Der Bildungsmonitor 2008 - Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft
Sachsen-Anhalt Platz 10
Sachsen-Anhalt: Vom Schlusslicht in die Top 10
Sachsen-Anhalt
belegt mit
58,61 Punkten Platz 10
in der wissenschaftlichen Bildungsstudie "Bildungsmonitor 2008", die vom Institut der deutschen Wirtschaft Köln (IW) im Auftrag der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM) 2008 zum fünften Mal erstellt wurde. Diese umfassende Analyse des föderalen Bildungssystems in Deutschland bewertet anhand von 13 Handlungsfeldern und mehr als 100 Indikatoren (Datenstand 2006), inwieweit das Bildungssystem eines Bundeslandes einen Beitrag zu mehr Wachstum leistet.
Im Vergleich zum Bildungsmonitor 2007 legt Sachsen-Anhalt 4,95 Punkte zu. In vielen untersuchten Handlungsfeldern konnte das Land seine Ergebnisse deutlich verbessern. Besonders hoch waren die Zuwächse bei Zeiteffizienz (+23,19) und Ausgabenpriorisierung (+11,55). Auch genießen die MINT-Fächer und die Betreuungsbedingungen eine hohe Priorität. Schwächen bestehen dagegen bei der beruflichen Bildung und bei der akademischen Ausbildung.
Sachsen-Anhalt gehört im Bildungsmonitor 2008 zu einem breit gefächerten Mittelfeld von Rang 5 bis Rang 15. Niedersachsen schneidet auf Rang 5 leicht besser ab als der Bundesdurchschnitt. Sachsen, Baden-Württemberg, Thüringen und Bayern bilden erneut das Führungsquartett. Die bisher bundesweit erzielten Fortschritte im Bildungswesen dokumentiert NRW auf Rang 15. Das Bundesland erreicht mittlerweile eine Punktzahl, die fast dem Siegerwert aus dem Bildungsmonitor 2004 entspricht. Mecklenburg-Vorpommern rangiert mit bereits deutlichem Abstand auf Rang 16, konnte aber gegenüber 2004 ebenfalls erhebliche Zuwächse verzeichnen.
Zu einzelnen Handlungsfeldern in Sachsen-Anhalt
Zeiteffizienz (3. Platz):
Der Anteil verspätet eingeschulter Grundschüler betrug 2006 nur 3,0 Prozent (Bundesdurchschnitt: 4,8 Prozent). Auch die Wiederholerquote an den Grundschulen ist gering. An den Hochschulen ist die Umsetzung des Bologna-Prozesses relativ weit voran geschritten. Im Jahr 2006 waren 60 Prozent der Studienanfänger in Bachelor-Studiengängen eingeschrieben (der dritthöchste Wert in Deutschland; Bundesdurchschnitt: 42 Prozent). Bei der Relation der vorzeitig aufgelösten Ausbildungsverträge zu den neu abgeschlossenen Ausbildungsverträgen liegt Sachsen-Anhalt jedoch weiterhin unter dem Bundesdurchschnitt.
Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik (2. Platz):
Die MINT-Wissenschaften haben an sachsen-anhaltinischen Hochschulen ein hohes Gewicht. Der Verhältnis der Absolventen in Mathematik, Informatik und Naturwissenschaften zu den im Land beschäftigten Forschern lag mit 21,1 Prozent fast sieben Prozentpunkte höher als der Bundesdurchschnitt. Auch in den beruflichen Fortbildungsprüfungen zeigt sich die Stärke der technischen Ausbildungsgänge. Mit 70,1 Prozent war der Anteil technischer Fortbildungsprüfungen an allen erfolgreichen Fortbildungsprüfungen 2006 der höchste in Deutschland (Bundesdurchschnitt: 46,2 Prozent; 2005 in Sachsen-Anhalt: 63,5 Prozent).
Betreuungsbedingungen (3. Platz):
Rechnerisch kamen 2006 auf einen Grundschullehrer 14,5 Schüler. Das ist bundesweit der Bestwert (Durchschnitt: 19,4). 2000 standen rund 73.500 Grundschüler 4.389 Lehrern gegenüber. 2006 waren mit 4.488 sogar mehr Lehrer beschäftigt, obwohl die Schülerzahl auf rund 65.000 deutlich gesunken ist. Lediglich im Bereich der beruflichen Schulen sind die Betreuungsrelationen schlechter als im Bundesdurchschnitt.
Ausgabenpriorisierung (9. Platz):
Kein anderes Land hat sich bei der Ausgabenpriorisierung stärker verbessert. Die Ausgaben pro Schüler sind in den Grundschulen mit 5.100 Euro im Jahr 2005 die höchsten in Deutschland. Im Jahr 2000 betrugen die Ausgaben pro Grundschüler noch 3.700 Euro.
Berufliche Bildung / Arbeitsmarktorientierung (14. Platz):
Bezogen auf die Zahl der Jugendlichen ist das Ausbildungsstellenangebot in Sachsen-Anhalt sehr niedrig. Zusätzlich weist das Land eine der höchsten Quoten nicht erfolgreicher Abschlussprüfungen im dualen Ausbildungssystem auf. Mit einer Durchfallquote von knapp 20 Prozent schnitten 2006 lediglich Berufsschüler in Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern schlechter ab.
Akademisierung (16. Platz)
Die Studienberechtigtenquote an den beruflichen Schulen war 2006 die zweitniedrigste in Deutschland, der Anteil von jungen Menschen, die parallel zu einer Berufsausbildung ein Studium absolvieren an einem Altersjahrgang ist der drittniedrigste. Während 2006 über 4.000 Studienberechtigte zu einem Studium in andere Bundesländer aufbrachen, zog es lediglich 2.900 Studienanfänger aus anderen Bundesländern nach Magdeburg und Co.
Hintergrund der Studie
In die Studie Bildungsmonitor 2008 werden 102 Indikatoren einbezogen – darunter zum Beispiel Kennzahlen zur Ganztagsbetreuung, PISA-Ergebnisse, relative Abschlussquoten von Ausländern, Schulabbrecher, Studienberechtigtenquoten, Ingenieurabsolventen (siehe Anhang). Die zu Grunde liegenden Daten beziehen sich zumeist auf das Jahr 2006: Zum jetzigen Zeitpunkt liegen keine aktuelleren statistischen Daten in Deutschland vor. Neben einer Bestandsaufnahme zur Leistungsfähigkeit des Bildungssystems werden die Ergebnisse des Bildungsmonitors 2008 auch mit den Vorjahren verglichen. So gibt die Studie auch darüber Auskunft, welches Bundesland die größten Verbesserungen in seinem Bildungssystem erreicht hat.
Das vollständige Profil als PDF-Download
Hier finden Sie alle Informationen über Sachsen-Anhalt. Laden Sie das komplette Profil und eine Tabelle mit allen Indikatoren und Vergleichswerten herunter.

