Der Bildungsmonitor 2008 - Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft
Schleswig-Holstein Platz 15
Schleswig-Holstein auf Rang 15 im Bildungsvergleich der Länder
Geringe Fortschritte auf dem Weg zu mehr Wachstum und Bildungsgerechtigkeit +++ Schleswig-Holstein gut bei Zeiteffizienz und Integration +++ Bei Förderinfrastruktur und Akademisierung besteht großer Nachholbedarf
Berlin
. Schleswig-Holstein belegt Rang 15 im Vergleich der Bildungssysteme der deutschen Bundesländer. Das geht aus dem Bildungsmonitor 2011 hervor. Die Vergleichsstudie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) Köln im Auftrag der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM) bewertet anhand von 13 Handlungsfeldern und mehr als 100 Indikatoren, inwieweit das Bildungssystem eines Bundeslandes Fortschritte auf dem Weg zu mehr Wachstum und Bildungsgerechtigkeit erzielt.
Schleswig-Holstein schneidet in den untersuchten Handlungsfeldern unterschiedlich ab. Stärken weist Schleswig-Holstein bei den Handlungsfeldern Integration (Platz 4) und Zeiteffizienz (Platz 3) auf. Verbesserungsbedarf besteht insbesondere bei der Akademisierung, Internationalisierung, der Förderinfrastruktur und bei den Betreuungsbedingungen.
Auf dem Weg zu mehr Bildungsgerechtigkeit sind geringe Fortschritte in Schleswig-Holstein erzielt worden. Im Jahr 2000 standen pro Schüler weniger Ganztagsplätze und Lehrer an Grundschulen zur Verfügung als heute. Der Anteil der Schulabbrecher war im Jahr 2000 höher, ebenso der Anteil der Jugendlichen ohne Ausbildungsreife. Bei den Abschlussprüfungen der Berufsausbildung scheiterte in 2000 ein höherer Anteil an jungen Menschen als heute und ein geringerer Anteil erreichte an beruflichen Schulen eine Zugangsberechtigung zu den Hochschulen. Die Verbesserungen der Quoten führen bezogen auf heutige Schülerzahlen zu folgenden rechnerischen Effekten: ein Plus von 17.900 Ganztagsplätzen und 1.200 Lehrern an Grundschulen, zusätzlich 800 Jugendliche mit Ausbildungsreife und 1.200 Schüler mit einem Schulabschluss und zusätzlich 700 erfolgreiche Prüfungen in der dualen Ausbildung und 1.800 Abiturienten an beruflichen Schulen.
Fortschritte im Bildungssystem haben in den letzten Jahren auch zu einer Stärkung der Wachstumskräfte im Land beigetragen. Seit dem Jahr 2000 haben über 7.800 Jungakademiker mehr die Hochschulen in Schleswig-Holstein verlassen, als unter der damaligen Absolventenquote zu erwarten gewesen wäre. Die zusätzliche Ausbildungsleistung der Hochschulen geht mit einem jährlichen Wachstumsbeitrag von rund 138 Millionen Euro einher.
Sachsen, Thüringen und Baden-Württemberg bilden das Spitzentrio im Bildungsmonitor 2011. Dahinter folgen Bayern und Rheinland-Pfalz. Die übrigen 11 Bundesländer liegen eng beieinander. Gegenüber dem Bildungsmonitor 2010 haben sich Mecklenburg-Vorpommern, (+5,4 Punkte), Thüringen (+4,1), Berlin (+3,7), Rheinland-Pfalz (+3,2), NRW (+3,1) und Hessen (+3,0) besonders stark verbessert. Trotz aller Fortschritte bleibt die weitere Reduzierung von Bildungsarmut die zentrale Aufgabe für die Politik. Bildung entscheidet stärker denn je über Perspektiven in einer Gesellschaft und die Förderung jedes einzelnen Talents ist wichtig, um die Herausforderungen des demografischen Wandels zu meistern.
Zu einzelnen bildungspolitischen Handlungsfeldern in Schleswig-Holstein:
Zeiteffizienz (BM 2011: 3. Platz):
Nur wenige Kinder wurden im Jahr 2009 verspätet eingeschult. Mit einer Quote von 1,5 Prozent erreichte Schleswig-Holstein den zweitbesten Wert in Deutschland (Bundesdurchschnitt: 6,7 Prozent). Auch die Wiederholerquoten waren im Jahr 2009 in Schleswig-Holstein geringer als in den meisten anderen Bundesländern. Bei der Umsetzung des Bologna-Prozesses ist das Land relativ weit vorangekommen. So begannen 74 Prozent der Studienanfänger in Schleswig-Holstein einen der neuen Bachelorstudiengänge. Im Bundesdurchschnitt belief sich dieser Anteil auf 72 Prozent.
Integration (BM 2011: 4. Platz):
Bei der Überprüfung der Bildungsstandards im Jahr 2009 zeigte sich, dass der Zusammenhang zwischen sozialer Herkunft der Neuntklässler in Schleswig-Holstein und ihren Bildungsleistungen weniger eng war als in vielen anderen Bundesländern. Die Schulabbrecherquote unter ausländischen Jugendlichen lag mit 12,7 Prozent leicht besser als der Bundesdurchschnitt von 13,8 Prozent.
Förderinfrastruktur (BM 2011: 13. Platz):
Eine Ganztagsbetreuung stand im Jahr 2010 für 16,0 Prozent der drei- bis sechsjährigen Kinder zur Verfügung (Bundesdurchschnitt: 32,1 Prozent). Dies war der drittniedrigste Wert in Deutschland. Auch bei den unter 3-jährigen Kindern war das Betreuungsangebot sehr gering. Das Angebot an Ganztagsschulen war weiterhin unterdurchschnittlich, auch wenn in den letzten Jahren das Angebot insbesondere an Grundschulen stark ausgebaut wurde (19,8 Prozent in 2009; 12,0 Prozent in 2008; Bundesdurchschnitt 2009: 21,5 Prozent).
Betreuungsbedingungen (BM 2011: 15 Platz):
Die Betreuungsrelationen in Schule und Hochschule sind in Schleswig-Holstein sehr ungünstig. Insbesondere die Wochenunterrichtsstunden je Klasse sind sehr niedrig. So waren die Wochenunterrichtsstunden im Jahr 2009 am Gymnasium mit 31,8 bundesweit am niedrigsten (Durchschnitt: 35,8 Stunden). An anderen Bildungsstufen wurden durchschnittliche bis unterdurchschnittliche Werte erreicht.
Akademisierung (BM 2011: 16. Platz):
Die Studienberechtigtenquote an den allgemeinbildenden und beruflichen Schulen lag in Schleswig-Holstein unter dem Bundesdurchschnitt. Dennoch verließen Schleswig-Holstein im Jahr 2009 mehr Studienanfänger als von anderen Ländern zuwanderten. Daher war der Anteil der Studienabsolventen an der akademischen Bevölkerung im erwerbsfähigen Alter im Jahr 2009 der geringste in ganz Deutschland. Die Akademikerersatzquote betrug 2,8 Prozent (Bundesdurchschnitt: 4,2 Prozent).
Internationalisierung (BM 2011: 16. Platz):
Nur wenige Bildungsausländer studierten im Jahr 2009 in Schleswig-Holstein. Der Anteil an allen Studierenden war mit 5,6 Prozent der zweitniedrigste nach Mecklenburg-Vorpommern (Bundesdurchschnitt: 8,8 Prozent). Außerdem bestand nur die geringste Zahl an internationalen Kooperationen je Hochschule (SH: 29,3; Durchschnitt: 58,4 Kooperationen je Hochschule). Der Anteil der Gastwissenschaftler am wissenschaftlichen Personal war ebenso der geringste aller Bundesländer.
Das vollständige Profil als PDF-Download
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