Der Bildungsmonitor 2008 - Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft
Glossar
Die im Bildungsmonitor 2008 berücksichtigten 102 Indikatoren werden 13 so genannten politischen Handlungsfeldern zugeordnet, um somit den bildungspolitischen Handlungsbedarf in bestimmten Bereichen stärker verdeutlichen zu können. Zu einzelnen Feldern gehörende Indikatoren, die im Online-Bildungsmonitor aufgeführt sind, sind mit einem (x) versehen.
Ausgabenpriorisierung
Welche Priorität haben die Bildungsausgaben im Budget der Länder? Folgende Indikatoren zählen zu diesem Handlungsfeld:
- Relative Bildungsausgaben an Grundschulen (x)
- Relative Bildungsausgaben an allgemein bildenden Schulen (x)
- Relative Bildungsausgaben an beruflichen Vollzeitschulen
- Relative Bildungsausgaben im dualen System (x)
- Relative Bildungsausgaben an Hochschulen
Inputeffizienz
Wofür werden die Ressourcen im Bildungssystem eingesetzt? Folgende Indikatoren zählen zu diesem Handlungsfeld:
- Investitionsquote an allgemein bildenden Schulen
- Altersstrukturindex an allgemein bildenden Schulen (x)
- Relative Sachausstattung an allgemein bildenden Schulen
- Dienstunfähigkeitslast (x)
- Relative Sachausstattung an beruflichen Schulen
- Altersstrukturindex an beruflichen Schulen
- Investitionsquote an beruflichen Schulen
- Wissenschaftleranteil an Hochschulen
- Investitionsquote an Hochschulen
- Relative Sachausstattung an Hochschulen (x)
- Drittmitteldeckungsbeitrag
Betreuungsbedingungen
Wie gut sind die Betreuungsrelationen in den Bildungseinrichtungen? Folgende Indikatoren zählen zu diesem Handlungsfeld:
- Betreuungsrelation in Kindertagesstätten
- Schüler-Lehrer-Relation an Grundschulen (x)
- Unterrichtsstunden pro Klasse an Grundschulen
- Klassengröße an Grundschulen
- Schüler-Lehrer-Relation (Sek I - ohne Gymnasien)
- Schüler-Lehrer-Relation (Sek I - Gymnasien)
- Schüler-Lehrer-Relation (Sek II) (x)
- Klassengröße (Sek I - Gymnasien)
- Klassengröße (Sek I - ohne Gymnasien)
- Unterrichtsstunden pro Klasse (Sek I - Gymnasien)
- Unterrichtsstunden pro Klasse (Sek I - ohne Gymnasien)
- Unterrichtsstunden pro Schüler (Sek II)
- Schüler-Lehrer-Relation im dualen System (x)
- Schüler-Lehrer-Relation an beruflichen Vollzeitschulen
- Unterrichtsstunden pro Klasse im dualen System
- Unterrichtsstunden pro Schüler an beruflichen Vollzeitschulen
- Klassengröße im dualen System
- Betreuungsrelation Hochschulen
Förderinfrastruktur
Wie gut ist die Förderinfrastruktur ausgebaut, um Lernschwächen rechtzeitig auszugleichen? Folgende Indikatoren zählen zu diesem Handlungsfeld:
- Ganztagsbetreuung in Kinderkrippen
- Ganztagsbetreuung in Kindergärten (x)
- Akademisierungsgrad des Personals in Kindertagesstätten (x)
- Ungelerntes Personal in Kindertagesstätten
- Zahl der Ganztagsgrundschüler (x)
- Zahl der Ganztagsschüler (Sek I)
Internationalisierung
Wie gut sind die Voraussetzungen für eine Bildung, die sich an den Bedürfnissen einer international vernetzten Wirtschaft orientiert? Folgende Indikatoren zählen zu diesem Handlungsfeld:
- Fremdsprachenunterricht an Grundschulen
- Fremdsprachenunterricht im dualen System
- Bildungsausländer an Hochschulen (x)
- Internationale Kooperationen von Hochschulen (x)
- Gastwissenschaftler an Hochschulen (x)
Zeiteffizienz
Wie stark geht die ökonomisch kostbare Zeit im Bildungssystem verloren durch verspätete Einschulungen, Wiederholungen, Ausbildungsabbrüche etc.? Folgende Indikatoren zählen zu diesem Handlungsfeld:
- Verspätete Einschulung
- Wiederholerquote an Grundschulen
- Wiederholerquote (Sek I)
- Ausbildungsabbrüche (x)
- Studienberechtigte Auszubildende
- achelor-Anfänger (x)
- Fachstudiendauer (x)
Schulqualität
Wie hoch sind die durchschnittlichen Kompetenzen der Schüler in Mathematik, den Naturwissenschaften sowie dem Textverständnis? Folgende Indikatoren zählen zu diesem Handlungsfeld:
- PISA Lesen (x)
- PISA Lesen an Gymnasien
- PISA Mathematik (x)
- PISA Mathematik an Gymnasien
- PISA Naturwissenschaften (x)
- PISA Naturwissenschaften an Gymnasien
- IGLU Lesen
- IGLU Mathematik
- IGLU Naturwissenschaften
Bildungsarmut
Wie hoch ist der Anteil derjenigen Schüler, für die aufgrund mangelnder Kompetenzen oder fehlender Abschlüsse zu befürchten ist, dass ihnen der Einstieg ins Arbeitsleben und eine erfolgreiche berufliche Laufbahn misslingt? Folgende Indikatoren zählen zu diesem Handlungsfeld:
- PISA Risikogruppe Lesen (x)
- PISA Risikogruppe Mathematik (x)
- PISA Risikogruppe Naturwissenschaften
- Schulabbrecherquote (x)
- Schulabschlussquote Nachholer
- Absolventenquote Berufsvorbereitungsjahr
- IGLU Risikogruppe Lesen
- IGLU Risikogruppe Mathematik
- IGLU Risikogruppe Naturwissenschaften
Integration
Wie eng sind dabei Kompetenzen und Abschlüsse mit dem sozioökonomischen Hintergrund der Bildungsteilnehmer verknüpft? Wie gerecht sind folglich die Bildungschancen? Folgende Indikatoren zählen zu diesem Handlungsfeld:
- Relative Schulabbrecherquote bei Ausländern (x)
- Relative Studienberechtigtenquote bei Ausländern an allgemeinbildenden Schulen
- Relative Studienberechtigtenquote bei Ausländern an beruflichen Schulen
- Steigung des sozialen Gradienten (PISA) (x)
- Varianzaufklärung (PISA) (x)
Berufliche Bildung / Arbeitsmarktorientierung
Inwieweit stärkt das berufliche Bildungssystem die Arbeitsmarktchancen durch erfolgreiche Berufsvorbereitung, ein hohes Ausbildungsstellenangebot und erfolgreiche Abschlüsse sowie Fortbildungsbeteiligung? Folgende Indikatoren zählen zu diesem Handlungsfeld:
- Teilnehmerquote bei Ausbildungsprogrammen
- Teilnehmerquote bei Einstiegsqualifizierungen
- Ausbildungsstellenquote (x)
- Berufsabschlussquote (x)
- Einmünderquote Berufsfachschulen
- Abschlussquote Berufsfachschulen
- Fortbildungsquote (x)
- Ersatzquote Meister/Techniker/Fachschulabsolventen
Akademisierung
Wie hoch ist der Beitrag der Länder zur Ausbildung des akademischen Nachwuchses durch eine hohe Zahl an Studienberechtigten und Hochschulabsolventen? Folgende Indikatoren zählen zu diesem Handlungsfeld:
- Studienberechtigtenquote an allgemeinbildenden Schulen (x)
- Studienberechtigtenquote an beruflichen Schulen (x)
- Akademikerersatzquote (x)
- Hochschulabsolventenquote
- Attrahierungsindex
- Duales Studium
MINT
Inwieweit wird dabei den Bereichen der Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik (MINT) Rechnung getragen, die für die technologische Leistungsfähigkeit entscheidend sind? Folgende Indikatoren zählen zu diesem Handlungsfeld:
- Ingenieursabsolventen
- Absolventen in Mathematik und Naturwissenschaften (x)
- F&E-Ersatzquote MINT
- MINT-Wissenschaftler
- Technische Fortbildungsprüfungen
- Ingenieurspromotionen
- MN-Promotionen (x)
- Ingenieurshabilitationen
- MN-Habilitationen
- Ingenieursersatzquote (x)
Forschungsorientierung
Inwiefern stärken die Hochschulen relativ zur Wirtschaft insgesamt die Forschung in einem Bundesland? Folgende Indikatoren zählen zu diesem Handlungsfeld:
- Drittmittel an Hochschulen (x)
- Forschung & Entwicklung-Gewichtung
- Habilitationsnachwuchs (x)
- Promotionsquote (x)
Was sagen die Punkte beim Bildungsmonitor aus?
Um Vergleichbarkeit zu schaffen, werden im Bildungsmonitor alle Indikatoren in Punkte umgerechnet.
Dabei erhält das Bundesland mit der schlechtesten Ausprägung aller Länder bei einem Indikator den Punktwert "0",
das Bundesland mit der besten Ausprägung den Punktwert "100". Die anderen 14 Bundesländer ordnen sich
je nach ihrer Performance zwischen "0" und "100" ein.
So ist jedem Bundesland für jeden Indikator ein Punktwert zwischen "0" und "100" zugeordnet.
Beim Bestands-Ranking werden auf Indikatoren-Ebene keine Punktwerte angezeigt, sondern die tatsächlich gemessenen Einheiten,
also beispielsweise Zahlenverhältnis von Lehren zu Schülern an den Schulen eines Landes, eingeworbene Drittmittel je Professor
an den Hochschulen eines Landes in Tausend Euro oder PISA-Ergebnisse in so genannten Kompetenzpunkten.
Punktwerte finden sich beim Bestands-Ranking lediglich in den jeweils aggregierten Kategorien wieder,
also beim Gesamt-Ergebnis und bei den 13 Handlungsfeldern. Da sich seit dem ersten Bildungsmonitor 2004
die von einem Bundesland erreichte Höchstpunktzahl inzwischen über den Wert "100" ausgedehnt haben
kann, wird bei einzelnen Bundesländern ein Wert größer als 100 beim Bildungsmonitor 2008 angezeigt.
Die Performance eines Landes bei einem Bundesland können Sie einordnen, indem Sie den Punktwert
des betreffenden Bundeslandes zu dem Punktwert des Bestplatzierten oder dem Punktwert des Schlechtestplatzierten in Relation setzen.
Im Dynamik-Ranking werden ausschließlich Bildungsmonitor-Punktwerte gezeigt. Dabei dokumentieren die Punkte die
Differenz aus dem Ergebnis eines Landes bei einem Indikator beim Bildungsmonitor 2008 und dem Ergebnis des Landes bei
demselben Indikator aus dem Jahr 2007. Wird für ein Bundesland beim Dynamik-Ranking also der Punktwert + 25 angezeigt,
heißt das, dass sich das Bundesland zwischen dem Bildungsmonitor 2007 und dem Bildungsmonitor 2008 um 25 Punkte verbessert
hat. Wird für ein Bundesland beim Dynamik-Ranking dagegen der Punktwert -25 angezeigt, heißt das, dass sich das Bundesland
zwischen dem Bildungsmonitor 2007 und dem Bildungsmonitor 2008 um 25 Punkte verschlechtert hat.
Was bedeutet duales System?
Das deutsche Berufsbildungssystem bietet zwei grundlegende Möglichkeiten, einen beruflichen Abschluss im Sekundarbereich II zu erwerben – berufliche (Vollzeit-) Schulen und das duale System. Im Gegensatz zur vollzeitschulischen Ausbildung ist das duale System durch zwei Lernorte gekennzeichnet – Schule und Betrieb. In der Schule werden theoretische Grundlagen, im Betrieb eher praktische, arbeitsplatznahe Kenntnisse und Fähigkeiten vermittelt. Die Auszubildenden sind dabei beim Ausbildungsbetrieb angestellt und erhalten eine Vergütung. Circa 60 Prozent der Jugendlichen in Deutschland absolvieren ihre Ausbildung im dualen System, welches über 300 verschiedene Ausbildungsberufe anbietet.







