Der Bildungsmonitor 2008 - Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft
Saarland
Das Saarland legt um 4,78 Punkte zu
Weniger Schulabgänger ohne Abschluss +++ verbesserter Beitrag für den Wissenschaftsstandort Saarland +++ jedoch vergleichsweise langsame Umstellung auf Bachelor-Studiengänge
Das Saarland
verbessert sich zwischen 2007 und 2008 um
4,78 Punkte
und belegt damit den
Dynamik-Platz 4
in der wissenschaftlichen Bildungsstudie "Bildungsmonitor 2008", die vom Institut der deutschen Wirtschaft Köln (IW) im Auftrag der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM) 2008 zum fünften Mal erstellt wurde. Diese umfassende Analyse des föderalen Bildungssystems in Deutschland bewertet anhand von 13 Handlungsfeldern und mehr als 100 Indikatoren (Datenstand 2006), inwieweit das Bildungssystem eines Bundeslandes einen Beitrag zu mehr Wachstum leistet.
Das Bundesland legt gegenüber dem Vorjahr um insgesamt 4,78 Punkte zu. Positive Veränderungen gibt es vor allem in den Handlungsfeldern MINT (+18,54), Bildungsarmut (+15,24) und Integration (+5,86). Bei der Bedeutung der Hochschulen für die Forschung im Land hat das Saarland den bundesweiten Spitzenplatz inne. Den bundesweit schlechtesten Wert erreicht das Saarland dagegen beim Handlungsfeld Zeiteffizienz.
Sachsen, Baden-Württemberg, Thüringen und Bayern bilden erneut das Führungsquartett im Bildungsmonitor 2008. Dahinter folgt ein breit gefächertes Mittelfeld von Rang 5 bis Rang 15, zu dem auch das Saarland zählt. Niedersachsen schneidet auf Rang 5 leicht besser ab als der Bundesdurchschnitt. Die bisher bundesweit erzielten Fortschritte im Bildungswesen dokumentiert NRW auf Rang 15. Das Bundesland erreicht mittlerweile eine Punktzahl, die fast dem Siegerwert aus dem Bildungsmonitor 2004 entspricht. Mecklenburg-Vorpommern rangiert mit bereits deutlichem Abstand auf Rang 16, konnte aber gegenüber 2004 ebenfalls erhebliche Zuwächse verzeichnen.
Zu einzelnen Handlungsfeldern im Saarland
Forschungsorientierung:
Für die Ausbildung des wissenschaftlichen Nachwuchses leistet das Saarland einen guten Beitrag. Der Anteil der Promotionen an allen Hochschulabschlüssen war mit 11,2 Prozent der höchste in Deutschland (Bundesdurchschnitt: 9,2). Auch die Zahl der Habilitationen pro 100 Professoren war 2006 höher als im Bundesdurchschnitt.
Bildungsarmut:
Das Saarland hat in den vergangenen Jahren sehr erfolgreich das Risiko der Bildungsarmut für Jugendliche bekämpft. Kein anderes Land kann hier stärkere Veränderungen vorweisen. Der Anteil der Schulabgänger ohne Abschluss ist stark rückläufig. Betrug der Anteil 1998 noch 10,7 Prozent, so sank er bis 2006 deutlich auf 7,6 Prozent. Darüber hinaus ist der Anteil nachgeholter Schulabschlüsse bezogen auf die durchschnittliche Jahrgangsstärke eines jeden Bundeslandes die dritthöchste in Deutschland.
Integration:
Die Chancen von Ausländern im Bildungssystem haben sich in den letzten Jahren deutlich verbessert. Der Anteil ausländischer Schüler in Berufsschulen, die eine Hochschulzugangsberechtigung erwerben konnten, erhöhte sich von 3,2 Prozent im Jahr 1998 auf 9,0 Prozent 2006. Auch an allgemein bildenden Schulen konnte die Studienberechtigtenquote unter ausländischen Jugendlichen deutlich erhöht werden, von 4,9 Prozent auf 6,7 Prozent. Zudem nahm der Anteil ausländischer Schulabgänger ohne Abschluss von alarmierenden 25,2 Prozent 1998 auf 16,1 Prozent 2006 ab und liegt damit deutlich unter dem Bundesdurchschnitt.
Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik:
Die Ausbildung in Mathematik, Informatik, den Naturwissenschaften und den Ingenieurwissenschaften hat an den saarländischen Hochschulen deutlich zugenommen. Der Anteil der Absolventen in diesen Fächern an allen Hochschulabsolventen stieg von 24 Prozent im Jahr 2005 auf 31,5 Prozent 2006 und erreicht damit genau den Bundesdurchschnitt. Das wirkt sich auch auf die Ersatzrate der beschäftigten Forscher im Saarland aus: ein Plus von 4,7 Prozentpunkte auf 20,2 Prozent. Unter dem Strich kann das Saarland im Handlungsfeld MINT die beste Veränderungsrate aller Bundesländer vorweisen.
Zeiteffizienz:
Bezogen auf die Veränderungen zum Vorjahr schneidet das Saarland bei der Zeiteffizienz von allen Bundesländern am schlechtesten ab. Hierbei spielt vor allem die im Vergleich zu anderen Bundesländern langsame Umstellung der Hochschulen auf Bachelor-Studiengänge eine Rolle. Der Anteil der Studienanfänger in solchen Studiengängen an allen Studienanfängern war im Jahr 2006 mit 28 Prozent der geringste aller Bundesländer. Probleme hat das Saarland zudem mit der nach Berlin und Mecklenburg-Vorpommern dritthöchsten Quote vorzeitig aufgelöster Ausbildungsverträge im Jahr 2006.
Hintergrund der Studie
In die Studie Bildungsmonitor 2008 werden 102 Indikatoren einbezogen – darunter zum Beispiel Kennzahlen zur Ganztagsbetreuung, PISA-Ergebnisse, relative Abschlussquoten von Ausländern, Schulabbrecher, Studienberechtigtenquoten, Ingenieurabsolventen (siehe Anhang). Die zu Grunde liegenden Daten beziehen sich zumeist auf das Jahr 2006: Zum jetzigen Zeitpunkt liegen keine aktuelleren statistischen Daten in Deutschland vor. Neben einer Bestandsaufnahme zur Leistungsfähigkeit des Bildungssystems werden die Ergebnisse des Bildungsmonitors 2008 auch mit den Vorjahren verglichen. So gibt die Studie auch darüber Auskunft, welches Bundesland die größten Verbesserungen in seinem Bildungssystem erreicht hat.
Das vollständige Profil als PDF-Download
Hier finden Sie alle Informationen über Saarland. Laden Sie das komplette Profil und eine Tabelle mit allen Indikatoren und Vergleichswerten herunter.

