundesländer liegt abgeschlagen zurück – seit 2004 haben sich alle im Durchschnitt der 13 Handlungsfelder verbessert. Die stärksten Veränderungen erreichen neben Sachsen, Thüringen und Sachsen-Anhalt der Stadtstaat Bremen. Die Hansestadt klettert vom 15. Platz im Jahr 2004 auf den sechsten Rang beim aktuellen Bildungsmonitor.
Zu einzelnen Handlungsfeldern in Brandenburg:
Internationalisierung (BM 2009: zweiter Platz):
In Brandenburg hatten 89,6 Prozent der Berufsschüler im Jahr 2007 Fremdsprachenunterricht – der zweithöchste Wert in Deutschland (Bundesdurchschnitt: 30,1 Prozent). Auch an den Hochschulen wird Internationalisierung groß geschrieben – der Anteil der Bildungsausländer an den Studierenden als auch der Gastwissenschaftler am wissenschaftlichen Personal war im Jahr 2007 deutlich höher als im Bundesdurchschnitt.
Integration (BM 2009: dritter Platz):
Nur 9,5 Prozent der ausländischen Schulabsolventen hatten keinen Abschluss – damit war die Quote geringer als die Abbrecherquote für alle Schüler im Bundesland (9,8 Prozent). Mit 20,1 Prozent im Jahr 2007 war die Studienberechtigtenquote unter ausländischen Schülern an allgemeinbildenden Schulen die mit Abstand höchste in ganz Deutschland (Bundesdurchschnitt: 9,6 Prozent). Wie PISA 2006 zeigt, wirkte sich der soziale Hintergrund der Eltern auf die naturwissenschaftlichen Kompetenzen der Kinder durchschnittlich aus.
Förderinfrastruktur (BM 2009: vierter Platz):
Der Anteil der Kinder und Jugendlichen an Ganztagseinrichtungen war in KITAs und Grundschulen höher als im Bundesdurchschnitt (2007 bzw. 2008). Lediglich beim Anteil des Personals in KITAs mit Hochschulabschluss lagen die Werte in Brandenburg im Jahr 2008 unter dem Bundesdurchschnitt.
Berufliche Bildung (BM 2009: 15. Platz):
Trotz der zweitstärksten Verbesserung in den letzten fünf Jahren war das Stellenangebot an betrieblichen Ausbildungsplätzen in Relation zur Größe der Bevölkerung das niedrigste in Deutschland. Im Jahr 2002 wurden rund 12.100 neue betriebliche Ausbildungsverträge abgeschlossen – im Jahr 2007 waren es bei sinkender Zahl an Jugendlichen rund 13.900. Bezogen auf die Bevölkerung im entsprechenden Alter konnte das Angebot an betrieblichen Ausbildungsstellen von 32,6 auf 45,2 Prozent gesteigert werden (Bundesdurchschnitt 2007: 61,1 Prozent).
Akademisierung (BM 2009: 15. Platz):
Aufgrund der niedrigen Werte bei den beruflichen Schulen lag die Studienberechtigtenquote 2007 in Brandenburg unter dem Bundesdurchschnitt. Das quantitative Ausbildungsengagement der Hochschulen war niedrig – gemessen an der akademischen Bevölkerung im erwerbsfähigen Alter war die Zahl der Hochschulabsolventen gering. Die Ersatzquote betrug 2,5 Prozent – der niedrigste Wert in Deutschland (Bundesdurchschnitt: 3,8 Prozent). Positiv war 2007 aber der Trend: Die Zahl der Hochschulabsolventen war in Brandenburg von rund 3.300 im Jahr 2002 auf rund 5.600 im Jahr 2007 deutlich gestiegen.
Forschungsorientierung (15. Platz):
Der Anteil der Promotionen an allen Hochschulabsolventen war im Jahr 2007 mit 5,7 Prozent der niedrigste in Deutschland (Bundesdurchschnitt: 8,3 Prozent). Auch die Habilitationsquote war niedrig. Die Zahl der Habilitationen je 100 Professoren stieg in den letzten fünf Jahren jedoch deutlich stärker als im Bundesdurchschnitt.
Hintergrund der Studie
In die Studie Bildungsmonitor 2009 werden 102 Indikatoren einbezogen – darunter zum Beispiel Ganztagsbetreuungskennzahlen, PISA-Ergebnisse, relative Bildungsabschlüsse von Ausländern, Schulabbrecher, Studienberechtigtenquoten, Ingenieurabsolventen (siehe Anhang). Die zu Grunde liegenden Daten beziehen sich zumeist auf das Jahr 2007: zum jetzigen Zeitpunkt liegen keine aktuelleren statistischen Daten in Deutschland vor. Neben einer Bestandsaufnahme zur Leistungsfähigkeit des Bildungssystems werden auch die Ergebnisse des Bildungsmonitor 2009 zu den Vorjahren verglichen. So gibt die Studie auch darüber Auskunft, welches Bundesland die größten Verbesserungen in seinem Bildungssystem erreicht hat.
Das vollständige Profil als PDF-Download
Hier finden Sie alle Informationen über Brandenburg. Laden Sie das komplette Profil und eine Tabelle mit allen Indikatoren und Vergleichswerten herunter.


