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Das Bestandsranking 2009

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  16. Berlin

Der Bildungsmonitor 2009 - Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft

Der Bildungsmonitor 2009 von der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft BerlinBerlin Platz 16

Berlin fällt beim Bildungsmonitor auf Rang 16 zurück

Gute Werte bei Förderinfrastruktur, Akademisierung, Betreuungsrelationen und Internationalisierung +++ weiterhin schwache Werte bei beruflicher Bildung, Bekämpfung der Bildungsarmut und zu geringe Ausbildung in den MINT-Fächern

Köln. Berlin erreicht beim Bildungsmonitor 2009 nur den 16. Platz. Die Hauptstadt kann sich gegenüber 2008 im Durchschnitt der bewerteten Handlungsfelder um 0,1 Punkte verbessern. Kein anderes Bundesland hat eine geringere Dynamik vorzuweisen (Datenstand: überwiegend 2007 zu 2006). Deutliche Schwächen werden bei der Bekämpfung der Bildungsarmut und bei der beruflichen Bildung deutlich. Die größten Verbesserungen konnten in den Handlungsfeldern Ausgabenpriorisierung (+13,9) und Inputeffizienz (+13,4) erreicht werden.

Das sind Ergebnisse des Bildungsmonitors 2009, einer seit 2004 vom Institut der deutschen Wirtschaft Köln (IW) im Auftrag der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM) erstellten Bildungsstudie. Die Analyse des föderalen deutschen Bildungssystems bewertet anhand von 13 Handlungsfeldern und mehr als 100 Indikatoren (Datenstand überwiegend 2007), inwieweit das Bildungssystem eines Bundeslandes einen Beitrag zu mehr Wachstum leistet.

Berlin schneidet in den 13 untersuchten Handlungsfeldern durchwachsen ab. Bei der Förderinfrastruktur wird der Bestwert aller Bundesländer erreicht. Platz 3 bei der Akademisierung, Platz 4 bei den Betreuungsrelationen und Platz 5 bei der Internationalisierung markieren weitere Stärken. Zwei 15. Plätze bei der Bekämpfung der Bildungsarmut und dem Gewicht der MINT-Studiengänge sowie der letzte Platz bei der beruflichen Bildung und der Integration von Ausländern und Kindern aus bildungsfernen Schichten sind die Ausreißer nach unten.

Hinter dem Gesamtspitzenreiter Sachsen kommen Thüringen und Baden-Württemberg auf die Plätze zwei und drei. Bayern und Niedersachsen bilden das Verfolgerduo. Im Hauptfeld liegen mit geringen Abständen voneinander Bremen, das Saarland, Rheinland-Pfalz, Sachsen-Anhalt, Mecklenburg-Vorpommern, Hessen, Brandenburg, Hamburg, Schleswig-Holstein, NRW und Berlin. Keines der Bundesländer liegt abgeschlagen zurück – seit 2004 haben sich alle im Durchschnitt der 13 Handlungsfelder verbessert. Die stärksten Veränderungen erreichen neben Sachsen, Thüringen und Sachsen-Anhalt der Stadtstaat Bremen. Die Hansestadt klettert vom 15. Platz im Jahr 2004 auf den sechsten Rang beim aktuellen Bildungsmonitor.

Zu einzelnen Handlungsfeldern im Berlin:

Förderinfrastruktur (BM 2009: erster Platz):

Die Förderinfrastruktur in Berlin war 2007 exzellent ausgebaut. Der Anteil an Schülern an offenen Ganztagsgrundschulen und an gebundenen Ganztagschulen im Sekundarbereich I gehörte zu den höchsten in Deutschland. Auch im frühkindlichen Bereich standen sehr viele Ganztagsangebote zur Verfügung.

Akademisierung (BM 2009: dritter Platz):

Die Studienberechtigtenquote an allgemeinbildenden Schulen war 2007 mit 33,4 Prozent die zweithöchste in Deutschland (Bundesdurchschnitt: 27,3 Prozent). Allerdings kamen nur unterdurchschnittlich viele Jugendliche hinzu, die ihre Hochschulreife an beruflichen Schulen erlangen. Die Berliner Hochschulen waren attraktiv – es gab mehr Zuzug an Studienanfängern als Abflüsse. Dennoch war, gemessen an der akademischen Wohnbevölkerung in der Stadt, die Zahl der Studienabsolventen leicht unterdurchschnittlich.

Betreuungsrelationen (BM 2009: vierter Platz):

Der Anteil der Kinder, Schüler und Studierenden je Betreuer, Lehrer oder Dozent war in Berlin im Jahr 2007 in allen Schulformen besser als im Bundesdurchschnitt. Hinter Thüringen, Sachsen und Sachsen-Anhalt wies Berlin durchschnittlich die viertbesten Betreuungsrelationen auf.

Bekämpfung der Bildungsarmut (BM 2009: 15. Platz):

Bundesweit war der Anteil der leseschwachen Grundschüler in der Hauptstadt am größten (25,0 Prozent). Die PISA-Risikogruppe im Lesen war mit 24,4 Prozent in Berlin deutlich höher als im Bundesdurchschnitt mit 20,0 Prozent (2006). Nicht viel anders ist das Bild in Mathematik und Naturwissenschaften. Auch der Anteil der Schulabbrecher wurde mit 9,8 Prozent im Jahr 2007 nur von Mecklenburg-Vorpommern, Hamburg und Brandenburg übertroffen (Bundesdurchschnitt: 7,3 Prozent). Auch wenn dies Verbesserungen gegenüber den Vorjahren bedeutet, bleibt besonders problematisch, dass das Berufsbildungssystem weniger stark als in anderen Bundesländern diese Problemgruppe auffing und dazu beitrug, Schulabschlüsse nachzuholen.

Berufliche Bildung (BM 2009: 16. Platz):

Gemessen an der Bevölkerung im entsprechenden Alter, war die Zahl der verfügbaren betrieblichen Ausbildungsplätze im Jahr 2007 die zweitniedrigste in Deutschland – die Quote betrug 48,6 Prozent (Bundesdurchschnitt: 61,1 Prozent). Trotz des geringen Angebots war die Erfolgsquote bei den Abschlussprüfungen eine der niedrigsten in Deutschland. Immerhin entwickelten sich das Ausbildungsstellenangebot und die Erfolgsquote in den letzten fünf Jahren besser als im Bundesdurchschnitt.

Integration (BM 2009: 16. Platz):

Die PISA-Untersuchung im Jahr 2006 hat gezeigt, dass in Berlin der Zusammenhang zwischen den naturwissenschaftlichen Kompetenzen eines Jugendlichen und seiner sozialen Herkunft stärker als in allen anderen Bundesländern war. Auch bei der Integration von Ausländern blieb viel zu tun: Von 4.810 ausländischen Schulabgängern im Jahr 2007 blieben 983 ohne Abschluss – eine Schulabbrecherquote von 20,4 Prozent unter ausländischen Jugendlichen – der drittschlechteste Wert in Deutschland, jedoch eine Verbesserung gegenüber den Vorjahren.

Hintergrund der Studie

In die Studie Bildungsmonitor 2009 werden 102 Indikatoren einbezogen – darunter zum Beispiel Ganztagsbetreuungskennzahlen, PISA-Ergebnisse, relative Bildungsabschlüsse von Ausländern, Schulabbrecher, Studienberechtigtenquoten, Ingenieurabsolventen (siehe Anhang). Die zu Grunde liegenden Daten beziehen sich zumeist auf das Jahr 2007: zum jetzigen Zeitpunkt liegen keine aktuelleren statistischen Daten in Deutschland vor. Neben einer Bestandsaufnahme zur Leistungsfähigkeit des Bildungssystems werden auch die Ergebnisse des Bildungsmonitor 2009 zu den Vorjahren verglichen. So gibt die Studie auch darüber Auskunft, welches Bundesland die größten Verbesserungen in seinem Bildungssystem erreicht hat.

Das vollständige Profil als PDF-Download

Hier finden Sie alle Informationen über Berlin. Laden Sie das komplette Profil und eine Tabelle mit allen Indikatoren und Vergleichswerten herunter.

Das Profil von Berlin im Bildungsmonitor 2009 der INSM

Informationen für Presse

Das Bestandsranking 2009 nach Einzelindikatoren

Klicken Sie hier, um den Zustand der Bildungssysteme in Ihrem Bundesland an Hand von 39 Einzelindikatoren zu vergleichen - von A wie Ausbildungsstellenquote bis P wie PISA-Test.

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Christoph Windscheif
Telefon: 030 - 278 77 - 177

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