Der Bildungsmonitor 2008 - Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft
Hessen
Hessen legt um 2,41 Punkte zu
Hessen
verbessert sich zwischen 2007 und 2008 um
2,41 Punkte
und belegt damit den
Dynamik-Platz 13
in der wissenschaftlichen Bildungsstudie "Bildungsmonitor 2008", die vom Institut der deutschen Wirtschaft Köln (IW) im Auftrag der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM) 2008 zum fünften Mal erstellt wurde. Diese umfassende Analyse des föderalen Bildungssystems in Deutschland bewertet anhand von 13 Handlungsfeldern und mehr als 100 Indikatoren (Datenstand 2006), inwieweit das Bildungssystem eines Bundeslandes einen Beitrag zu mehr Wachstum leistet.
Hessen verbessert sich gegenüber dem Vorjahr um rund 2,41 Punkte und rangiert bei den meisten Handlungsfeldern im Mittelfeld. Im Vergleich zu anderen Bundesländern verbessert sich Hessen am stärksten in den Handlungsfeldern Akademisierung und Integration. Fortschritte gibt es auch im Handlungsfeld Zeiteffizienz (+12,75 Punkte). Allerdings weist das Land vergleichsweise ungünstige Betreuungsbedingungen auf (Platz 15).
Sachsen, Baden-Württemberg, Thüringen und Bayern bilden erneut das Führungsquartett im Bildungsmonitor 2008. Dahinter folgt ein breit gefächertes Mittelfeld von Rang 5 bis Rang 15, zu dem auch Hessen zählt. Niedersachsen schneidet auf Rang 5 leicht besser ab als der Bundesdurchschnitt. Die bisher erzielten Fortschritte im Bildungswesen dokumentiert NRW auf Rang 15. Das Bundesland erreicht mittlerweile eine Punktzahl, die fast dem Siegerwert aus dem Bildungsmonitor 2004 entspricht. Mecklenburg-Vorpommern rangiert mit bereits deutlichem Abstand auf Rang 16, konnte aber gegenüber 2004 ebenfalls erhebliche Zuwächse verzeichnen.
Zu einzelnen Handlungsfeldern in Hessen
Integration:
Das hessische Bildungssystem überzeugt darin, ausländische Jugendliche zur Studienberechtigung zu führen. Im Jahr 2006 erreichten 24,5 Prozent der ausländischen Jugendlichen eine Studienberechtigung (13,2 Prozent an allgemein bildenden Schulen; 11,3 Prozent an beruflichen Schulen). Das ist bundesweit der Spitzenwert und rangiert weit oberhalb des Durchschnitts von 16,8 Prozent (9,2 Prozent allgemein bildende und 7,6 Prozent berufliche Schulen). Auch beim Anteil ausländischer Schüler ohne Schulabschluss gab es zuletzt deutliche Fortschritte. Mit 16,1 Prozent erreicht Hessen beim Anteil der ausländischen Schulabbrecher den fünftbesten Wert aller Bundesländer (Bundesdurchschnitt: 16,8 Prozent). Dies sind mehr als fünf Prozentpunkte weniger als im Jahr 2000, in dem mit 21,5 Prozent die höchste Abbrecherquote unter ausländischen Schulabgängern gemessen wurde.
Akademisierung:
Hessen hat im Jahr 2006 mit 47,8 Prozent die zweithöchste Studienberechtigtenquote nach Nordrhein-Westfalen. Damit liegt das Land deutlich über dem Bundesländerdurchschnitt von 42,5 Prozent. 28,2 Prozent eines Jahrgangs erwarben ihre Studienberechtigung an einer allgemein bildenden Schule, 19,6 Prozent an einer beruflichen Schule. Insbesondere an allgemein bildenden Schulen konnte Hessen gegenüber dem Vorjahr deutlich zulegen. Auch die Hochschulen in Hessen sind attraktiv. Im Jahr 2006 zog mit mehr als 7.750 Nicht-Hessen eine größere Anzahl von Studienanfängern nach Hessen als hessische Abiturienten an Hochschulen in andere Bundesländer (ca. 6.300). Lediglich die drei Stadtstaaten und Bayern haben relativ mehr Zuzüge aus anderen Bundesländern. Das hohe akademische Ausbildungsengagement relativiert sich jedoch ein wenig beim Blick auf eine andere Kennzahl: Im Vergleich zur akademischen Bevölkerung ist die Zahl der Hochschulabsolventen im Land immer noch unterdurchschnittlich.
Zeiteffizienz:
Für das vergleichsweise schlechte Abschneiden bei der Zeiteffizienz ist vor allem der relativ langsam voran schreitende Umstellungsprozess der Studiengänge verantwortlich. Im Jahr 2006 begannen nur 38 Prozent aller Studienanfänger ein Bachelorstudium. Ferner war in Hessen im Jahr 2006 der Anteil verspätet eingeschulter Kinder mit 7,9 Prozent der zweithöchste in Deutschland (Bundesdurchschnitt: 4,8).
Betreuungsbedingungen:
Die Betreuungsrelationen an den Grundschulen und Gymnasien sind in Hessen unterdurchschnittlich. Rechnerisch kamen 2006 in den Grundschulen auf einen Lehrer rund 22,4 Schüler. Das bedeutet kaum Verbesserungen gegenüber 1998. Im Bundesdurchschnitt waren es 2006 dagegen 19,4 Schüler. Damit ist die Relation an Grundschulen die schlechteste aller Bundesländer. Relativ günstig sind hingegen die Betreuungsbedingungen im Bereich der beruflichen Bildung. Hier kommen auf einen Lehrer an den Berufsschulen rechnerisch 35,12 Schüler – der fünftbeste Wert aller Länder in diesem Bereich (Bundesdurchschnitt: 37,7). Auch im Elementarbereich war die Betreuungsrelation mit sechs Kindern pro Betreuer günstig (viertbester Wert).
Hintergrund der Studie
In die Studie Bildungsmonitor 2008 werden 102 Indikatoren einbezogen – darunter zum Beispiel Kennzahlen zur Ganztagsbetreuung, PISA-Ergebnisse, relative Abschlussquoten von Ausländern, Schulabbrecher, Studienberechtigtenquoten, Ingenieurabsolventen (siehe Anhang). Die zu Grunde liegenden Daten beziehen sich zumeist auf das Jahr 2006: Zum jetzigen Zeitpunkt liegen keine aktuelleren statistischen Daten in Deutschland vor. Neben einer Bestandsaufnahme zur Leistungsfähigkeit des Bildungssystems werden die Ergebnisse des Bildungsmonitors 2008 auch mit den Vorjahren verglichen. So gibt die Studie auch darüber Auskunft, welches Bundesland die größten Verbesserungen in seinem Bildungssystem erreicht hat.
Das vollständige Profil als PDF-Download
Hier finden Sie alle Informationen über Hessen. Laden Sie das komplette Profil und eine Tabelle mit allen Indikatoren und Vergleichswerten herunter.


