Der Bildungsmonitor 2008 - Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft
Nordrhein-Westfalen
Nordrhein-Westfalen legt um 3,25 Punkte zu
Nordrhein-Westfalen verbessert sich in vielen Handlungsfeldern
Nordrhein-Westfalen
verbessert sich zwischen 2007 und 2008 um
3,25 Punkte
und belegt damit den
Dynamik-Platz 9
in der wissenschaftlichen Bildungsstudie "Bildungsmonitor 2008", die vom Institut der deutschen Wirtschaft Köln (IW) im Auftrag der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM) 2008 zum fünften Mal erstellt wurde. Diese umfassende Analyse des föderalen Bildungssystems in Deutschland bewertet anhand von 13 Handlungsfeldern und mehr als 100 Indikatoren (Datenstand 2006), inwieweit das Bildungssystem eines Bundeslandes einen Beitrag zu mehr Wachstum leistet.
Gegenüber dem Bildungsmonitor 2007 konnte sich Nordrhein-Westfalen um 3,25 Punkte verbessern. Die größten Zuwächse verzeichnet das Bundesland in den Handlungsfeldern Zeiteffizienz (+23,26 Punkte) und in den Bereichen Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik (+4,05). Besonders gut schneidet das Land bei der Inputeffizienz ab. Kein anderes Bundesland steht hier besser da. Auch beim Handlungsfeld Akademisierung liegt NRW mit vorn (Platz 5 hinter den Stadtstaaten und Baden-Württemberg). Schlusslicht ist das Bundesland weiterhin bei den Betreuungsbedingungen.
Sachsen, Baden-Württemberg, Thüringen und Bayern bilden erneut das Führungsquartett im Bildungsmonitor 2008. Dahinter folgt ein breit gefächertes Mittelfeld von Rang 5 bis Rang 15. Niedersachsen schneidet auf Rang 5 leicht besser ab als der Bundesdurchschnitt. Die insgesamt bisher erzielten bundesweiten Fortschritte im Bildungswesen dokumentiert NRW auf Rang 15. Das Bundesland erreicht mittlerweile eine Punktzahl, die fast dem Siegerwert aus dem Bildungsmonitor 2004 entspricht. Mecklenburg-Vorpommern rangiert mit bereits deutlichem Abstand auf Platz 16, konnte aber gegenüber 2004 ebenfalls erhebliche Zuwächse verzeichnen.
Zu einzelnen Handlungsfeldern in NRW
Inputeffizienz:
In NRW werden in Bezug auf die Personalausgaben relativ viele Mittel für Sachausgaben verwendet. An allgemein bildenden Schulen sind die relativen Sachausgaben in Deutschland am höchsten. Auch die Altersstruktur der Lehrer an beruflichen Schulen ist im Vergleich zu anderen Bundesländern ausgeglichener. Nur in Sachsen ist die Altersstruktur homogener. Besondere Fortschritte gab es bei der Reduzierung der Zahl derjenigen Lehrer, die wegen Dienstunfähigkeit vorzeitig den Schuldienst verlassen. Waren es 2000 noch über 3.500, so ist die Zahl bis 2006 auf 1.162 gesunken. Gemessen an allen Neuzugängen in den Ruhestand wurde damit inzwischen fast der Mittelwert aller Bundesländer erreicht.
Akademisierung:
Mit knapp 52 Prozent hatte NRW im Jahr 2006 wieder die höchste Studienberechtigtenquote in Deutschland. Dabei wurden vor allem an beruflichen Schulen viele Studienberechtigungen erworben (19,9 Prozent gegenüber 16,0 Prozent im Bundesdurchschnitt). Gemessen an der akademischen Bevölkerung kann NRW sehr viele Studienabsolventen aufweisen – lediglich die Stadtstaaten Bremen und Hamburg schneiden hier besser ab. Verbesserungspotential gibt es in diesem Handlungsfeld bei der Zahl der Studierenden die zugleich eine Berufsausbildung absolvieren. Mit rund 5.300 Personen kommen nur 12 Prozent dieser so genannten Dualen Studierenden aus NRW. Musterland bei der Verzahnung von beruflicher Bildung und Studium ist Baden-Württemberg, wo über 20.000 dual Studierende eingeschrieben sind.
Betreuungsbedingungen:
NRW weist in nahezu allen Bereichen schlechte Betreuungsrelationen auf. Die Ausnahme sind die Kindertageseinrichtungen. Mit rechnerisch sieben Kinder auf eine Erzieherin bewegte sich die Betreuungsrelation im Bundesdurchschnitt. Im Jahr 2002 waren es noch durchschnittlich knapp acht Kinder. In den Grundschulen kamen im Jahr 2006 auf einen Lehrer rechnerisch 20,6 Schüler (Bundesdurchschnitt: 19,4) – bundesweit der zweitschlechteste Wert. Gegenüber dem Jahr 2005 wurde trotz gesunkener Schülerzahl die Zahl der Lehrer aber um knapp ein Prozent gesteigert. Im Jahr 2004 mussten sich noch 21,6 Schüler rechnerisch einen Lehrer teilen. Traditionell schlecht bleibt die Betreuungsrelation an den Hochschulen – bundesweites Schlusslicht.
Zeiteffizienz:
In NRW wurden 2006 nur 0,9 Prozent aller Kinder verspätet eingeschult, der mit Abstand geringste Wert aller Bundesländer (Durchschnitt: 4,8 Prozent). Auch die Wiederholerquote an den Grund- und weiterführenden Schulen ist in NRW niedriger als im Bundesdurchschnitt.
Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik:
Hintergrund der Studie
In die Studie Bildungsmonitor 2008 werden 102 Indikatoren einbezogen – darunter zum Beispiel Kennzahlen zur Ganztagsbetreuung, PISA-Ergebnisse, relative Abschlussquoten von Ausländern, Schulabbrecher, Studienberechtigtenquoten, Ingenieurabsolventen (siehe Anhang). Die zu Grunde liegenden Daten beziehen sich zumeist auf das Jahr 2006: Zum jetzigen Zeitpunkt liegen keine aktuelleren statistischen Daten in Deutschland vor. Neben einer Bestandsaufnahme zur Leistungsfähigkeit des Bildungssystems werden die Ergebnisse des Bildungsmonitors 2008 auch mit den Vorjahren verglichen. So gibt die Studie auch darüber Auskunft, welches Bundesland die größten Verbesserungen in seinem Bildungssystem erreicht hat.
Das vollständige Profil als PDF-Download
Hier finden Sie alle Informationen über Nordrhein-Westfalen. Laden Sie das komplette Profil und eine Tabelle mit allen Indikatoren und Vergleichswerten herunter.

